emma in ruanda

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Hochzeit mal ganz anders

Letzten Sonntag waren wir auf einer Hochzeit, die mal so ganz anders war als in Deutschland.
Eingeladen wurden wir gar nicht vom Brautpaar selber, sondern von einem unserer Pater, der die kirchliche Trauung zelebrieren sollte. Mitte November meinte er zwischen Tür und Angel, wir sollten uns am 01. Dezember nichts vornehmen, wir würden auf eine traditionelle Hochzeit gehen. Alles klar. Heiraten würden ein Amerikaner und eine Frau, die in Burundi geboren sei, aber deren Familie irgendwann nach Ruanda zog. Und nicht zu vergessen, wir sollen der Familie der Frau Geschenke überreichen. Warte, WAS? Wir haben keinen Schimmer von nichts und sollen dann auch noch was machen? Halleluja. Das kann ja was werden.

Erstes Treffen

Eine Woche vorher trafen wir das Brautpaar zum ersten Mal. Das war vielleicht ein Abenteuer.
Nach der Abendandacht eröffnete Rémégie uns, dass wir gleich mit Rémy zu den beiden Menschen fahren würden, die in einer Woche heiraten. Alles klar, wann? Wohin? Was machen wir?
Ne, das wisse er auch nicht. Nur, dass es nach dem Essen losgehen würde.
Essen wir mit den beiden auch? Dann müssen wir ja nicht so viel zu Abend essen.
Keine Ahnung, meinte er.
Na, das kann ja was werden : )

Nach dem Essen kam Rémy dann auch irgendwann wieder nach Hause und wir wollten zügig fahren. Es war schon halb neun, also hopp hopp.
Los ging es mit einer Tüte Bierflaschen, einer Kiste Bier und einer Kiste Softdrinks. Warum so viel? Ich weiß es nicht. Normalerweise bringt man so viel mit, wie man gedenkt zu trinken. Wer das alles trinken sollte? Ich nicht.

Am Haus angekommen, wurden wir herzlich begrüßt und dann wurde einfach ein bisschen geschnakt. Über alles mögliche. Amerika, Deutschland, unsere Arbeit und ein (winzig kleines) bisschen über die Hochzeit. Es hieß, dass wir traditionelle Kleider tragen würden, uns nicht umziehen müssten und das die Kleider so lang sind, dass man die Schuhe nicht sehen kann. Am Sonntag, so erzählte man uns, kämen wir erst zum Schminken, dann gehe es zur traditionellen Hochzeit, anschließend Mittagessen, kirchliche Trauung, dann nochmal Essen und abschließend Party.
Mir wurde viel Kuchen versprochen. Höhö, da kommt doch Freude auf ; )
Wir verabredeten uns mit Daniel und Betty für den nächsten Abend zum Essen – amerikanisch.

Montag- ein kurzer Besuch

Wir ließen Tags darauf also das Abendessen ausfallen, um dann mit Betty und Dan zu dinieren ; )
Ich musste das erste Mal nachts Auto fahren – also es war erst kurz vor acht, aber trotzdem schon zappenduster. Na ja und die ganzen Radfahrer und Fußgänger würde ich jetzt nicht gerade als gut zu sehen bezeichnen. Im Gegenteil. Die Motos haben zum Teil kein Licht, von Reflektoren hat man hier noch nie gehört. Es war schon spannend. Zumal die Scheiben beschlugen, also konnte ich wunderbar sehen, was vor mir passierte. Also Fenster runter, Scheibe abwischen. Das kenne ich ja schon von Blitzi – meinem kleinen Lieblingsauto. Er war mir ein guter Lehrer in vielerlei Hinsicht, und noch ein besserer Begleiter in meinen unzähligen Stunden im Auto zwischen Hameln, Reitstall und zu Hause.

Angekommen bei der Wohnung der beiden und ihrer Tochter – wir waren mit deutscher Pünktlichkeit um acht da. Ein entscheidender Fehler. Wir setzten uns ins Wohnzimmer, denn die beiden waren noch im Gym. Tja, und dann saßen wir da mit dem Kindermädchen, das kein Englisch kann.
Ich wusste nicht, dass Zeit so langsam vergehen kann. Nach gefühlten drei Stunden klingelte Rikes Handy. Betty, die uns leider absagen musste, weil sie noch nicht fertig waren mit Sport machen : ) Jo läuft, würde ich sagen.

