Kathi in Ruanda https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/ Mon, 02 Sep 2024 07:01:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 See you Rwanda! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/09/02/see-you-rwanda/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/09/02/see-you-rwanda/#comments Mon, 02 Sep 2024 07:01:55 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=309 Ich bin zwar jetzt schon seit einer Woche in Deutschland angekommen, mit meinem Herzen bin ich aber zum Teil immer noch in Ruanda. Das ganze Jahr ist so schnell vergangen, besonders die letzten Wochen gingen wie im Flug vorüber und ich konnte gar nicht realisieren, dass nun mein Jahr in Ruanda zu Ende ging. Das […]

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Ich bin zwar jetzt schon seit einer Woche in Deutschland angekommen, mit meinem Herzen bin ich aber zum Teil immer noch in Ruanda. Das ganze Jahr ist so schnell vergangen, besonders die letzten Wochen gingen wie im Flug vorüber und ich konnte gar nicht realisieren, dass nun mein Jahr in Ruanda zu Ende ging. Das Abschiednehmen begann für uns schon Ende Mai, als Elisa und ich zu unserem Abenteuer nach Uganda aufbrachen. Als wir zurückkehrten war das Schuljahr schon beendet. Und von da an gab es viele letzte Male. Oft war es uns gar nicht bewusst. Zum Beispiel unser letztes Mittagessen mit den Schüler*innen oder unser letzter Kinyarwanda-Unterricht. Manchmal wollten wir es auch einfach nicht wahrhaben. Ein letztes Mal auf den Markt gehen, ein letztes Mal in unserem Stammcafé Specialomelett ohne Fleisch (Omelett mit Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Pommes) und frischgepressten Ananas-Saft bestellen, ein letztes Mal zu den Kindern nach Sahera gehen, um mit ihnen zu spielen, zu tanzen und zu lachen. Die Liste könnte noch unendlich weitergehen. Selbst auf die Sachen, die mich in Ruanda genervt haben, wie das unerträglich lange Abendessen der Priester oder die Gottesdienste, die nach meinem Geschmack auch 1,5 Stunden kürzer hätten sein können, schaue ich jetzt mit Wehmut zurück. (Naja, mit vielleicht nicht ganz so viel;) ). Aber vielleicht fühlte es sich auch nie wirklich nach Abschied oder nach einem letzten Mal an, weil immer davon ausgegangen wurde, dass wir noch einmal zurückkommen. Es wurde auch immer „See you“ anstelle von „Goodbye“ bei der Verabschiedung gesagt.

Abschied von den Priestern

Ganz besonders war unsere Verabschiedung in Sahera mit den Kindern und Jugendlichen. Es kamen über 700 Kinder zu unserer Abschiedsparty an unserem letzten Wochenende dort. Zuerst gab es Präsentationen von den Kindern. Sie führten Gedichte sowie traditionellen und modernen Tanz auf, schauspielerten und veranstalteten zwei Fashionshows. Dann hatten Elisa und ich noch eine kleine Abschiedsrede vorbereitet und als letztes bekamen wir von Père Thierry ein kleines Abschiedsgeschenk überreicht, bei dem es sich um ein auf Bananenpalmenblätter geschnitztes Bild handelt. Im Anschluss gab es dann für alle natürlich noch eine Kleinigkeit: Amandazi, Saft und Bonbons. Obwohl es so viele Kinder waren, haben wir es dank der Hilfe von anderen Jugendlichen doch ganz gut hinbekommen und es endete nicht im kompletten Chaos.

Ein Überblick von einigen Kindern
Übergabe von unserem Geschenk
Unser Abschiedsgeschenkt

Danke an alle, die für die Kinder und Jugendlichen in Sahera Geld sowie Kleidung gespendet haben. Als wir das erste Mal dorthin gegangen sind, waren nur etwa 40 Kinder da. Wir hatten nicht einmal einen Ball, mit dem man hätte spielen können. Mittlerweile kommen regelmäßig um die 300 Kinder, mal mehr und mal weniger. Wir haben Animateure, die sich auch noch weiterhin um die jüngeren Kinder kümmern werden. Es gibt eine feste Gruppe, die sich jedes Wochenende trifft, um traditionellen ruandischen Tanz zu lernen. Außerdem haben wir Fuß-, Basket- und Volleybälle, mit denen fleißig trainiert wird, sowie Springseile. Das Highlight für alle waren große Musikboxen, die das ganze Gelände beschallen können. Vor einigen Wochen verteilten wir an die Kinder „Boda boda“ (Gummischlappen) und Kleidung, die wir von Spender*innen erhalten haben, Zahnpasta und Zahnbürsten. Zu Beginn des neuen Schuljahres gibt es Hefte und Stifte für die Schüler*innen. Zwar ist das Projekt Sahera noch lange nicht fertig, aber es hat sich in dem Jahr, wo wir da waren, sehr viel weiterentwickelt. Am wichtigsten ist wohl die Beständigkeit des Jugendzentrums, welche es jetzt gibt, um den Kindern einen Ort zu geben, an dem sie sich mit ihren Freunden treffen, wo sie Sport machen, ihre Kreativität ausleben oder einfach Kind sein können.

Einige Kinder mit neuen Boda boda
Beim Tanzen

Auch wenn es nicht immer leicht für mich in Ruanda war, werde ich immer mit einem positiven Gefühl auf die Zeit zurückblicken. Das Land und die Menschen haben mich geprägt. Ich habe viel gelernt, sei es das Kennenlernen einer anderen Kultur, das Erlernen einer neuen Sprache, den Umgang mit anderen Menschen oder auch über mich selber. Ich habe mich weiterentwickelt und zum Teil bestimmt auch etwas verändert. Es gab viele Höhen und Tiefen, die ich schlussendlich alle erfolgreich überwunden habe. Ich habe hautnah erlebt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, unseren Standard von Hygiene einzuhalten, nicht auf engem Raum mit der ganzen Familie wohnen zu müssen, immer etwas zu essen im Kühlschrank zu haben oder die Möglichkeit, etwas kochen zu können, zur Schule gehen zu können oder gar einen Freiwilligendienst zu leisten, wie ich ihn erlebt habe. Ich bin sehr dankbar für all das, was ich erleben und lernen durfte. Nun heißt es für mich „See you Rwanda! Bis zum nächsten Mal.“

Da dies vermutlich mein letzter Blogbeitrag wird, möchte ich mich bei allen bedanken, die mich auf meiner Reise begleitet und unterstützt haben und danke an alle, die meine Beiträge verfolgt und gelesen haben.

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„If you don‘t eat in Africa, Africa will eat you“ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/25/if-you-dont-eat-in-africa-africa-will-eat-you/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/25/if-you-dont-eat-in-africa-africa-will-eat-you/#comments Sat, 25 May 2024 10:34:48 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=294 Ein Satz, der mir schon zigmal gesagt wurde, seit ich hier bin. In diesem Beitrag geht es um das Essen in Ruanda. Beim Essen steht hier jedoch nicht wie in Europa so häufig der Genuss im Vordergrund, sondern das Ziel, alle möglichst günstig und langfristig satt zu machen.  Das Hauptnahrungsmittel sind „ibishyimbo“ (Kidney-Bohnen). Als Grundlage […]

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Ein Satz, der mir schon zigmal gesagt wurde, seit ich hier bin. In diesem Beitrag geht es um das Essen in Ruanda. Beim Essen steht hier jedoch nicht wie in Europa so häufig der Genuss im Vordergrund, sondern das Ziel, alle möglichst günstig und langfristig satt zu machen. 

Das Hauptnahrungsmittel sind „ibishyimbo“ (Kidney-Bohnen). Als Grundlage gibt es meist „umuceri“ (Reis) oder „akawunga“ (ein Brei, welcher aus Wasser und Maismehl angerührt wird). Als Gemüse werden häufig „dodo“ (ein grünes Gemüse, welches man vielleicht mit einer Mischung aus Spinat und Grünkohl bezeichnen kann), „amashu“ (Kohl) oder „intoryi“ (kleine bittere Auberginen) gekocht. Beliebt sind aber auch „ibirayi“ (Kartoffeln), „ibijumba“ (Süßkartoffeln), „imyumbati“ (Maniok) oder „ibitoki“ (Kochbananen). Dabei gibt es verschiedene Zubereitungsweisen. Sie können wie Salzkartoffeln gekocht oder wie Pommes frittiert werden. Außerdem wird häufig eine Soße zubereitet, bestehend aus Tomaten, grüner Paprika und Möhren. Lecker ist auch eine Soße aus „isombe“ (Blätter vom Maniokbaum) oder eine Soße aus Erdnüssen. Gemüse ist aber vergleichsweise zu Bohnen, Reis, und Maisbrei eher teuer, weshalb es davon eher weniger gibt, und das Essen sehr kohlenhydratlastig und eintönig ist. Das sieht man auch am Schulessen. Fast jeden Tag helfen wir der Schulköchin, das Essen für die Schülerinnen und Schüler vorzubereiten. Montags, mittwochs und freitags gibt es Reis mit Bohnen und dienstags und donnerstags Reis mit Bohnen. Dazwischen ist meist etwas Dodo oder Kohl.

Ein Teller mit Bohnen, Mais, Dodo, Pommes, Reis , Kochbanane, Spaghetti, Isombe und Süßkartoffel
Ein typisches Schulessen: „Akawunga n‘ibishyimbo“

Zudem wird auch, abgesehen von Kartoffeln und Kochbananen, viel frittiert, vor allem Teigwaren, welche das so gut wie einzige Streetfood darstellen. Dieses wird entweder in Eimern verkauft oder am Straßenrand frittiert. Am häufigsten sind „amandazi“ (frittierte Hefeteigbälle), „chapati“ (in viel Öl angebratene Fladenbrote) und „ibiraha“ bzw. „sambusa“ (dreieckige frittierte Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln). Da ein Freund von mir diese zubereitet und verkauft, helfe ich ihm öfter mal dabei aus.

Beim „Amandazi“-backen mit den Schülern der Kochausbildung
Beim Sambusa frittieren

Gewürzt wird das Essen beim Kochen eher wenig. Oft wird Salz und Maggi verwendet. Jedoch kann man immer „urusenda“ (Chilli) bekommen. Entweder als ganze Schote oder als Öl. 

Des Weiteren schmeckt das Obst tausend mal besser als in Deutschland. Es gibt frische Bananen in allen Größen, Avocado, Ananas, Papaya, Guaven, Baumtomaten, Mangos, Maracujas und vieles mehr.

