Toni und Max in Benin

Erlebnisse und Erfahrungen aus Parakou

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CHAPTER FOUR – Unser Tagesablauf

Nach und nach fühlen wir uns Parakou immer heimischer, was bestimmt auch daran liegt, dass wir mit dem Schulbeginn an der Don-Bosco-Schule endlich mehr Kontakt zu den Menschen hier haben und es nun viele Aufgaben gibt, welche wir übernehmen können.

Als wir am ersten Schultag vor rund 600 Schülern auf dem Podium mit den anderen Lehrern saßen, fühlten wir uns erst etwas fehl am Platzt, saßen wir doch ein Jahr zu vor noch auf der Schülerseite. Und auch altersmäßig stellten wir gerade mal den Durchschnitt der Schüler da. Doch da saßen wir nun und wurden genau wie das Direktorium und die anderen Lehrer, den Schülern vorgestellt. „Dies sind Max und Toni, zwei Volontäre aus Deutschland, die mit uns dieses Jahr hier leben und arbeiten werden. Außerdem werden sie einen Deutsch-Club anbieten, für den ihr euch bestimmt alle einschreiben wollt“. Ungefähr so, nur eben auf französisch wurden wir vorgestellt.

So hat die Schule nun endlich angefangen und wir haben einen relativ festen Tagesablauf, den wir euch im Folgenden beschreiben.

Morgens um kurz vor sechs, die ersten Rufe des Muezzins für das Gebet, 10 Minuten später dann das Leuten der Glocken, alles ganz normal in Parakou. Für uns heißt es nun aufstehen und ab unter die kalte Dusche. Häufig geht es dann in die Messe oder wir entscheiden uns eben doch noch etwas länger zu schlafen, anschließend gibt es Frühstück und auf in die Schule. In der Schule angekommen, gibt es wie jeden Tag ein Morgenwort, bei dem die ganze Schule zusammen kommt. Erst danach fängt der Unterricht für die Schüler an und auch für uns beginnt die Arbeit. Bis  jetzt haben wir viele organisatorische Aufgaben übernommen, wie Kurslisten anlegen oder bearbeiten.  Demnächst hoffen wir jedoch auch uns mehr im Unterricht einbringen zu können. Mit dem Club Allemand haben wir bereits einen eigenen Kurs, der jeden zweiten Mittwoch stattfindet.

In diesem Kurs versuchen wir knapp 30 Schülern die deutsche Sprache und die deutsche Kultur näher zu bringen. Ganz abgesehen von unseren Französisch-Fähigkeiten keine einfache Aufgabe. Doch die Schüler/innen sind sehr interessiert und verhalten sich erstaunlich ruhig, so dass die ersten beiden Stunde schon mal ein Erfolg war. Mit den ersten deutschen Wörtern werden wir jetzt auch schon auf dem Pausenhof angesprochen: Hallo, wie geht es dir? – Hallo, mir geht es gut und dir?

Doch wieder zurück zu unserem Alltag. Nachdem wir also die ersten Aufgaben im Büro übernommen haben, steht die erste Pause für die Schüler an. Das heißt für uns die Musik aufzudrehen und die Bälle zum Fuß -, Basket – oder Volley-ball spielen raus zu bringen. Häufig spielen wir dann auch selbst mit oder unterhalten uns mit den Schülern.

