Benni und Lukas Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/category/benni-und-lukas/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Tue, 16 Apr 2019 12:04:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Benni und Lukas Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/category/benni-und-lukas/ 32 32 Halbzeit / Der Februar https://blogs.donboscovolunteers.de/lukasinindien/februar/ Tue, 16 Apr 2019 12:04:51 +0000 http://21556.625 In Indien sind die Tage kürzer. Eine andere Erklärung gibt es nicht, dass jetzt schon Halbzeit ist.  Doch blicke ich dann einmal zurück, dann ist in dieser Zeit doch auch so viel passiert. Im Februar war Zeit auf all diese Dinge einmal zurück zu blicken. Der Halbjahresausflug Hyderabad Wir machten uns auf den Weg nach […]

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Während unserer Reise nach Hyderabad hatten wir einen Tag Zeit, Chennai zu besichtigen

In Indien sind die Tage kürzer. Eine andere Erklärung gibt es nicht, dass jetzt schon Halbzeit ist.  Doch blicke ich dann einmal zurück, dann ist in dieser Zeit doch auch so viel passiert. Im Februar war Zeit auf all diese Dinge einmal zurück zu blicken.

Der Halbjahresausflug

Hyderabad

Auf dem Weg zur Wahrzeichen der Stadt

Wir machten uns auf den Weg nach Hyderabad. Über zwei Nächte führen wir insgesamt 28h mit dem Zug, immer weiter in den Norden.

In Hyderabad trafen wir dann alle deutschen Voluntäre Don Boscos wieder. Das Zwischenseminar stand an. Wir tauschten uns aus, bekamen neue Spielideen und sprachen über Vorhaben.

Auch einem Palast in Hyderabad statteten wir einen Besuch ab.

Hyderabad ist eine riesen Stadt, sie ist voll, eng, grau und der Straßenverkehr ein riesen Tohubawohu. Alles war laut und ungemütlich. Für mich also kein Ort, an dem ich leben wollen würden, wenn ich eine Wahl hätte.

Schönerweise bekommt man im Don Bosco Haus von alledem gar nichts mit. Es ist am Rand der Stadt und wie eine Luftblase, quasi von der Außenwelt abgeschottet. Wir hatten wunderbare Tage dort, bis unsere Reise weiterging.

Bengalore

Benni und Ich schlossen an unseren Rückweg noch zwei Nächte in Bengalore an und genau dorthin machten wir uns dann auf den Weg.

Während dieser fahrt war ich dem, was mich in Bengalore erwarten könnte, doch sehr skeptisch gegenüber. Schließlich hat sich Bengalore, was Einwohner angeht, nicht vor Hyderabad zu verstecken.

Einer der vielen Parks Bengalores

Doch als wir dann in Bengalore ankamen, merkte ich, dass dies eigentlich vollkommen unberechtigt war.

Denn es gab vielleicht nicht wenig Verkehr, doch war dieser geordnet und kam meist auch ohne gehupe aus. Dies ist aber auch einem befestigten Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen zu verdanken.

Außerdem war es in Bengalore auch einfach unglaublich grün. Überall waren Bäume und Parks. Und es war sauber. Nur selten sind wir über Müll gestolpert. Die ganze Stadt wirkte sehr westlich.

Nachdem wir uns etwas in der Stadt umgesehen hatten, nahmen wir einen Bus zum Rand der Stadt und besuchten einen Tierpark.

Auf den ersten Blick wirkte dieser recht klein. Nahe dem Eingang war eine kleine Gruppe an Zebras und eine Giraffe. Schilder schilderten noch Bären und Tiger aus, doch das schien es dann auch schon gewesen zu sein.

 

Man könnte meinen, sie haben sich noch nie bewegt

Doch das war es noch lange nicht. Immer weiter zog sich der Tierpark und die verschiedensten Tierarten waren zu sehen. Es schien kein Ende zu nehmen.

 

Nach besagten Bären und Tigern kamen Affen, dann Flusspferde und Elefanten. Verschiedenste Raubkatzen, zwei Krokodilarten, verschiedene Schlagen und Schildkröten, nochmal mehr Affen und eine ganze Reihe an Vögeln. Doch noch immer hatten wir nicht alles gesehen.

Nachdem wie all die vielen Tiere ausgiebig betrachtet hatten, war es dann Zeit, für unsere kleine Safari.

Wir stiegen in einen Bus und los ging die Fahrt in das Reservat um den Tierpark. Wir fuhren in eine Schleuse. Das Tor hinter und schloss sich, dann öffnete sich das Tor vor uns. Dann ging es weiter. In dem abgezäunten Bereich lebten einige Bären, die sich vom laut knatternden Bus aber gar nicht aus der Ruhe bringen ließen. Genauso wenig, wie die anderen Tiere, die noch folgten.

Der Bus fuhr wieder durch eine andere Schleuse aus dem Gebiet heraus und nach einer kurzen Strecke wieder hinein, in einen neuen, abgezäunten Bereich. So ging es immer weiter. Wir kamen so noch in Gehege von Tigern, Löwen oder weißen Tigern, die teilweise direkt an der Straße schliefen.

„Mmh?“

Viel interessanter als die Tiere fand ich aber noch die Natur, durch die wir fuhren und die in der Ferne zu sehen war. Sanfte Hügel zogen sich in die weite, geschmückt von Büschen, kleinen Bäumen und Steinen. Für diese Ausblicke hatte sich die Fahrt sehr gelohnt.

Als die Fahrt beendet war, besuchten wir noch ein Schmetterlingshaus, bevor wir uns dann stärkten und wieder in Richtung Innenstadt aufmachten.

Es war Abend und langsam senkte sich die Sonne dem Horizont entgegen. Wir liefen durch einen immer dunkler werdenden Park und kamen am Gericht und dem hell erleuchteten Gerichtsgebäude entlang.

Dann dachten wir uns, dass wir gerne die Stadt einmal von oben sehen würden. Daher machten uns daher zu einem großen Einkaufszentrum auf, das einige Türme haben sollte.

Wir erreichten also das riesige Einkaufszentrum und fuhren einige Rolltreppen nach oben. Wir kamen auf eine zentrale Dachterrasse mit vielen Essensläden, doch wirklich über die Stadt schauen konnten wir noch nicht. Doch ums uns waren besagte Türme und unser Ziel war es nun, irgendwie auf einen dieser zu kommen. Wir fanden einige Aufzüge und langsam aber sicher kamen wir immer weiter hinauf. Dann waren wir auf einmal im obersten Stockwerke. Vor dem Eingang zu einem Etablissement. Dort kamen wir aber nicht hinein, da wir keine festen Schuhe anhatten. Jedoch gab es vor diesem ein großes Fenster und so konnten wir nun die nächtliche Stadt von oben betrachten.

Wir fuhren wieder hinunter auf die Terrasse und nach einem guten Abendessen fuhren wir zurück in unser Hotel.

Zu Besuch bei den Schmetterlingen

Den nächsten Tag verbrachten wir sehr entspannt. Nach dem Frühstück setzten wir uns in einen Park und lasen in Büchern.

Nachmittags liefen wir dann Einkaufsstraßen entlang und durchstöberten einen Buchladen. Dann stiegen wir in die Metro und fuhren zu einem Tempel.

Bevor am Abend unser Bus nach Hause abfuhr, setzten wir uns dann noch einmal in einen anderen Park.

So endete unsere kleine Reise durch  das schöne Bengalore.

Rückblick

Wie angesprochen, ist so eine Halbzeit eine prima Gelegenheit, einen Blick zurück zu werfen. Was ist passiert, was hat sich verändert.

Es ist gewagt, über sowas wie Alltag zu sprechen, doch wenn dieser stattfindet, dann läuft alles eigentlich quasi wie von selbst. Wir fahren in die Grundschulen, bringen den Kindern mit vielen spielen Englisch bei und sind dann wieder bei den Jungs. Die Beziehungen zu all diesen werden auch immer enger.

In den Grundschulen ist das „Cardgame“ sehr beliebt. Dabei sind im Gelände viele Karten mit Bildern drauf versteckt. Die Kindern merken sich, was auf diesen drauf zu sehen ist, kommen uns gerannt. Und wenn sie den Begriff richtig sagen konnten, dann dürfen sie auf dem Feld weiter ziehen und die entsprechend nächste Karte suchen.

Ständig ist was los im Projekt. Es wird nie langweilig. Mal ist hier ein Aktion, mal da. Dann ist mal der, dann wieder ein anderer zu Besuch. Und wir sind immer dabei und haben unseren Spaß.

Mittlerweile haben wir schon eine große Reise hinter uns und viele kleine Ausflüge in umliegende Gegenden gemacht. Dabei finden wir uns schon richtig gut in Indien zurecht. Wir wissen wie was abläuft, wo man was kaufen kann, und wie viel was kosten sollte. Wir wissen was auf den Karten am besten schmeckt und schlängeln uns geschickt durch den Verkehr.

Bei den Jungs aus dem Hostel geht es auf die Abschlussprüfungen zu. Daher bleiben die Jungs nun auch über das Wochenenden im Projekt und wir sind quasi im Dauerbetrieb. Seit Anfang Januar ist Volleyball der letzte Schrei und es wird nichts anderes mehr gespielt. Meist fangen wir mit einer kleinen Gruppe an, bis dann immer mehr von der Schule kommen. Wenn dann auch noch die Brothers mitspielen, wird es auf dem Feld ganz schön eng.

Die Leute auf dem Weg in die Grundschulen kennen uns. Dem Busfahrer auf dem Weg nach Marthandampatti müssen wir beispielsweise schon gar nicht mehr sagen, wohin wir wollen.

Auch in Vilathikulam geht alles seiner Dinge

Nicht nur in den Dörfern kennt man uns, sondern auch die Betreiber unserer Stammläden und Lokale wissen schon, was wir wollen, wenn wir an den Laden herantreten. Wenn wir durch Vilathikulam laufen, werden wir immer wieder mit unserem Namen begrüßt. Auch wenn wir uns dann nicht immer sicher sind, woher wir die wohl kennen könnten.

 

Auch die Verständigung mit den Kindern in der Grundschulen und im allgemeinen wird immer besser. Mittlerweile fällt es mir um einiges leichter, die Inder zu verstehen. Ganz gleich, ob sie Tamil, English oder eine Mischung aus beiden sprechen. Auch die gegenseitige Verständigung wird immer besser und es fällt mir um einiges leichter, zu bekommen, was ich möchte.

Es wird wärmer. Langsam aber sicher. Die Zeit in der ich morgens mit Socken und Pullover zu den Jungs gelaufen bin, ist vorbei.

Und dann war der Februar auch schon wieder vorbei. Die Zeit rast. Ich schreibe diese Zeilen Anfang Mai und der Februar fühlt sich wie gestern an.  Aber es passiert eben so viel.

