emma in ruanda

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UUUUURLAUB!!

Juhuuuu! Letzte Woche Freitag ging es für uns für ganze vier Tage in den Urlaub! Was wir in dieser Zeit so gemacht haben, beschreibe ich euch heute. Es wird sehr bilderreich, denn wir waren unter anderem im National Park und haben seeeeehr viele Fotos gemacht. Und ich kann mich nicht entscheiden, welche ich hochladen möchte, darum gibt’s einfach ganz viele ; )

FREItag

Am Freitag haben wir nicht allzu viel gemacht. Durch den Umuzungu-Faktor sind wir in eigentlich schon vollen Bus noch reingekommen. Da hilft die Hautfarbe dann doch mal : )
Abends sind wir noch schnell einkaufen gegangen, damit wir den Samstag gut überstehen und vor allem die Emma keine schlechte Laune bekommt ; ) Glücklicherweise gab’s auf der Straße, auf der auch unser Haus steht, einen kleinen Einkaufsladen. Sogar mit einigen europäischen Produkten – zu doppelten europäischen Preisen.
Als wir alles hatten, fuhr Rike zum Busbahnhof zurück, denn ein Freund von ihr sollte dort abends noch ankommen. Er war seit knapp fünf Tagen unterwegs, um uns aus Tansania, wo er seinen Freiwilligendienst macht, zu besuchen. Den Weg hätte ich ja nicht auf mich genommen. Andererseits hat die Schule gerade Ferien und er ist alleine in einem kleinen Dorf. Darum kam er dann nach Kigali, wo er mit uns unseren Urlaub verbrachte.
Er kam abends irgendwann an. Ich lag tatsächlich schon im Bett, nachdem ich mit den Brüdern in der Abendandacht und beim Abendessen war.

Samstag

Samstag ging es schon um 5.30 Uhr los Richtung National Park. Leider hatte ich ein bisschen Hals- und Kopfweh, aber egal. Im Auto konnte ich ja nochmal schlafen. Hab ich auch ; )

Gegen viertel vor acht waren wir im Park an der Anmeldung. Natürlich wurde Eintritt verlangt und selbstverständlich bezahlten wir ihn ; ) Dann gab’s noch eine kleine Einweisung. Uns wurde unter anderem auch erklärt, dass um den Park ein elektrischer Zaun gezogen wurde, weil es Ärger mit den Menschen gab, die drumherum wohnen, als Tiere das Gelände verließen und Menschen angriffen. Das kann ich gar nicht verstehen! Wieso freuen die sich denn nicht, wenn ein Nilpferd oder ein Löwe bei denen im Garten steht und sich bedient?! Verrückt! ; )

Die Aussicht am frühen Morgen

Dann ging’s endlich auf den Weg. Leider waren durch den Regen einige Straßen ziemlich aufgeweicht und nicht zu befahren. Ansonsten hätten wir noch eine Nacht oder mehr gratis zwischen den Tieren bekommen ; ) Darauf konnten wir getrost verzichten. Also blieben wir lieber auf den Wegen, die halbwegs befahrbar waren und drehten um, wenn es zu schlecht wurde.

Als erstes sahen wir eine Herde Büffel. Das war ein bisschen unrealistisch, aber wir waren tatsächlich gar nicht so weit weg. Um uns herum flogen unzählige Schmetterlinge, verschiedene Vögel. Die Sonne schien warm, es würden sich also Tiere blicken lassen.
Weil der Weg zu schlecht wurde, drehten wir um und setzten unsere Reise in die andere Richtung fort. Und siehe da, es war eine gute Entscheidung.

Da lief einfach eine Herde Zebras vor unserem Auto her

Zuerst begegneten wir ein paar Zebras, die einfach aus dem Gebüsch kamen und vor unserem Auto herliefen. Läuft bei euch, würde ich sagen.
Danach trafen wir die ersten Antilopen, die sollten uns noch viel öfter begegnen. Die Tiere standen einfach neben unserem Auto und liefen auch nicht weg, als wir neben ihnen anhielten. Das Prozedere kennen die wohl schon : )
Als nächstes saß am Weg der Security-Baboon, wie wir ihn tauften. Als würde er den kleinen Trampelpfad hinter ihm bewachen, hatte er sich da bequem gemacht. Es war wohl bequem.