Anschließend geht es mit den Aufgaben im Büro weiter, bis wir mittags zum Essen in die paroisse zurückkehren. Nach einer längeren Mittagspause geht es am Nachmittag in die Grundschule Marie-Auxiliatrice, welche in diesem Jahr 20 Kinder zwischen 4 und 6 Jahre besuchen. Die Spielpause nachmittags, in der wir die Kinder betreuen läuft natürlich anders ab, als in der Don–Bosco–Berufsschule mit den deutlich älteren Schülern. Häufiger Konflikt in der Pause sind die 2 Bälle, welche jedes Kind für sich beansprucht. Mittlerweile klappt es jedoch auch schon deutlich besser gemeinsam mit dem Ball zu spielen, einige Kandidaten gibt aber immer noch. Deren Namen konnten wir dann auch als erstes. Ebenso hat eigentlich jedes Kind nachmittags einen kleinen Snack dabei. Das können kleine Bonbos, Kekse oder Lollis sein. Anfangs mussten die Kinder erstmal lernen die Verpackung der Snacks nicht einfach auf den Boden zu werfen, sondern diese im Mülleimer zu entsorgen. Dies klappt mittlerweile auch gut, wohingegen das Öffnen der Verpackung für viele weiterhin eine große Herausforderung ist, bei der sie uns um Hilfe fragen.

Zum Ende der Pause müssen sich alle Schüler die Hände waschen und gehen wieder in den Klassenraum zurück, wo der Unterricht der maitresse weitergeht. Mit einem „Hmmmh“ *Hand zur Linken Backe*, „Hmmmh“ * Hand zur rechten Backe und einem abschließend  Merci mit Luftküsschen werden wir dann verabschiedet. Dies ist immer wieder süß. Abends steht für uns dann nur noch eine kurze Andacht und das Abendessen an, ansonsten haben wir hier Zeit für uns.

Doch dies war nur einer der beiden Tagesabläufe, von dem wir euch gerade berichtet haben. Immer nur einer von uns hat diesen beschriebenen Tagesablauf. Der andere hilft nämlich währenddessen im Internat und hat somit andere Aufgaben und auch andere Arbeitszeiten. Da wir jedoch Beide gerne die unterschiedlichen Aufgaben übernehmen wollen, aber das schon rein zeitlich nicht geht, wechseln wir uns jede Woche mit den Aufgaben ab. Im Folgenden beschreiben wir euch nun den zweiten Tagesablauf für den von uns, welcher gerade im Internat arbeitet.

Im Internat geht es noch früher los, nämlich um 5:45. Die rund 60 Jugendlichen welche zwischen 15 und 24 Jahren alt sind haben dann bis zum Beginn der Schule Zeit zu duschen, zu Frühstücken und sich für die Schule vorzubereiten. Wie für alle anderen Mahlzeiten auch sind die Schüler auch fürs Frühstück selbst zuständig. So kochen sich die meisten Schüler schon etwas Warmes zum Frühstück, was natürlich seine Zeit braucht. Doch auch das Putzten gehört zu den morgendlichen Aufgaben da zu. Jeder Schüler hat einen bestimmten Bereich, um den er sich jeden Morgen kümmern muss. Mit dem Schulbeginn verlassen wir dann das Foyer, um in der paroisse zu frühstücken. Wir sind uns beide einig, dass das Frühstück fast die beste Mahlzeit des Tages ist. Frisches Baguette mit Butter und dazu häufig Honig oder Marmelade. Dazu gibt es dann ein warmes Getränk aus Milchpulver, Zucker und Wasser oder eben Kaffee. Gut gestärkt hat man dann etwas Zeit für sich und anschließend geht es in die Grundschule, in der wir die Kinder während der Essenzeit und der anschließenden Pause betreuen. Während der Essenszeit kümmern wir uns neben Flaschen und Dosen öffnen auch darum, dass Stille im Essensraum herrscht. Dies war für uns Anfangs sehr ungewohnt, da die Essenszeit in unserer Grundschule häufig auch Zeit zum Reden oder zum Geschichten Vorlesen war. So gibt es während der Essenszeit für uns auch immer etwas zu tun. Flaschen die umgestoßen werden, Kinder, die vor sich hin träumen und vergessen zu essen, wie auch kleine Kapelleien, die es zu klären gibt. Nach dem essen geht es dann in die Spielpause. Das Wort Pause gilt natürlich nur für die Kinder, denn auch hier haben wir einiges zu tun, jedoch auch viel Spaß. Die Kinder sind uns echt schon ans Herz gewachsen. So schnellen Kontakt, wie mit den Kindern konnten wir mit keinem hier aufbauen. Mit dem Händewaschen endet dann auch diese Pause und der Unterricht geht weiter.

