Rike und Ruanda

Ein Listen- und Termintaktermensch in einer buhoro buhoro-Welt

Don Bosco Faces

Vieles hat mich in meiner Zeit in Rango, in der Vorbereitung auf mein FSJ, aber auch jetzt noch begleitet: meine liebe Mitvolontärin, mein Rosenkranz, die Salesianer und Mitarbeiter in Rango und die fette Tube Bepanthen zum Beispiel. Aber wer auch immer da war, ob nun im Kopf oder wirklich irgendwo bildlich, das war Don Bosco.


Den Namen müsstet ihr jetzt mittlerweile schon einige Male gehört haben. Kurz und knapp: Don Bosco war ein echt cooler Typ (und Priester!), der sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzte.   
Für mich bedeutet Don Bosco vor allem, jedem eine 2. Chance zu geben und alle Kinder mit offenen Armen und Ohren zu empfangen.
Und genau dieser Don Bosco, seine Leitsätze und Pädagogik, aber vor allem sein Gesicht hat mich in dieser krassen und abenteuerlichen Zeit, die ich meinen Freiwilligendienst nennen darf, begleitet. Denn die Salesianer sind sehr stolz auf ihren Don Bosco und pinseln, hängen, stellen und drucken ihn fast überall hin.

Deshalb habe ich in unserer Einrichtung in Rango, aber auch in allen anderen Don Bosco Kommunitäten und Projekten, in denen ich zu Besuch war, genau diese Don Boscos fotografiert.
Daraus ist diese Collage entstanden, durch die ich für mich noch einmal ein paar Stationen meiner Zeit als Don Bosco Volunteer Revue passieren lassen konnte und, die ich jetzt gerne mit euch teilen möchte.  

Mit diesem Don Bosco fing eingentlich alles an. Er wurde von einem der Volos bei unserem ersten Vorbereitungsseminar gemalt.

Dieser etwas schlankere Don Bosco war das Aushängeschild der Salesianer in Rango und hieß jeden willkommen, der das Oratorium und Ausbildungszentrum der Salesianer betreten wollte. Das Gelände war überall unter „Kwa Padiri“ -bei den Vätern- bekannt und schon von Weitem konnte man das Schild erkennen und wusste: gleich ist man da, gleich erhöht sich die Gefahr immens, einen Ball an den Kopf zu bekommen, gleich begegnet man einem Haufen kreischender und lachender Kinder, gleich ist man zu Hause.

Hier haben wir zum Beispiel einen nachdenklich in die Ferne schauenden Don Bosco, bei dem ich mir am Anfang gar nicht sicher war, ob es sich wirklich um einen handelt. Dieser junge Kerl klebte an meiner Zimmertür und hat mir durch den hellen Hintergrund immer geholfen beim Stromausfällen mein Zimmer zu finden 🙂

Das ist der Eingang vom grande salle- einer großen Halle bei den Salesianern. Den sympathischen und pausbäckigen Don Bosco über der Tür haben wir jeden Tag während unserer Arbeit im Oratorium sehen können. Hier haben wir bei plötzlichen Regenschauern mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Oratorium immer ein trockenes Plätzchen gefunden und zwischendurch getanzt. Im grande salle wurden aber auch alle möglichen Feste gefeiert: Hochzeiten, Taufen, Geburtstage. Vor allem die Abschlussfeier der TVET School mit allen Eltern ist mir im Kopf geblieben. Das war das erste große Fest von Emma und mir in Rango und es war einfach nur schön die ganzen Schüler zu sehen, die schicken Kostüme der Eltern und das Programm aus Musik und Tanz zu beobachten.

Dieser Don Bosco schaute von den T-shirts der Animateure aus den Kindern zu, die bei der Patronage in Rango -eine Art Ferienprogramm- den ganzen Tag über zusammen Spiele spielten und Lieder sangen. Emma und Ich waren auch Animateure und haben in diesen 2 Wochen echt viele Kinder, Spiele und Lieder, aber auch Jugendliche aus Rango kennen gelernt, die bei der Patronage geholfen haben.