Also fuhren wir eine halbe Stunde später wieder zurück. Ohne Abendessen, ohne nährere Informationen über das Geschehen am Sonntag.
Zum Glück gab’s noch Brot bei uns, dass wir essen konnten – mal ein Sandwich zum Abendessen ist auch ganz lecker.
Wir hielten fest, das nächste Mal fahren wir erst zur verabredeten Zeit los! Unsere Brüder hatten ihren Spaß als wir ihnen von unserem Erlebnis erzählten. Und im Nachhinein ist es echt ein bisschen lustig. So typisch deutsch – wir können unsere Herkunft einfach nicht leugnen.

Mittwoch- Vorbereitungstreffen

Mittwoch Mittag beim Abwaschen klingelte auf einmal Rikes Handy – Betty. Sie wollte einen zweiten Anlauf für ein Abendessen starten. Ob sie uns um viertel vor sechs abholen könnten?
Ja, wir fragen mal nach, aber müsste eigentlich gehen.
Gaspard erlaubte es, zumal die beiden uns abholen und auch wieder nach Hause bringen würden.

Es ging in einen offenen Raum vor einer Bar. Dieses Mal hatten Rike und ich wohlweislich vorher ein Brot gegessen. Die richtige Entscheidung, wie sich ziemlich schnell herausstellen sollte.
Nach und nach trudelten immer mehr Menschen ein. Und dann wurde uns eröffnet, dass wir an einem Treffen teilnehmen, wo die Leudis mit Verantwortung und vom Organisationsteam zusammenkommen und noch einmal abschließend besprechen, ob alles da sein wird und was für Sonntag noch fehlt. So ein ähnliches Treffen gab es vorher schon einmal, aber es war das erste für den Bräutigam.
Jo, der hat ungefähr genauso viel verstanden wie wir. Nämlich nischte. Es wurde auf Kinyarwanda gesprochen, damit die älteren Menschen folgen konnten. Für uns wurden dann ab und zu ein paar Worte übersetzt, aber die meiste Zeit saßen wir nur da und haben unsere Fanta bzw. Rike ihr Bier getrunken. Kaum war die erste Flasche fast leer, stand schon die nächste volle vor uns. Ahhh, der Hunger kam und Rike kämpfte mit der zweiten großen Flasche Bier. Also aßen wir unauffällig die Gummibärchen, die wir eigentlich als Geschenk mitgenommen hatten ; )

Und wir warteten auf Essen. Das sollte aber nicht mehr kommen. Um neun ging es zurück nach Hause. Dort gab es dann wieder Sandwich für uns. Auch gut : )

Sonntag

Vielleicht sollte ich ein paar einleitende Worte über Hochzeiten hier in Ruanda aufschreiben.
Also, die Zeremonien der Hochzeit dauern im Allgemeinen sehr lang und sind mit vielen Traditionen verbunden, die gerade der älteren Generation sehr wichtig sind.
Die eigentliche Hochzeit besteht aus vier Teilen, wenn ich das richtig verstanden habe. Zuerst gibt es jeweils eine Zeremonie bei der die Frau der Familie des Mannes und andersherum (also Mann bei Familie der Frau) vorgestellt wird. Die Ehen sind wohl meistens nicht arrangiert, trotzdem muss der Mann den Vater der Frau um Erlaubnis bitten, seine Tochter heiraten zu dürfen. Beziehung vorher ja, Zusammenleben NEIN!
Außerdem sollte der zukünftige Bräutigam über Geld und ein Haus verfügen, in das das Paar nach der Trauung ziehen kann.

Der dritte Teil der Trauung ist die traditionelle und zum Schluss die kirchliche Hochzeit.
Einige Monate nach der Hochzeit besuchen übrigens die Eltern des Paares das neue Haus, um zu schauen, wie die erste Zeit des Ehelebens funktioniert hat.
Scheidung ist prinzipiell erstmal nicht erwünscht (das ist sie ja nie, aber hier auch schwer möglich). Es sei denn, der Mann ist „kaputt“, was die Frau in der ersten Nacht feststellen wird.
Oder er verlässt sie. Das bedeutet für die Frau ein sehr schweres Leben, denn oft sie wird von der Gesellschaft häufig verstoßen, Arbeit zu finden ist ohnehin schwierig und dann auch noch für die Kinder zu sorgen, macht es zur großen Herausforderung. Wenn die Frau geht, bleiben die Kinder beim Mann – kein geteiltes Sorgerecht mit geregelten Besuchszeiten versteht sich. Und natürlich sie wird weder von der Gesellschaft noch ihrer Familie akzeptiert.
Das nur mal so vorne weg, ist vielleicht ganz spannend zu wissen. Alle Angaben ohne Gewähr, ich weiß das alles nur vom Hören-Sagen.