Bis zum Mittagessen ist für uns dann noch Zeit, welche wir meistens für ein kleines Nickerchen nutzten. Nach dem gemeinsamen Essen geht es dann in der Don-Bosco-Schule weiter, wo wie für den Anderen am Vormittag einige organisatorische Aufgaben anstehen oder wir Plakate für die Schule gestalten. Nach der Schule zwischen 18 und 19 Uhr ist der Tag jedoch noch nicht fertig. Um 20:30 Uhr beginnt nämlich die Lernzeit im Internat, in wir der den Jugendlichen, bei ihren Aufgaben, so gut wir könne helfen und für Ruhe sorgen. Bei Mathe und Englisch klappt das sehr gut, doch bei dem Rest können wir eher noch etwas von den Jugendlichen lernen.

Kurz noch einige Hintergrund-Infos zum Foyer. Im Foyer leben knapp 60 Schüler aus ganz Benin, um die Don-Bosco-Berufsschule zu besuchen. Insgesamt gibt es genau eine Person, der sich um alles im Foyer kümmert und eben wir, die versuchen ihn so gut wie möglich zu unterstützten.

Um 22:30 ist die Lernzeit, die von einigen Jugendlichen schon zum Schlafen genutzt wird, vorbei. So richtig übel können wir das den Jugendlichen nicht nehmen, denn ohne das Nickerchen am Vormittag, wären wir wahrscheinlich genauso müde. Doch auch um 22:30 geht es noch nicht sofort schlafen, sondern das Abendwort steht an, was meistens aus einem spirituellem Teil und einigen Worten zum heutigen Tag besteht und den Tag abschließt. Danach heißt es für uns noch Zähne putzten und ab ins Bett unters Moskitonetz, denn am nächsten Tag geht es ja schon um 5:45 weiter.

So laufen also ungefähr unsere Wochentage ab. Am Wochenende haben wir dann beide größtenteils frei und waren dort einige male schon in der Stadt z.B. auf einem der Märkte. Auch sind wir eigentlich ziemlich spontan ins Fußballteam der paroisse geraten, welches jeden 2. Sonntag, ganz professionell mit Trikots, Schiedsrichter und einigen Zuschauern ein Spiel bestreitet. Und ebenso ist am Samstagnachmittag das Oratorium(ein art Jugendtreff) . Neben dem Oratorium sind wir im Gemeindeleben in zwei unterschiedlichen Gruppen aktiv. Toni ist in der Jugendgruppe, welche für die Lesung und die Fürbitten im Jugendgottesdienst Sonntagabends zuständig ist, aktiv. Max ist in der Margialgruppe, für die Jugendmesse aktiv, welche während des Gottesdienstes dafür Sorgen, dass alles reibungslos abläuft. Denn durch die vielen Menschen welche hier, während der Messe die Kirche verlassen oder erst später dazukommen, entsteht ganz schön viel Unruhe.

So sind unsere Tage mittlerweile gut gefüllt und wir kommen auch durch den ständigen Kontakt mit anderen besser mit dem Französisch zurecht. Wir fühlen uns wirklich sehr wohl hier und haben uns gut eingelebt. In Parakou kennen wir uns nun Stück für Stück besser aus, demnächst haben wir dann auch die Möglichkeit, weitere Teile von Benin zu erkunden.

 

Versammlung aller Schüler und Lehrer zum Morgenwort an der Don-Bosco-Berufsschule

 

Das Schulgelände der Don-Bosco-Berufsschule

 

 

Das Internat

 

Eröffnung des Oratoriums

 

Oratorium

 

 

 

 

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