Auf bald,

Lukas


Alle Monate auf einen Blick
Die Monatsübersicht

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V. Etappe – Von Zwiespalt, Sternen und wärmendem Feuer / Madikeri https://blogs.donboscovolunteers.de/lukasinindien/etappe5-madikeri/ Sun, 10 Mar 2019 14:00:56 +0000 http://21556.554 Wieder sitzen wir in einem Bus, wieder geht es über holprige Straßen, entlang endloser Felder und durch kleine Städte und Wälder. Immer weiter die Straße entlang. Wir fahren an den verschiedensten Häusern und Unterkünften vorbei, von edlen Villen, bis zum einfach Haus. Dann erreichen wir Madikeri. Aber was ist das denn jetzt schon wieder? Fragt […]

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Unentweg geht es entlang Berg und Tal (Bild von Leo)

Wieder sitzen wir in einem Bus, wieder geht es über holprige Straßen, entlang endloser Felder und durch kleine Städte und Wälder. Immer weiter die Straße entlang. Wir fahren an den verschiedensten Häusern und Unterkünften vorbei, von edlen Villen, bis zum einfach Haus. Dann erreichen wir Madikeri.

Aber was ist das denn jetzt schon wieder?

Fragt man Reiseführer, so hat Madikeri touristisch gesehen, nichts zu bieten. Nur zum Umsteigen und für Trekking-Touren in den umliegenden Bergen ist es gut. Ganz so, würde ich es aber nicht beschreiben.

Madikeri ist eine kleine Bergstadt, die im Bundesstaat Karnataka liegt, wie auch schon Mysuru oder beispielsweise auch Bengalore. 1681 wurde das Madikeri Fort gebaut und der Herrschersitz des Gebietes dorthin verlegt.

Es liegt 1150m über dem Meer und hat etwa 33.381 Einwohner. Auch heute noch ist des die Hauptstadt des Bezirkes.

Das Madikeri Fort

Über den Dächern des Forts

Es war gerade einmal Mittag, als wir die Stadt in den Bergen erreichten, wir hatten also noch jede Menge Zeit, um in Madikeri auf Erkundungstour zu gehen.

Wir schleppten uns die Straße vom Busstand ausgehend nach oben und erreichten das alte Fort.

Das ursprüngliche Fort, dass im 17Jahrhundert erbaut wurde, war noch aus Lehm. Der Tipu Sultan, wir erinnern uns, der, der in Srirangapatna schlussendlich von den Briten besiegt wurde und bis dahin Herrscher über das Reich war, ließ die Festung aus Stein neu bauen, wie er viele Festungen in seinem Reich erneuerte. Schlussendlich wurde es dann auch von den Briten beschlagnahmt und heute ist in dem Palast innerhalb der Festung das Distrikt Büro.

Der Palast

Wir liefen durch einen steinernden Torbogen und fanden uns von hohen Mauern umgeben. Wir folgten einem Weg, kamen durch weitere Tunnel, an einem Tempel vorbei und standen dann inmitten des Fords. Vor uns stand der Palast, der, wie das ganze Fort, nach typischer Koloniebauzeit aussah.

In der Kirche ist das archeologie Museum

Zu unserer linken war eine alte  Kirche, in der ein kleines Museum war. Wir liefen aber zunächst hinter der Kirche und auf der Mauer entlang und so bot sich uns ein schöner Blick über die Stadt, die in dem Tal lag und sich zu den Seiten die bewaldeten Hänge hinaufzog.

Wir liefen durch das Museum und sahen alte Statuen, Kanonen, Handwaffen oder Bilder. Auch ein ausgestopfter Gepard war ausgestellt, der mit seinen leeren Augen in die immer gleiche Richtung starrte und die Menschen durchbohrte.

Madikeri (Bild von Leo)

Wir setzten unseren Rundgang über die Mauern fort und liefen so einmal um den Palast herum und betrachteten die Stadt aus verschiedensten Winkeln. Viele Bäume erstreckten sich zwischen den Bäumen hervor.

Dann ging es zum nächsten Ziel.

Die Raja-Gräber

Die drei Raja-Gräber (Bild von Leo)

Insgesamt handelt es sich dabei um drei Grabgebäude, die von der Architektur wieder mehr nach Südasien aussahen. Die drei weichgelben Gebäude mit Zwiebeldächern und kleinen Türmen auf den Ecken standen inmitten einer großen Grasanlage. Interessant ist vielleicht, dass im Gegensatz zu vielen anderen Gräbern, die zu muslimischen Herrschern gehören, in diesen, Herrscher, die Anhänger des Hinduismus waren, zu Grabe liegen und daher Nandi die Dächer verziert und in den Gräbern Shiva zu finden ist.

Neben den drei Hauptgebäuden sind dort außerdem zwei kleine Gräber für zwei Offiziere zu finden, die ihr Leben für den Tipu Sultan opferten.

Ich lief durch die kleine Parkanlage und wollte mich erst auf eine kleine Bank setzen. Jedoch musste ich feststellen, dass diese bereits durch eine Hundedame beschlagnahmt war und so kam ich eine kleine Anhebung hinauf, und das Tal mit der kleinen Stadt lag mir wieder zu Füßen, diesmal aber von einem anderen Hügel aus.

Dann ging es weiter zum nächsten Ziel.

Abbey Falls

Gespeist wird der Wasserfall von vielen kleinen Zuflüssen, die die Wälder durchziehen, umgeben ist er von Teeplantagen (Bild von Leo)

Mit dem Tuck Tuck ging es raus aus der Stadt und die Berge hinauf und hinunter. Wir sausten um Ecken und durch den Wald und waren dann auf einmal wieder mitten unter Touristen und vor dem Eingang zu den Abbey Falls. Ein befestigter und abgezäunter Weg führte durch den Wald. Begleitet wurden wir von einem immer lauter werdendem rauschen. Dann waren wir da, auf einer kleinen und vollen Plattform, direkt vor einem wunderschönen Wasserfall, hinter dem sich langsam die Sonne in Richtung Horizont bewegte.

Am Zaun um die Plattform drängten sich die Besucher und ich will gar nicht wissen, auf wie vielen Selfies wir im Hintergrund mit drauf sind. Einst führte eine Brücke über den Fluss, doch alles was von dieser übrig war, waren Ruinen.

Ein Erdrutsch zerstörte die Brücke

Wir gingen die Stufen des Weges zurück zur Straße, stärkten uns mit einem leckeren Omelett-Toast und machten uns dann zu Fuß auf den Weg, die steile Straße herauf und in Richtung unsere Unterkunft, die irgendwo im Wald liegen sollte. Nach einiger Zeit auf der Straße ging es dann hinein in den Dschungel und einen kleinen Trampelpfad hinab, die Sonne sank bedrohlich tief, in einer Stunde würde es dunkel sein.

Auf einmal öffnete sich vor uns der Wald und ein Fluss durchbrach die Bäumestämme. Mehrere aneinander gebundene Bäume und ein gespanntes Seil dienten als Brücke. Wir balancierten unseren Weg auf die andere Seite und vermieden geschickt dass zum Wasserfall rauschende Wasser.

Wir kamen auf eine befestigte Straße und an einigen Häusern vorbei. Freundliche Menschen blickten auf und grüßen uns, während wir des Weges gingen. Überall war es grün und Pflanzen sprießten überall hervor. Fast könnte man meinen, wir sind auf der Bühlstraße Hobbingens gelandet.

Irgendwann kamen wir auf eine etwas größere Straße, bogen nach rechts ab und setzten unseren Weg zu unserer Unterkunft fort.

Wackelig, aber äußerst stabil

Noch immer waren wir umgeben von dichtem grün. Zu unserer linken war ein Fluss, der sich bald, nach einem Staudamm, in einen See verwandelte, auf dem sich die tief stehende Sonne und die Bäume spiegelten. Wir machten eine kleine Pause und setzen unseren Weg fort.

Mittlerweile war es schon sehr spät und unsere Beine schwer, als in der Ferne auf einmal ein Tuck Tuck auftauchte. Wir besprachen uns kurz, hielten das Taxi an und legten den Rest des Weges auf drei Rädern fort.

Etwa zwanzig Minuten fuhren wir durch den Wald und kamen immer wieder an kleinen Gehöften vorbei.

Verschiedenste Pflanzen begegnen uns auf unserem Weg (Bild von Leo)

Dann waren wir bei unserer Unterkunft.

The Rainforest Retreat

Die Regenwald Zuflucht (Rainforest Retreat at Mojo Plantation) verbindet Ökotourismus mit umweltbewusstem Anbau und Handeln.

 

Durch den Dschungel hin zum Zelt (Bild von Leo)

Die Anlage steht inmitten des Bergregenwaldes im südlichen Karnatakas und ist umgeben von weichen Hügeln und unberührten Wäldern.

 

Freundlich wurden wir willkommen geheißen, und nach einer kurzen Einführung wurden wir einen Pfad durch den Wald, weg von der Straße geführt, bis wir schließlich bei unserem festen Zelt waren. Wir richteten uns ein und gingen den Pfad zurück, denn es war Zeit fürs Abendessen. Mittlerweile war es dunkel und schnell wurde es kalt. Nur allzu einladend waren da die knackenden Lagerfeuer, die dort brannten. Schnell kamen wir mit all den anderen Besuchern und Besitzern ins Gespräch, die von überall her kamen und um die Feuer saßen.

Unser Nachtlager

Neben unserem Zelt war eine Schaukel und so schaukelte ich nach dem Abendessen noch eine ganze Weile zwischen Bäumen und unter einem wunderbaren Sternenhimmel.

Zusammen mit den Besitzern der Zuflucht entwickelten wir uns einen Plan für den nächsten Tag und sie organisierten uns einen Fahrer.

Überleben durch zur Schaustellung

Mit dem Boot geht es über den malerischen Fluss (Bild von Leo)

Wir standen früh auf, denn auch die Elefanten in unserem ersten Ziel, standen nicht spät auf, und wir hatten noch einiges an Fahrt vor uns. Es gab selbst gebackenes Brot und Butter zum Frühstück und dann ging es los,

zunächst zum Dubare Elephant Camp.

Dort wurden früher unter anderem Elefanten für ein großes Fest trainiert. Heute ist es mehr ein Heim für all die Elefanten, die heute nicht mehr gebraucht werden, quasi gezwungener Maßen im Ruhestand sind. Das Camp bekommt hierfür zwar etwas Geld von der Regierung, doch lange nicht genug und so sind sie auf Touristen angewiesen und genau hier kommt der Zwiespalt ins Spiel.

Das Camp liegt an einem wunder schönen Fluss, der einige Inseln und Steinformationen um- und überfließt und sich entlang von wieder einmal Bäumen windet. Wir stehen in einer Reihe und warten, dass die Bote beginnen, die Besucher auf die andere Seite hin zum Camp zu bringen.

 

Langsam füllt sich der Steg mit neugierigen Besuchern

Morgens werden die Elefanten im Fluss gebadet und genau da kann man für einige Rupien mitmachen. Wir warteten also und dann kamen sie. Langsam und gemächlich, ein Schritt nach dem anderen, schaukelte der erste Elefant den Abhang zum Fluss hinunter. Auf ihm saßen sein Hirte und eine eiserne Kette, die die beiden vorderen Füße fesselte. Ich blickte etwas skeptisch auf das Bild. Dann steht der Elefant im Fluss und wird von seinem Hirten gezwungen, sich hinzulegen, auf was der Elefant aber gar keine Lust zu haben schien.