Der erste, aber nicht der letzte Baboon des Tages

Und dann kam wohl mit eins der eindrucksvollsten Tiere. Wir sahen tatsächlich einen Elefanten! Er lief vielleicht zehn oder 15 Meter neben unserem Auto entlang. Halleluja, was ein riesiges Tier! Hinter den Büschen verborgen stand der Rest der Herde, aber dieses eine Tier lief so, dass wir es ganz sehen konnten! Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Und dann fiel uns neben unserem Auto der Vogel auf, ganz anders als der Elefant. ich weiß tatsächlich nicht, wie die Art heißt, aber es ist der Vogel, der auf der Flagge von Uganda ist. Vorher sahen wir noch ein paar Affen, die in einem Baum hüpften. Auch davon sahen wir später noch mehr, sogar eine Mama mit einem ganz kleinen Baby vor ihrem Bauch hängen.

Der Vogel, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß

Nach dem wir den Elefanten und den Vogel ausreichend bestaunt hatten, fuhren wir weiter in Richtung eines Sees. Die Landschaft war auch sooo schön. Das Wasser hat so toll geglitzert zwischen den Bergen.

Wir fuhren einen Hügel runter und konnten durch die Bäume schauen

Dort am Rand sah man ein paar Augen aus dem Wasser ragen – Krokodile oder Hippos. Wenn der Körper unter Wasser liegt, leider nicht zu unterscheiden. Aber es hieß, wir würden später noch mehr und bessere Blicke auf diese Tiere haben. Wir fuhren zu einem anderen See, auf dem Weg ist die Emma tatsächlich kurz eingeschlafen, aber ich hab wohl keine Tiere verpasst, sondern nur ein wenig Landschaft.
Dort durften wir aussteigen und schauen. Das war mal ganz gut, nach so viel Zeit sitzend, die Beine zu strecken. Leider waren auch hier die Nilpferde und Krokodile unter Wasser, sodass nur Augen zu sehen waren. Aber immerhin oder?

Ein Hippo zeigte sich ein bisschen mehr, die anderen waren zu schüchtern

Wir fuhren weiter um den See und dann hieß es, wir würden jetzt an einem Picknick-platz Rast machen, zu Mittagessen, Blase entleeren und Beine vertreten. Das Essen war gut, kann ich euch sagen.
Leider hörte man irgendwann von hinter mir so ein Grummeln, das wir nicht ganz einordnen konnten.Vor Hippos hat man nicht umsonst so viel Angst. Aber das Tier zu dem Geräusch kam nicht aus dem Busch und so konnten wir in Ruhe weiter essen.

Da stand sie, die erste Giraffe : )

Anschließend ging es in eine Region des Parks, in der es Löwen, Giraffen und Leoparden gibt. Und noch einige andere kleinere Tiere.
Löwen und Leoparden sahen wir nicht, dafür aber einige Giraffen, eine sogar ziemlich nah, Zebras, Antilopen, Warzenschweine oder Pumbas ; )
Wir fuhren sogar durch ganze Herden von Zebras und Antilopen. Das war so schön : ) Und dann der Ausblick zwischendurch. Ein Spektakel sag ich euch. Wirklich beeindruckend.

Mein Lieblingsfoto von den Zebras
Und mal wieder Antilopen, aber dieses Mal in Action

Irgendwann drehten wir um, die Schlaufe konnten wir aufgrund der aufgeweichten Straße nicht fahren. Wir begegneten einem Auto mit Menschen, die Tiere zählten. Und diese Männer berichteten von einem Leoparden unter einem Baum – nicht so, dass es hunderte Bäume um die Straße herum gibt. Aber egal, wir drehten um, obwohl der Himmel schon gefährlich nach Regen aussah. Das Tier hatte aber wohl keine Lust auf uns und hatte sich vermutlich verkrümelt, bevor wir kamen. Oder wir sahen es einfach nicht unter DEM Baum ; )

Da der Regen einsetzte, fuhren wir schnell Richtung Ausgang. Unterwegs konnten wir noch einmal die wunderbare Aussicht genießen, bevor es dann durch das EXIT-Tor ging. Tschüss, Akagera National Park. Danke, dass wir dich besuchen durften!