Ein lächelnder Don Bosco aus dem Provincial House in Lusaka, in dem wir unser Zwischenseminar mit allen Afrika-Volos hattten.

Das sind jetzt alles buchstäbliche Don Bosco Gesichter, aber dahinter steckt noch so einiges. Wie ihr jetzt schon erfahren habt, sind mit vielen dieser Bilder Orte, Erfahrungen und Aktionen verbunden. Doch auch viele Menschen stehen für mich hinter den Gesichtern: die Salesianer in Rango, die Aspiranten, die lieben Leute bei Don Bosco Mission, die Einrichtungen in Deutschland, die ich kennen lernen durfte…

Eine Sache, die mich neben dem spirit Don Boscos begleitet und mir Kraft gegeben hat, waren all die Menschen, die mit mir entsendet wurden: meine Mitvolontär*innen, die auf der ganzen Welt verstreut wurden. Mit ihnen stand man trotz der weiten Entfernung zwischendurch in Kontakt, hat sich ausgetauscht, unterstützt, motiviert, geholfen und verstanden. Um das auch so ein bisschen ins Bild zu bekommen, haben sich in der Collage auch einige Don Boscos aus anderen Volo-Einrichtungen versteckt:

„Mein Bild stammt aus dem Kiosk in der Don-Bosco-Schule. Es war schon vom ersten Tag an mein Lieblings- Don Bosco Bild, weil es ganz anders war als die anderen. Im Kiosk gibt es für die Schüler Snacks und Getränke zu kaufen. Eine der Süßigkeiten hat auf ihrer Verpackung eine Art Aufkleber, der normalerweise immer weggeschmissen wird. Hier hat ihn aber jemand genutzt, um den Schrank im Kiosk zu verschönern, quasi als Tapete. Darauf wurde dann mit schwarzer Farbe die Umrisse Don Boscos gemalt. Obwohl diese Abbildung so einfach ist oder vielleicht genau deswegen, hat sie mich von Anfang an beeindruckt. Es zeigt einfach so gut, wie Don Bosco im Alltäglichen für die Kinder da ist und aus allem etwas Schönes macht.“

Vroni war in Gjilan, Kosovo

„Die Statue, die du hier siehst, hängt draußen am Shelter, unserem Projekt. Sie ist von weitem zu sehen und oft wenn wir durch das Tor zum Shelter kommen, schaue ich nach oben und sehe sie. Don Bosco schaut auf uns alle herunter und passt auf;).Don Bosco war ein Superheld. Er hat sein Leben für Kinder gegeben, die einen richtig schlechten Start ins Leben hatten. Und das auf revolutionäre Weise: mit Liebe. Kampfgeist. Hingabe. Durchhaltevermögen. Hoffnung. Und Glauben.
All diese Superkräfte hat er nicht nur für sich behalten. Nein, er hat sie weitergegeben, in die ganze Welt geschickt. An die tausenden Salesianer, die Tag für Tag die Welt verändern. Und das ganz ohne Cape.“
Lotta war in Mumbai, Indien

Auch in vielen Kirchen konnte man Don Bosco antreffen. Im Hintergrund an der Wand ist er mit einem seiner Schützlinge  -Domenico Savio- zu sehen und wenn man genauer auf den Rock der Frau im Vordergrund schaut, lächeln einen gleich mehrere Don Boscos an!