Links ein Bild auf dem Markt und rechts Minibananen

Da wir mit den Priestern zusammenleben, müssen wir nicht selber kochen und bekommen drei Mahlzeiten am Tag. Wenn es Frühstück hier in Ruanda gibt, dann ist es für die meisten Menschen  „igikoma“ (Porridge). Ich esse das persönlich viel lieber als das Frühstück, das wir in der Kommunität immer bekommen. Dort gibt es immer selbstgebackenes Weißbrot mit Honig, Käse, Avocado oder manchmal selbstgekochter Marmelade. Dazu trinken wir Tee, Kaffee oder seit Neustem auch frische Milch. Versteht mich nicht falsch, es ist alles sehr lecker, trotzdem freue ich mich immer, wenn ich woanders frühstücken kann. Donnerstags und sonntags gibt es zum Frühstück wir immer ein Omelett, welches mit Avocado wirklich köstlich schmeckt. Mittags und abends wird in der Kommunität dann warm gekocht. 

Fleisch ist übrigens aufgrund des Preises sehr besonders und wird in den meisten Haushalten nur zu festlichen Anlässen wie zum Beispiel Weihnachten gekocht, weshalb ich es sehr einfach habe, mich wie zuhause vegetarisch zu ernähren. 

Ich persönlich liebe das Essen hier. Natürlich auch das Obst, aber ich glaube am meisten werde ich es vermissen, jeden Tag Bohnen zu essen, wenn ich wieder in Deutschland ist.

Hier geht es zu unserem Spendenkonto für unser Projekt für sozial benachteiligte Kinder in Sahera:

https://www.donboscomission.de/volontariat/2023/spenden/strassenkinder-ruanda

Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, könnt ihr gerne diesen Link verwenden:

https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/: „If you don‘t eat in Africa, Africa will eat you“

Ihr könnt auch gerne Elisas und meinem gemeinsamen Instagram-Account folgen, auf dem wir regelmäßig posten. Wenn ihr vom Blog auf uns aufmerksam werdet, würden wir uns über eine kleine Nachricht freuen:

https://instagram.com/ubuzimabwomurwanda?igshid=NGVhN2U2NjQ0Yg==

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Spendenaufruf für unser Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/05/20/spendenaufruf-fuer-unser-projekt-fuer-sozialbenachteiligte-kinder-in-sahera/#respond Mon, 20 May 2024 19:04:29 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=270 In diesem Beitrag soll es um unsere Hauptaufgabe in Ruanda gehen, welche mir persönlich auch besonders am Herzen liegt. Und zwar geht es um ein Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera. Sahera ist ein Ort, welcher drei Kilometer hinter Rango, dem Dorf wo wir wohnen, liegt. Dort leben viele arme Menschen und vor allem auch […]

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In diesem Beitrag soll es um unsere Hauptaufgabe in Ruanda gehen, welche mir persönlich auch besonders am Herzen liegt. Und zwar geht es um ein Projekt für sozialbenachteiligte Kinder in Sahera. Sahera ist ein Ort, welcher drei Kilometer hinter Rango, dem Dorf wo wir wohnen, liegt. Dort leben viele arme Menschen und vor allem auch Kinder abgeschieden von der Stadt. Seit Oktober letzten Jahres gehen wir jedes Wochenende dorthin und öffnen das Oratorium. Das Oratorium ist ein Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche der Salesianer Don Boscos. Es findet auf einem neugekauften Gelände statt, auf welchem sich ein Haus und ein Außengelände befindet, welches auch als Fußball- und Volleyballfeld umfunktioniert wird. Eigentlich sind dafür andere Felder vorgesehen, welche jedoch noch nicht ausgebaut sind. In den ersten Wochen sind „nur“ etwa 40 bis 50 Kinder gekommen, doch mittlerweile kommen jeden Samstag und jeden Sonntag  zwischen 100 und 150 Kinder und Jugendliche aus allen Altersgruppen. Also wirklich aus allen, denn viele Kinder bringen auch ihre Geschwister mit, die vielleicht gerade mal ein Jahr alt sind. Elisa und ich beschäftigen uns meist mit den etwa Drei bis Zwölfjährigen. Wir machen gemeinsam Sport, springen Seilchen, spielen Karten und andere Spiele, malen Kreide, tanzen zusammen oder bringen ihnen einfache Redewendungen auf Englisch und Französisch bei. Es gibt auch immer eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die traditionellen ruandischen Tanz lernen. Zum Schluss wird immer ein „Mot du soir“ gehalten. Das wird entweder von Père Thierry gehalten, welcher uns meist begleitet oder von uns (natürlich auf Kinyarwanda). Wir singen und beten auch immer zum Abschied und begleiten dann noch einige Kinder nach hause, da wir so gut wie immer laufen.  

Die Kinder sprechen wirklich ausschließlich nur Kinyarwanda und nur einzelne können einzelne Wörter auf Englisch. Einige leben auf der Straße und haben überhaupt keinen Zugang zu Bildung. Andere sind zwar an einer öffentlichen Schule angemeldet, haben jedoch das Geld nicht, um sich Uniformen zu leisten, Schulhefte und Stifte zu kaufen oder sich die Haare abzurasieren, was als Vorgabe der Frisur gilt. Auch das führt häufig dazu, dass ein Kind nicht zur Schule geht, obwohl es nur an etwa einem Euro scheitert. Die meisten Kinder wachsen zudem in einem sozial schwierigen Verhältnis auf. Es gibt einige Waisenkinder und ein Großteil der Kinder wächst nur mit einem Elternteil, meistens der Mutter, auf, welche sich nicht selten um mehr als fünf Kinder kümmern muss. 

Das Oratorium soll für die Kinder, abgesehen von dem Sportangebot und dem sozialen Austausch, auch ein Ort sein, an welchem sie Abwechslung und Ablenkung von ihrem sonstigen Leben bekommen. Wir möchten den Kindern ein körperliches und seelisches Wohlgefühl vermitteln. 

Ein weiteres Anliegen für uns ist, dass wir den Kindern einen Zugang zu Bildung verschaffen, weshalb wir diejenigen, die in die Schule gehen, mit Heften und Stiften versorgen. Auch sind die meisten Kinder sehr dreckig und tragen verschmutzte Kleidung, weshalb wir Seife austeilen. Viele Kinder kommen auch barfuß, weshalb wir gerade mit einem Salesianer planen, sogenannte „Boda Boda“ (Schlappen) zu kaufen. An besonderen Festen wie Weihnachten, dem Don Bosco-Tag, oder an Ostern gibt es auch eine Kleinigkeit zu essen, wie zum Beispiel „Amandazi“ (frittierte Hefeteigbälle), „Sambusa“ (frittierte Kartoffeltaschen) oder „Béniers“ (kleine Brötchen). Dazu gibt es dann Bananen. kleine Säfte oder etwas anderes zu trinken. Aufgrund der Erfahrungen der Salesianer und da das Gelände noch lange nicht ausgebaut ist, haben wir nicht die Möglichkeit, jedes Wochenende Lebensmittel zu verteilen, geschweige denn eine warme Malzeit zuzubereiten. Jedoch haben wir schon schnell gemerkt, dass es in Ruanda und insbesondere bei den Salesianern sehr oft Festlichkeiten und Gründe zum Feiern gibt. Des Weiteren werden auch immer Bälle benötigt, um Sport zu treiben.

Da die Kinder keinen finanziellen Beitrag leisten müssen, geht es uns darum, dass sie sich am Oratorium beteiligen, ein gutes soziales Miteinander erleben und zu besonderen Anlässen ihr Erlerntes vorführen. Am Don Bosco-Fest zum Beispiel führte eine Gruppe traditionellen Tanz vor und eine andere Gruppe veranstaltete eine Modenschau. Zudem haben wir auch schonmal ein Fußballtunier veranstaltet.

Damit dies alles finanziert werden kann, sind wir auf Spenden angewiesen und benötigen eure Hilfe. Ich hoffe, dass ich unser Projekt anschaulich erklären konnte und ihr uns unterstützt. Dabei muss es gar nicht unbedingt ein großer Beitrag sein. Auch die Sachen, die wir kaufen, sind an sich nicht unbedingt teuer. So kostet ein Schulheft in der Regel zwischen 50ct und 70ct und ein Amandazi zum Beispiel 8ct. Trotzdem freuen wir uns natürlich über jede Spende und sind sehr dankbar dafür! Selbstverständlich erhält auch jeder der möchte eine Spendenquittung. Unten findet ihr einen Link für unser Spendenkonto, auf das ihr ganz unkompliziert spenden könnt. Vielen Dank an alle, die unser Projekt und die Kinder in Sahera unterstützen! 

https://www.donboscomission.de/volontariat/2023/spenden/strassenkinder-ruanda

Ihr könnt auch gerne Elisas und meinem gemeinsamen Instagram-Account folgen, auf dem wir regelmäßig posten. Wenn ihr vom Blog auf uns aufmerksam werdet, würden wir uns über eine kleine Nachricht freuen: https://instagram.com/ubuzimabwomurwanda?igshid=NGVhN2U2NjQ0Yg==

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Halbzeit mit Zwischenseminar in Benin https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/02/24/halbzeit-mit-zwischenseminar-in-benin/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/02/24/halbzeit-mit-zwischenseminar-in-benin/#respond Sat, 24 Feb 2024 19:59:37 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=252 Mittlerweile ist es Halbzeit in meinem Freiwilligendienst und das bedeutet, dass es Zeit für mein Zwischenseminar in Benin war. Das findet für alle Weltwärts-Freiwilligendienst im Februar statt. Es soll die Möglichkeit geben, sich über das Erlebte auszutauschen, eine Auszeit zu haben und Kraft für die zweite Hälfte zu sammeln. Für die Don Bosco-Volontäre ging es […]

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Mittlerweile ist es Halbzeit in meinem Freiwilligendienst und das bedeutet, dass es Zeit für mein Zwischenseminar in Benin war. Das findet für alle Weltwärts-Freiwilligendienst im Februar statt. Es soll die Möglichkeit geben, sich über das Erlebte auszutauschen, eine Auszeit zu haben und Kraft für die zweite Hälfte zu sammeln. Für die Don Bosco-Volontäre ging es dieses Jahr nach Benin, was mich und Elisa sehr gefreut hat, da wir einmal von Ostafrika nach Westafrika reisen durften. Don Bosco hat dieses Jahr nur sechs Volontärinnen in Afrika, zwei in Kamerun, zwei in Benin und Elisa und mich in Elisa. Deshalb besuchten wir das Seminar einer anderen Organisation. Diese heißt „Kinderhilfe Westafrika“.