Nochmal ein kleiner Ausblick

Auf dem Rückweg schlief die Emma fast die ganze Zeit. Als es kurz in ein Kunst-Cafe ging, war ich immerhin ein paar Minuten wach ; )
Als wir abends wieder im Provincial House ankamen, war wir müde, aber glücklich.
Auf dem Hof stand unser Auto aus Rango, wie wir verwundert feststellten. Und schon begegneten wir dem ersten Bruder von zu Hause, der jetzt mit dem Wagen nach Hause fahren würde. Bei der Abendandacht trafen wir dann auch Léon, der aufgrund seines Alters nicht mehr mit dem Bus fahren kann und darum nach Kigali chauffiert wird ; ) Das Beten am Abend war ein Spaß für uns. In der Kommunität wird ein bisschen liebloser und schneller gebetet als bei uns. Léon kam nicht mit, seine Gesichtsausdrücke waren einfach zum Lachen : )
Nach dem Essen ging es dann schnell ins Bett. Der Tag war lang genug und Sonntag ging das Programm ja weiter.

Sonntag

… ging es für uns ins Genocide Memorial. Die Ausstellung ist in dreiteilig. Man beginnt mit der Vorgeschichte, dann geht’s in den Genozid und anschließend über die Zeit danach. Alles ist mit Bildern ausgestattet, die Texte sind auf Kinyarwanda, Englisch und Französisch abgedruckt. Wer möchte, kann ein Audio-Gerät bekommen, dass einem dann nochmal alles erzählt – sogar auf deutsch. Wir haben uns mit lesen auf Englisch begnügt.
In der Ausstellung kann man viele Fotos sehen, es gibt Filme mit Überlebenden. Im zweiten Teil gibt es einen Raum mit Schädeln von Opfern, einen Raum mit Fotos der Verstorbenen und ein Zimmer, in dem Kleidung hängt. Das war echt bedrückend zum Teil, aber auch sehr eindrucksvoll.

Danach gab es einen kompletten Themen-Wechsel. Ich muss sagen, der hat mich gefordert : ) Es ging nämlich ins Kino. Wer mich kennt, kann wohl ahnen, welchen Film wir geschaut haben – Frozen 2! In 3D. Mein erster 3D-Film. Wer hätte gedacht, dass ich das ausgerechnet hier zum ersten Mal mache? Was soll ich dazu groß sagen, wir waren quasi alleine im Kinosaal. Mit einer halben Stunde Verspätung kam eine Familie dazu, die aber zwischendurch wieder ging, dann zurück kam. Ich hab keine Ahnung, was deren Auftrag war. Aber ist ja auch nicht mein Problem, gell? ; )
Anschließend gab’s noch eine Kugel Eis – nach Frozen ja wohl auch das passende Essen oder?!

Anschließend liefen wir in eine große Mall, in der Hoffnung, eine Fleece-Jacke für mich zu finden, denn meine ist leider bei der Hochzeit von irgendjemanden mitgenommen worden. Kein Glück, aber der Laden war trotzdem krass. Geführt wurde er von einer asiatischen Frau, die, sagen wir mal ihre eigene Art hatte, mit den Mitarbeitern zu reden. Es war faszinierend. Das Geschäft war vollgestopft mit Weihnachtskram, es blinkte, leuchtete und funkelte überall. Mir persönlich war das ja zu viel bling bling, aber wer’s mag?! Während wir an der Kasse warteten, fiel der Strom aus und somit auch die Kassen. Halleluja, mussten wir lange warten. Das war ein Desaster. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich mein Handy gar nicht in meiner Hosentasche hatte. Aber ich dachte, das liegt bestimmt in der Tasche, die wir vor dem Laden einschließen lassen mussten. Weil der Strom mal wieder weg war, bin ich dann schon mal aus dem Laden raus und habe meine Tasche wieder abgeholt. Dummerweise war mein mobiles Endgerät auch dort nicht zu finden. Bin ich denn blöd? Wo ist denn das Sch***-Teil? Hat mir das jemand aus der Tasche genommen, hab ich es irgendwo liegen gelassen? Mir ging echt die Pumpe.
Dann fiel es mir wieder ein. In großen Malls muss man immer durch einen Sicherheitscheck, also durch so eine Röhre wie am Flughafen, Taschen vorher ablegen und das Handy in einen Korb. Und da hat die Intelligenzbestie Emma natürlich nicht dran gedacht, sondern einfach nur die Tasche gegriffen und den Korb schon wieder vergessen. Was ein Gedächtnis sie doch hat. Um es kurz zu machen, ich hab mein Handy wieder : )

