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In Begegnungen

Als ich mich vor ziemlich genau einem Jahr für den Auslandsfreiwillgendienst beworben habe, hatte ich einen Plan. Einen Plan, dass ich jetzt irgendwo in einem andern Land bin mit einer fremden Kultur und den Tag mit Kindern und jüngeren Jugendlichen verbringe, dass ich Herausforderungen erlebe, dass ich sehen darf, was Verzicht bedeutet. So oder so ähnlich war der Plan.

Die letzten Wochen habe ich mich damit schwer getan, dass dieser Plan wohl nicht so passiert, dass ich eher in Deutschland bleibe, dass ich gerade offensichtlich in Aschau bin und primär mit älteren Jugendlichen zu tun habe und meine Aufgaben nicht zwangsläufig im pädagogischen Kontext stehen. Ich hab mich schwer getan diese Planänderung anzunehmen und mich damit abzufinden, dass diese Reise ein bisschen weniger weit weg ist und die Kultur nicht ganz so fremd.

Als ich heute morgen aufgestanden bin und durch den dunklen, kalten Regen um 6:15 Uhr zum Auto lief, um den Fahrdienst zu übernehmen, ist mir bewusst geworden, wie dankbar ich dennoch bin, dass dieser Plan verändert wurde. Ich bin dankbar, dass ich hier bin in Aschau, in Bayern und mir gezeigt wird, dass hier genauso viel Hilfe benötigt wird, dass ich nicht ins Ausland reisen muss um Herausforderungen zu Erleben, dass Verzicht nicht zwangsläufig etwas materielles meint und dass ich hier Menschen begegnen darf, die mir neue Perspektiven zeigen. Ich merke, dass soziale Einrichtungen, wie diese so enorm wichtig sind und oft die Bedeutung dieser und viel wichtiger die Arbeit der Mitarbeit kaum gesehen wird. Hier ist nicht nur eine Ausblidungstelle für junge Erwachsene, die keinen andern Platz gefunden haben, sonder es ist für viele oder zumindest manche ein Zuhause. Eins bei dem sie lernen, was Miteinander bedeutet, bei dem aufgepasst wird und bei dem sie gesehen werden.

Ich bin sehr dankbar, dass unsere kleine Gruppe (Linus, Luisa und ich) hier sein dürfen und genau das miterleben können. Und gleichzeitig untereinander auf einander achten, dass es immer eine Möglichkeit gibt Gedanken, Kritik, Meinungen offen und ehrlich auszusprechen und wir Situationen gemeinsam reflektieren. Ich bin dankbar für diese Erfahrungen.

Da das hier offensichtlich sowieso eher ein anderer Blogartikel geworden ist, möchte ich noch ein paar Marmeldenglasmomente mit euch teilen und verspreche euch nächstes Mal wieder mehr von meinem tatsächlichen Alltag zu berichten. Meine Marmeladeglasmomente waren diese Woche die Sonne die durch die Herbstbäume auf die Berge schien, das Musikhören, während wir auf den Tischen in der ehemaligen Floristik standen, um die Balken besser zu putzen und das gemeinsame Beten, dass so viel mehr Kraft schenkt, als ich es erwartet hatte.

Und hier noch ein paar Phrasen von dieser Woche: Kürbisse schnitzen, Gärtnerei-Auto, „Ich versteh die Frage nicht.“, einschlafen am Marienplatz auf dem Brunnen, „Du hast erst letztes Jahr das erste Mal Donut gegessen???“, „Du bist halb Tod“, alles, alle, jeder ist Krank…, Winterschuhe sind gekauft, „Es ist kalt“, „Wir müssen zu DM“, ein Glas Erdnussbutter, „Wo ist der nächste Edeka“, Bio-Veganer-Wein, Dankbarkeit, Krümelmonstertag

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Thema von Anders Norén.