Elisa und ich sind bereits am 08.02. nach Kigali gefahren, da wir am nächsten Morgen schon früh den Flieger nehmen mussten. Nach sechs Stunden Flugzeit, inklusive einer Zwischenlandung in Gabun, waren wir dann am frühen Nachmittag da und haben auf Amélie und Helena aus Kamerun gewartet. Gemeinsam wurden wir dann von den Veranstaltern des Seminars abgeholt und sind mit einem Bus nach Porto Novo, der Hauptstadt, gefahren. Dort hat „Kinderhilfe Westafrika“ ein Ausbildungszentrum für Näherinnen und Frisösen aufgebaut, in welchem auch eine Volontärin arbeitet. Dort konnten wir essen und die Nacht verbringen. Am nächsten Morgen ging es dann weiter in eine Unterkunft in Dassa-Zoumé, dem Ort, wo das Seminar stattfand. Nach und nach trudelten dann die anderen Freiwilligen ein. Sie kamen mit einer Ausnahme alle aus Benin. Das Seminar ging bis zum 14.02. Wir sprachen über die verschiedensten Sachen: zum Beispiel über die Auslebung von Religion, den Umgang und die Arbeit mit Kindern, wie man Projekte aufbaut, den Umgang mit Leid und weitere Themen die uns bedrückten, wie Gewalt an Kindern oder Sexualisierung. Zudem hatten alle die Möglichkeit, detailliert ihr Projekt vorzustellen und über High- und Lowlights zu berichten. Es war wirklich sehr schön, sich mit den anderen Volontären auszutauschen, da man häufig ähnliche Sachen erlebt hat und auch ähnliche Probleme hat. Das Highlight war aber der Ausflug. In einer Moto-Karawane sind wir zu einem riesigen Felsen gefahren, den wir bestiegen haben. Von dort aus hatten wir eine wunderschöne Aussicht über Dassa. Die Natur unterscheidet sich wirklich sehr von der in Ruanda. Es ist um einiges trockener und lange nicht so grün und bergig wie in Ruanda. In Benin ist nämlich viel Savanne. 

Oben auf dem Felsen angekommen

Nach dem Seminar hatten wir noch fast eine Woche zum Reisen Zeit. Die ersten vier Tage hatten Amélie, Helena, Elisa und ich einen Guide gebucht. Den Kontakt hatten wir über die Benin-Freiwilligen bekommen. Der Guide hat mit einer ehemaligen Freiwilligen eine Organisation aufgebaut. In verschiedenen Dörfern im Norden Benins baut er zum Beispiel „Chateaux d‘eau“ also übersetzt „Wasserschlösser“, die die Dörfer mit Wasser versorgen, oder organisiert Fußballspiele zwischen den Schulen der Dörfer, damit ein Austausch stattfindet. Gemeinsam mit ihm besuchten wir verschiedene Dörfer und Schulen im Norden Benins, welche abseits der großen Städten liegen, in denen er aktiv ist. So lernten wir viel über die beninische Kultur und Traditionen, was wirklich sehr interessant war. Außerdem waren wir in Wasserfällen schwimmen und haben ganz viel von der beninischen Küche probiert, die wirklich super lecker ist. 

Im ersten Dorf sollten wir einen heiligen Baobab-Baum (Affenbrotbaum) umarmen.
Im zweiten Dorf sollten wir uns dann in einen Baobab-Baum reinstellen. Links sieht man jeweils die traditionellen Häusee

Die letzten beiden Tage verbrachten wir in Cotonou, der größten Stadt Benins, in der der Flughafen ist und die direkt am Meer liegt. Ich muss sagen, ich habe mich schon sehr gefreut, dass wir dort ein Apartment mit fließenden Wasser und einer richtigen Toilette hatten, was vorher nicht immer der Fall war. Am ersten Tag fuhren wir morgens ganz früh zum Dantokpa Market, einer der größten Märkte Westafrikas. Leider hatten wir nicht daran gedacht, dass es ja Sonntag war und dass darum ein Großteil der Stände geschlossen war, da die Besitzer in der Kirche waren. Darum war uns klar, dass wir am nächsten Tag wiederkommen wollten. Einen Baumwollstoff fand ich trotzdem. Nachmittags sind wir dann nach Ganvier gefahren. Ganvier befindet sich außerhalb Cotonous auf dem Wasser. Es leben dort 40.000 Menschen, die in Häusern auf Holzstelzen wohnen. Als Fortbewegungsmittel werden kleine Boote verwendet, sogar der Markt befindet sich auf Booten. Wir haben aus unserem Boot von einem anderen Boot „Beniers“, beninische kleinere Amandazi, gekauft. Die Frau hatte auf dem Holzboot ein Feuer gemacht und darauf in einer Schüssel die Teigbällchen frittiert. In Ganvier gibt es alles, was man braucht, halt nur auf dem Wasser oder auf Miniinseln: Schulen, eine Kirche, eine Moschee, Restaurants, Bars, Hotels und sogar einen MTN-Stand. MTN ist ein großer Telefonanbieter in Afrika. Gefühlt alle fünf Meter sieht man MTN-Stände an der Straße, an denen man sein Guthaben aufladen kann. Ich fand es sehr beeindruckend, durch den Ort zu fahren. Kriminalität gibt es dort übrigens überhaupt nicht und da so gut wie alle, die dort leben, auch dort aufwachsen und von klein auf schwimmen lernen, ertrinkt auch so gut wie nie jemand. Montag ging es dann vormittags für uns zum Reiten. Wir hatten von anderen Freiwilligen erfahren, dass man Strandausritte machen kann. Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. In Ruanda habe ich noch nie ein Pferd gesehen. Danach ging es zu einem anderen Strandabschnitt, um schwimmen zu gehen. Das ist aufgrund der Strömung nur an einigen bestimmten Stellen erlaubt. Anschließend sind wir nochmal zum Markt gefahren. Diesmal war es wirklich eine ganz andere Erfahrung. Überall waren Stände und Menschen, zum Teil auch Stände auf Köpfen von Menschen. Zuerst besuchten wir wieder die Stoffabteilung. Darauf hatte ich mich besonders gefreut, weshalb ich am Vortag besonders traurig war, dass nur so wenig offen hatte. Diesmal wurde ich aber nicht enttäuscht und habe direkt zwei weitere bunte Stoffe mitgenommen, aus welchen ich mir in Ruanda Röcke nähen lassen werde. Danach ging es zu den Lebensmitteln. Die waren so wie die Stoffe sehr vielfältig, bunt und geruchsintensiv. Das meiste hatte ich vorher noch nie gesehen. Wir haben einige Sachen gekauft, die wir dann für ein Picknick auf der Dachterrasse von anderen Volontären mitgebracht haben, die wir beim Seminar kennengelernt hatten. Gemeinsam haben wir dort den letzten Abend verbracht. Gerade sitze ich im Flieger zurück.   

In Ganvier
Eine Statue vom ehemaligen König Ganviers
Beim Reiten
Auf dem Markt und wie wir versuchen, das Wasser auf die afrikanische Art zu tragen
Das Picknick auf der Dachterasse

Hier ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind, in welchen sich Benin und Ruanda unterscheiden:

  1. In Benin ist es sehr viel trockener, zumindest jetzt während der Trockenzeit.
  2. Benin ist viel flacher. Jedoch seht man öfter mal riesige Steinfelsen/Berge aus Stein.
  3. Es tragen in Benin so gut wie alle Menschen geschneiderte Kleidung aus bunten traditionellen Stoffen. In Ruanda tragen dies die Frauen und Männer eher weniger beziehungsweise zu wichtigen Anlässen.
  4. Es gibt viel mehr große Eidechsen in Benin, die sich sonnen und Liegestütze machen.
  5. In Ruanda ist Fanta DAS Softgetränk und in Benin „Youki“.
  6. In Benin gibt es viel mehr warmes Streetfood wie Reis, Nudeln, Couscous oder Pâte (Brei aus zum Beispiel Maismehl und Wasser), aber auch belegte Baguettes.
  7. Das Essen ist in Benin schon vorher scharf gewürzt und man muss es nicht wie in Ruanda selber machen.
  8. In Ruanda werden viel mehr Bohnen gegessen. Wir essen sie zweimal täglich. (Auf die freue ich mich schon sehr!)
  9. Ruanda ist um einiges sauberer.
  10. In Ruanda darf man nur alleine aufs Moto-Taxi und es besteht Helmpflicht. In Benin darf man theoretisch auch nur alleine fahren, die Motofahrer nehmen aber trotzdem auch zwei Personen und zusätzlich auch noch zwei bis drei Gepäckstücke mit. Helme tragen nur die Fahrer. 
  11. In Ruanda sind die Temperaturen sehr angenehm. Im Moment haben wir Höchsttemperaturen von ca. 25 Grad Celsius. In Benin jedoch waren es meist über 40 Grad warm und dazu war die Luftfeuchtigkeit besonders am Meer sehr hoch, sodass man gar nicht mehr aufgehört hat zu schwitzen. Zu allem Überfluss war dann noch öfter Stromausfall oder nur begrenzt Strom oder Steckdosen verfügbar, sodass die Ventilatoren nachts meist nicht funktioniert haben. 
Beim Motofahren

Das ist es nun mit meinem Beitrag über Benin. Auch wenn die Reise sehr schön war, freue ich mich auf Ruanda (insbesondere wegen der Temperaturen). Bis zum nächsten Mal!

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Bonne fête de Don Bosco! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/02/24/bonne-fete-de-don-bosco/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2024/02/24/bonne-fete-de-don-bosco/#comments Sat, 24 Feb 2024 12:56:29 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=238 Hallöchen, in diesem Beitrag geht es um den Don Bosco-Tag. Johannes Bosco ist der Namensgeber von Don Bosco Volunteers, meiner Entsendeorganisation, aber auch von meiner alten Schule in Deutschland und hier in Ruanda lebe ich gemeinsam mit Ordensmitgliedern Don Boscos zusammen. Er lebte von 1815 bis 1888. Der italienische Priester machte es zu seinem Lebenswerk, […]

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Hallöchen, in diesem Beitrag geht es um den Don Bosco-Tag. Johannes Bosco ist der Namensgeber von Don Bosco Volunteers, meiner Entsendeorganisation, aber auch von meiner alten Schule in Deutschland und hier in Ruanda lebe ich gemeinsam mit Ordensmitgliedern Don Boscos zusammen. Er lebte von 1815 bis 1888. Der italienische Priester machte es zu seinem Lebenswerk, die Jugend zu unterstützen. So half er zum Beispiel Straßenkindern, erzog sie, brachte ihnen bei zu beten und bewahrte sie davor, im Gefängnis zu landen. Zudem gab er ihnen ein Zuhause und fand für sie Ausbildungsplätze. 1859 gründete er die „Gesellschaft des Heiligen Franz von Sales“, wessen Mitglieder sich die „Salesianer Don Boscos“ nennen. Jedes Jahr feiern der Orden sowie alle anderen Mitglieder der Don Bosco-Gemeinschaft ihm zu Ehren an seinem Todestag, dem 31.01., ein Fest, um an ihn und sein Lebenswerk zu erinnern.