 

Wir waren unter den ersten, die mit ins Wasser stiegen,  skeptisch und respekterfüllt blickte ich auf die Elefanten, die sich langsam zum Wasser begaben, alle mit einem oder zwei Hirten und einer eisernen Kette auf dem Rücken, und ließ den anderen Touristen den Vortritt, die fleißig zu den Elefanten gingen und sie anfassten, als diese von ihren Hirten gesäubert wurden. Keiner der Elefanten sah glücklich darüber aus, sich dort nun hinlegen zu müssen.

Dann näherte ich mich einem im Wasser liegenden Elefanten und legte ihm sachte meine Hand auf den Bauch und sah auf meine Hand. Ich zog sie langsam wieder zurück und sah mich um. Dort waren etliche Besucher, die voller Freude die Elefanten begrabschten und an ihnen herumrieben, wie die Hirten, die ihre Elefanten reinigten. Jeden Tag etliche neue Hände, die am nächsten Tag schon wieder auf dem Weg wer weiß wohin waren.

Zack, mit voller Kraft auf den Kopf des Elefanten (Bild von Leo)

Ich trat einige Schritte zurück sah einem Elefant, der direkt an mir vorbei ging, in seine großen und leeren Auge, die Traurigkeit ausströmten. Neben seine Augen blinzte seine eiserne Kette auf. Er ging an mir vorüber und wurde dann von seinem Hirten gezwungen, sich hinzulegen. Sofort war er umlagert von Touristen, die seine Hand auf legten. Ein zweiter Elefant ging an mir vorbei. So groß, so majestätisch, so kraftvoll. Es war unglaublich schön, so nahe neben einem Elefanten zu stehen, der an mir vorüber zog, doch der Gedanke an all die Hände, die ihn gleich betasten würden, machte mich traurig.

Nachdem der letzte Elefant wieder auf dem Weg zurück war und dabei Wasserschwaden aus seinem Rüssel auf die Zuschauer regnen ließ, gingen wir durch die Anlage.

Nun war Frühstückszeit für die Elefanten. Die Hirten rollten Pakete aus Getreide und Körnern zusammen und für einige Rupien konnten die Besucher diese den Elefanten hinhalten. Wir schauten dem Spektakel eine Zeitlang zu und gingen über die Anlage. An einer Stelle konnte man in der Ferne einen Elefanten sehen, der gemütlich über die Wiese lief.

Als wir auf dem Rückweg waren, liefen uns einige der Elefanten über den Weg, das Frühstück war vorbei. Einer der Elefanten sah in Richtung einer Gruppe Touristen und wurde sofort vehement von seinem Hirten mit einem Hakenstock auf den Kopf geschlagen, immer wieder, voller Wucht. Ich sah dem Elefanten in seine Augen, die feucht waren und blickte ihnen nach, als sie in der Ferne dahinliefen und wieder einer der Hirten auf seinen Elefanten eindrosch.

Zurück geht es ohne Boot, dafür über wackelige Steine und frisches Nass

Es ist sicher gut, dass diese Elefanten einen Ort haben, an dem sich um sie gekümmert wird, keine Frage. Doch finde ich es traurig, zu sehen, wie dies geschehen muss. Denn da das Geld von der Regierung nicht reicht, braucht das Camp die Touristen um zu überleben. Um zu überleben, müssen sich die Elefanten von all den Menschen befassen lassen, damit die Touristen sicher sind, müssen sie die schweren Ketten tragen, und geschlagen werden, denn wir sahen ja, wie die Elefanten auf uns in Bandipur reagierten.

Als wir über die Steine über den Fluss zurück zum anderen Ufer balancierten, war ich voller gemischter Gefühle über unseren Besuch voller Zwiespalt, die sich bis heute halten.

Nach einer kurzen Stärkung in Form von süßem Mais ging es weiter.

Der goldenen Tempel

Der Zangdog Palri Tempel (Bild von Leo

Der goldene Tempel (auch „Namdroling Monastery“) ist das größte buddhistische Kloster, das die Nyingma Schule lehrt. Es wurde 1963 von 11th Herrscher der Palyul Linie, nachdem dieser 1959 Tibet verließ, erbaut.

Es wurde einst mitten in den Dschungel gebaut, den die indische Regierung den Tibetanern überließ und hatte so anfangs die Herausforderungen der Tropen zu überwinden, wie beispielsweise wilde Elefanten.

Heute leben etwa 5000 Lamas (sowohl Männer als auch Frauen) auf dem Gelände.

 

Padmasambhava Buddhist Vihara (Bild von L

Wir kamen durch ein reich verziertes Tor und fanden uns in einem Vorplatz, umrahmt von einem einfachen, durchgehenden, vierstöckigen Haus wieder. Schräg gegenüber von dem Tor war ein kleiner Durchgang. Dahinter taten sich vier Grasflächen, mit Bäumen bewachsen und von blühenden Hecken umgeben, die von einem sich kreuzenden Weg getrennt waren, auf. Geradeaus, hinter dem Weg, stand der erste Tempel. In blau und gold ragte sich die typische Bauart auf und wurde ganz oben von einem Halbkreis in Regenbogenfarben abgeschlossen.

 

Links davon war ein weiterer Tempel, der anstelle von blau, weiß neben gold und rot war. Wir gaben unsere Schuhe ab und traten ein. Etliche Verzierungen, bestehend aus Drachen und anderen Wesen, verzierten die Dächer und Säulen. Kunstvolle Gemälde bedeckten die Wände.

Im Padmasambhava Buddhist Vihara

Gegenüber dem Eingang waren drei riesige Statuen, darunter eine des Buddha.

Ich setze mich eine Zeitlang in einer Ecke auf den Boden, bevor ich den Tempel wieder verließ und durch eine weitere Gartenanlage dahinter streifte. Ich ging noch in einen dritten Tempel, bevor wir dann das Kloster wieder verließen und nach einem kleinen sehr späten Mittagessen, gingen wir wieder zu unserem Fahrer und brachen die Fahrt zurück zur Unterkunft an.

Das vorletzte Lebewohl

Nach über einer Stunde waren wir zurück, die Sonne stand schon wieder tief. Ich verbrachte noch einige Zeit schaukelnd, bis es wieder Abendessen gab und der Sternenhimmel wieder erschien.

Am nächsten Morgen war es dann wieder soweit, wieder ein Lebewohl zu sagen. Wir verließen einen wunderbaren Ort, den ich jedem nur zu Herzen legen kann, wenn man mal in der Nähe von Madikeri ist.

Die Betreiber hatten uns ein Tuck Tuck bestellt und ein rennen gegen die Zeit begann, mit Goa als Ziel, doch das Stoff für die letzte Geschichte.

Auf bald,

Lukas


Was zuvor geschah
IV. Etappe – Von Karnatakka, Kannada und Hosa Versa / Mysuru


Was danach geschah
VI. Etappe – Von Tabli, vielen Sprachen und ganz viel Naan / Goa


Die ganze Reise auf einen Blick
Die Reiseübersicht


Vielen Dank an Leo für die zur Verfügungstellung seiner tollen Bilder

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IV. Etappe – Von Karnatakka, Kannada und Hosa Versa / Mysuru https://blogs.donboscovolunteers.de/lukasinindien/etappe4-mysuru/ Thu, 28 Feb 2019 16:34:08 +0000 http://21556.509 Die Minuten verstrichen. Aus Kilometern vor uns wurden Kilometer hinter uns. Aus Bäumen wurden Autos, aus ewigen Weiten wurden enge Hochhäuser und weitreichende Stille wurde zum Lärm einer Großstadt. Stetig wackelnten wir uns vorwärts, immer weiter mit dem Bus, in Richtung Mysuru. Zuletzt wurde aus bodenloser Dunkelheit zwischen Bäumen, ein leuchtender Palast, der die ganze […]

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Die Minuten verstrichen. Aus Kilometern vor uns wurden Kilometer hinter uns. Aus Bäumen wurden Autos, aus ewigen Weiten wurden enge Hochhäuser und weitreichende Stille wurde zum Lärm einer Großstadt.

Stetig wackelnten wir uns vorwärts, immer weiter mit dem Bus, in Richtung Mysuru.

Zuletzt wurde aus bodenloser Dunkelheit zwischen Bäumen, ein leuchtender Palast, der die ganze Stadt erhellte.  Wir waren angekommen, mitten im Zentrum.

Wir stiegen aus dem Bus und bahnten uns den Weg durch die volle Stadt, hin zu unserem Hotel. Nun galt es nicht mehr, auf eventuelle Bäume, die im Weg stehen könnten, zu achten, sondern auf heranschnellende Autos.

Wir bezogen unser Zimmer, gingen noch kurz etwas essen und beendeten den langen, aber wunderbaren Tag.

Unsere Zeit in Mysuru hatte begonnen,

und wie immer…

Mysuru? Was ist das überhaupt?

In erster Linie ist es eine Stadt und damals auch ein Königreich das so hieß, aber ganz langsam.

Der Legende nach wurde einst Mysuru von einem Dämonen mit Stiefkopf regiert und beherrscht. Nach vielen Gebeten gebar sich die Göttin Parvathi dort als Chamundeshwari neu und besiegte den Dämon auf dem Chamundi Hügel. Sie blieb daraufhin dort oben, weshalb sie dort heute angebetet wird.

Der erste greifbare Beleg für die existent Mysurus ist eine Inschrift aus dem Jahr 950 n. Chr. Über die Jahre hinweg wurde Mysuru und das Land drum herum, wie so viele Städte, von verschiedenen Herrschaften und Königreichen regiert. Interessant ist vielleicht, dass bis 1610 das gleichnamige Königreich von dort aus regiert wurde, dann aber der Regierungssitz nach Srirangapatna verlegt wurde, dass kurz vor Mysuru liegt. Dazu aber später mehr.

Im 18. Jahrhundert übernahmen dann die Muslime die Herrschaft und sie leisteten den Briten erbitterten Widerstand, bis sie ihnen aber schlussendlich im vierten Mysuru-Krieg 1799 unterlagen.

Diese setzen nun die hinduistische Wodeyar-Dynastie wieder ein, die das Reich, dass sich, mit Ausnahme der Ost- und Südküste über ganz Südindien erstreckte, bis 1565 bereits einmal regiert hatten. Auch wenn die Britten 1810 die Hauptstadt nach Begalore verlegten, hatten die Rajas, die Herrscher, bis zur unabhängigkeit Indiens ihren Wohnsitz in Mysuru.

Damals wurde Mysuru aufgrund der großen Straßen und wunderbaren Parks bekannt.

Die heutige Stadt hat es geschafft, ihren warmen alten Charakter zu erhalten und ist berühmt für ihre Öle, ihre kostbaren und edlen Saris und Räucherstäbchen.

1.Tag

Wir schreiben das Jahr 2018, zwei Tage bis Neujahr.

Einer der größeren Gänge des Marktes

Die Nacht war nicht sehr lang, das penetrante schaben des Deckenventilators hatte mich noch einige Zeit wachgehalten. Doch es half nichts, wir mussten los, denn wir hatten viel vor, viel zu entdecken.

Ganz in der Nähe unserer Bleibe war der alte Markt Mysurus. Er war unser erstes Ziel. Wir gingen durch ein enges Tor und waren im, von alten Mauern umgebenen Markt. Dicht an dicht reihten sich die Stände und verkauften alles, von Obst und Gemüse, hin zu Farben, Blumenschmuck, Räucherstäbchen und Ölen. Doch Öle und Räucherstäbchen aus künstlichen Substanzen und ohne Qulität.  Zu Teilen sind die Gänge so eng und gedrängt, dass Gegenverkehr zur wahrhaftigen Problematik wurde.

