emma in ruanda

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Ein botswanischer Nationalpark

Halli hallo zu meinem ersten Blogeintrag aus der zweiten Hälfte meines Freiwilligendienstes. Ja, tatsächlich haben wir Aschermittwoch die Mittellinie überschritten. Ab jetzt wird runtergezählt. Halleluja, nochmal so lange wie schon hier und dann geht’s schon zurück. Verdammt, Halleluja darf man ja gar nicht sagen. Ist doch Fastenzeit! Ich vergaß. Asche auf mein Haupt. Habe ich am Mittwoch übrigens wirklich bekommen, also so in Real life. Aber dazu in einem anderen Beitrag zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Geplant ist noch ein „Veränderungsbeitrag“ und ein „Fastenzeitsartikel“, aber die müssen erst noch ein bisschen weiter vollbracht werden, ehe sich ein Text zu schreiben lohnt. Darum müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden.

Heute bekommt ihr einen Beitrag über den Nationalpark in Botswana, den wir nach dem Zwischenseminar besucht haben. Herzliche Grüße gehen an dieser Stelle raus an die Runde von gestern Abend, die sich in unserer Küche zusammen fand und mir schnell zu später Stunde bei der Entscheidungsfindung zum heutigen Thema geholfen hat. Was ein Satz… ; )

Abfahrt

Abends vorher wurde viel diskutiert und überlegt: Was nehmen wir mit? Was braucht man für eine Nacht im Nationalpark? Gibt’s Wasser und ein Klo? Wie wird denn das Wetter? Wie kalt wird es nachts?
Irgendwann hatten alle ihre Sachen zusammengesucht, die Taschen waren gepackt.

Frühstück gab’s mehr oder weniger auf die Hand. Der Rest Brot wurde eingepackt. Wer wusste schon, wann wir das nächste Mal etwas zwischen die Beißerchen bekommen würden. Und so fuhren wir gegen kurz nach sechs in der Früh mit zwei Taxis (oder Taxen?) zur botswanischen Grenze. Ehrlich gesagt habe ich die ganze Fahrt lang geschlafen. Ich hatte mittlerweile ein ziemlich großes Minus auf meinem Schlafstundenkonto. Diese Stunde im Auto konnte also gut genutzt werden, um zumindest ein bisschen was gutzumachen.

An der Grenze angekommen haben wir uns aus Sambia ausstempeln lassen und musste dann mit einer Fähre über einen kleinen Fluss. Die Fähre kann immer nur einen LKW und ein Auto, sowie Menschen mitnehmen. Uns wurde erzählt, zu schlimmen Zeiten warten die großen Maschinen bis zu SECHS MONATE auf die Überfahrt. Ja, ihr habt absolut richtig gelesen. Da wir aber ohne Lastkraftwagen unterwegs waren, ging es für uns schnell rüber. Dort mussten wir dann den üblichen Corona-Virus-Wisch ausfüllen. Wenn den alle so gewissenhaft bearbeiten wie ich, dann weiß ich, warum das Virus sich so schnell ausbreitet. Upps.

Botswanischer Einreisestempel und los. Ab ins große Auto und den Anhänger abholen, in dem unsere Zelte, Matratzen, Decken und der ganze restliche Kram drin waren.

Herzlich Willkommen im Nationalpark!

Bevor wir aber in den Park fuhren, gab es noch einen Keks und eine Tasse Kaffee bzw. Tee für jeden. Zumindest theoretisch. Leider war irgendwas am Auto der beiden Frauen, die das heiße Wasser bringen sollten, kaputt. Darum nahmen sie kurzerhand unser heißes Wasser, um ihren fahrbaren Untersatz von der weiteren Zusammenarbeit überzeugen zu können. Somit gab es nur eine kleine Tasse für jeden.

Dann ging es aber wirklich los. Die ersten Elefanten sahen wir bereits, bevor wir in den Park fuhren. Die halten nicht so viel von der offiziellen Grenze des Parks… Drinnen trafen wir auf Elefanten, Hippos und Affen. Auch Antilopen und Vögel ließen nicht lange auf sich warten.

Die Martha wollte uns den Weg zeigen. Nett von ihr oder?
Die Hippos im See

Und dann übermannte mich der Schlaf, muss ich gestehen. Die erste Stunde habe ich noch halbwegs durchgehalten, habe aber auch da schon mit zufallenden Augen gekämpft. Und irgendwann hat’s nicht mehr funktioniert. Als der Wagen zur Pinkel-Pause anhielt, wurde ich wieder wach. Danach bin ich nur noch einmal ganz kurz eingenickt, bevor ich dann wieder aufnahmefähig war. Es waren einfach viele Eindrücke von allen Seiten. So viele Tiere, vor allem Elefanten. Ein paar Nilis, Antilopen und Giraffen gab’s zu sehen. Und bestimmt noch reichlich anderes, ich kann nicht mehr zuordnen, wann wir welches Tier gesehen haben.

Während der Fahrten im Nationalpark liefen uns auch Pumbas über den Weg, Büffel grüßten uns. Alle hießen uns willkommen ; )

Mama Pumbine mit Baby Pumba
Huhu, wer schaut denn da durch die Büsche?