Die Salesianer feiern immer zweimal, einmal am Tag selber mit den Schülerinnen und Schülern und dann nochmal am folgenden Sonntag in der Gemeinde, da es sich um die „Paruwasi Rango – Yohani Bosco“ handelt.

Der 31.01.2024 begann schon mit einem besonderen Frühstück. Anstelle von Brot gab es nämlich Crêpes. Danach hatten wir nochmal kurz Zeit, um uns auf die Messe um 9.30 Uhr in der offenen Kapelle des Noviziats mit der ganzen Schule vorzubereiten. Denn Elisa und ich sollten die Lesungen vorlesen, die natürlich auf Kinyarwanda sind. Es war unsere zweite Lesung in der Kirche. Die erste hatten wir Ende November in der Paroisse, der Kirche in Rango. Ich war zwar auch jetzt sehr aufgeregt, aber lange nicht so nervös wie beim letzten Mal. Wir hatten zwar nur zwei Tage Zeit zum Üben, davor war es über eine Woche, aber unser Kinyarwanda ist schon um einiges besser geworden und es waren anstelle von 500 Menschen nur ca. 200 da. Am Ende klappte es auch ganz gut und wir haben sehr viele Glückwünsche bekommen. Nach der Messe ging es weiter mit dem Finale des Fußballtuniers zwischen den Klassen, welches die ganze Woche davor stattgefunden hatte, und der anschließenden Siegerehrung. Um ca. 14 Uhr gab es dann Mittagessen. Danach ging es weiter mit einer Talentshow. Jeder musste etwas beitragen. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten einen ruandischen traditionellen Tanz, moderne Tänze, sangen und rappten Solo und im Chor, trugen selbstgeschriebene Gedichte über Don Bosco vor, schauspielerten einen Ausschnitt seines Lebens und zeigten selbstgemalte Bilder von ihm. Mein absolutes Highlight jedoch war die Fashion-Show. Wie Models sind die Schülerinnen und Schüler gelaufen und haben verschiedene Outfits präsentiert. Um ca. 18 Uhr war dann die Feier in der Schule beendet. Für uns ging es dann noch weiter, denn unsere Kommunität hatte die Kommunität des Noviziats zum Abendessen zu Besuch. Auch dort gab es kleine Gesangseinlagen. 

Bei der Lesung
Die Mädchen beim traditionellen Tanz
Ein Junge beim traditionellen Tanz
Zwei Mädchen bei der Fashion-Show

Die Feierlichkeiten gingen am folgenden Samstag weiter. Am Wochenende gehen wir immer in den Nachbarort Sahera, in welchem die Salesianer auch ein Grundstück haben. Dort leben viele sehr arme und sozial benachteiligte Kinder. Wir spielen gemeinsam mit ihnen, machen zusammen Sport oder bringen ihnen kleine Redewendungen auf Englisch und Französisch bei. Die Kinder sprechen nämlich nur Englisch. Zu Ehren Don Boscos sollte es auch dort eine kleine Feier geben. So sind wir vormittags mit unserem Ökonomen Père Thierry auf den Markt gefahren und haben Saft sowie Bonbons gekauft. Zuvor hatten wir schon bei den Schülern der Kochausbildung „Amandazi“ bestellt. Das sind frittierte Bälle aus Hefeteig. Am Nachmittag um 15 Uhr sind wir dann nach Sahera gefahren. Erst fand ganz normal das Oratorium, das Spielen mit den Kindern, statt. Dann gab es eine Vorstellung von ein paar älteren Jugendlichen in traditionellen und modernen Tanz sowie wieder einer Moden-Show.  Während wir am Wochenende immer mit den jüngeren Kindern, ca. 3 bis 12 Jahre alt, draußen spielen, trainieren sie dies und musizieren sie immer in dem Haus auf dem Grundstück. Nach der Vorstellung, bei der alle zugeguckt haben, haben wir dann alle gemeinsam getanzt, also auch die jüngeren Kinder. Wir haben auf einer Musikbox laut Musik angemacht und dann gab es ein wildes Durcheinander aus ungefähr 100 tanzenden Kindern. Anschließend hat Père Thierry noch eine kleine Ansprache gehalten und dann haben wir die Amandazi, die Bonbons und den Saft verteilt. Die Kinder haben sich alle sehr gefreut. Es war aber auch sehr anstrengend, da alle alles als Erstes wollten. Trotzdem war es sehr schön! Um 19.30 Uhr waren wir dann fertig und sind wieder nach Hause gefahren. Das Essen wurde durch Spenden finanziert. Denn am Don Bosco-Tag haben die Sechstklässler meiner alten Schule, dem Don Bosco-Gymnasium in Essen, Spenden für die Kinder in Sahera gesammelt. Vielen Dank nochmal an alle Beteiligten!

So, nun zur letzten Feier in der Paroisse. Die war dann am Sonntag. Nach dem Gottesdienst, der meines Erachtens mit drei Stunden viel zu lange ging, ging es dann direkt zum Noviziat. In dem „Grande salle“ dort, gab es wieder Tanz- sowie Gesangsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen sowie Reden von wichtigen Mitgliedern der Gemeinde. Es waren insgesamt ca. 200 Gäste eingeladen, darunter zum Beispiel verschiedene Chöre und andere aktive Kirchenmitglieder. Für die gab es dann auch ein gemeinsames Essen und Getränke.

Ich muss sagen, dass mir erst durch die Feste bewusst geworden ist, was die Persönlichkeit Don Boscos ausmachte, obwohl er schon lange tot ist, und dass sich die Menschen ihn wirklich zum Vorbild nehmen. Es waren sehr schöne Tage, auch wenn sie sehr anstrengend waren. Vor allem hat mich überrascht, wie groß doch die Bindung zu Don Bosco ist, und das nicht nur von den Priestern. Nein, auch alle anderen haben ihn und sein Lebenswerk gefeiert. 

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Noheli nziza! Kathi allein in Ruanda https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/12/30/noheli-nziza-kathi-allein-in-ruanda/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/12/30/noheli-nziza-kathi-allein-in-ruanda/#comments Sat, 30 Dec 2023 08:32:57 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=204 Erstmal „Frohe Weihnachten“ oder „Noheli nziza“ wie man auf Kinyarwanda sagt. Denn in diesem Blogartikel soll es um meine Weihnachtszeit in Ruanda gehen. Ehrlich gesagt spürte ich von Weihnachten bis zum 24.12. nicht so viel. Das einzige, was auf die Adventszeit hingewiesen hat, waren die vier Kerzen in der Kirche. Elisa und ich versuchten uns […]

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Erstmal „Frohe Weihnachten“ oder „Noheli nziza“ wie man auf Kinyarwanda sagt. Denn in diesem Blogartikel soll es um meine Weihnachtszeit in Ruanda gehen.

Ehrlich gesagt spürte ich von Weihnachten bis zum 24.12. nicht so viel. Das einzige, was auf die Adventszeit hingewiesen hat, waren die vier Kerzen in der Kirche. Elisa und ich versuchten uns trotzdem unsere eigene Weihnachtsstimmung zu kreieren. Zum einen machten wir für den jeweils anderen einen Adventskalender mit Türchen für die vier Adventssonntage und zum anderen wollten wir unbedingt Plätzchen backen und dabei Weihnachtsmusik hören. Also fuhren wir eine Woche vor Weihnachten zum Markt, um alle nötigen Zutaten einzukaufen. Das war auch gar kein Problem, auch Puderzucker, Vanillezucker und Erdbeermarmelade kriegt man, nur nach gemahlenen Mandeln haben wir vergeblich gesucht. Also mussten die Vanillekipferl ohne diese auskommen. Sie haben zwar nicht mehr nach Vanillekipferl geschmeckt, waren aber trotzdem sehr lecker. Sonst gab es noch Marmeladenplätzchen und bei unserer zweien Backaktion ein paar Tage später buken wir normale Ausstechplätzchen, die wir mit Zuckerguss verzierten. Von denen machten wir ein paar mehr, damit wir sie auch noch an die Angestellten und die Internatsschüler verteilen konnten. Das war unser Weihnachts- und Abschiedsgeschenk an sie, denn am Freitag vor Weihnachten kehrten sie für die Ferien nach Hause zurück. Die beiden Wochen vor den Ferien waren für alle Schüler in Ruanda jeden Tag Examen angesetzt. Das erste Trimester war hiermit beendet.

Ein paar von unseren Plätzchen

Am 21.12 bekam Elisa dann leider die Nachricht, dass ein Familienmitglied sehr krank ist. Damit sie sich noch verabschieden kann, beschloss Elisa, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen. Noch am selben Abend buchte sie einen Flug und am 22.12. fuhren wir um 6 Uhr morgens mit unserem Direktor nach Kigali. Dort angekommen, besuchten wir nochmal unser Stammcafé und den „Kimironko Market“, damit Elisa schonmal alle Mitbringsel mit nach Deutschland nehmen konnte und sie im August mehr Platz im Koffer hat. Denn natürlich kommt sie in ca drei Wochen zurück nach Ruanda. Der Flieger ging um 23 Uhr. Wir wollten nach dem Abendessen das Taxi nehmen. Unglücklicherweise war der Taxifahrer zu spät und dann standen wir noch im Stau, so dass wir viel zu spät am Flughafen waren. Und dann mussten wir alle noch durch eine Sicherheitskontrolle, bevor wir das Gelände betreten durften. Also auch ich und der Taxifahrer, obwohl wir nicht geflogen sind. Es wurde auch das ganze Taxi durchsucht und der Koffer von einem Drogenhund abgeschnüffelt. Um 21.40 Uhr waren wir dann durch, nur leider hatte der Check-in um 21.30 Uhr geschlossen. Irgendwie haben wir dann die Security überredet, Elisa noch reinzulassen, aber ich musste draußen bleiben, weshalb es ein kurzer Abschied wurde.

Nun war ich also alleine in Ruanda. Ich habe mich ein wenig gefühlt wie Kevin allein in New York, als ich vom Flughafen zurückgelaufen bin. Kigali in der Dunkelheit war wunderschön. Die Straßen, Bäume und Gebäude waren mit Lichterketten geschmückt und am Convention-Center stand ein Tannenbaum, Geschenke und Weihnachtsgrüße aus Lichterketten gebaut. Die Nacht verbrachte ich in Kigali und am nächsten Morgen ging es dann zurück nach Rango.