-Caspar war in Mansa, Sambia

„Dieser Don Bosco ist mir auf einem riesigen Jugendfestival der Salesianer in San Miguel de Tucumán begegnet. Ich find er drückt einfach perfekt die vorherrschende Gefühlslage der teilnehmenden Animadores aus… jeder war im Freudenrausch, Leute aus ganz Nordagentinien wieder zu sehen, die man schon lang nicht mehr getroffen hat, neue Leute kennen zu lernen und einfach eine gute Zeit mit Don Bosco zu haben.“

Simon war in Santiago del Estero, Argentinien

(zu Bild 1)„Diese überlebensgroße Zeichnung von Don Bosco findet man an einer Wand in der großen Sporthalle des Oratoriums in Mansa. An diesem Ort findet ein großer Teil des Angebots des Oratoriums am Nachmittag statt. Es gibt ein Gym, einen Raum zum Tischtennis spielen, einen Pool-Raum und die Karateker des Oratoriums trainieren hier. Aber auch Veranstaltungen finden hier statt, wie zum Beispiel die Silvester-Feier ins neue Jahr oder das Don-Bosco- Fest. Die Halle ist also ein großer und sehr wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit der Salesianer, Volontäre und der freiwilligenHelfer vor Ort.

(zu Bild 2)Diese Abbildung Don Boscos ist an keinem festen Ort. Vielmehr ist es das Symbol der Karateker des Oratoriums in Mansa, um zu zeigen: Wir gehören zu Don Bosco! Präsentiert wurde dieses Banner mit dem Don-Bosco-Bild zum Nationalfeiertag Sambias am 24.10., denn die Karateker nahmen an der großen Parade in das örtliche Stadion teil und repräsentierten somit das Oratorium und die Arbeit der Salesianer im Sinne Don Boscos als wichtigen Bestandteil der Stadt Mansa. Was bedeutet Don Bosco für mich? Für mich bedeutet Don Bosco der Einsatz für die Jugend, denn das war genau das, was Johannes Bosco in seinem Leben am Wichtigsten war. Besonders für die Jugendlichen, denen es nicht so gut ging, wie anderen, hatte er ein großes Herz, um ihr Leben besser zu machen und aus Ihnen das Beste herauszuholen. Und genau das ist, was mich an seiner Arbeit absolut fasziniert: Der bedingungslose Einsatz für ein jedes Kind oder eine/n jede/n Jugendliche/n, das Vertrauen, die Zeit und die Nähe, die er ihnen schenkte. Und sich das alles zur Lebensaufgabe zu machen hat mich sehr beeindruckt, als ich zum ersten Mal von Don Bosco hörte.“

Gregor war in Mansa, Sambia

In Kolumbien war der liebe Bosco auch mit dabei- hier auf einem Gebetsblättchen mit einem Gebet an den hl. Don Bosco.

-Georg war in Medellin, Kolumbien

„Dieser Don Bosco wurde in Rango an die Schule gemalt. Er hat immer auf uns geschaut. Beim Spielen, Lehren und Lernen. Daneben steht Danke in verschiedenen Sprachen. Ich will mich auch bedanken, denn ich durfte in Rango 7 wundervolle Monate verleben. Don Bosco steht für mich für Liebe und Zuneigung für alle. Jeder ist willkommen. Er steht für tolle Menschen, wunderbare Begegnungen und die spannendste und ereignisreichste Zeit meines Lebens.“
Emma war mit mir in Rango, Ruanda

„Dieser Don Bosco stand auf der Türschräge in unserem Volontärshaus. Mit dem Gesicht auf das Wohnzimmer gerichtet, in dem wir regelmäßig unsere Probleme besprachen, unsere hastigen Essen vor der Arbeit einnahmen, Filme schauten, gemeinsame Abende genossen oder uns einfach nur von einem anstrengenden Tag ausruhten. Manchmal gab es uns ein Gefühl von Big Brother der auf uns wachte, auch wenn unsere Begleiter, die das Haus kontrollierten mal nicht da waren. Jedoch schien es immer mit einem Augenzwinkern zu geschehen gerade dann, wenn es nicht alles regel-konform abzulaufen schien (das Benutzen des Grills im Garten oder einer Musikbox. Ich könnte hier eine endlose Liste an Geboten aufzählen, unterlasse es allerdings lieber…). Vielleicht erschien er uns auch deshalb so sympathisch, weil der gute einige kosmetische Einschränkungen hatte, die er wahrscheinlich durch die endlos lange Reihe an Volontär*Innen erlitten hatte… Er gehörte in gewisser Weise zu unserem Alltag, unserer kleinen Familie im Volontärshaus dazu und schien uns Volontär*Innen manchmal mehr zu verstehen und uns liebvoller ein Auge (oder beide) zuzudrücken als andere.“
-Phillip war in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien

The Big Bosco für den Bühnenhintergrund zum Don Bosco Tag. Gemalt von 3 boys und 2 Volos im Anbu Illam

Clara war in Chennai, Indien

„Herzlich Willkommen im Shelter Don Bosco! Don Bosco begrüßt mit diesem Bild jedes Kind in Indien- jeder ist willkommen. Egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Im Shelter Don Boscos darf jedes Kind ein Platz haben. Dieses Bild drückt nicht nur viel über die Pädagogik Don Boscos aus, sondern auch über die indische Kultur. Hier ist es egal, welcher Religion du angehörst,Pädagogik Don Boscos einem Dach vereint.“

Anna-Lu war in Mumbai, Indien

„Dieser Don Bosco wurde an unser Schultor gemalt und jede/r Schüler*in ist morgens an diesem Bild vorbei gekommen. Für Viele ist dieses Tor der Eingang in ein anderes Leben, ohne Gewalt und Geldprobleme. Der Don Bosco hier steht für Hoffnung, Spaß und Freude. Er eröffnet jedem neue Möglichkeiten. Für viele Schüler*innen und Lehrer*innen bedeutet dieses Bild sehr viel- für mich hat es auch viel bedeutet! Für mich steht Don Boco für Hoffnung, Frieden, Spaß, Liebe und Freude. Meiner Meinung nach die wichtigsten Bausteine in der Erziehung bzw. der Pädagogik  und ich finde es bewundernswert zu sehen, dass diese Bausteine auch in Ländern, in den Gewalt in Bildungseinrichtungen aber auch in Familien eine große Rolle spielt, umgesetzt werden können.
Ich habe so oft gesehen, wie die Kinder mit einem Lächeln im Gesicht auf unserem Gelände gespielt haben und die benötigte Liebe bekommen haben, die sie gerade brauchten. Das hat mein Herz noch weiter geöffnet und zeigt mir immer, was für eine tolle Pädagogik Giovanni Bosco in die Welt gegeben hat. Auch der Bezug zu Gott hat für mich und viele meiner Schützlinge einen großen Wert gehabt. Wir haben gemeinsam gebetet und so Vertrauen zu Gott aufgebaut und uns immer vereint und verstanden gefühlt. Dieser Bestandteil hat mich am meisten geprägt und beeindruckt. Rund um ist mir der Bezug zu Don Bosco sehr wichtig und ich versuche in allen Dingen, die ich tue, die Denkweise Giovanni Boscos zu verinnerlichen.“

Wiebke war in Lusaka, Sambia

Und zum Schluss noch ein Zusatz-Don Bosco Gesicht: Dieser strahlende Bosco hängt am Eingang vom Don Bosco Club in Köln Mülheim. Dort hat man mich netterweise für einige Wochen als Freiwillige aufgenommen, sodass ich nach meiner überstürzten Rückkehr etwas zu tun hatte und weiter im Spirit Don Boscos mit Kindern malen, tanzen und spielen konnte. Auch dort habe ich in einer sehr kurzen Zeit viele liebe Menschen kennen gelernt und bin dankbar für die Erfahrungen, die ich im Club, aber auch auf der spontanen Sommerfahrt machen durfte. Ein fettes Dankeschön an alle aus dem Club!

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  1. Avatar

    Charlotte Urbanek

    Rikeeee!!! Mega mega coole Idee und super schön umgesetzt! Und das auch noch rechtzeitig zu Don Boscos Geburtstag!

  2. Avatar

    Emma

    Das haste super gemacht! 😘
    Übrigens: Happy Birthday Don Bosco! Warst schon ein cooler Typ, wie in diesem Beitrag ziemlich eindrucksvoll beschrieben wird

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