Vorbereitungen

Sonntag morgen klingelte also mein Wecker – viel zu früh, wenn ihr mich fragt, aber so ist das Leben. Unsere Kleider sollten wir eigentlich Samstag Abend mit unserem Bruder abholen, aber da der einfach weg war, wurde das dann nichts. Der Fahrer, der uns morgens abholen sollte, würde sie uns mitbringen, hieß es. Um acht sollte der gute Mann kommen, hieß es.
Wir waren um kurz nach acht fertig, ohne Stress, denn wir kennen ja mittlerweile die ruandische Pünktlichkeit.
Gut gestärkt wartete abwechselnd einer von uns vorm Tor auf das Auto. Bekleidet mit Sporthose und weißem T-Shirt, denn unter den traditionellen Kleidern werden meistens weiße oder schwarze Oberteile getragen. Und wir wollten die Hose gegen eine kurze Hose tauschen, sobald wir die Kleider hatten. In unseren Taschen befanden sich allerlei nützliche Sachen sowie eine Jeans und Bluse bei mir, ein Kleid bei Rike für’s Tanzen abends.

Als dann der Fahrer mit knapp 50 Minuten Verspätung kam, hatte er unsere Kleider natürlich nicht dabei. Okay, dann geht es eben so los. Angekommen bei Betty und Daniel, wusste keiner wo sich denn unsere Kleider befinden. Also warteten wir einfach ab, was passieren würde. Irgendwann wurden wir aufgefordert ins Nachbarzimmer zu gehen und siehe da, dort lagen die Sets, die am Ende unsere Kleider ergaben. Tja Freunde, ich bin groß. Das weiß ich und hier wurde es einfach nochmal deutlich.

Als erstes zogen wir die wunderschönen Oberteile an. BH-Träger ab oder ins Oberteil stecken, hieß es. Ähhhh sorry, das hält bei mir nicht?! BH ohne Träger hält schon nicht und dann noch das Oberteil da drüber, das definitiv für anders gebaute Frauen geschnitten ist, als ich es bin! Na ja, ich habe einfach den einen BH-Träger wieder angebaut als wir angezogen waren. Was ein Schlaufuchs ich doch bin ; )
Dann ging das Rockdesaster los. Ich erinnere nochmal daran, es hieß, man sehe die Schuhe nicht wegen langer Kleider. Tja, leider hat man meine Beinlänge nicht mit ein berechnet. Ich hatte alle vier Röcke einmal vor mir, keiner war lang genug. Nicht zu ändern würde ich sagen. Also geht’s wohl mit einem zu kurzen Rock los. Die Birkis konnte man jetzt auch schön sehen, denn hohe Schuhe haben wir natürlich nicht mit und sollten wir ja auch nicht anziehen. Hätte ich ohnehin nicht. Ich war so schon viel größer als alle anderen Mädchen.

Noch ein Tässchen Tee bevor es losgeht. Schon fertig angezogen – meine Güte, hatte ich Angst zu kleckern. Ich kenne mich und meine Talente doch : )

Dann gab’s noch ein bisschen Tee und Brot, die Augenbrauen wurden geschminkt – beim Rest passte unsere Hautfarbe nicht zur Schminkfarbe der Mädels und dann wurde das erste Mal gefotoshootet. Die Emma sollte vor der Kamera posieren. Das hat sie nicht. Drei Fotos später und der Teil war abgefrühstückt. Dann ging es auch schon los zur traditionellen Hochzeit, bewaffnet mit Geschenken und in sehr volle Autos gequetscht.