Weihnachtsbeleuchtung in Kigali

Auch am 24.12. spürte ich erst noch nichts von Weihnachten. Es war ein ganz normaler Sonntag bis auf darauf, dass ich die Sonntagsmesse dankend abgelehnt habe, als ich darauf hingewiesen wurde, dass diese ganz normal stattfinde. Es waren zudem fast 30 Grad und strahlend blauer Himmel. Das bin ich aus Deutschland nun wirklich nicht an Weihnachten gewöhnt. Ich war joggen, wusch gemeinsam mit Fairus, einem Jungen, der auf unserem Campus wohnt, unsere Wäsche und wir besuchten zwei bekannte Familien von ihm. Dann gab es wie gewöhnlich den Sonntagsaperitif. Nachmittags kam ich dann doch noch ein wenig in Weihnachtsstimmung. Fairus und ich dekorierten gemeinsam die Kapelle und bauten die Krippe auf. Danach ging es um 17.00 Uhr zur Messe. Naja für uns war es eher 17.20 Uhr, aber das war nicht schlimm, denn die Pères kamen erst um 17.40 Uhr. Ich war froh, dass ich noch einen der letzten Plätze ergattert hatte, denn die Kirche war brechend voll. Es gab sogar Ordner, die die Sitzplätze zugeordnet haben. Die Messe ging etwa bis 20.30 Uhr. Es war jedoch keine gewöhnliche Weihnachtsmesse, wie man sie aus Deutschland gewöhnt ist. Hauptsächlich bestand sie aus etwa 20 Taufen, 40 Firmungen und zwei Hochzeiten. Es wurden auch nur zwei Weihnachtslieder gesungen. Eines davon war „Engel auf den Feldern singen“, welches wir die letzten Wochen fleißig im Kinyarwanda-Unterricht geübt hatten. Es war ein großes Kommen und Gehen. Die ganze Zeit sind die Menschen aufgestanden, aus der Kirche gegangen und nach ein paar Minuten wiedergekommen. Ich konnte dies leider nicht tun, auch wenn ich echt nicht mehr sitzen konnte, weil ich wusste, dass hinterher von den Pères Kommentare gemacht worden wäre. Als einzige Weiße in der Kirche, fällt man nunmal auf. Zum Glück saßen einige Kinder nehmen mir, die mich ganz gut unterhalten haben. Nach der Messe haben dann alle „Noheli nziza“ gewünscht. Rango war nun auch mit einigen Lichterketten dekoriert.

Die Krippe

Ich bin dann direkt zum Essensraum gegangen. Ich war ganz erstaunt, dort einen Weihnachtsbaum vorzufinden. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich muss sagen, er ist wirklich nicht schön, aber es geht ums Prinzip. Nun war ich wirklich in Weihnachtsstimmung. Es gab noch einen Weihnachtsaperitif und dann Abendessen. Das war nicht wirklich besonders oder anders als sonst. Es gab wie fast immer Reis, Bohnen, Gemüse, Soße und etwas Fleisch.

Unser schöner Weihnachtsbaum

Am 25.12 war dann für die Menschen hier richtig Weihnachten. Begonnen hat der Tag, wie auch sonst, mit einer Messe um 10.30 Uhr. Ich war 15 min zu spät und diesmal hatte die Messe wirklich schon angefangen und ich habe keinen Platz mehr bekommen. Es waren wieder Ordner da. Auch an diesem Tag gab es wieder Taufen. Und zwar nicht nur 20. Nein. Mindestens 100. Also wirklich. Darum dauerte die Messe auch wieder gut drei Stunden. Nach dem Mittagessen buk ich einen Kuchen für den Abend. Ernest, der Koch, hatte mich darum gebeten. Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber Fanta ist hier wirklich DAS Getränk. Es gibt aber nicht wie in Deutschland hauptsächlich Orange als Sorte, sondern auch noch Citron, Pineapple oder irgendwas lila-schwarzes. Letztere schmeckt wirklich nicht gut. Die Sorte „Orange“ ist hier auch wirklich ganz künstlich orange und nicht gelb. Also mischte ich Orange und Citron und fabrizierte zwei Kuchen, welche ich noch mit Zuckerguss verzierte.

Beim Kuchenbacken

Am Abend kamen dann die Novizen und die Pères vom Noviziat für eine Weihnachtsfeier vorbei. Natürlich begann diese mit einem Aperitif. Weiter ging es mit dem Essen. Es gab wieder Reis, Bohnen, Dodo (sieht aus wie Grühnkohl), Soße, Pâte (eine Art Brei aus Maniokbrei), Salat, Fleisch und frittierte Kartoffeln. Zum Nachtisch stellte ich dann meinen Kuchen auf den Tisch. Beim Essen wurden Weihnachtslieder über eine Box abgespielt. Nach dem Essen wurden die Novizen dann selber aktiv und sangen Weihnachtslieder vor, als Solo so wie als Chor. Als „Stille Nacht“ auf Englisch vorgesungen wurde, wurde ich gezwungen dies auf Deutsch zu tun. Da ich aber nun wirklich kein Gesangstalent bin und ich nicht alleine vor 20 Menschen vorsingen wollte, haben Père Danko, ein 83-jähriger kroatischer Priester, der auch ganz gut deutsch kann, und der Direktor versucht mich zu unterstützen. Die Betonung liegt auf „versucht“, denn der eine kam aufgrund seines Alters nicht mit dem Tempo mit und der andere kann nunmal kein Deutsch und hat deshalb viermal hintereinander die erste Strophe gesungen, ohne es zu merken. Es wurde noch ein Gedicht vorgetragen, etwas gequatscht und der Direktor hat noch eine kurze Rede gehalten. Dann war der Abend auch schon vorbei.

Die Novizen beim Singen

Der 26.12. war wieder ein ganz normaler Tag. Aber eigentlich waren das auch die Tage davor. Selbst am 24. abends und am 25. haben Leute ihre Ware am Straßenrand verkauft. Ich sah einige Sternsinger in Rango rumlaufen gesehen. Leider war ich nicht dabei, als sie zu uns kamen. Zusammen mit Jean-Paul, einem auszubildenen Père, plante ich außerdem, eine kleine Weihnachtsfeier für die Straßenkinder am nächsten Tag zu machen. Meinem absoluten Highlight.

Am 27.12. ging ich gemeinsam mit der Schulköchin Mutesi um 7.30 Uhr nach Rango auf den Markt und in einige Geschäfte. Wir kauften mehrere Kilo Reis, Bohnen, Kohl, Tomaten, Zwiebeln, Salz, Öl und Seife ein. Um etwa 9 Uhr waren wir dann zurück und hatten alle Sachen ausgepackt. Ca eine halbe Stunde später kamen die ersten Kinder. Nur hatte das Wetter mir und Jean-Paul einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es regnete durchgehend. Eigentlich hatten wir ein kleines Fußballturnier geplant, doch das musste nun leider ausfallen. Die Kinder haben trotzdem Fußball und Volleyball gespielt. Ich bin dann mit Jean-Paul nochmal los. Am Campus kam eine Frau mit einem Korb voller Avocados vorbei, die wir gekauft haben, und dann sind wir zum Metzger gegangen. Denn weil Weihnachten war, sollte es ein besonderes Essen geben. Normalerweise essen die Kinder kein Fleisch, weil es einfach zu teuer ist. Manche haben wohlmöglich das ganze letzte Jahr kein Fleisch gegessen. Wir kauften insgesamt 4 kg. Dabei wurde mir gesagt „Quantität vor Qualität bei den Kindern“. Deshalb nahmen wir die Reste, die noch von der Kuh übrig waren. Dabei war auch Pansen, Niere und Leber. Auf dem Rückweg sammelten wir noch ein paar Kinder ein. Zurück auf dem Campus hatte Mutesi schon mit einigen älteren Kindern angefangen zu kochen. Ich sollte auch mithelfen und mich mit ihr um das Fleisch kümmern, was ehrlich gesagt als Vegetarierin seit vielen Jahren nicht meine Lieblingsaufgabe ist. Ich habe es trotzdem gemacht. Erst schnitten Mutesi und ich alles klein und dann kochten wir es in einer Brühe. Danach brieten wir es an und löschten es mit einer Tomatensoße ab. Während die letzten Vorbereitungen liefen, versammelten sich alle Kinder und Père Danko kam, um eine kleine Rede zu halten, in welcher er erklärte, um was es an Weihnachten geht. Außerdem hatte er eine Kreuzkette und einen Stift für jedes Kind dabei. Danach gab es Essen. Jedes Kind bekam eine große Portion Reis, Bohnen und Kohl, etwas Fleisch, eine halbe Avocado und eine Flasche Fanta. Als alle aufgegessen hatten, wurde der Abwasch getätigt und aufgeräumt. Dabei halfen alle mit. Um 15 Uhr etwa waren wir dann etwa mit allem fertig. Es war sehr anstrengend, aber auch sehr schön. Insgesamt kochten wir für etwa 30 Kinder und Jugendliche. Es waren sehr junge Kinder dabei, aber auch ein paar ältere. Sie haben sich sehr gefreut und waren sehr dankbar!

So, das war es mit meinem Beitrag über die Weihnachtszeit. Ich hoffe, er hat euch gefallen. Auch wenn mein Weihnachten anders als erwartet war, war es trotzdem sehr schön und ich bin sehr dankabar, es hier in Ruanda miterleben zu dürfen. Momentan befinde ich mich mit anderen Freiwilligen in Gisenyi am Lake Kivu. Dort werde ich auch Silvester verbringen. Aber darüber geht es dann ein anderes Mal…

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Oktober-Update https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/11/06/oktober-update/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/11/06/oktober-update/#comments Mon, 06 Nov 2023 08:56:50 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=182 Wahrscheinlich ist es schon November, wenn ich den Beitrag hochlade, aber hier kommt trotzdem eine kleine Oktober-Zusammenfassung für euch. Ich glaube, mein letzter Bitrag liegt schon über vier Wochen zurück. Das liegt nicht daran, dass nichts passiert ist, ganz im Gegenteil, aber irgendwie kam ich nicht dazu.  Zuerst einmal: Wie sieht mein Alltag im Moment […]

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Wahrscheinlich ist es schon November, wenn ich den Beitrag hochlade, aber hier kommt trotzdem eine kleine Oktober-Zusammenfassung für euch. Ich glaube, mein letzter Bitrag liegt schon über vier Wochen zurück. Das liegt nicht daran, dass nichts passiert ist, ganz im Gegenteil, aber irgendwie kam ich nicht dazu. 

