Ein Monat im Schnelldurchlauf

Helloooooo,

Ja, ihr seht richtig: Das Highlight eures Monats kommt tatsächlich pünktlich – und das ganz ohne Ausreden!

Ich weiß, ich weiß, das ist ziemlich unkreativ und alternativlos. Aber ich hab ja noch eine letzte Chance, meinen Blog zu vergessen und mir eine schlechte Ausrede zu überlegen.

Was bisher geschah…

Weiß ich tatsächlich auch nicht mehr.

Der Juli war nämlich zur Abwechslung so ereignisreich, dass ich erst mal in meiner Galerie nachschauen musste, was ich alles erlebt habe.

Jetzt eine Frage an euch: Wie startet man am besten in einen Monat???

Genau – mit Musik und Schlafmangel!

Am Anfang des Monats waren wir auf dem Playtime Festival, dem größten Musikfestival der Mongolei.

Ich kannte zwar keinen einzigen Künstler, aber ich würde sagen, es hat sich trotzdem gelohnt. Für jeden Musikgeschmack etwas dabei war. Ich für meinen Teil habe mich im Heavy-Metal-Zelt anschreien lassen, während Lizi ganz woanders getanzt hat.

Das absolute Highlight war aber das Essen. Dort gab es nicht nur die erste anständige Pizza, die ich seit Ewigkeiten gegessen habe, sondern auch VEGANES ESSEN!

Jetzt aber zurück zu meinem Job und den Kindern – tatsächlich arbeite ich nämlich auch zwischendurch.

Nach dem Festival sind wir wieder zu den Jungs aufs Land gefahren und hatten noch ein paar ruhige Tage, in denen ich mich fleißig vor dem Unkrautjäten versteckt habe, bevor einige andere Volos gekommen sind, die den Kindern Englisch, Mathe und Physik beigebracht haben.

Ich kann mir ja nichts Schöneres vorstellen, als in meinen Sommerferien Mathe und Physik zu lernen … Ein Träumchen.

Da waren die Jungs und ich auch einer Meinung. Aber anstatt mir meine Freizeit zu gönnen, haben sie sich so danebenbenommen, dass ich doch arbeiten musste.

Frech von denen.

Naadam

Nach dem Camp sind die Jungs und wir wieder nach Ulaanbaatar gefahren, da im Juli Naadam gefeiert wird.

Naadam ist ein traditionelles Sportfestival, das jedes Jahr gefeiert wird. Die drei Hauptsportarten sind Ringen, Bogenschießen und Pferderennen.

Man kann die Wettkämpfe auch im Fernsehen schauen, aber irgendwie ist Naadam ein bisschen an mir vorbeigegangen.

Es gab zwar drei Tage in Folge das beste Essen der Mongolei (Khuushuur), aber mehr haben wir von dem Fest nicht wirklich mitbekommen.

Wie immer an Feiertagen sind einige Jungs nach Hause gegangen und der Rest hat mit uns Twister gespielt oder ferngesehen. Mehr war aber nicht wirklich drin.

In der Naadam-Woche haben wir uns auch mit einer Freundin und ihrer Familie getroffen. Sie haben uns dann spontan gefragt, ob wir nicht mit ihnen reiten gehen wollen. Selbstlos, wie ich bin, habe ich natürlich direkt Ja gesagt – denn wie unlustig wäre dieser schöne Familienausflug ohne zwei fremde Volos?

Vor allem, wenn diese Fremden ihr Kind auch noch zu einem Pferderennen anspornen…

Lizi hat gewonnen. Ich bin mir sicher, dass einfach der Wind falsch geweht hat oder so. Sogar der Guide war überrascht, dass ihr Pferd so schnell sein kann.

Also haben wir einfach unser eigenes Naadam-Pferderennen veranstaltet. Ich würde sagen, das war ein erfolgreicher Ausflug.

Road-trip

Nach Naadam haben wir mit den Jungs einen einwöchigen Roadtrip mit Camping gemacht.

Die erste Station waren einige Sanddünen. Dort haben wir gehalten, damit die Lehrer ihre Instagram-Fotos machen konnten, während die Kinder und wir uns gegenseitig die Dünen runtergeboxt haben.

Das mache ich allerdings nur noch mal, wenn ich danach duschen kann. Es hat die ganze Woche lang Sand geregnet, sobald ich es gewagt habe, mich am Kopf zu kratzen.

Am zweiten Tag ging es direkt weiter nach Kharkhorin, die erste Hauptstadt der Mongolei.

Dort haben wir uns die Tempel angeschaut, was nicht nur schön, sondern auch interessant war. (Genaueres dazu gibt es auf Lizis Blog.) Falls ihr jemals die Chance habt, einen buddhistischen Tempel zu besuchen, hier sind drei Dinge, die ihr als Touristen machen könnt, um Respekt zu zeigen:

  • Dreht Buddha nicht den Rücken zu. Das bedeutet, dass ihr den Tempel rückwärts verlasst.
  • Zieht euren Hut aus, wenn ihr den Tempel betretet.
  • Ich hätte nicht gedacht, dass ich das erwähnen muss: Bitte seid leise. Menschen wollen dort beten.