Unser Schlafplatz

Kurz nach Mittag, also gegen drei oder so kamen wir an dem Platz an, wo wir die Nacht verbringen sollten. Der Anhänger wurde ausgeladen und wir bauten mehr oder minder professionell unsere Zelte auf. Dann wurden die Betten reingelegt, das Esszelt und die Küche aufgebaut. Das Klo wirde gegraben und die Stühle aufgestellt. (Schön, dass Klo und Stühle in einem Satz aufgezählt werden ; ) )

Vorne unsere Betten und die Zelte
Die „Küche“
Unser Dorf

Bevor es zu einer zweiten Runde losgehen sollte, wurde uns das Mittagessen serviert. Es gab sogar Salat. Und alle aßen mit großem Appetit. Die Zelte wurden übrigens gelost. Also wer mit wem in einem Zelt schlafen würde.
Während wir uns auf eine zweite Tour begaben, blieb der eine Guide im Lager, um das Abendessen zu kochen.

Wir machten uns auf die Suche nach Tieren. So gerne wollten wir Löwen sehen, aber die hatten einfach keinen Bock auf uns. In der Hoffnung mit Hilfe von Fußspuren der Tiere eins zu sehen, erweiterten wir unsere Runde, die eigentlich mit Einbruch der Dunkelheit enden sollte. Der Regen bestrafte diese Entscheidung. Wir wurden pitsche patsche nass. Das Auto hatte zwar ein Dach, aber das Wasser kam von allen Seiten rein. Selber Schuld.

Wechselsachen hatten wir natürlich nicht dabei. Aber selbst wenn, wir wären nicht dran gekommen, denn auf den paar Metern vom Essenszelt bis zum jeweiligen Schlafzelt (bzw. auf dem Rückweg) wäre man wieder bis auf die Haut nass geworden. Und so froren wir gemeinsam beim Essen und warteten auf das Trocknen unserer Kleidung am Körper. Zur Toilette zu müssen, war sehr unpraktisch zu diesem Zeitpunkt, wie einige von uns feststellten. Freiluft-Pinkeln war angesagt und das ist absolut unvorteilhaft bei starkem Regen.

Nach dem Essen spielten wir noch ein bisschen Werwolf, wurden aber immer wieder darauf hingewiesen, leiser zu sein und der Natur zu lauschen. Am liebsten sollten wir also schweigen, aber darin sind wir einfach zu schlecht. Und so wurde flüsternd gespielt, bevor es um zehn ins Bett ging. Gefroren hat übrigens keiner, die Decken waren super warm.

Am nächsten Tag sollten wir um fünf aufstehen, um pünktlich am Bootsanleger zur Tour über den Fluss (oder See?), der zum Nationalpark gehört, zu sein. Wir gingen davon aus, geweckt zu werden. Wurden wir auch, aber erst um 5.30 Uhr. Na ja, schnell anziehen, Zelte abbauen und alles einräumen. Brot auf die Hand, letzter Toilettengang und los.

Viel geredet wurde auf der Fahrt zum Anleger nicht. Wer nicht schlief, der genoss einfach den Anblick der Natur und der Tiere.

Die Affen wünschten uns einen schönen guten Morgen!

Bootstour

Dann ging es auf ein kleines Boot. Ich hab echt super doll gefreut, endlich wieder ein bisschen Wasser. Kommt meinem geliebten Mittelmeer doch schon ziemlich nah oder? ; )

Hier sollten eigentlich Bilder der Bootstour zu sehen sein, aber ich habe den Kapf gegen die Seite oder das Internet verloren. Darum gibt’s leider nix zu sehen…

So konnten wir nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel den Nationalpark anschauen. Auch super schön. Wir haben viele Vögel und wundervolle Bilder der Natur gesehen. Die Krokodile und Nilpferde hatten aber nicht allzu viel Lust auf uns. Vielleicht wären sie ja gekommen, wenn einer seine Hand ins Wasser gesteckt hätte? Das wollte leider keiner ausprobieren ; )

Nach drei Stunden ging es schon wieder zurück, mit der Fähre nach Sambia, ins Taxi und ab nach Livingstone. Auf dem Boot gab es für jeden eine Fruchtzwerg, also keine echten, aber die waren schon echt geil. Nach gut fünf ein halb Monaten der erste Joghurt schmeckt auf jeden Fall lecker : )

Sooooooo, das war’s. Schon wieder schreibe ich mal nicht, denn der Artikel ist definitiv nicht kurz. Leider mochte das Internet oder die Seite meine Fotos mal wieder nicht. Eigentlich hatte ich noch acht mehr, aber die soll’s für euch nicht geben hat das Ding entschieden. I’m sorry. Wenn ich zurück bin, gibt’s die zu sehen.
Für mich ist es jetzt auch allerhöchste Eisenbahn, schlafen zu gehen. Ich hoffe, euch hat der Einblick in den Nationalpark gefallen. Manches kann ich einfach nicht in Worte fassen, aber vielleicht vermitteln euch die Bilder ein bisschen davon, was wir gesehen haben. Obwohl es niemals das Gefühl zeigen kann, das entsteht, wenn diese Tiere nah neben dem Auto herlaufen.

Liebe Grüße und bis nächsten Sonntag zu einem weiteren Beitrag!
Danke für’s Lesen!
Emma

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