Zuerst einmal: Wie sieht mein Alltag im Moment aus?

Ich stehe meist um 5.30 Uhr auf und gehe dann joggen. Was ich sehr schnell gemerkt habe ist, dass es extrem wichtig ist, sich Zeit für sich zu nehmen. Wir sind oft den ganzen Tag unter Menschen, was ziemlich anstrengend sein kann. Das liegt zum Beispiel daran, dass viele Menschen nur eine Sprache sprechen, die ich nicht verstehe und dass wir, weil wir „weiß“ sind, extrem viel Aufmerksamkeit bekommen. Dauernd werden wir angesprochen, Menschen wollen was mit uns machen, obwohl wir sie nicht kennen, wollen Fotos mit uns machen, unsere Nummern haben oder wir werden einfach angestarrt und es wird uns nachgerufen. Natürlich sind diese Begegnungen nicht unbedingt negativ, eher das Gegenteil, aber es kann trotzdem echt anstrengend sein. Deshalb tut es gut, auch einmal alleine zu sein, beziehungsweise andere Menschen ausblenden zu können, wobei mir der Sport echt hilft. 

Danach geht es zur Messe und zum Frühstück. Um 8.30 Uhr ist dann das „Mot du matin“ (Wort des Morgens). Zu diesem versammeln sich alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen, Lehrer und auch die Pères (Priester). Dann begrüßt ein Père oder ein Lehrer alle und sagt noch ein paar Worte. Anschließend wird ein Gebet gesprochen.

Danach geht es zum Kinyarwanda-Unterricht. Ich muss sagen: So langsam merke ich Fortschritte. Zwar bin ich noch immer weit davon entfernt, eine richtige Unterhaltung führen zu können, aber immerhin verstehe ich einzelne Wörter und kann daraus oft einen Zusammenhang bilden. Das Sprechen hingegen fällt mir extrem schwierig, da sich die Grammatik einfach sehr stark von den germanischen Sprachen unterscheidet. 

Nach dem Kinyarwanda-Unterricht gehen wir zur Schulköchin Mutesi. Gekocht hat sie dann schon in zwei riesigen Töpfen. Es gibt jeden Tag Maisbrei oder Reis mit einer Soße und Bohnen, aber zum Essen werde ich nochmal einen eigenen Beitrag schreiben. Wir helfen Mutesi dann, die Tische vorzubereiten und alle Teller zu befüllen. Für jeden Schüler, insgesamt etwa 150, gibt es eine Portion. In der Mittagspause helfen wir dann bei der Essensausgabe. Wenn es genug gibt, bekommen Elisa und ich auch noch etwas ab und wir können mit den Schülerinnen und Schülern essen. Sonst gehen wir zur Kommunität und essen dort mit den Priestern.

Nachmittags ist unser Programm noch ziemlich unbeständig. Nach den Weihnachtsferien werden wir selber Englisch unterrichten. Da die Schüler zum Teil wirklich nur sehr wenig bis gar kein Englisch beherrschen, ist es Elisa und mir sehr wichtig, dass wir erst etwas Kinyarwanda lernen, bevor wir eine eigene Klasse übernehmen. Dafür setzen wir uns aber oft in den Englisch-Unterricht von anderen Lehrern mit rein und helfen so etwas mit. Manchmal gehen wir auch in andere Fächer. Besonders gerne gehe ich zur Schneider-Ausbildung. Dort können wir zwar primär zugucken, bei manchen Sachen wie Stickenlernen können wir aber auch mitmachen. 

Zweimal in der Woche geben wir nachmittags Deutschunterricht. Das aber nicht für die Schule sondern privat. Die ersten Stunden waren noch ziemlich einfach, doch auch die deutsche Grammatik ist schwieriger als man denkt… Aber zum Glück ist unsere Schülerin sehr intelligent und kann sich die (leider oft nicht vorhandenen) Regeln und Ausnahmen gut merken. Uns sind schon sehr viele Menschen begegnet, welche interessiert daran sind Deutsch zu lernen. Besonders die Schülerinnen und Schüler unserer Schule fragen häufig. Da sie aber jeden Tag bis 17.00 Uhr Schule haben, reicht es für sie leider nur für einzelne Worte und einfache Sätze in den Pausen. Außerdem ist es wichtiger, dass sie vernünftiges Englisch lernen. Unsere Deutschschülerin ist schon fertig mit der Schule und wird nächstes Jahr die Universität besuchen. Sie kann sehr gut Englisch und möchte eben jetzt auch noch Deutsch lernen. Sie hat sich tatsächlich sogar einige Sachen über „Duolingo“ (eine Sprachenlern-App) beigebracht.

Sonst arbeiteten wir die letzten Wochen viel an dem Straßenkinderprojekt, welches Elisa und ich wieder aufbauen möchten. Auch dazu wird es in der nächsten Wochen einen Beitrag geben, in welchem ich dieses genau erkläre.

Der Unterricht endet jeden Tag um 17.00 Uhr. Die meisten Schülerinnen und Schüler gehen dann nach hause. Etwa 20 Jungs von ihnen leben hier auf dem Campus im Internat. Für sie ist dann „sports-time“ angesagt. Es kommen auch noch einige ältere Jungs von außerhalb und es wird gemeinsam Sport getrieben. Sie spielen Basketball, Volleyball oder Fußball. Ich bin meistens beim Volleyball dabei. Oder beim UNO. UNO ist hier wirklich sehr beliebt. Und die Regeln werden auch sehr ernst genommen. Sobald irgendjemand einen Fehler macht oder versucht zu schummeln, kriegt derjenige sofort mindestens eine Strafkarte und darauf, dass „UNO“ gesagt wird, wird auch sehr streng geachtet. Manchmal mache ich auch einen Spaziergang mit einigen Schülerinnen. Sie zeigen mir die Gegend und ich durfte auch schon ihr zuhause besuchen.

Um 18 Uhr empfangen die Jungs dann das „Mot du matin“ (Wort des Abends). Für uns geht es danach zum Abendgebet und zum Abendessen. Danach bin ich oft sehr müde und könnte direkt schlafen gehen. Manchmal gehe ich dann aber noch zu Elisa ins Zimmer und wir gucken gemeinsam unsere Serie, spielen Karten oder schreiben Tagebuch. 

Donnerstags ist immer Kommunitätsabend. Dann spielen wir gemeinsam mit den Pères Karten und trinken noch etwas. Wir haben ihnen schon deutsche Spiele wie „Mau Mau“ beigebracht und sie uns auch afrikanische Spiele. Auch dort fällt uns immer wieder auf, wie ernst die Regeln genommen werden und wie schadenfroh sie sind. 

Okay, das war es erstmal mit meinem Tagesablauf im Moment.  

Im letzten Monat unternahmen wir auch ein paar Ausflüge, waren auf einem Musikfestival, erkundeten Huye weiter und hatten Besuch von weiteren Volontären. Zum Beispiel besuchten wir einige Ausstellungen in Huye, in denen man traditionelle ruandische Gegenstände kaufen kann oder das „Ethnographic museum“, in welchem es um das Leben von früher bis heute in Ruanda geht.

Dort sind wir aus der Stadt raus zum Rande Huyes gefahren
Auf dem Musik-Festival
In der Kunst-Expo
Vor dem Museum (drinnen darf man keine Fotos machen)
Die Volontäre mit denen wir dort waren

Außerdem waren wir am Ende des Monats von einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kigali eingeladen. Wir waren insgesamt 44 Volontäre aus ganz Ruanda. Das Treffen fand bei dem Mitarbeiter zuhause statt. Dort gab es dann Essen und Getränke für alle. Zudem bot das Treffen die Möglichkeit, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Wir blieben dann noch ein paar Tage in Kigali. Wir waren schon wieder zweimal auf dem „Kimironko market“, besuchten ein Fußballspiel im Stadion sowie eine Kunstgalerie und guckten uns die Stadt noch etwas weiter an. Außerdem waren wir mit den anderen Freiwilligen auf einer Halloween-Party. Bei uns in Rango wäre das undenkbar gewesen. Auf dem Dorf kennt niemand Halloween und wenn wir dort verkleidet rausgehen würden, hätten vermutlich alle Angst vor uns. Das hat zumindest unser Kinyarwanda-Lehrer gesagt. In Kigali war das alles gar kein Problem. Halloween ist zwar nicht wirklich populär, aber durchaus bekannt. Eigentlich wollten wir wenigstens in Rango Kürbisse schnitzen, haben es aber leider zeitlich nicht mehr geschafft. 

In der Kunstgalerie
Beim Fußballspiel: APR FC vs. Rayon Sports
Viele Fans haben sich in den Farben der Vereine angemalt
Vor der Halloween-Party

So, das waren, glaub ich, die wichtigsten Sachen aus Oktober. Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen. Bis bald!

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Muraho Kigali! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/28/muraho-kigali/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/28/muraho-kigali/#respond Thu, 28 Sep 2023 20:05:55 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=146 Diese Woche waren Elisa und ich das erste Mal richtig in Kigali! Eigentlich war nur das Wochenende geplant, aber aufgrund von ein paar organisatorischen Problemen wurden es dann doch insgesamt sechs Reisetage. Kigali ist die Hauptstadt und größte Stadt Ruandas. Sie befindet sich in der Mitte des Landes und ist mit dem Bus von Huye […]

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Diese Woche waren Elisa und ich das erste Mal richtig in Kigali! Eigentlich war nur das Wochenende geplant, aber aufgrund von ein paar organisatorischen Problemen wurden es dann doch insgesamt sechs Reisetage.

Kigali ist die Hauptstadt und größte Stadt Ruandas. Sie befindet sich in der Mitte des Landes und ist mit dem Bus von Huye aus in etwa vier Stunden gut zu erreichen. Das Ticket kostete uns umgerechnet ungefähr 2 Euro. Bisher hatten wir nur einige Eindrücke, als wir vom Flughafen nach Rango gefahren waren. Doch da es damals schon lange dunkel war, konnten wir außer dem leuchtenden Convention Center nicht wirklich viel gesehen. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt schon nach so kurzer Zeit Kigali-City erleben durften!

Unser Bus
Das Convention Center

Die Stadt ist mit einer Großstadt in Europa zu vergleichen. Die Straßen sind voller Autos und Motos (Motorrad-Taxen, die unser liebstes Fortbewegungsmittel in Ruanda sind) und überall sind viele Menschen. Im Gegensatz zu Rango und Huye leben hier auch viele weiße Menschen, weshalb wir ausnahmsweise mal nicht so aufgefallen sind wie sonst, was auch mal ganz angenehm war.