Die Tempel waren unglaublich interessant und die Jungs haben auch viel gelernt – oder eher mir eine Menge gezeigt. Bei einigen Tempeln gibt es einen Gang, in dem man im Kreis laufen kann, bevor man den Tempel betritt. Das soll den Geist reinigen.

So, jetzt habt ihr alle etwas gelernt und wir können mit den lustigen Sachen weitermachen.

Nachdem wir noch mal Khuushuur gegessen hatten, sind wir einige Stunden durch das Nichts gefahren, um anschließend an einem Fluss zu campen.

Es war wunderschön, aber vielleicht nicht die beste Idee, mit zwanzig Kindern, die allesamt keine guten Schwimmer sind, an einen Fluss mit starker Strömung zu fahren.

Es wurde auch nur einer von der Strömung mitgerissen. Einer von zwanzig – würde ich sagen – ist eine gute Quote. Trotzdem wollte ich den danach nie wieder ins Wasser lassen.

Am nächsten Tag haben wir einen kleinen Ausflug zum Taikhar Chuluu gemacht. Das ist in erster Linie ein sehr großer Stein.

Aber die Legende macht ihn zu einer Touristenattraktion.

Sie besagt, dass eine riesige Schlange aus dem Boden kam und in der Region Menschen und Tiere gefressen hat.

Also baten die Menschen einen Mann namens Bukhbilegt um Hilfe, der gegen die Schlange kämpfen sollte. Er hat sie irgendwie zurück in ihr Loch gedrängt und den Eingang mit einem riesigen Stein verschlossen.

Ja, danach fand ich den Stein zumindest ein bisschen spannender als vorher.

Dort durften wir auch reiten – zuerst angeleint. Nachdem dann wirklich jeder dem Besitzer versichert hatte, dass wir reiten können, durften wir auch alleine über das Gelände galoppieren.

Den Rest des Tages haben wir mit Schwimmen verbracht. Dafür haben wir extra einen ruhigen und flachen Teil des Flusses gesucht.

Lizi und ich mussten aber als Allererstes die Wasserqualität testen, indem wir flussaufwärts gelaufen sind und uns dann bis hinter das Camp treiben ließen. Da der erste Versuch leider nicht zu einer eindeutigen Schlussfolgerung geführt hat, mussten wir das Experiment natürlich mehrmals wiederholen.

Weil das Ganze so ein wichtiges Experiment war, haben wir es nach dem Schwimmen mit den Älteren noch einmal gemacht. Aus wissenschaftlichen Gründen natürlich.

Am vierten Tag ging es an einen See in den Bergen. Davon habe ich allerdings nicht mehr viel mitbekommen, weil ich das Essen kaum herunterbekommen habe und es mir dementsprechend hervorragend ging.

Zum Glück hatte ich aber die besten Krankenpfleger der Welt. Sie haben den Reis gegessen, den ich nicht wollte, und sogar ihren Bruder davon überzeugt, mir seinen Schlafsack zu geben, damit ich nachts nicht zum Eis am Stiel gefriere.

Am vorletzten Tag ging es für uns wieder zurück nach Kharkhorin – allerdings nur als Zwischenstation, bevor wir am nächsten Tag zurück nach Ulaanbaatar gefahren sind.

Es war eine wunderschöne Woche und die Jungs hatten Spaß. Auf das Wochenende habe ich mich trotzdem gefreut.

Zurück in Shuvuu

Wir sind jetzt seit drei Tagen wieder auf dem Land und helfen bei einem Feriencamp aus.

Dieses Camp wird von der Gemeinde vor Ort organisiert und es nehmen ungefähr 35 bis 40 Kinder teil.

Die Kinder sind in Teams aufgeteilt und können durch verschiedene Spiele Punkte sammeln. Da ich weder die Spiele noch das Punktesystem verstanden habe, muss ich eigentlich nur den ganzen Tag danebenstehen. Spannend, ich weiß.

Die Spiele und die restlichen Aktivitäten drehen sich alle um die Geschichte von Mose.

Zum Beispiel haben wir T-Shirts passend dazu bemalt und sind heute spazieren gegangen. Dabei mussten wir einen Fluss durchqueren und verschiedene Rätsel lösen. Ich persönlich habe mich ja nach der Hälfte gefühlt wie ein Huhn in der Fritteuse, aber die Jungs hatten Spaß. 

Alles in allem eine Authentische Wüsten Erfahrung.

Vor allem, als sie ins Wasser durften, um ihr Bestes zu geben, sich gegenseitig zu ertränken.

Der vergangene Monat war bis jetzt der beste, weshalb meine unendlich interessanten, poetischen Ergüsse vielleicht etwas länger ausgefallen sind …

Jetzt muss ich mich aber verabschieden, damit ich weiter in die Flammen des brennenden Busches starren kann.

Vielleicht fängt er ja an, mit mir zu reden, wenn ich lange genug gucke.

Damit zum letzten Mal:

Bis zum nächsten Mal!

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  1. Ulla Fricke

    Liebe Rahel, wow- Fiona hat uns schon erzählt, dass es im Juni/juli deutlich mehr zu tun gibt. Auch sonst hat sie nur von euch geschwärmt. Hab noch eine gute letzte Zeit…

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