Gëzuar Krishtlindjet und somit Frohe Weihnachten!

Dieses Jahr stand ja ein ganz besonderes Weihnachtsfest an, das erste Weihnachten ohne Familie und auch noch in einem anderen Land. Es war auf alle Fälle anders, zum Einen war es nicht ganz so kalt wie in Deutschland, gefroren habe ich dennoch ziemlich, zum Anderen gibt es hier viele Weihnachtstraditionen nicht so wie wir sie es haben. Dass es bei uns Adventskalender, Lebkuchen, Plätzchen, Schokonikoläuse und so viel mehr Zeug um Weihnachten gibt, fanden die Kinder sehr interessant. Auch dieses Jahr hatte ich dank meiner Mama einen kleinen Adventskalendar mit kleinen Bildchen, allerdings konnte ich meine Jungs nicht so ganz davon begeistern, warum ich jetzt jeden Tag darauf warte ein neues Türchen aufmachen zu wollen und so ein kleines Bildchen zu sehen und was wenn sie jetzt gleich das 24. Türchen aufmachen? Von den ganzen Süßigkeiten zu hören, fanden sie dann schon besser. Eine kleine Zusammenfassung über alle Ereignisse:

Mir  wurde noch einmal mehr bewusst wie stark die ganze Weihnachtszeit eigentlich nur von Konsum geprägt ist und hier wurde nocheinmal verstärkt auf die Botschaft eingegangen, die dahintersteckt. Wir haben uns einmal die Woche mit den Animatoren getroffen, zusammen gebetet, gespielt und einige Dinge reflektiert. Besonders schön fande ich die Botschaft, die letzten Freitag vermittelt wurde: wir haben vier gewinnt gespielt, allerdings wurden anstatt verschiedenen Steinchen, die Namen aus zwei Teams gesetzt. Letztendlich war das Spielfeld komplett besetzt mit allen Namen und Don Bledar zeigte uns anhand davon, dass jeder Mensch seinen Platz hat und wichtig ist und man anhand des Spielfeldes sehr gut sehe, wenn nur eine Name fehlen würde, wäre da ein Loch.

Ganz wichtig für die Menschen hier, ist auch die Beichte vor Weihnachten, der 94-jährige Don Rudi war die ganze letzte Woche rund um die Uhr im Einsatz, um die Beichten anzuhören.

Am Wochenende vor Weihnachten traf dann noch ein Päckchen aus Deutschland mit vielen Süßigkeiten ein, auf die sich meine Jungs und viele Animatoren und Kinder gierig stürzten, die Lebkuchen und der Spekulatius waren sehr beliebt und ich habe mich so gefreut, wie glücklich und dankbar alle darüber waren. Ich habe auch ein paar mal Plätzchen gebacken, allerdings überlebten diese nicht sehr lange in so einem großen Haushalt.

Am 23. Dezember stand dann noch unser Weihnachtskonzert mit dem Chor und unserer Band an.

Ich hatte also auch noch einen kleinen Auftritt. Und dann war auch schon der 24. Dezember, wie schnell die Zeit hier vergeht kann ich gar nicht beschreiben…

Lydia und Daphne sind über die Feiertage gekommen, sodass wir zusammen feiern konnten. Abends gab es vor dem Abendessen eine kleine Bescherung mit den Patern, danach noch eine nur unter uns dreien.

Um 23 Uhr feierten wir die Messe und wurden anschließend im Hof mit Kakao und Keksen empfangen. Anschließend gab es eine Party für die Animatoren, auf welcher unter anderem das Wichtelspiel aufgelöst wurde. Danach wurde noch lange getanzt, um 3:30 Uhr waren wir allerdings so müde, dass wir ins Bett fielen. Am Nächsten Tag stand dann mittags großes Festessen an, zu welchem auch die Salesianerschwestern kamen, die hier ganz in der Nähe wohnen. Zur Feier des Tages gab es ein 4-Gänge Menü und unter anderem ein ganzes Lamm, mal schauen, wie lange wir das noch essen müssen, bis es komplett weg ist.

Und das wars dann eigentlich schon mit den Feiertagen, es war jedenfalls eine schöne Erfahrung einmal Weihnachten außerhalb der Familientraditionen zu feiern.

Die Kirchenruine

Am 26. Dezember war kein Feiertag mehr, jedoch hatten wir trotzdem ganz besonderes Programm. Vormittags machten wir uns mit ein paar Jugendlichen auf den Weg, um auf die Burg zu steigen und dort einen Gottesdienst zu feiern. Das Ganze fand in einer alten Kirchenruine statt, was wirklich mal eine ganz besondere Erfahrung war. Nachmittags fuhren wir dann noch nach Tirana, diese Stadt ist nämlich wunderschön nachts zur Weihnachtszeit. Im Zentrum gibt es eine Art Weihnachtsmarkt kombiniert mit Rummel. Es gab verschiedene Buden, Karussels und die ausgefallensten Lichter. Es war wirklich schön das alles zu sehen.

Vielleicht kann man die Lichter im Hintergrund erahnen, die auf die Universität der Stadt gestrahlt werden

Hier noch ein paar Weihnachsgrüße aus dem Oratori, vielleicht entdeckt mich der Ein oder Andere. 🙂

Jetzt genieße ich noch die freien Tage und über Silvester begebe ich mich nach Podgorica, um dort ins neue Jahr zu feiern.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch!

Emilia