Außerdem gibt es wirklich eine große Vielfalt an Restaurants. Deshalb gingen wir am ersten Tag auch direkt zum Italiener. Wir hatten zwar auch schon mal in Rango Pizza zum Mittagessen, die wirklich sehr lecker war, aber auch ganz anders, als ich sie von zu Hause gewohnt bin. Die Pizza in Kigali sah zwar lecker aus, aber wenn ich ehrlich bin, ziehe ich die aus Rango und Deutschland vor. Naja, das Gefühl bleibt das gleiche und auch leider der Preis… Meine Margherita hat 9 Euro gekostet. In Kigali gibt es eben Großstadtpreise. Für einen Cappuccino zahlt man in Kigali 3000 ruandische Francs, in Huye nur 1000.

Der Ausblick beim Kaffeetrinken

Abgesehen von europäischen Restaurants, findet man auch viele Supermärkte, die europäische Produkte anbieten. Da alles importiert ist, ist aber auch alles deutlich teurer und wir sind lieber auf den Markt gegangen, um uns etwas zu kaufen. Die Märkte dort waren mit Abstand mein Highlight, besonders der Kimironko Market hat es mir angetan. Wir waren dort dann auch gleich drei Mal. Man findet dort wirklich alles. Angefangen bei Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse über Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Stoffe, Souvenirs bis hin zu Haaren. Aber dazu komm ich gleich…

Obst im Kigali City Market
Was es zum Beispiel auf dem Kimironko Market gab

Elisa und ich waren wirklich sehr froh, dass wir das erste Mal nicht alleine auf dem Markt waren. Jonathan, ein anderer Freiwilliger, den wir bei unserem Online-Sprachkurs kennengelernt haben und der schon seit zwei Monaten in Ruanda ist, nahm uns mit. Sobald man den Markt betritt, wird man als Weißer/Weiße sofort zu sich gerufen, gezogen und man „kriegt irgendwelche Sachen angedreht“. Alle und damit mein ich wirklich ALLE wollen einem etwas verkaufen. Da der Markt sehr groß, voll und unübersichtlich ist, kann man sich auch gerne mal verlaufen. Leuten mit Platzangst würde ich ihn auf jeden Fall eher nicht empfehlen. Meine Lieblingsecke war die mit den Stoffen und dem Schmuck. Insbesondere vom letzten hätte ich mir wirklich alles kaufen können. Ich hab mich dann bis auf zwei Armbänder und ein paar Ohrringe doch ganz gut zurückgehalten, wie ich finde. Der Schmuck bestand oft aus „natürlichen“ Dingen, wie etwa Kokosnussschalen und Bananenbaumblättern. Das war ziemlich cool. Außerdem kaufte ich mir noch zwei Tücher, in denen ich von nun an lebe. Es es wirklich sehr bequem, sich diese einfach umzulegen und sich darin einzukuscheln. Schon seitdem ich das erste Mal hier eine Frau mit einem Tuch gesehen hatte, wollte ich unbedingt eins haben und jetzt wird es nicht mehr abgelegt.

Die Preise auf dem Markt werden gehandelt. Besonders dabei war Jonathan eine große Hilfe, weil wir wirklich gar keine Ahnung hatten, wie teuer die verschiedenen Sachen sind. Er hat uns erklärt, dass es immer ganz gut ist, etwa die Hälfte bis ein Drittel des Preises runterzuhandeln. Manchmal waren wir echt gut. Da haben wir es über die Hälfte geschafft. Elisa hat sich auch einen Rock nähen lassen. Eigentlich wollte die Frau 28.000 haben, aber Elisa bezahlte im Endeffekt nur noch 22.000 für den Stoff und das Schneidern zusammen. Das wurde auch direkt getan. Auf dem ganzen Markt saßen die Leute mit ihren Nähmaschinen und nähten direkt die Kleidung. Das Nähen des Rockes dauerte etwa eine Stunde. Er sieht wirklich toll aus. Ich glaube das nächste Mal lasse ich mir auch in Kigali ein Kleidungsstück nähen. Dort gibt es wirklich viel mehr Auswahl als in Huye.

Auch die Auswahl an Haaren ist in Kigali größer. Eine Sache, die wir auch unbedingt in Ruanda machen wollten, waren uns Braids flechten zu lassen, die kleinen Zöpfchen. Eigentlich wollten wir uns nur Extensions kaufen und die dann irgendwann in Huye einflechten lassen, aber da spontane Entscheidungen bekanntlich ja die besten sind, ließen wir sie direkt einflechten. Ungefähr drei Stunden saßen wir in dem Salon und es standen jeweils drei bis vier Frauen gleichzeitig um jede von uns herum und flochten unsere Haare. Ich dachte, es täte mehr weh, weil sie wirklich sehr eng an der Kopfhaut geflochten haben, aber ich muss sagen, es ging. Wenn ich es noch zweimal machen lasse, merkt meine Kopfhaut bestimmt bald gar nichts mehr. Der Anblick ist echt ungewöhnlich, es gefällt mir aber eigentlich ganz gut. Besonders dass meine Haare jetzt so lang sind, finde ich echt cool!

Auf einem anderem Markt habe wir uns dann auch direkt zwei Bonnets gekauft. Das sind eine Art Schlafhauben aus Seide, die man nachts aufsetzt, damit die Haare nicht strapaziert werde und die Braids länger halten.

Vorher, währenddessen und nachher
Unsere leidende Kopfhaut

Zudem waren wir noch in zwei Museen. Samstag besuchten wir das Kandt House Museum, in dem es um den deutschen Kolonialismus in Ruanda geht. Darüber hinaus gehört zu dem Museum ein Amphibien-Park, in dem man Schlangen und ein Nilkrokodil von neun Jahren sehen konnte. Da die Krokodile über 100 Jahre alt werden, gilt es noch als Baby, auch wenn es mir persönlich schon groß genug war. Genauso wie auch die Schlangen. Normalerweise habe ich wirklich eine unglaubliche Angst vor allen Reptilien und Amphibien, weshalb ich erst nicht ganz so begeistert von der Idee war. Die Schlangen fand ich dann doch zum großen Teil aushaltbar, aber als uns dann der Frosch, das Fressen für die Schlange, gezeigt wurde, war ich raus und wartete an der Tür. Die „Niyo Art Gallery“ hat mir dann schon viel besser gefallen. Die Bilder waren wirklich wunderschön! Obwohl die Galerie and sich echt klein ist, haben wir bestimmt 1,5 Stunden darin verbracht. Ich fand insbesondere die Elefanten-Bilder toll.

Das Kandt House Museum von aussen und das Babykrokodil
Die Galerie von innen und außen

Natürlich durfte auch Kigalis Night-Live nicht fehlen. Wir waren einmal am ersten Tag in einer Art Bar, in der wir einige sehr nette Menschen kennengelernt haben, die uns dann auch direkt ein paar Tips gegeben haben, wie zum Beispiel die Museen. Die Bar befand sich im obersten Stock von einem Einkaufszentrum, weshalb man einen tollen Blick auf die Straße und das Convention Center hatte. Am nächsten Tag waren wir dann mit Jonathan in einem Club. Von den Tanzskills müssen wir uns auf jeden Fall noch eine Scheibe abschneiden und in unserer Kleidung haben wir uns auch etwas underdressed gefühlt, weil die meisten ruandischen Frauen alle in Kleidern und hohen Schuhen da waren, Spaß gemacht hat es trotzdem!

Der eigentliche Grund für uns nach Kigali zu kommen, war jedoch unser Visum. Wir wollten uns Freitag darum kümmern und dann bis Sonntag bleiben, damit wir pünktlich zum Schulbeginn wieder zurück sind, aber aufgrund der Verspätung des Busses und fehlender Dokumente konnten wir das alles erst ab Montag machen und mussten etwas länger bleiben, was zugegebenermaßen gar nicht schlimm war. Die Menschen waren alle super nett und haben uns mit offenen Armen aufgenommen. Untergebracht waren wir in der Haupteinrichtung von Don Bosco in Ruanda, Uganda und Burundi. Das war natürlich sehr praktisch, denn so hatten wir „Kost und Logis frei“. Die Einrichtung liegt zentral in auf einem Berg, weshalb wir auch immer einen schönen Ausblick hatten. Wir waren sehr froh, dort unterkommen zu können. Samstag und Sonntag waren wir viel unterwegs. Deshalb kamen uns die paar Tage mehr ganz gelegen und wir konnten die Menschen vor Ort noch besser kennenlernen.

Am Mittwochmorgen fuhren wir dann zurück und freuten uns doch schon etwas auf unser neues zu Hause und die Menschen in Rango. Ich freue mich sehr, dass ihr meinen Blog bis hierhin gelesen habt, denn ich glaube, der Eintrag wurde etwas länger als gewöhnlich. Danke und bis zum nächsten Mal!

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Unsere erste Woche https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/26/unsere-erste-woche/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/26/unsere-erste-woche/#respond Tue, 26 Sep 2023 07:49:27 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=115 Nun bin ich schon über eine Woche in Ruanda. Wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich aber schon viel länger an, auch wenn die Zeit total schnell verflogen ist. Wenn wir aus unserem Haus gehen, finden wir aber immer noch, dass der Ausblick jedes Mal irgendwie anders aussieht. Da es unsere erste komplette Woche hier […]

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Nun bin ich schon über eine Woche in Ruanda. Wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich aber schon viel länger an, auch wenn die Zeit total schnell verflogen ist. Wenn wir aus unserem Haus gehen, finden wir aber immer noch, dass der Ausblick jedes Mal irgendwie anders aussieht.

Wenn man aus unseren Zimmern geht

Da es unsere erste komplette Woche hier war, lernten wir jetzt zum ersten Mal den kompletten Ablauf kennen und haben uns einigen Routinen angewöhnt, auch wenn sich unser Alltag bestimmt sehr ändern wird, wenn die Schule wieder beginnt.

Diese Woche standen wir jeden Tag um ca. 6.45 Uhr auf, um um 7.15 Uhr zum Gebet und der anschließenden Messe in der kleinen Hauskapelle mit den Salesianern in unserer Kommunität zu gehen. Das ist immer auf Französisch. Generell wird in der Kommunität französisch geredet. Ich hatte zwar in der Schule Französisch, trotzdem fällt es mir aufgrund der Geschwindigkeit, mangels einiger Vokabeln und des Akzentes immer noch etwas schwierig, alles zu verstehen. Aber es wird schon um einiges besser. Ich glaube, ich habe hier schon mehr gelernt, als in meinem gesamten letzten Schuljahr. In Deutschland bin ich zwar nicht so regelmäßig in die Kirche gegangen, aber ich muss sagen, dass ich mich an die meisten Gebete aus meiner Erstkommunions- und Messdienerzeit doch in deutscher Sprache erinnern kann, was auch in der Messe unglaublich hilft.