Da sind sie, die beiden weißen Mädchen in traditionellen ruandischen Kleidern : )
Ich finde ja, die Kleider erinnern an Tannenbäume, aber das passt doch.
Erster Advent und Weihnachtsbäume – perfekte Kombi

Traditionelle Hochzeit

Huhh, Selfies!
Sehr ihr, die Emma kann über alle drüber schauen, obwohl die Mädchen hohe und Emma flache Schuhe trägt ; )

Vor dem Grundstück war was los – Frauen und Mädchen in traditionellen Kleidern, Männer in Anzügen, Geschenke und dazwischen Mädchen, die Taschentücher-Packungen verteilten. Wir sind dann geschlossen mit Bräutigam, Trauzeuge, den männlichen und den anderen beiden weiblichen Begleitern in das Zelt und an die für uns vorgesehenen Tische. Gut, dass wir die Mädels dabei hatten, die wussten, was zu tun ist. Das war was. Sehr viele Eindrücke kann ich euch sagen.
Die Braut kam (natürlich) zu spät – fast eine Stunde mussten wir warten. Ihr Vater und der Mann, der die Vaterrolle des Bräutigams übernommen hatte, unterhielten sich auf kinyarwanda, sodass wir nicht allzu viel verstanden – um nicht mal wieder zu sagen nischte.
Als dann die Braut erschien, wurde es ein bisschen spannender und meine Müdigkeit verzog sich.

Da vorne oben auf der Bühne saßen später Braut, Bräutigam und Trauzeugen
Da kam sie die Braut, rechts in der Mitte zwischen den beiden Jungs.
Und sie lief durch den Spalier von Begleiterinnen.

Dann hieß es auf einmal, wir müssten jetzt die Geschenke überreichen. An wen? Egal, immer den Mädels nach. Und die dirigierten uns in die Mitte des Zeltes und sagten Rike auch, wo sie hin musste, als ihr Auftritt kam. Ich war leider die letzte von uns vieren, die das Geschenk überreichen musste, die anderen drei standen schon wieder weiter hinten. Der Trauzeuge sah wohl meine Verwirrung und gab mir Zeichen, was ich tun sollte.
Dann ging es noch ein bisschen weiter, bevor es Mittagessen gab. Juhuuu, essen!

Anschließend wurden nochmal Fotos geschossen und dann ging es ins Auto, der Bräutigam müsste sich umziehen, hieß es. Wir müssen uns nicht umziehen, hieß es eine Woche vorher. Wir werden den ganzen Tag in traditionellen Kleidern verbringen, hieß es. Tja, nix da. Es zogen sich alle um und erwarteten von uns das Gleiche. Folglich verbrachte Emma als einziges Mädchen den Rest des Tages in Jeans und Bluse. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Meisterleistung Frau Dierkes! War halt nicht mehr zu ändern, ich kann mir ja schlecht ein Kleid aus den Rippen schneiden, wie Mama zu sagen pflegt.

Tja, dumm gelaufen. Egal, ich kann’s nicht ändern.

Kirchliche Trauung

Angesetzt war die kirchliche Zeremonie ursprünglich auf 14 Uhr. Schon als wir zum Umziehen gefahren sind, war mir klar, dass wir das niemals schaffen würden. Mussten wir auch nicht, denn die Messe wurde auf 15.15 Uhr verschoben. Das schafften wir (fast). Viertel Stunde zu spät ist ja quasi pünktlich, oder?. Leider waren weder Braut noch Bräutigam da. Als die beiden dann eine weitere viertel Stunde später ankamen, ging es trotzdem nicht los. Der Pfarrer fehlte. Wie sagen wir so schön: Bei Rémy weiß man nie. Und das traf mal wieder zu 100% zu. Irgendwann kam auch unser lieber Pater, was nicht heißt, dass es los ging. Die Messe startete gegen 16.40 Uhr, schätze ich.

Braut und Bräutigam in Outfit 2
Das Kleid von ihr war ja mal ein Träumchen!
Ein Prinzessinenkleid : )

Hier ist die Messe quasi ein ganz normaler Sonntagsgottesdienst, in die dann das Ehegelübde eingebaut wird. Und die Taufe der Tochter wurde auch gleich noch mit vollzogen. Wobei das arme Mädchen eher geduscht wurde. Das fand sie echt nicht so lustig, was sie auch lautstark kund tat. In der Kirche hingegen mussten alle über das nasse Kind und die ebenfalls nasse Taufpatin lachen.

Die Predigt wurde halb auf kinyarwanda/kirundi (die Sprache Burundis, ähnelt kinyarwanda stark) und halb auf englisch gehalten – Gott sei Dank oder vielleicht auch eher der Herkunft des Bräutigams sei Dank? So konnten wir wenigstens Ausschnitte verstehen.