Durch dieses dichte Gedränge schoben wir uns nun auch, und verstopften als schauende Erkunder die Gänge nur noch mehr.

Wir verließen den Markt in südlicher Richtung und nach einem kleinen Frühstück auf die Hand ging es weiter zum Mysuru Palast. Einige Taxifahrer meinten zu uns, am Morgen sei keine gute Zeit, den Palast zu besichtigen, er sei da so voll, wir sollten lieber mit ihnen eine Tour durch die Stadt machen, doch wir ließen uns nicht von unserem Plan abhalten. Wir warteten die zehn Minuten bis der Palast öffnete und betraten den riesigen Vorhof.

Amba Vilas

Wir traten durch das Westtor, doch kamen nicht weit, bis wir die Erkenntnis machen mussten, auch hier gilt die Regel „Links vor rechts“. Zwei Palastelefanten wurden vor uns über den Weg geführt, dann konnten wir unseren Weg weiter fortsetzen.

Hopp, zwei, drei, vier, stellt euch auf, zwei, drei, vier. Hopp, zwei, drei, vier, ein Lied, zwei, drei, vier. Und wir schreiten durch die Flur, Elefanten mit Bravour, Und sie stampfen stolz durch das unterholz, das ist Militärkultur, das ist Millitärkulltur.

Wir guckten kurz in einen Tempel und betraten den immer noch sehr großen Vorplatz, direkt vor dem Palast. Sechs steinernde Leoparden bewachten die Wege hin zum Platz. So standen wir dann genau vor dem gewaltigen Palast. Nun wurde mir erst bewusst, was meinen Blick während der Einfahrt nach Mysuru so blendete. Jede noch so kleine Kante des Palasts war bestückt mit tausenden Glühbirnen, die in der Nacht irgendeinen Stadtteil zum Verdunkeln bringen müssen.

Die Menschen auf dem Platz bewegten sich alle zur linken Seite des Palasts. Von dort kamen wir hinein in den prunkvollen Palast.

 

Die ewigen Wächter, die sich nur bewegen, wenn niemand hinsieht

Zunächst fanden wir uns in einer Art Säulengang wieder. Zumindest gab es auf der offenen Seite, hin zum Vorplatz, einige Säulen. Die andere Seite war gefüllt mit einigen Ausstellungsstücken aus vergangener Zeit. Nach einigen Schritten ging der Gang wenige Treppen hinunter und zu unserer linken durch Tor hinein ins Innere. Vor uns spiegelte sich der Gang, der hinter uns lag. Links und rechts vom Tor hingen zwei große Elefantenköpfe. Das offen stehende Tor war ebenfalls mit Elefanten geprägt.

 

Amba Vilas

Wir kamen auf einen kleinen Vorplatz, wieder bewachten steinernde Leoparden Türen zu allen Seiten.

Doch die Absperrung führte uns schnell wieder hinfort vom Platz und in eine riesige Halle.

Umgeben war die Halle von einem offenen Gang, der wieder mit Säulen vom mittleren Teil des Saales getrennt war. An den Wänden des Ganges hingen etliche Gemälde,

Der dezente Innenhof

die das Herr und viele wichtige Personen in Paraden zeigten. Der mittlere Saal war um einiges höher als der Gang. Das Dach bestand aus einer Kuppel, die auf im Saal frei stehenden Säulen stand. Es war die Empfangshalle.

 

Alles war golden, glänzend poliert und reichlich verziert. Der Gang, der auch die Empfangshalle umrahmte, führte weiter. Immer noch waren die Wände von Schmuckhaften Gemälden verziert und wieder ritten Generale und Adlige auf Pferd und Elefant. Der Gang führte einmal um den Hof und weiter durch den Palast. Wir folgten ihm immer weiter und kamen durch  einige weitere Räume des Palasts.

Zunächst ging es ein massives, dunkelhölzernes Treppenhaus hinauf und an einem alten Fahrstuhl vorbei. Oben, nach dem Treppenhaus, war eine Figur des Maharaja und viele, die mit dieser Selfies machten.

Die prunkvolle Empfangshalle

Wir kamen in eine nächste große Säulenhalle, die diesmal aber nicht quadratisch, sondern rechteckig war. Wir waren nun etwa über dem Säulengang vom Anfang. Sie war offen zum großen Vorhof hin, nur einige große Säulen (und ein Netz gegen Tauben), stützen das Überdach und versperrten leicht die Sicht. Dort zeigte sich der Mahraja einst der jubelnden Menge. Der Saal war voller Spiegel, in dem sich ein Mensch nach dem anderen selbst betrachtete.

Unser Weg führte weiter und wieder durch ein Treppenhaus, diesmal aber nach unten. Noch ein letzter prunkvoller Saal, mit einem Spitzdach, mit gelben Glasscheiben, weshalb der ganze Raum, in einer warmen Farbe leuchtete, war auf unserem Weg, bevor wir den Palast verließen.

Für einen extra Eintrittspreis, kamen wir noch einen weiteren Teil des Palasts, indem wohl einst die Wohnquartiere waren. Doch von diesen war nicht mehr allzu viel zu sehen. Nur zwei Räume, waren wohl so wie früher eingerichtet und voller edlem Mobiliar, bestehend aus Sesseln, Stühlen, kleinen Tischen und ähnlichem.

Ein Audienzsaal

Stattdessen waren die Räume voll von Ausstellungsstücken. Es gab Fotos und Gemälde, Musikinstrumente und Kinderwiegen, alte Schriften und Kleider oder auch Waffen und Tragen zu bestaunen.

Zuletzt gingen wir noch ein wenig über leere Wege hinter dem Palast und an einem Kamelstall vorbei, bevor wir den Palast verließen, denn es war bereits Mittag.

Nach einer kurzen Absprache machten wir uns dann auf den Weg nach Srirangapatna.

Srirangapatna

Allen aufmerksamen Lesern sollte Srirangapatna ein Begriff sein, ich habe es ja sogar angekündigt, dass hierzu nochmal mehr kommt.

Srirangapatna ist eine kleine Stadt etwa eine Stunde Busfahrt vom Zentrum Mysurus entfernt.

Heute fällt der kleinen Stadt nur noch Touristische eine große Rolle zu, einst wurde von hier aber der Fürstenstaat Mysuru regiert.

Das Zentrum der Stadt bildet ein im 9.Jahrhundert erbauter, recht bedeutender Tempel, der Ranganatha, einer Form Vishnus, geweiht ist. Knappe tausend Jahre später wurde von den Herrschern dieser Zeit eine Festung um den Tempel gebaut und der Regierungssitz von Mysuru dorthin verlegt.

Im Laufe der Zeit wurde die Stadt mindestens einmal angegriffen, doch konnte sich immer verteidigen.

Am Ende waren es dann wieder einmal die Briten, die der Stadt ein Ende setzten. Einer der größten Widersacher der Briten, der Tipu Sultan, wurde schlussendlich, 1799, in seiner eigenen Hauptstadt besiegten und die Stadt größtenteils zerstört. Daraufhin verlor sie auch an Bedeutung, denn regiert wurde wieder von Mysuru aus.

Mit dem Tuck Tuck ringsumher

Die Gefangenen wurden an der Wände wie an einem Kreuz gefesselt. Dann wurde der Keller mit Wasser geflutet

Wir stiegen aus dem Bus und fanden uns vor einer Tempelanlage innerhalb der Festung wieder. Es war eine große Grasfläche mit einigen Bäumen. Ein paar Gruppen saßen auf dem Gras und aßen zu Mittag. Ein Stinpfad führte zu einem verschlossenem Gebäude.

Rings um die Anlagen waren überall Anzeichen, von der zerstörten Festung zu erkennen.

Ein Rikscha Fahrer kam auf uns zu und nach einigen Verhandlungen stiegen wir ein, und wurden nun, von Sehenswertem zu Sehenswertem gefahren.

Unser erster Halt hieß „Bailey’s Dungeon“. Es war das Gefängnis des Tipu Sultans. Seine Gefangenen Britten wurden dort an Wänden gefesselt, bevor anschließend der Raum mit Wasser gefüllt wurde. Der Britische Offizier Lord Bailey starb dort, wodurch es seinen Namen bekam.

Die Festung steht inmitten eines Flussbettes

Von den Mauern aus, sahen wir den Fluss, der die Stadt umfließt. Viele große Steine schmückten die Szenerie, auf denen nicht wenige Kleidungsstücke gewaschen wurden. Hinter dem Fluss erhob sich ein Palmenwald in die Ferne.

Unsere Fahrt ging weiter und wir fuhren zum Winterpalast. Der Palast wurde fast vollständig zerstört und so war nur der grobe Grundriss zu erkennen. Einst bestand der Palast aber aus einem verzweigten Heizsystem und einer großen Bibliothek.

Der nächste Halt war der Ort des Todes des Tipur Sultans. Ein kleiner Tunnel führte zu einem kleinen Hof, auf dem ein altes Tempel Gebäude und ein noch älterer Baum, der von verschiedenen steinernden Figuren umgeben war, stand. Eine Mauer war hinter dem Haus, dort fiel der Sultan. Dahinter war der Fluss und einige Inder, die dort badeten und auch wir erfrischen kurz unsere Füße.

Nur noch Mauerreste sind vom Winterpalast erhalten

Weiter ging es, zum Grabmal des Sultans. Wir betrachteten einen kleinen Stein, auf einer Steinplatte, in mitten eines Steinwegs, in mitten einer kleinen Grasanlage.

Dann fuhren wir auch schon weiter, hinaus aus der Festung und durch das „Elefant Gate“. Unser Ziel war der Sommerpalast des Sultans.

Da dort aber der Eintrittspreis für Ausländer wie wir fanden, viel zu viel teurer war, blieben wir draußen und betrachteten den Garten und den kleinen Palast, der sich in der Mitte erhob, nur durch den Zaun.

Wilde Blumen schmücken den Ort des Todes des Sultans

Daher fuhren wir auch schnell wieder weiter und unser nächstes Ziel kostete gar keinen Eintritt, nur für das aufbewahren der Schuhe mussten wir einen kleinen Obolus leisten. Wir waren nämlich am Gumbaz Mausoleum angelangt. Dabei handelt es sich um eine Familiengrabstätte. Das kunstvoll verzierte Hauptgebäude mit Zwiebelkuppel stand in der Mitte einer Gartenanlage, in der ebenfalls eine Moschee und eine kleine Kirche, neben vielen weiteren Gräbern zu finden waren.

Der Baum und das Gebäude beim Todespunkt

Jama Masjid hieß unser nächster Halt. Eine Freitagsmoschee, die sich wieder innerhalb der Festung befand. Eine Freitagsmoschee ist die Hauptmoschee eines Gebietes, in der, wie der Name schon vermuten lässt, das Freitagsgebet samt Predigt gehalten wird.

Ganz in einem weichen gelb gekleidet stand die Moschee nun vor uns. Feinste Verzierungen zieren die Dächer der Gebäude. Hinter einer Vormauer streckt sich das eigentliche Hauptgebäude samt zwei Minaretts in die Höhe.