Nach dem Frühstück haben wir nun von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr Kinyarwanda-Unterricht. Ich bin wirklich froh, jetzt Unterricht zu haben, weil es schon öfter vorgekommen ist, dass jemand zu uns gekommen ist und auf uns in Kinyarwanda eingeredet hat, ohne dass wir ein Wort verstanden haben. Zwar hatten wir in Deutschland einige Stunden einen Online-Kurs, aber mehr als „Mwaramutse“ (Guten Morgen), „Amakuru?“ (Wie geht es dir?) und ein paar Grammatik-Regeln ist da ehrlicherweise nicht hängen geblieben. Zum Glück können hier die älteren Menschen Französisch, wenn sie in der Schule waren und die jüngeren Englisch. Trotzdem ist es mir wichtig, jetzt möglichst gut Kinyarwanda zu lernen. Der Unterricht ist auch auf Französisch. Da weder wir noch unser Lehrer jedoch manche Wörter auf Französisch kennen, der Google-Translator leider meist nicht so passende Übersetzungen ausspuckt und es für manche Wörter und Ausdrücke einfach keine Übersetzung gibt, müssen beim Vokabelnlernen oft Hände, Füße und Zeichnungen her, damit wir alles verstehen. Aber das klappt eigentlich immer ganz gut. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich so lange nicht mehr in der Schule war, oder ob wir so viel auf einmal lernen, aber nach den zwei Stunden sind wir immer sehr fertig.

Unser Kinyarwanda-Unterricht

Nach dem Mittagessen um 12.30 Uhr gingen wir dieser Woche oft spazieren. Zweimal besuchten wir auch ein Café in der Stadt, in die wir mit einem Moto (Motorrad-Taxi) gefahren sind. Cappuccino war eines der Dinge, was ich dachte, dass ich das sehr vermissen würde. Aber hier gibt es sehr leckeren von Bohnen aus der Region. Generell wird hier an Lebensmitteln fast alles lokal produziert und selber angebaut. Die Bananen kommen aus dem eigenen Garten und es werden auch die eigenen Hühner geschlachtet und gegessen. Am Dienstag nahm uns auch jemand vom Noviziat einem Ort weiter mit. Dort bezahlte er eine Frau und sie durften Bananenbäume abhacken, welche anschließend auf den Truck geladen wurden und zurück an die Kühe verfüttert werden.

Zurück von den kleinen Ausflügen spielten wir letzte Woche wieder jeden Tag Volleyball mit den Kindern und Jugendlichen. Wir haben uns auch schon mit einigen angefreundet. Unsere beste Freundin Signoline (wohlgemerkt das einzige Mädchen hier), musste leider schon wieder fahren, weil sie im Norden Ruandas ein Internat besucht. Am letzten Tag hat sie uns dann ihr Zuhause gezeigt und wir durften ihre Großmutter kennenlernen. Leider kann sie weder Englisch noch Französisch sprechen, weshalb Signoline dolmetschen musste. Aber wir haben ihr versprochen, sie zu besuchen, wenn wir besser Kinyarwanda können.

Abends ist dann wieder ein Gebet von etwa 15 Minuten. Jean-Paul, ein noch auszubildener Salesianer, hat uns in den letzten Tagen gezeigt, wie die Gebete funktionieren und wann man was sagen muss. Ganz verstanden haben wir es immer noch nicht, aber wir kommen immer besser mit. Mittlerweile sprechen wir auch einige Verse vor. Danach gibt es für alle gemeinsames Abendessen. Manchmal wird noch etwas gespielt und/oder Fernsehen geguckt. Oft sind wir aber so müde, dass wir direkt auf unsere Zimmer gehen, um zu schlafen.

Was diese Woche aber besonders war, war der Geburtstag von Père Raphael. Abends nach dem Gebet sind noch zwei Gäste gekommen und wir sind gemeinsam in den geschmückten Salon gegangen. Es wurde „Happy Birthday“ in etlichen Sprachen gesungen, angestoßen und anschließend gemeinsam gegessen. Dann sagten alle noch ein paar Worte und haben ihm gratuliert. Elisa und ich haben uns stattdessen dazu entschieden, ihm unser persönliches Ständchen zu singen und haben „Heute kann es regnen“ zu unserem Besten gegeben. Er hat zwar kein Wort verstanden, aber sich trotzdem gefreut.

Das waren ein paar Einblicke von unserer ersten Woche in Ruanda. Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen!

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Eine Hochzeit in Ruanda – Ubukwe nyarwanda! https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/15/eine-hochzeit-in-ruanda-ubukwe-nyarwanda/ https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/2023/09/15/eine-hochzeit-in-ruanda-ubukwe-nyarwanda/#comments Fri, 15 Sep 2023 18:57:23 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/kathiinruanda/?p=65 Das hatten wir nicht erwartet, als Elisa und ich an unserem ersten Sonntagmorgen schon vor dem Weckerklingeln laute Musik hörten. Wir waren extra ein wenig früher zur Messe um 10.30 Uhr aufgebrochen, um zu sehen, was da los war. Wir konnten es kaum glauben, als wir erfuhren, dass es sich um eine Hochzeit handelte. Und […]

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Das hatten wir nicht erwartet, als Elisa und ich an unserem ersten Sonntagmorgen schon vor dem Weckerklingeln laute Musik hörten. Wir waren extra ein wenig früher zur Messe um 10.30 Uhr aufgebrochen, um zu sehen, was da los war. Wir konnten es kaum glauben, als wir erfuhren, dass es sich um eine Hochzeit handelte. Und das auf unserem Campus, um genau zu sein im sogenannten, „Grande salle“. Als wir etwas näher kamen, wurden wir direkt eingeladen hereinzukommen. Bisher fanden nur einige Vorbereitungen statt. Es wurde zum Beispiel geschmückt und Stühle und Bänke wurden für die Gäste aufgestellt. Als wir ihm sagten, dass wir nun zur Messe mussten, hat er darauf bestanden, dass wir später mitfeierten.

Zurück am Camus war die Hochzeit schon im vollen Gange. Wir haben uns erst nicht getraut hineinzugehen, wurden dann aber direkt hereingewunken, bekamen was zu trinken (Fanta) und durften uns zu den anderen Gästen setzen. Sie erklärten uns, dass sie uns unbedingt eine traditionelle ruandische Hochzeit zeigen wollen. Zudem wollten sie, dass wir von allem Fotos und Videos machen, damit wir diese unseren Freunden und unserer Familie zeigen können. Eine Tradition war, dass ein Mann tanzte und dabei mit einem Stock auf den Boden haute. Uns wurde erklärt, dass damit böse Geister vertrieben werden sollen. Dann gab es für alle etwas zu essen: Reis, rote Bohnen, Pommes, Soße und überraschenderweise Tofu, da auf ruandischen Hochzeiten kein Fleisch gegessen wird, wie uns gesagt wurde. Alles war sehr lecker. Nach dem Essen zog sich das Brautpaar um. Die Frau hatte ein wunderschönes weißes Kleid an und einen durchsichtigen Schleier vor ihrem Gesicht. Der Mann trug eine Art Uniform. Es handelte sich um eine Art Abspaltung des Christentums, weshalb ich nicht genau sagen kann, welche Traditionen sich genau auf die Religion oder auf Ruanda beziehen.

Der geschmückte Saal

Das Brautpaar fuhr mit dem Auto zur Kirche und die Gäste und wir sind gelaufen. Dort angekommen setzten sich alle Gäste hin und holten auf einmal ihre Handys zum Filmen. Elisa und ich wurden extra hintereinander in zwei Reihen an den Gang gesetzt, damit wir besser filmen konnten. Dem Brautpaar voraus, liefen sozusagen verschiedene Gruppen ein. Sie sangen, tanzten und führten ihre Choreo vor. Sie trugen entweder gemeinsame Uniformen, hatten bunte Tücher umgewickelt oder was ich am coolsten fand, trugen pinke Glitzerkleider. Zum Schluss bildeten alle ein Spalier durch den das Brautpaar reinlief. Es setzte sich dann vor den Altar auf zwei Stühle. Dann begann die Messe. Sie dauerte etwa 2 Stunden. Leider haben wir nicht so viel verstanden, da alles auf Kinyarwanda war, aber der Mann neben mir hat mir einiges auf Englisch erklärt. Es wurden einige Bibelstellen vorgelesen, es wurden Wünsche für das Paar ausgesprochen, sie legten ihr Ehegelübde ab und unterzeichneten schließlich den Vertrag. Dann wurde der Schleier abgenommen, es wurde getanzt und die Messe beendet.

Das Brautpaar beim Einlaufen und während der Trauung

Nun liefen/fuhren alle wieder zurück zum „Grande salle“. Es setzten sich wieder alle an den Seiten hin, nur das Brautpaar hatte seinen Platz auf einer kleinen Empore. Es gab einen Art Moderator, der alles anleitete. Das Brautpaar stieß (mit Sekt und Fanta, die auf einem Tablett transportiert wurde) an und schnitt dann den Hochzeitskuchen. Dieser wurde anschließend in kleine Stücke geschnitten und Braut und Bräutigam gingen mit einem Tablett zu den Gästen und verteilten ihn. Wir durften auch ein Stück probieren. Als alles aufgegessen war, wurden die Geschenke überreicht. Darunter war ein Gehstock und ein Korb voller Obst wie Bananen, Avocados, aber auch Möhren. Um ca. 18.30 Uhr war dann alles vorbei. Es wurden noch einige Fotos gemacht und dann gingen die Gäste nach hause.

Der Moderator, als der die Sektflasche ploppt
Die Hochzeitstorte
Einige der Geschenke
Zwei von den wirklich vielen Fotos!

Es gab einige Traditionen, die haben sehr einer deutschen Hochzeit geähnelt, andere waren total anders. Wir wurden zwar sehr herzlich empfangen, doch wir fühlten uns etwas komisch, da wir ja wirklich niemanden kannten und zum Teil das Gefühl hatten, bevorzugt behandelt worden zu sein. Wir sollten beispielsweise mit als erstes uns etwas zu essen holen, wurden dauernd gefragt, ob wir was brauchen und alle wollten mit uns Fotos machen. Trotzdem war es sehr spannend und interessant. Diesen Tag werden wir bestimmt so schnell nicht vergessen!

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