Përshëndetje – Hallo!

Seit Donnerstag bin ich nun in meinem Projekt, in welchem ich von allen 5 Brüdern, die hier wohnen, mit offenen Armen empfangen wurde. Ich möchte euch nun meine ersten Eindrücke des albanischen Lebens schildern:

Begrüßung und Abschied:

Um das albanische Begrüßungsritual zu beherzigen sollte man keinesfalls Angst vor Körperkontakt haben, denn man umarmt sich jeweils und gibt sich ein Küsschen sowohl links als auch rechts auf die Wange. Personen, die man nicht kennt, reicht man die Hand. Bei der Begrüßung fragt man jeden höflich, wie es ihm denn geht. (So viel verstehe ich mittlerweile schon auf albanisch). Mittlerweile kenne ich auch schon einige Leute, sodass wir uns schon typisch albanisch begrüßen und ich fleißig Küsschen verteile.

Essen:

Davon gibt es immer reichlich. Beim Frühstück steht gewöhnlich eine Packung Kekse auf dem Tisch (da wurde einem jahrelang eingetrichtert, dass Süßigkeiten beim Frühstück nichts verloren haben und hier ist es ganz selbstverständlich), aber es gibt auch Brot mit Marmelade oder Nutella.Zum Mittagessen gibt es immer als ,,Vorspeise´´ irgendein Nudelgericht und als Hauptspeise verschiedenes Gemüse, Fleisch oder Fisch. Beim Abendessen bekommt man erst eine Suppe bevor das Hauptgericht gereicht wird. Dabei habe ich bis jetzt noch keine gewisse Regelung gefunden, da dies immer aus vielem verschiedenen bestand, wie z.B. gestern Pizza. Als Nachspeise gibt es sowohl mittags, als auch abends vielerlei Obst.

Glaube:

Allgemein gibt es in Albanien sehr viele Gläubige, da ich allerdings in einer katholischen Einrichtung wohne, kenne ich mich nur mit dem Ausleben des Katholizismus in Albanien aus: Hier sind alle wirklich sehr gläubig, auch die Kinder und Jugendlichen. Das bin ich von Deutschland nicht gewöhnt, denn dort verschlägt es die meisten Jugendlichen Sonntag Früh eher selten in die Kirche. Deswegen staunte ich nicht schlecht, als die ganze Kirche voll war mit Kindern, Jugendlichen und  Erwachsenen. Ganze 15 Ministranten waren vertreten, was in meiner Kirche in Deutschland nur an Feiertagen passiert. Eine Besonderheit dabei ist, dass in dieser Kirche nur Jungs ministrieren. Aber auch dabei waren alle Altersklassen vertreten. Es gibt auch einen Kirchenchor, der sehr lebendige Lieder singt und ich durfte heute sogar schon ein Teil davon sein. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe und auch keine Noten aufgezeichnet waren, habe ich mein Bestes gegeben und bei ,,Ubi caritas´´, ein Lied aus Taizé, das ich kannte, konnte ich dafür umso lauter mitsingen.

Von Freitag bis Samstag war ich zusammen mit 30 anderen Animateuren, die gemeinsam das Oratori gestalten, in einem Camp, in welchem Vorbereitungen für das kommende Jahr im Oratori getroffen wurde. Auch hier war ich erstaunt wie oft gebetet wurde (das erste Mal im Auto, dann nach der Ankunft, vor jeder Mahlzeit, abends am Strand, am nächsten Morgen, beim Halten einer Messe, und wieder im Auto beim Heimfahren). Aber es war ein schönes Erlebnis und auch wenn ich alle erst vorgestern kennengelernt habe und wir manchmal Verständnisschwierigkeiten haben, habe ich gemerkt, dass ich ein Teil dieser Gemeinschaft bin und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, wo ich noch viel lernen werde, sei es die Sprache oder die Kultur.

Dank vielen freundlichen Helfern, die mir sehr geduldig alles übersetzen, was die Kinder oder verschiedene Leute zu mir sagen, klappt die Kommunikation auch in den meisten Fällen. Bald beginnt dann auch mein Albanischunterricht.

Das wars bis dahin,

Bis Bald,

eure Emilia