Als wir den Hof der Moschee wieder verließen, sahen wir auf der anderen Straßenseite eine Zuckerrohrsaftpresse und erfrischten uns mit einem Becher frisch gepresstem und süßem Zuckerrohrsaft.

Das Dach des Mausoleums

Dann ging es zur letzten Station, zum Herz der Festung, dem Sri-Ranganathaswamy-Tempel. Wir erreichten den Tempel, kurz bevor er wieder öffnete und stellten uns mit an, um hinein zu kommen.

Nach zehn Minuten setzte sich die Schlange dann in Gang und langsam aber sicher schoben wir uns in Richtung Eingang.

Jama Masjid

Wir kamen durch ein großes Tor hindurch und waren im inneren. Langsam schob uns die Schlange tiefer ins Gebäude und in ein, von vielen Säulen gestütztes Hauptgebäude, hin zu Schrein.  Wir kamen noch an einem Schalter vorbei, an dem für einige Rupies bestimmte Segen gekauft werden können. Dann waren wir vor dem eigentlichen Allerheiligen des Tempels. Eine Statue der Vishu Erscheinung war hinter einer quadratischen Öffnung zu erkennen. Sicherheitsbeamte schoben Gläubige weiter, die mit ihren Segensbelegpapieren wedelten, um sie zu überzeugen, dass sie noch kurz hier bleiben dürfen. Kokosnüssen, Bananen und andere Früchte werden über die Absperrung Priestern gegeben, die diese kurz vor die Figur legen und immer wieder dort Platz schafften.

 

Wir ließen den Hindus ihren Platz für ihren Glauben und liefen schnell weiter, sahen uns noch kurz im weiteren Tempel um und verließen dann den Tempel wieder.

Mittlerweilen war es spät geworden. Am hinteren Ende der Festung sollte es noch einen Obelisken geben und genau das, war nun unser Ziel.

Der hintere Teil der Festung

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg dorthin und wimmelten immer wieder Rikscha Fahrer ab. Wir kamen zum Bahnhof und überquerten die Schienen über eine Brücke. Dann waren wir auf einmal in einem Teil der Festung, den Touristen selten besuchten, zumindest war es wieder fast Menschenleer. Wir kamen zum Ende der Festung. Die zerfallenen Überreste der Festung waren von Gras überwachsen, in dessen Mitte ein weißen, neues Gebilde stand, dessen wahren nutzen uns unbekannt blieb. Wir kamen zum Obelisken. Er war ein Denkmal für Kriegsgefallene in der Schlacht mit den Britten.

 

Die Sonne stand bereits tief und färbte die Landschaft golden. Wir setzen uns auf eine kleine Mauer und ließen die Füße baumeln. Unter floss der Fluss, dahinter Palmwälder, in alle Richtungen. Eine metallene Brücke führte aus den Palmen heraus und überquerte den Fluss. Ein Zug pfiff laut, als er sich dem Bahnhof näherte. Wir blieben noch einige Zeit dort, betrachteten die Sonne beim Untergehen, bevor wir schlussendlich wieder aufbrachen, zum Busstand und nach Mysuru.

Als wir wieder in der Stadt waren, war die Sonnen am Untergehen. Wir gingen erneut auf den Vorplatz des Palastes und warteten auf ein bestimmtes Ereignis. Dann, plötzlich, wurde aus dunkel hell. Die etlichen Glühbirnen am Palast und an den Mauern um das Gelände ließen die Nacht zum Tage werden und den Palast erstrahlen.

Zuletzt gingen wir Essen, in einem so betitelten Biergarten, und wirklich, es hatte Biergartenflair und eine kleine indische Musikgruppe gab es sogar auch. Für mich gab es dort zum vierten Mal Naan mit Paneer Tikka Masala, eines der besseren Paneer Tikka Masala.

2. Tag

Wir schreiben ein letztes Mal das Jahr 2018, ein Tag bevor Neujahr.

Ich habe besser geschlafen als noch letzte Nacht, um einiges besser. Auch heute stand wieder viel auf dem Plan.

Wir Frühstückten genau wie auch schon gestern, dann ging es wieder zu den Bussen. Diesmal hoch hinauf, auf den Chamundi Hügel.

Wir stiegen aus dem Bus und fanden uns umgeben von Verkaufsständen wieder, die sich in einer geraden Linie bis zum Haupttempel, mitten auf dem Berg hinzogen. Verkauft wurde alles, von Früchten, zu Souvenirs und Kleidung.

Weit über der Stadt

Der Chamundeshwari-Tempel

Bei dem Tempel handelt es sich um den Chamundeshwari-Tempel. Auch dies sollte eifrigen Lesern ein Begriff sein. Es ist die Form der Göttin Parvathi , die auf dem Hügel den Dämon besiegte. Wir standen vor dem Haupteingang des Tempels, als auf einmal Musik aus diesem drang. Von überall her strömten auf einmal Menschen dicht zum Tor. Dann sahen wir, dass eine Statue aus dem Tempel getragen wurde, wir wurden wieder einmal Zeuge einer Prozession. Wir traten einige Schritte zurück und betrachteten das Schauspiel.

In Tempeln in Indien gibt es oft die Möglichkeit, für einen kleinen Geldpreis, an der Schlange vorbei zu kommen und schneller ins Innere zu gelangen.

Auch wir gingen diesen Weg, um den Tempel von innen zu sehen. Schnell waren wir daher in einer Kammer vor dem Allerheiligsten. Der Kammer folgte eine weiterer, und noch eine weiter war dann die Statue der Gottheit zu sehen. Das Gedränge war unglaublich groß. Wir durften an einer Seite stehen, und dem Schauspiel ein wenig zusehen.

 

Einer der kleineren Tempel

Die Abläufe dort, können eigentlich als Massenabfertigung gut beschrieben werden. Die Gläubigen drücken nach vorne, bis sie ganz vorne sind. Dort werden sie von der Polizei dann schon wieder zur Seite gedrängt, damit Platz für die nächsten ist. Sie haben gerade noch so die Möglichkeit, irgendwie ihre Opfergaben den hin und her eilenden Priestern zu geben und einen Rupie Schein dort abzulegen.

 

Nach einiger Zeit wurde auf einmal eine kleine Gruppe einen Raum tiefer hinein geführt wurde und setze sich dort hin, um die Gottheit anzubeten. Mit genügend Geld kommt man in Indien eben einfach überall hin.

Wir verließen den Tempel wieder und setzen unseren Weg über den Hügel fort. Wir kamen noch zu zwei weiteren Tempeln, zwei deutlich kleineren und leereren Tempeln, die dafür und dadurch, aber umso schöner waren. Alter Stein mit vielen Verzierungen stütze die niedrige Decke, das Haus der Gottheit.

Was uns bisher noch fehlte, war aber ein Ort um die Stadt gut von oben zu betrachten, denn dort oben war alles mit Zäunen oder Häusern verbaut. Doch entdeckten wir eine größere Steinplatte ein Stück unterhalb und genau diese versuchten wir zu erlangen. Wieder verließen wir die viel belaufenen Wege und fanden unseren Weg. Wir kamen noch an einer Schule und einer Anzahl an Häusern vorbei. Dann duckten wir uns unter einigen Bäumen hindurch und standen auf dem großen Stein. Vor uns taten sich ein kleiner Abgrund und dann die Ausleger des Berges, bepflastert mit dichtem Buschwerk, auf. Und hinter den Auslegern lag die Stadt Mysuru. Wir entdeckten den Palast, den Flughafen und einiges mehr. Die Stadt lag im Nordosten von uns aus und zog sich rechts um den Berg und aus unserem Blickfeld heraus. Im Süden der Stadt, zu unserer linken, waren einige Wasserflächen, denen viele Felder und Palmenwälder folgten.

Lange Zeit blieben wir dort, 1000m über dem Meer, und lagen unter der angenehm warmen Sonne. Bevor wir aber einen Sonnenbrand bekommen würden, brachen wir dann wieder auf und fuhren zurück in die Stadt und zum Hotel.

Sari, Räucherstäbchen und Öle

Das Hotel hatte uns einen Fahrer und eine Begleitung organisiert. Mit ihnen ging es los, quer durch die Stadt.

Zunächst besichtigten wir eine Seide und Sari Fabrik.

Für die Herstellung von Seide werden zunächst die lebenden Kokons der seidenspinnenden Schmetterlingsraupe mit Heißluft und Dampf gekocht. Dadurch sterben die Tiere, die ebene Struktur der Kokons und damit der Seide, bleibt so aber erhalten. Dadurch lässt sich nun der Faden, mit dem der Kokon gesponnen wurde, abwickeln und weiter verwenden. Je nachdem von welcher Schicht der Faden kommt, gibt es Unterschiede in der Qualität und Verwendung. Aus einem Kokon wird bis zu 4000 Meter Faden gewonnen.

Der Faden wird nun abgekocht, um ihn vom Kleber zu befreien und anschließend aufgewickelt und getrocknet. Zuletzt werden nun mehrere Seidenfäden miteinander verzwirnt und das Seidengarn entsteht.

Säcke voller Holzstäbchen für Räucherstäbchen, irgendwo in Mysuru

In den ersten Räumen der Fabrik sehen wir genau dieses trocknen, aufwickeln und verzwirnen und dürfen die weiche reine Seine ertasten.

Dann wird es im nächsten Raum laut. Ein riesen Raum voller maschineller Nähmaschinen näht aus den Seidengarnen Saritücher. Jede Maschine schießt für sich die Fäden durch die Fäden doch gemeinsam hören sie sich fast wie eine Uruk-Hai Armee auf dem Weg nach Helm‘s Deep an.

Im nächsten Raum ist es dafür umso leiser. Denn hier wird der Stoff gefärbt und getrocknet und überprüft.

Wir verlassen die Fabrik und fahren wieder quer durch die Stadt. In einer Seitenstraße halten wir und werden in ein kleines Haus geführt. Dort sitzen zwei Frauen auf dem Boden und sind in die Herstellung von Räucherstäbchen vertieft, bis wir sie störten. Wir sahen ihnen eine Zeitlang dabei zu und fuhren dann weiter. Unsere letzte Station war ein Ölhändler, der uns allerhand kostbare Öle zeigte und auf die Arme tropfte.

Nachdem unsere Nase von den verschiedensten Düften erfüllt war, ging es zurück ins Hotel, wo wir uns eine Zeitlang erholten.

Nach der Pause ging es weiter. Mit einem Tuck Tuck rasten wir durch die Stadt auf dem Weg zur Sankt Philomena’s Kathedrale. Die Kirche ist im Neo-Gotischen Stil gehalten und wurde gar vom Kölner Dom inspiriert. Gebaut wurde sie 1843 vom Maharaja.  Von außen sah sie aus, wie als wäre man in einer Großstadt des Westens, doch mit einem Blick hinein, änderte sich dies schlagartig. Alles blinkte und blitze und war übertrieben verziert. Wir gingen noch in eine Krypta hinunter. An den Wänden dort standen unzählige Namen verstorbener in Reihe und Ordnung. Doch nicht lange blieben wir dort, denn in der Kirche begann ein Gottesdienst, dem wir dann spontan beiwohnten.

