Leonews aus Benin

zwischen Motorradtaxis und Markt-Gewusel

Joyeux Noël

Bevor das neue Jahr 2026 starten kann, muss ich ja noch von meinem diesjährigen Weihnachtsfest berichten!

23. Dezember: gemütlicher Abend mit Spagetti à la Beninoise

Maria und ich haben ziemlich kurzfristig entschieden, Heiligabend nicht wie ursprüngloch geplant bei den Schwestern zu verbringen sondern bei Lotte in Calavi! Daher sind wir schon am 23. Dezember am späten Nachmittag aufgebrochen, um noch vor der Dunkelheit anzukommen (hat so semi gut funktioniert, weil wir beide doch gerne mal trödeln – die letzten Weihnachtsgeschenke mussten noch fertiggestellt werden). Bei Lotte angekommen ging es allerdings gleich weiter in die „Caferteria“, die Dorfkneipe um die Ecke, in der man gerne mal das eine oder andere Bierchen in netter Gesellschaft genießt (wie immer natürlich „La Beniniose“ ;).
Zu essen gab es eine große Portion Spagetti mit Ei und ordentlich Piment (die beninischen Chillischoten), das höchstpersönlich vom Koch Hektor zubereitet wurde! Nach einigen Runden „Jenga“ ging es dann auch nach Hause ins Bett!

24. Dezember: Heiligabend bei 30 Grad

Die Vorbereitungen für den heiligen Abend starteten schon früh morgens. Auf dem Programm stand Mousse au chocolat und Apfelstrudel machen, Pizzateig vorbereiten und den Baum im Garten schmücken! Nach einer kleinen Kocheinheit wagten wir uns an den Baumschmuck und zu passender Weihnachtsmusik wurde der Garten mit jeder Weihnachtskugel immer weihnachtlicher. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass ich bei 30 Grad Außentemperatur und 80% Luftfeuchtigkeit in Weihnachtsstimmung kommen würde aber nach ein paar Weihnachtsbangern sah das schon ganz anders aus! Es hat auch richtig Spaß gemacht mit Maria und Lotte ein kleines bisschen deutsches Weihnachten nach Benin zu holen.

Als es dann so langsam Abend wurde gab es als Vorspeise unseren wirklich gelungenen Apfelstrudel (sogar mit Vanillesoße!!!). Während die Pizza im Ofen war, haben wir eine Runde Skyjo gespielt und ein bisschen gequatscht! An diesem Fest so weit weg von der Familie zu sein, fiel uns dreien gar nicht so schwer, denn wir hatten ja uns und wirklich leckeres Essen! Seht selbst:

Wir haben es uns richtig gut gehen lassen! Nach dem Nachtisch folgte natürlich die Bescherung. Zusammen mit Astrid, der Dame bei der Lotte untergebracht ist, haben wir Geschenke ausgepackt, die wir uns füreinander überlegt haben. Das war wirklich schön und hat auch viel Spaß gemacht.

Und so fand unser Heiligabend langsam aber sicher sein Ende. Den 25. Dezember haben wir dann erst einmal ausgeschlafen und am späten Nachmittag sind wir mit dem Zem zurück nach Cotonou gefahren.

Rückblickend war Weihnachten dieses Jahr ein ganz besonderes Fest. Fern von zu Hause und von der westlichen Welt wurde mir bewusst, welchen großen Platz das Thema Konsum in der Weihnachtszeit einnimmt. Oftmals geht es gar nicht mehr um das Fest an sich, sondern um das Machen und Bekommen von Geschenken. Mir ist auch aufgefallen, dass ich keinerlei Wünsche hatte, denn an was fehlt es mir denn hier schon? Dieses Jahr wurde mir einmal mehr bewusst, um was es mir an Weihnachten wirklich geht, und zwar nicht um das perfekte Geschenk, das perfekte Weihnachtsessen oder den perfekten Weihnachtsbaum, sondern um die Zeit und die Momente, die ich mit den Menschen an diesem Abend verbringe. Dazu braucht es auch keine weiße Weihnacht…;)

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026!

Bonne année et meilleurs vœux, à bientôt!

…und wie versprochen gibt es noch ein Foto meiner Haare, nachdem ich die geflochtenen Zöpfe geöffnet habe und Fotos von Weihnachtsbäumen, die mir in der Vorweihnachtszeit begegnet sind…

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  1. Jule

    Boah jetzt bekomm ich auch Lust auf Mousse au chocolat 😢. Klingt auf jeden Fall nach nem sehr entspannten Weihnachten und freut mich sehr, dass es so schön war, obwohl doch alles anders war. Vermisse dich 😭❤️

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