Hallo 🙂 auch dieser Beitrag kommt eine Woche zu spät – aufgrund der technischen Komplikationen – aber dafĂĽr werden alle kommenden hoffentlich pĂĽnktlich sein.

Die erste Woche im Projekt

Inzwischen sind nicht nur neun Tage, sondern ein Monat vergangen, seit ich nach Benediktbeuern aufgebrochen bin und eine gute Woche, seit wir – Linus, Luisa und ich – in Aschau am Inn angekommen sind. Genau genommen in unserem Projekt in Waldwinkel. 

Unser Projekt dient zur Rehabilitation von Jugendlichen. Das bedeutet, dass hier alle Jugendlichen eine Möglichkeit erhalten, eine Ausbildung zu absolvieren und lernen, langfristig gesehen, selbstständig leben können. Einige arbeiten in der Gärtnerei, ander in der Küche, der Hauswirtschaft, der Tischlerei etc. Manche der Jugendlichen leben auf dem Campus im Internat in Wohngruppen, andere sind Externe und werden morgens vor der Arbeit bzw. der Schule abgeholt und hier hergebracht. Neben den Betreuern der Jugendlichen und den Jugendlichen selbst, leben noch weitere Patres auf dem Gelände und Bufdis.

Die erste Woche war zu Beginn noch ein wenig unstrukturiert und wir musst uns auf dem Campus erst mal zurecht finden. Doch nach einer FĂĽhrung und Vorstellungsrunde, mit ganz vielen neuen Namen, wussten wir zumindest, wo die Mensa und die wichtigsten Gebäude waren. In den ersten Tagen haben wir dann viel Zeit in der Gärtnerei verbracht und am Freitag konnten wir die Zweitstelle der Einrichtung in Mettenheim kennenlernen. 

Am Wochenende haben wir direkt den angekündigten Sonnenschein ausnutzen wollen und sind zur Kampenwand gewandert. Am Sonntag durften wir, nach der Messe und dem Frühstück mit den Patres, mit nach Berchtesgaden fahren und sowohl die Aussicht auf den Königssee, als auch den Chiemsee genießen. Nach diesem Wochenende sind wir dann mit neuer Energie in die nächste Woche gestartet.

Aufgrund der Vielfältigkeit der Ausbildungsstellen und dem unterschiedlichen Bedarf an Hilfestellung, unterscheiden sich unsere Aufgaben ebenfalls. Meistens ĂĽbernimmt einer von uns den Fahrdienst um 6:30 Uhr und sammelt die Externen Jugendlichen ein. Im Anschluss gibt es dann FrĂĽhstĂĽck und wir helfen in den Ausbildungsstellen. Manchmal arbeiten wir selbst mit und ernten Gurken, schneiden Stoff oder leiten Mittags das Bistro. Häufig kommt zwischendurch ein Anruf, dass wir noch einmal irgendwo hinfahren oder jemanden zum Arzt begleiten sollen. Abends  öffnen wir das Bistro oder werden in Zukunft in den Wohngruppen im Internat dabei sein und das Abendprogramm mitgestalten.

Die Zeit hier und vor allem der Umgang mit den Jugendlichen ist sehr weiterbringend und ein Gegensatz zu gewohnten Situationen. Es verdeutlicht noch ein Mal mehr, das man nicht nur Förderprojekt im Ausland unterstützen sollte, sondern ebenso im Inland helfen und etwas bewirken kann. Ich empfinde es als sehr bereichernd hier miterleben zu dürfen, wie unterschiedlich Kinder und Jugendliche geprägt werden und das dennoch immer der Mensch im Vordergrund steht und nicht die Geschichte.

Abgesehen von unserer Arbeit im Projekt, machen wir Sport, schauen “Dark”, versuchen fĂĽr uns Volos Pullis zu designen, lesen etwas oder bemĂĽhen uns das Schlafdefizit möglichst klein zu halten 🙂 

Wir leben aktuell zu viert, also mit einem Bufdi, in einem kleinen Haus. Jeder hat sein eigenes Zimmer, aber meistens sind wir ohnehin gemeinsam im Wohnzimmer oder in der KĂĽchen.

Und hier – wie letztes Mal – ein paar Erinnerungen:

“Nicht witzig”, “hat wer von euch den Schlüssel?”, “weckst du mich?”, Veggieday, Bananenkonsum, Gurkenfrauschaft, “Wir müssen waschen”, “Ich muss euch hier die Flecken zeigen”, “Ich geh kurz zu den Patres braucht ihr noch was?”, “Gibt es Körnerbrötchen?”, “Esst ihr drei eigentlich immer das gleiche?”, “Wir müssen noch Obst holen.”, “Wo sind die AirPods (Linus???)”, “Können wir jetzt Dark anschauen?”, “Kann ich bitte den Autoschlüssel abgeben?” “Haben wir noch das Navi?”