 

St. Philomena, wie es sich für große Kirchen gehört, mit Gerüst

Es war ein unglaublich schöner Gottesdienst. Allein schon wieder einmal in einer Kirche zu feiern, machte den Gottesdienst anders feierlich, dazu kam aber noch die wunderbare Akustik. Dies wurde zum einen dem Hall der Kirche geschuldet, zum anderen aber auch der Sprache Kannada, die im Bundestaat Karnatakka gesprochen wird. Denn zusammen mit dem Hall, hörte sich die häufig gesungen Sprache mystisch und geheimnisvoll an.

 

Nach dem Gottesdienst war es dunkel und wir düsten zurück in die Innenstadt. Dort gingen wir schlicht essen und dann waren dann auch schon wieder auf dem Vorhof des Palastes, wo wir Silvester feiern wollten, denn es gab wohl eine kleine Show. Doch um Neun wurden wir dann auf einmal aus dem Hof gescheucht. Wir fragten den freundlichen Polizisten und er meinte, um halb elf öffnen sich die Tore wieder, für die Silvesternacht.

Wir schlugen also zwei knappe zwei Stunden tot, in dem wir beispielsweise ein paar Kekse und Früchte kauften und machten uns wieder auf den Weg zurück auf den Platz. Langsam füllte sich dieser immer weiter. Wir saßen auf einer kleinen Stufe und aßen einige Plätzchen, während vor dem Palast das Polizeiorchester musizierte.

Dann war es soweit, die letzten Sekunden 2018 brachen an, die Stimmung auf dem Platz war zum Zerreißen gespannt, das Orchester spielte einen letzten Tusch, dann zählte eine Countdown auf einem Bildschirm runter und der ganze Platz schrie sich die Lunge aus dem Halse, 10,9,8,… .

Amba Vilas, in der Nacht

Dann war es soweit. Fünfzehn Sekunden nach Mitternacht waren sie bei 0 angekommen, es wurde applaudiert, Smartphones in den Himmel gereckt, der Palast leuchtete auf und ein Feuerwerk gleich denen aus Sydney, New York oder London. Oder naja, fast, zumindest behauptet die Stadt, dass sie sich mit diesem Feuerwerk mit genannten Städten in eine Reihe stellt und wenn man bedenkt, dass Feuerwerk sonst in Indien zu Neujahr nicht üblich ist und sogar nicht erlaubt ist, kann man das schon mal behaupten. Und auch wenn es vielleicht nicht ganz so gewaltig wie die großen Feuerwerke dieser Welt war, so war es doch wunderschön und wunderbar. So oder so ähnlich spielte es sich aber ab und dann hieß es also Śubhāśaya Hosa Versa (oder vielleicht auch Śubhāśaya Hosa Varṣada, ich bin mir da nicht so ganz sicher), happy new year!

3.Tag

Wir schreiben das Jahr 2019, 365 Tage bis Neujahr.

Wieder ist es früh und wieder wartete ein Bus auf uns. Diesmal geht es nach Madikeri und in den Dschungel, aber das ist Stoff für eine andere Geschichte.

Auf bald,

Lukas


Was zuvor geschah
III. Etappe – Von Tiger, Elefanten und Co. / Der Bandipur Nationalpark


Was danach geschah
V. Etappe – Von Zwiespalt, Sternen und wärmendem Feuer / Madikeri


Die ganze Reise auf einen Blick
Die Reiseübersicht

Der Beitrag IV. Etappe – Von Karnatakka, Kannada und Hosa Versa / Mysuru erschien zuerst auf Don Bosco Volunteers.

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I. Etappe – Vom zweiten Mal Madurai https://blogs.donboscovolunteers.de/lukasinindien/etappe1-madurai/ Wed, 23 Jan 2019 17:09:41 +0000 http://21556.348 Eigentlich war Madurai nur ein Umsteigepunkt für uns. Von dort fuhr unser Bus in Richtung Mettupalayam ab, wo wir auf Leo trafen und die Zahnradbahn Richtung Ooty startete. Das ist aber Bestandteil der zweiten Etappe. Doch unser Bus fuhr erst in der Nacht, um kurz vor Elf, aus Madurai ab. Damit wir aber dort nicht […]

Der Beitrag I. Etappe – Vom zweiten Mal Madurai erschien zuerst auf Don Bosco Volunteers.

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Eigentlich war Madurai nur ein Umsteigepunkt für uns. Von dort fuhr unser Bus in Richtung Mettupalayam ab, wo wir auf Leo trafen und die Zahnradbahn Richtung Ooty startete. Das ist aber Bestandteil der zweiten Etappe.

Doch unser Bus fuhr erst in der Nacht, um kurz vor Elf, aus Madurai ab. Damit wir aber dort nicht in Zeitnot geraten würden und wir ja auch noch einen Tempel zu besuchen hatten, setzten wir uns bereits nach dem Mittagessen in einen Bus. Kurz nachdem der Tempel wieder öffnete, waren wir dann in Madurai.

Der kleine Durchgang hin zum Weg um den Tempel

Mit einem Taxi ging es hinein in die Innenstadt und direkt vor den Tempel. Erst jetzt bemerkten wir einen kleinen Tempelbogen, der zum Tempel führte. Wir schritten unter dem aufwendig verzierten Bogen hindurch und standen dann vor einem der beiden Osteingänge.

Geschickt wie er ist, kam Benni auf die Idee, unsere Schlappen in den Rücksäcken zu verstauen, denn in Hindutempel geht man nun mal barfuß hinein. Und zur Wahl steht eben, die Schuhe einfach draußen zu lassen oder sich in noch eine Schlange anzustellen und sie für wenige Rupien weg schließen zu lassen. Dann gaben wir unsere Rücksäcke ab und schlossen unsere Handys ein. Seit dem es vor nicht allzu langer Zeit im Tempel gebrannt hat, sind jedwede elektronische Geräte dort drinnen verboten und ehrlich gesagt, derartiges hat in spirituellen Orten auch nichts zu suchen.

Tempel, Klappe die zweite

Dann konnte es losgehen. Losgehen hinein. Noch kurz durch einen Metalldetektor und an ein paar Wachmännern vorbei und dann fanden wir uns auch schon wieder in einer Halle voller großer und beeindruckender Säulen wieder. Überall verzierten steinerde Figuren die Wände, Decken und Säulen. Zwischen den Säulen quetschte sich ein Laden neben den nächsten. Dort gab es allerlei Souvenirs für die Touristen und Opfergaben zu kaufen.

Zutritt für Fremde verboten

Der Menschenstrom bahnte sich seinen Weg an einer Kreuzung nach links und so folgten wir ihm. Wir kamen auf den Außenring des Tempels, der nicht wirklich nach Tempel aussah. Mehr nach hohen Wänden links und rechts und Schutthaufen an jeder zweiten Ecke. Wir kamen zum Südeingang und auf einmal war vor uns eine Schlange, die aus der Richtung, aus der wir nicht kamen, kam und in den inneren Ring, den eigentlich Tempel führte. Wir folgten der Schlange um den Tempel, kamen am Westeingang vorbei und gingen auch noch um die nächste Ecke. Erst dann war das Ende der Schlange zu sehen. Oder genauer das Ende der zwei Schlangen, die beide in den Tempel führten. Das eine Ende war ein kostenfreier Eintritt, bei der anderen zahlt man einen Obolus, und kommt dann etwas schneller hinein. Ehrlich gesagt fehlte mir persönlich ein wenig die Lust, uns an dieser ewigen Schlange anzustellen, um nach wer weiß wie vielen Stunden in den Tempel zu kommen. Dennoch stellte ich mich mit an. Nach nicht kurzer Zeit kam aber bereits jemand auf uns zu, der uns auch vorher bereits ansprach, ob wir eine Führung wollten, zu uns, und meinte, nur für Hindus seien diese Schlangen.

Etwas verwirrt verließen wir sie und gingen dorthin, wo die Schlange in den Tempel hinein ging. Dort fragten wir dann einige der Sicherheitsleute. Diese meinten, es sei ein Fest und nur Hindus seien erlaubt im inneren, wir können nicht hinein. Wir beschlossen dann wenigstens das Tempel Museum zu besuchen, das wir entdeckt hatten. Später merkten wir dann, dass der Eintritt in das Museum, für Ausländer das Zehnfache kosten sollte. Auf dem Weg dahin wurden wir aber erneut von einem offiziellen Guide angesprochen, der fragte, ob wir nicht eine Führung wollen würden. Wir meinten zu ihm, dass wir ja eh nicht im Innern erlaubt seien. Er erklärte uns aber, dass wir nur nicht in das Allerheiligste direkt könnten, aber sehr wohl in den inneren Tempel. Er fragte erneut, ob wir nicht eine Führung wollten und schließlich, nach einer kurzen Handelei, willigten wir ein und bekamen einen sehr gute Führung durch den Tempel.

Ich verstehe es auch nur gut, dass sie keine nicht Hindus im Allerheiligsten haben wollen. Allein schon wenn man bedenkt, dass der Tempel durchschnittlich von 20.000Menschen am Tag besucht wird und man bei vier Stunden Wartezeit, um ins Allerheiligste zu kommen, eine gute Zeit erwischt hat. Wenn da auch noch die ganzen Touristen mit rein wollten, würde es nur noch voller werden und was genau wollen die da auch, außer Fotos machen und alles versperren.

Eine Führung durch den Tempel

Wir gingen um die letzt Ecke und standen vor dem Eingang in den innere Tempel. Wieder waren wir von vielen Säulen umgeben, die mit vielen Figuren und anderen Verzierungen versehen sind. Im inneren sahen wir dann auch, dass die Schlange innen nochmal länger war, als was schon außen gestanden ist.

Als erstes wurden wir auf einige Säulen aufmerksam gemacht, die sich deutlich von den anderen abhoben. Sie waren viel heller und sahen viel weniger Kunstvoll aus. Unser Guide meinte, da die Regierung nach einem Unwetter vor einigen Jahren erlaubte, dass einige Steine des Tempels genutzt werden können, um beim Wiederaufbau zu helfen. Ersetzt wurden die Säulen durch maschinell gefertigte Säulen aus einem anderen Stein. Daher waren auch die Muster und Verzierungen auf den Steinen sehr unkreativ und repetitiv. Alle anderen Säulen waren jeweils mit ihren Verzierungen und sehr großen Figuren, bestehend aus Mischwesen, Göttern und anderen Dingen aus je einem einzigen Stein geschlagen.

Farben, Götter und Symbole

(Könnte eventuell gefährliches Halbwissen enthalten)
Meiner Erfahrung nach, ist jeder Hindutempel gleich aufgebaut. Das Zentrum bildet eine Kammer mit einer Statue einer Gottheit, der dann Opfer dargebracht werden. Vor dieser Kammer sind dann weitere Kammern mit immer größer werdenden Durchlässen. Irgendwann kommen dann Priester und davor, meist vor einer Absperrungen, die Gläubigen. Die bringen ihre Opfergaben, bestehend aus Bananen, Kokosnüsse, kleinen Pflanzen und ähnlichem. Die Priester nehmen diese entgegen und legen sie vor die Statue. Immer wieder werden sie dann weggefegt, um Platz für neues zu schaffen. Dann „opfern“ die Gläubigen noch etwas Geld, legen es in eine Schale. Dann formen sie die Hände über einer kleinen Flamme zu einer Schale und reiben sich dann mit den Händen durchs Gesicht. Nach wenigen Sekunden werden sie dann auch schon, wie bei einer Massenabfertigung von den Sicherheitsläufen weggeschoben, damit für die nächsten Platz ist. Um genau das, den Göttern Opfer zu bringen, zu tun, um so in der Gunst zu steigen, um in einer besseren Form wiedergeboren zu werden, stehen die Gläubigen nun diese langen Schlangen an. Zahlt man etwas, dann kommt man schneller dran und zahlt man noch mehr, dann kann man sogar direkt dran kommen und wird sogar in eine Kammer weiter geführt und darf sich dort hinsetzen. Zumindest war dies in einem Tempel in Karnataka so. Das alles basiert aber auf meinen Beobachtungen.