Abends sind wir dann Essen gegangen: Chiapatti. Sehr lecker. Erinnert ein bisschen an Pfannkuchen und Wrap. Und anschließend gab es einen Frozen Joghurt – nicht so gut wie die deutschen, aber durchaus essbar ; )

Leicht geschmolzener Schoko-Frozen-Joghurt ; )

Montag

Das Caplaki Craft Art Viertel
So sieht’s aus, wenn man durch’s Tor reingeht

In die neue Woche starteten wir sehr sportlich und mit reichlich Laufen, aber wozu hat man denn sonst zwei gesunde Füße?!
Zuerst ging es zu einem Schuhladen, der leider zu hatte. Dann weiter ins Caplaki Craft Village. Das ist eine Ansammlung kleiner Läden, die Souvenirs und typisch afrikanische bzw. ruandische Dinge verkaufen. Also Körbe, Schalen, Bilder, Kleidung, Schmuck, Statuen. Man kann handeln da, das ist ein Spaß. Wir haben uns fast alle Läden angeschaut, obwohl sie irgendwie alle das Gleiche verkauft haben ; )

So sieht’s quasi in allen diesen kleinen Läden aus – eng und bunt, aber voller typischer Gegenstände

Gegenüber aßen wir Burger zum frühzeitigen Mittagessen, bevor wir dann in einen Einkaufsladen gingen, um dort nochmal ein bisschen zu stöbern. Ruandische Einkaufsläden sind immer spannend, weil man schauen kann, woher die Produkte eigentlich so stammen. Das ein oder andere deutsche Produkt ist auch immer dabei. Also wenn man das Geld über hat, fehlt es einem an nichts ; )

Der Ausblick aus dem Cafe, sieht schon schnike aus : )
Lecker und nachhaltig. Alles zum Wiederverwenden : )

Mit dem Moto ging es ins Roof Top Café zum Eisschokolade trinken, Cookies essen, stöbern und Aussicht genießen. Nach Hause wollten wir dann wieder laufen und bogen spontan noch schnell in ein anderes Einkaufszentrum ab. Einfach nur zum Gucken, bevor wir dann wieder nach Hause liefen. War nicht allzu spannend da, aber ein geiles T-Shirt haben wir gesehen.
Die Kinder und im allgemeinen die Menschen hier rufen uns gerne „Umuzungu“, übersetzt Weiße(r). Auf dem Oberteil stand: „My name is not MUZUNGU!“ („Mein Name ist nicht Weiße(r)!“) Einfach genial!

Dienstag

Zu diesem Tag kann ich gar nicht so viel sagen. Ich bin morgens im Bett geblieben als Rike und Nils in ein Einkaufscenter gefahren sind. Ich musste eine Pause machen, damit ich den Rest der Woche packen konnte. Meine Stimme war noch immer weg – sie ist übrigens erst heute wieder ganz da. Aber das war auch okay. Auf der Rückfahrt im Bus hat die Emma dann nochmal zwei Stunden geschlafen, upps. Aber so geht die Zeit wenigstens schnell um.

Der Blogeintrag ist leider ein bisschen lang geworden, aber ich konnte ihn nicht splitten. Nächsten Sonntag kommt der Beitrag über die Patronage, die uns jetzt die letzten zwei Wochen ordentlich auf Trab gehalten hat. Und danach muss ich über Weihnachten berichten. Also keine Chance. Danke, dass ihr trotzdem durchgehalten habt. Jetzt habt ihr es geschafft!

Ich wünsche euch einen schönen vierten Advent und frohe Weihachten.
Wir hören uns nächsten Sonntag wieder : )

Ich würde mich sehr über ein paar Kommentare freuen ; )
Liebe Grüße
Eure Emma

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