Zusammenkunft

Nach der kirchlichen Trauung ging es zum Fotos machen ins Museum. Dummerweise war es mittlerweile 20 nach sechs. Da ist es hier dunkel. Tja, blöd gelaufen würde ich sagen. Im Dunkeln kann man nur so semi-geile Fotos machen, aber da die ganze Trauung fotografiert bzw. gefilmt wurde, war das jetzt nicht mehr sooo tragisch – meiner Meinung nach.

Das war ein Spektakel, so viel Lichter und Geblinke überall.
Da wird man ganz verrückt, weil man gar nicht weiß, wohin man zu erst schauen soll.
Vor allem, weil sich alles immer bewegt und die Farben verändert hat.

Anschließend ging es mit mal wieder völlig überfüllten Autos zur Reception, wie man es hier nennt. Dort war alles am blinken und leuchten. Halleluja, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Ich hab ein Video gemacht, weiß aber leider nicht, wie man das hier rein bekommt. Also glaubt mir, wenn ich sage, es hat mich verrückt gemacht. Allzu lange mussten wir es aber nicht ertragen. Es wurden ein paar kurze Reden gehalten, Geschenke überreicht, die acht-stöckige Torte angeschnitten und anschließend verteilt. Die war zwar nicht so geil wie deutsche Torte, aber durchaus lecker.

Das weiße Gebilde ist die Torte : )
Leider konnte ich kein besseres Foto machen…

Dann war es auch schon wieder vorbei und wir gingen raus. Keine zwei Stunden später war das Spektakel zu Ende. Noch ein paar Fotos und dann war mehr oder weniger Schluss. Unser Pater, also Rémy schickte uns mit Rémégie tanzen.

Wenigstens ein Foto mit dem Brautpaar wollten wir dann aber doch haben. Also noch schnell bevor sie weg waren.

Tanzen – oder auch nicht

Jo, dann mal los. Es ging wieder zu der Location, wo schon die traditionelle Hochzeit stattgefunden hat. Nur leider war da a) fast nix los und b) sah es nicht danach aus als würde dort zeitnah Musik gespielt und getanzt werden. Also machten wir es uns auf den Stühlen bequem und warteten ab.
Irgendwann wurden wir in einen Raum gebeten und setzten uns dort hin. Nebenan waren noch ein paar Menschen, aber es sah immer noch nicht nach Party und tanzen aus.

Dann wurde dem Bruder klar, dass hier das Treffen nachgestellt wurde, das eigentlich ein paar Monate nach der Hochzeit stattfinden soll. Da die beiden aber in Amerika leben, wird das ein bisschen schwer. Und so wurde es vorgezogen. Bloß keine Tradition auslassen!
Es wurde wieder viel geredet – selbstverständlich auf kinyarwanda.

Rémégie rief Rémy an, dass wir gerne abgeholt werden möchten. Der wollte aber nicht kommen und meinte, wir sollten ein Moto nehmen.
Das hielt der eine Vater zwar nicht für die beste Idee, aber manchmal geht’s halt nicht anders. Das Auto des Brautpaares war nämlich dummerweise in der Waschstraße und daher nicht verfügbar. Egal, also machten wir einen kleinen Abendspaziergang zur Straße, wo uns dann Motos aufsammelten und nach Hause brachten.

Dort hieß es dann, schnell Schminke ab und fluchs ins Bett. Nach diesem anstrengenden und aufregenden Tag war das doch sehr angenehm. Viele neue Eindrücke, ganz andere Erfahrungen und wieder einen anderen Teil der ruandischen Kultur kennengelernt. Jetzt können wir sogar sagen, dass wir bei einer traditionellen Hochzeit waren und dort traditionelle Kleider getragen haben! Juhuuuu!

Eins meiner Lieblingsfotos, das wollte ich euch nicht vorenthalten.

Dieses Mal war es ein sehr langer Blogbeitrag, der nächste wird dafür wohl ein kurzer. Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefallen hat. Dieses Mal gibt es auch viele Bilder. Die versüßen das ganze Lesen doch ein bisschen oder? Ich hoffe sehr : )

Übrigens sind wir seit letztem Dienstag drei Monate von zu Hause weg und seit Donnerstag drei Monate in Rango. Damit ist schon mehr als ein Drittel unserer Zeit hier rum. Ahhhhhh!
Nächste Woche geht’s mal wieder nach Kigali und von dort aus in den Akagera National Park. Uhhh, Vorfreude ist die schönste Freude!

Bis nächste Woche und einen schönen zweiten Adventssonntag!
Eure Emma

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