In Madurai gibt es nun zwei dieser Hauptschreine, den Sundareshvara-Schrein (Beiname Shivas) und den Minakshi-Schrein.

Er erzählte uns einige weitere Dinge, zu denen ich aber keine Belege während einer eigener gefunden habe, aber da ich auch keine Widersprüche gefunden habe, werde ich hier davon berichten.

Einer der großen Gopurams

Der Tempel ist wie ein Körperaufgebaut. Die drei Eingangstürme, die sogenannten Gopurams (Tortürme) im Norden, Westen und Süden bilden den Kopf und die beiden Arme. Der größere Sundareshvara-Schrein liegt dann ungefähr dort, wo das Herz wäre, der zweite Schrein ungefähr die linke Schulter.  Im Osten liegen der vierte der großen Gopurams und das Tor der Acht Gottheiten, der traditionelle Haupteingang. Beide bilden dann die beiden Füße der Person. Insgesamt gibt es zwölf Gopurams, die vier beschriebenen sind aber die größten und weit über die Stadt zu sehen.

Ein wichtiges Symbol im Hinduismus ist die Ehe zwischen Mann und Frau. Das spiegelt sich auch bei Shiva und Minakshi wieder, die dem Mythos nach, dort im Tempel geheiratet haben sollen. Obwohl Shiva eigentlich der Hauptgott des Tempels ist, wird hier außergewöhnlicher Weise die Göttin Minakshi zuerst verehrt und steht im Mittelpunkt. Bei Prozessionen wird sie, gegen die Tradition und eigentlichen Ordnung, auch zur Rechten von ihrem Ehemann positioniert.
Die Farben weiß und rot, die in eigentlich jedem Tempel zu finden sind, stehen auch für Mann und Frau. Hier habe ich aber nur einen Beleg für den roten Punkt, den verheiratet Inderinnen tragen. Zumindest war dies früher so, heute ist der rote Punkt auch schon Mode bei unverheirateten.

Alles was ich zum weißen Punkt gefunden ist, ist das es eben entweder ein Spirituelles Zeichen ist, oder eben auch zur Mode getragen wird. Dass es aber ein Symbol für den Mann ist, dazu habe ich nichts gefunden. Jedoch sieht man auch keine Frauen mit weißen Punkten.

Das weiße Pulver soll Asche symbolisieren. Alles auf der Erde wird irgendwann zur Asche, nur die Asche bleibt für immer Asche. Sie ist ein Zeichen für Permanentes, Gleichheit und Ewigkeit, was im Grunde das letzte Ziel des Hinduismus ist. Frauen werden nun als am weitesten weg von der Ewigkeit angesehen, weshalb es verständlich ist, wenn nur Männer dieses Zeichen tragen. Ich denke aber, ich werde es wagen, irgendwann mich an einem „Indisch“-Beitrag zum Hinduismus versuchen und all dies, nochmal genauer recherchieren.

Wer raus will, kommt nicht raus

Dann ging unsere Führung weiter und er führte uns an verschiedensten Statuen im Tempel vorbei und erklärte uns beispielsweise, was in vielen Ornamenten zu sehen ist.

Nach unserer Führung setzten wir uns dann noch einige Zeit auf die Treppen am Tempelteich, bevor wir uns dann in Richtung Ausgang aufmachten. Bevor wir aber wieder durch das Tor gingen, machten wir noch einen kleinen Abstecher, nicht in die Richtung, in die wir ganz am Anfang gingen. Dort waren dann auf einmal eine kleine Musikgruppe und vermutliche spirituelle Tänze, die unglaublich interessant zu betrachten waren. Wir blieben einige Zeit dort, bevor wir weitergingen und noch eine Runde im äußeren Ring gingen, bevor wir dann schlussendlich gehen wollten. Als wir dann wieder vor unserem Ausgangstor waren, hörten wir aber auf einmal Musik auf uns zu kommen. Um eine Ecke bog dann auf einmal ein großer Wagen, der von einigen Menschen gezogen wurde und auf dem eine Statue einer Gottheit saß. Wir standen direkt am Durchgang, also quasi in erster Reihe, als auf einmal von überall her die Menschen angerannt kamen, um den Wagen zu berühren. Geschickt wichen wir einige Schritte nach hinten aus, um nicht erdrückt zu werden und den Gläubigen Platz für ihren Glauben zu lassen.

Dann geschah aber nichts mehr, was uns vom Rausgehen abhalten sollte und so verließen wir jetzt aber wirklich den Tempel.

Das erste Mal Naan

Benni fand im Reiseführer eine Gastronomie, auf einer Dachterrasse und mit tollem Blick über Madurai. Genau dahin machten wir uns auf den Weg, doch erneut sollten wir aufgehalten werden. Als Benni mit den Salesianern im Dezember Weihnachtsgeschenke kaufen war, kam er an einer Art Säulenwand neben dem Tempel vorbei und außerdem laß er im Reiseführer noch etwas über eine Säulenmarkthalle, die ganz bei uns in der Nähe sein sollte. Wir dachten zuerst, damit sei der Bogen gemeint, durch den wir zu Beginn gingen, jedoch war es das nicht. Die große Säulenhalle war aber quasi direkt daneben und voll von kleinen Läden.

Wir schlängelten uns einmal im Kreis durch die vielen Läden. Auf der einen Seite war alles voller Stoffläden, die uns alle dazu überreden wollten, in einer Stunde ein Hemd zu nähen. Einer fragte, ob wir Volontäre seien und aus Deutschland kämen und als wir das bejahten, meinte er, er kenne Anna, eine ehemalige Volontärin aus Vilathikulam. Er meinte, sie würde ihn jedes Jahr zu Weihnachten besuchen und machte uns daher einen Freundschaftspreis. Bei einem unserer Vorbereitungs Seminar erzählte und Anna, wie sie einmal einem Händler ihren Namen sagte und kurz darauf gefühlt jeder Händler, ihren Namen dort kannte.

Die zweite Hälfte bestand aus Läden für Schmuck.

Nach unserer Runde setzen wir dann unseren Weg fort und bald fanden wir uns in einem Fahrstuhl hoch in die Lüfte wieder.

Naan mit Paneer Butter Masala

Dort war es dann soweit. Ein sehr wichtiges Event für den gesamten Urlaub stand bevor. Wir bestellten beide Naan mit Peneer Butter Masala und ahnten nicht, was wir da taten, oder was ich da tat. Benni war in seiner Essenswahl später dann doch noch etwas wählerischer, aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen.

Auf jeden Fall genossen wir dort oben ein wunderbares erstes Abendessen, neben einigen anderen Touristen, die selbstverständlich ein Bier nach dem anderen bestellten.

Weiterfahrt nach Mettupalayam

Dann ging es zurück zum Busstand. Nachdem wir herausgefunden hatte, wo unser Bus abfuhr, hieß es dann noch etwa eine halbe Stunde warten. Dann kam der Nachtbus und unsere Reise nach Coimbatore begann. Um kurz nach vier Uhr am Morgen waren wir dann dort und mit einem staatlichen Bus ging es weiter nach Mettupalayam. Denn dort fährt die Zahnradbahn in Richtung Ooty ab. Noch ahnten wir nicht, was für eine Schlacht uns dort bevor stand, doch das ist Stoff, für das nächste Kapitel, das hoffentlich bald zu finden ist.

Auf bald,

Lukas


Weitere Eindrücke Madurais
Von der großen Stadt – Madurai


Was danach geschieht
II. Etappe – Von Tee, Kälte und Schokolade / Die Bergsiedlung Ooty


Der ganze Urlaub auf einen Blick
 Die Urlaubsübersicht

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Vom kältesten Monat im Jahr / Der November https://blogs.donboscovolunteers.de/lukasinindien/vom-november/ Wed, 21 Nov 2018 15:24:59 +0000 http://21556.209 Oder zumindest waren dies die Worte Father Monsinghs, danach soll es langsam wärmer werden, aber ehrlich gesagt, ist es immer noch kalt, zumindest morgens und jetzt ist Januar. Allerdings meinte er vor einigen Tagen nun auch, es ist ungewöhnlich kalt für dieses Jahr und das sei nicht gut. Aber ganz gleich, ob jetzt der November […]

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Oder zumindest waren dies die Worte Father Monsinghs, danach soll es langsam wärmer werden, aber ehrlich gesagt, ist es immer noch kalt, zumindest morgens und jetzt ist Januar. Allerdings meinte er vor einigen Tagen nun auch, es ist ungewöhnlich kalt für dieses Jahr und das sei nicht gut. Aber ganz gleich, ob jetzt der November der kälteste war oder nicht, ob der Dezember vielleicht sogar noch kälter wurde und das es jetzt immer noch kalt ist, im November war viel los, sehr viel sogar, von dem ich jetzt endlich, zwei Monate später, kurz berichten möchte.

Diwali – Das Fest des Lichts

Eine für Diwali Typische Lotusblume, sie zeigt, dass jeder willkommen ist (Bild von Benni)

Für die Hinduisten ist Diwali das, was für uns Weihnachten ist. Sowohl vom tieferen Sinn, als auch von dem, was da so gemacht wird. Bei Diwali feiern die Hinduisten den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Ein vor langer Zeit verbannter Gott besiegte endlich einen Dämon, befreite so unter anderem seine Frau und kehrte dann aus der Verbannung zurück. Da es zu dieser Zeit dunkel war, werden heute an Diwali viele kleine Lampen und Kerzen entzündet, um ihm den Weg zu leuchten. Ein unterschied ist, dass in Nordindien eher die Rückkehr des Gottes, in Südindien aber eher der Sieg über den Dämon gefeiert. Daher gab es auch hier im Süden wieder mal einige Unstimmigkeiten mit der Regierung, die ja im Norden von Indien sitzt, die Feuerwerk für zwei Stunden am Abend erlaubte, hier aber Diwali eigentlich am Morgen mit Feuerwerk gefeiert wird. Schlussendlich überließ die Regierung es dann den einzelnen Staaten, selbst zu entscheiden, wann sie jeweils Feuerwerkskörper erlauben. Neben besagten vielen Lichtern und Feuerwerk kommt an Diwali auch die ganze Familie zusammen und feiert gemeinsam. Die Kinder bekommen neue Kleidung, die sie, als wieder Schule war, uns stolz präsentierten. Diwali ist ein Fest, dass über mehrere Tage ging und den Hauptakt dann am 6.November hatte. In der Zeit des Festes wird sich verschieden gereinigt und verschiedene Götter, um Reichtum, gute Geschäfte und Gesundheit gebeten. Im Hinduismus ist der 6.November auch der Beginn des neuen Jahres.

Kräftiges Mampfen

Wer ein schönes Video über die Geschichte hinter Diwali sehen möchte, kann hier mal drauf klicken.

Da bei uns allerdings die Jungs am Wochenende und über Feiertage nach Hause gehen, war es bei uns leer im Projekt. Und auch von den vielen Lichtern überall war in der Stadt wenig zu sehen, dafür wurde den ganzen Tag mit sehr lauten Böllern vor unserem Tor krach gemacht. Am Abend half ich Benni dabei, Kässpätzle zu machen, was von vielen interessiert beäugt wurde.

Da nach Diwali nur noch eine halbe Woche Schule war, kamen nur wenige Jungs wieder. Jedoch wurde genau da, ein Essen für die Jungs gesponsert. Es gab sogar ein ganzes Hühnerbein für jeden. Dazu Ei, jede Menge Reis und zwei Soßen. Stolz meinten sie zu mir, ich solle Fotos machen und als dann nächste Woche wieder mehr Jungs da waren, musste ich die Bilder zeigen, damit diese schön eifersüchtig wurden.

Nachhilfe für Eltern

Eigentlich noch vor Diwali, aber ein schlechterer „opener“ für einen Text wie diesen, als das Fest des Lichtes, gab es ein Angebot für Eltern und Erwachsene, bei dem ihnen die Möglichkeit gegeben wurde, schreiben, lesen und rechnen zu lernen. Nicht einer schien nach außen hin verlegen, dass er oder sie nicht schreiben kann und alle hörten aufmerksam zu und arbeiteten fleißig, schrieben einen Buchstaben nach dem anderen in ihre Hefte.

Children’s Day

Immer mehr Kinder erreichen den Hof (Bild von Benni)

Mitte November, am 14.11, war dann Children’s Day. An dem Tag wollten wir mit den Kindern der Grundschule nur Spiele spielen und nichts direkt unterrichten. Jedoch änderten sich die sonst üblichen Bitten nach „Games, brother, games“ zu „No Games, no games“. Am nächsten Sonntag war dann ein großes Kinderfest hier im Projekt, von dem ich aber leider wenig direkt mitbekam, da ich zu dieser Zeit zum ersten Mal, wieder mal, krank im Bett lag.

Kinder Protestieren gegen Plastik (Bild von Benni)

Je nach dem, welchen der Father‘s man fragte, waren 200, 400 oder gar 800 Kinder da oder sollten kommen. Aber ganz gleich wie viele es am Ende waren, es waren auf alle Fälle jede Menge. Alle Kinder aus den EveningTuitions der umliegenden Dörfer und Vilathikulam selbst waren eingeladen. Zunächst wurden, wie eigentlich bei jeder Veranstaltung einige Worte von verschiedenen Mitarbeitern und dem Direktor verloren. Dann gab es Essen für alle, das aber nicht reichte und daher auch der Teil, der für die Salesianer gedacht war, geplündert und fleißig nachgekocht wurde.

Nachmittags zog dann eine lange Kette an Kindern durch die Stadt und demonstrierte gegen Plastik.

Zu dieser Zeit sahen wir auch das erste Mal einen Elefant in der Stadt. Dieser legt einem den Rüssel auf den Haupt, segnet einen so, dann gibt man ihm zehn Rupis und mit dem Rüssel gibt er diese dann an seinen Reiter nach oben weiter.

Woman Empowering Projects

Eine Besonderheit von Vembu ist, dass es hier besonders viele Unterstützungsprogramme für Frauen gibt. Immer wieder wenn Gäste kommen, erzählt der Direktor voller Stolz, dass nur wir hier, mehr als die Arbeit mit Kindern erfahren können, da eben die Arbeit für Frauen hier so groß ist.

Loan Disbursement Program

Eines der Programme ist das „Loan Disbursement Program“. Hierbei wird Frauen nicht wenig Geld geliehen, damit sie damit eine Existenz aufbauen können. Sie kaufen eine Ziege, eine Nähmaschine oder Saatgut und können somit selbstständig Geld verdienen. Das Besondere ist nun, dass die Frauen das Geld nur mit einem sehr kleinen Zinssatz zurückzahlen müssen und alles was zurück kommt, wieder Frauen, den gleichen erneut, oder neuen, geliehen wird. Und so geht es immer weiter im Kreis.

Für diese Veranstaltung kamen Salesianer aus unter anderem dem Haupthaus in Trichy. Zunächst verloren diese viele Worte über das Projekt, dann berichteten Frauen direkt, was sie mit dem Geld angefangen haben. Nicht wenige waren hierbei voller Energie und haben das Mikrofon quasi wegpusten wollen.

Zuletzt gab es dann, wie immer, Essen für alle und ein großes und besonderes Essen für die salesianischen Gäste.

Graduation Ceremony

Die Übergabe der Zertifikate

Ende November bekamen wir Prominenten Besuch aus Deutschland. Im Februar diesen Jahres wurde in Keela Eral, einem Projekt etwa zwanzig Minuten Autofahrt von hier, in dem bis zu diesem Jahr auch immer Volontäre waren, ein Gebäude gestellt und ein Projekt gestartet, bei dem Frauen in unterschiedlichen Handwerkskünsten ausgebildet werden. Ganz wie unsere StichingClass hier.

Keela Eral

Seit Februar lernen dort viele Frauen zu Nähen, mit Computern umzugehen, für Hochzeiten zu dekorieren und ähnliches. Einer der Father‘s, der zur Graduation Ceremony aus Trichy kam, meinte, dass eine Frau, die in einem ähnlichen Projekt vor einigen Jahren lernte, Frauen für Hochzeiten zu schmücken, heute 5000Rupies pro Auftrag verlangt und einige Aufträge im Monat erhält.

 

Nun war es an der Zeit, dass diese Frauen ihre Abschlusszeugnisse erhalten sollten. Das Projekt wird von Don Bosco Mondo, einem Verbund von verschiedenen Gesellschaften, die Don Bosco Projekte unterstützen, aus Deutschland unterstützt und die Zuständige, die Susanne, kam, um ihnen ihre Zertifikate zu überreichen.

Selbst der Regen ließ es sich nicht nehmen und kam und gratulierte kräftig und persönlich.

 

Zunächst wurde inszeniert, wie die Frauen in den Räumen sitzen und dort ihr Handwerk erlernen, während Susanne alles nach einander besuchte. Dann war die große Zeremonie. Wieder wurden viele Worte fallen gelassen, die diesmal aber teilweise auch Übersetzt wurden, dann wurde getanzt und zuletzt bekamen die Frauen ihre Zertifikate übergeben. Nach einem Mittagessen in Keela Eral kam Susanne mit zu uns nach Vilathikulam, und es gab ein riesiges und fein rausgeputztes Abendessen.

Besuch von den drei Italienern

Ebenfalls im November bekamen wir Besuch von drei Italienern. Deren unternehmen sponsert eine Gruppe von Kindern. Da die Salesianer hier besser wissen, welche Kinder hier eine Unterstützung brauchen könnten, als sie aus Italien, wirkte unser Projekt, quasi als Vermittler. Jetzt kamen sie eben zu Besuch und trafen die Kinder. Und wieder, am Abend, gab es ein fürstliches Abendessen.

Vilathikulam erkunden

Immer weiter dem Sonnenuntergang entgegen

Im November lernten wir dann auch Vilathikulam und die Umgebung immer mehr kennen. Zum einen machten wir einige ShoppingTouren, kauften Hemden und Hosen und lernten den hiesigen Supermarkt kennen. Außerdem besuchten wir ab und an den Park, das immer mit fleißig Seflies machen verbunden ist.

Einmal machten wir eine Fahrradtour und kamen so ein großes Stück aus Vilathikulam heraus. Saftig grün waren die Felder entlang der Straßen und immer wurde uns freundlich zugewunken.

Einmal gingen wir abends etwas spazieren, bogen in  eine Straße neben dem Projekt und fanden uns auf einmal mitten unter den vielen Tuitionkids. Aber auch ein ganz anderes Stadtbild bot sich uns. Hier waren keine hohen und bunten Gebäude mehr. Fast alles blieb auf Erdbodenebene und nicht selten bestanden die Dächer aus verwebten Palmblättern. Hier wurde mir wieder bewusst, in was für einem Luxus doch wir hier in Indien leben und wie im Vergleich dazu, so viele hier leben, teilweise direkt bei uns ums Eck. Aber der einzige der wegen dem Gedanken betrübt war, war Ich und vielleicht Benni, aber ich kann schließlich nicht in seinen Kopf reingucken, die Kinder spielten, zumindest scheinlich glücklich und zufrieden, mit brennenden Fahrradreifen und Holzscheiten und lachten und winkten uns freudig zu.

Volontärsbesuch

Mitte November bekamen wir Besuch von den Voluntären aus Coimbatore, Lukas und Axel. Fünf Tage waren sie hier. Am ersten Tag besuchten wir mit ihnen den Strand (mehr darüber ist hier zu finden) und an keinem Tag, die sie noch hier verbrachten, waren sie dann nicht am Strand. Aber es ist auch ein echt schöner Strand.

SchoolDay

Fleißig arbeiten während des Testes

Ende November stand der SchoolDay der Grundschule von Kathalampatti an. Das eigentliche Fest war am Abend des 1.Dezember und wird daher erst im Dezember Beitrag Erwähnung finden, aber bereits im November ging die Vorbereitung los. Die ganze Woche über übten die Kinder in verschiedenen Gruppen, jeden Tag einen neuen Tanz ein. Gleichzeitig dazu schrieben wir zu dieser Zeit einen kleinen Test in der Grundschule, der schöner Weise sehr gut ausfiel.

Ein gezielter Wurf mit der Murmel

Am Freitag, dem letzten Tag im November, war dann keine Schule, sondern es wurden jede Menge Wettbewerbe ausgetragen. Zunächst mussten die Erstklässler Perlen auf einen Faden aufwickeln und der, der das als erstes schaffte, gewann. Dann musste eine andere Gruppe Kinder, Linsen mit einem Strohhalm von einem Teller in den anderen befördern und wer in der kürzesten Zeit die meisten transportieren konnte, gewann. Dann gab es ein Sackhüpfenwettrennen, es mussten Murmeln in ein Loch gerollt werden und ein Wettrennen mit einem Gefäß auf dem Kopf,

Vorsichtiges balancieren der mit Sand gefüllten Becher

dass nicht runter fallen durfte. Weiter ging es mit einem Wettstreit, den die gewann, die am längsten Seilhüpfen konnte und zuletzt musste mit der Hand Wasser zu und in eine Flasche transportiert werden. Die Gewinner wurden immer aufgeschrieben und sollten während der Feierlichkeiten am nächsten Tag geehrt werden.

 

 

So endete dann der theoretisch kälteste Monat im Jahr, praktisch bin ich aber immer noch, zumindest morgens, froh über Pullover überm T-Shirt, über Socken und über eine Decke über der langen Hose, während die Jungs morgens lernen. Doch so Ereignisreich der November auch endete, gleich ging es mit großen Ereignissen weiter.

Auf bald,

Lukas


Alle Monate auf einen Blick
Die Monatsübersicht

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