Nach 6 intensiven und unvergesslichen Seminartagen in Ghana,
- kam langsam aber sicher mein Englisch wieder in Schwung,
- hatte ich mich schon fast von meinem Kulturschock erholt und
- hatte ich eine kleine aber feine Reiskur hinter mir (6 Tage jeden Tag mittags UND abends Reis – aber guten Reis!!)
Ich war also ready und gewappnet für das bevorstehende Abenteuer!
Großstadtleben in Accra
Dienstagnachmittag (24.2.) war das Seminar dann offiziell vorbei und es ging mit Uber (!!!total modern, nix Zem da!) ca. 1h nach Accra in ein feines Hostel: „African Vibrations Hostel“ – wirklich nur weiter zu empfehlen. Als große Gruppe belegten wir fast alle Betten und machten es uns schön gemütlich, bevor es Abends erst mal zum Essen ging: Pizza – geprüft von echten Italienern, daher ein echter Gaumenschmaus!!! Ach, ich war im siebtem Himmel, so lecker war die Pizza! Gestärkt ging es auch schon weiter zur nächsten Abendveranstaltung: Karaoke-Night! Das war auch der Knüller. Richtig gute Stimmen, so gut, dass man sich gar nicht getraut hat, auch zu singen. Zum Auftritt der Volontäre kam es leider gar nicht, da die Auswahl des Songs dann doch zu lange gedauert hat… Aber der Abend war trotzdem wunderschön und unvergesslich!



Agbobloshi – Schattenseite des Luxus
Der 2. Tag in Accra startete mit einem ausgiebigen Frühstück – mmmhhh wie im Urlaub. Nach einer kurzen „Stadtbesichtigung“ ging es für uns in einen ganz anderen Stadtteil Accras, nämlich Agbobloshi, der als eine der größten Elektroschrott-Deponien Afrikas und zu den giftigsten Orten weltweit bekannt wurde. Dort erhielten wir von zwei jungen Frauen, die in dem Slum aufgewachsen sind eine Führung durch das Viertel. Die Bilder, die ich dort gesehen habe, haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Müllberge über Müllberge, sei es Klamotten (vor allem Retoure-Pakete aus Europa, …), Elektroschrott oder Berge aus Plastik. Und die Menschen leben in Mitten des Mülls, bauen sogar ihre Hütten darauf. Ich glaube aber, Bilder sagen mehr aus als Worte:



Unser Abendprogramm bot einen krassen Kontrast. Es ging nämlich nach einem wirklich leckerem Shawarma zum Tanzen und zwar in die Salsa-Night, wo ordentlich das Tanzbein geschwungen wurde! Ich hatte lang nicht mehr so viel Spaß und war auch so mit Tanzen beschäftigt, dass ich gar nicht dazu gekommen bin, Fotos zu machen…Also jetzt erst einmal eine kurze Lesepause einlegen, Salsa-Musik anwerfen und eine Runde tanzen – einfach mal die Hüften locker machen 😉
Auf an die Küste, auf nach Cape Coast
Der nächste Tag war großer Abreise-Tag. Die große Gruppe löste sich auf. Ein Teil fuhr in die Volta Region und Maria, Lotte und ich machten uns vorher noch auf den Weg in die Küstenstadt „Cape Coast“. Dazu nahmen wir – typisch für Ghana – ein Trotro, ein Sammeltaxi, das meist innerhalb weniger Minuten voll und bereit zur Abfahrt ist. Bis auf einige wenige Straßenabschnitte, die noch in der Fertigstellung sind, war die Fahrt ganz angenehm. Abends kamen wir dann in unserer Unterkunft, dem „Baobab-House“ (wieder eine Hostel-Empfehlung von mir) an und lauschten nach einem leckeren Abendessen in einem Veganen Restaurant (absolute Weiterempfehlung) den Wellen am Strand…



Neuer Tag, neues Programm. Erster Programmpunkt: Hochseilgarten im Nationalparkt „Kakum“. Das hat echt eine Menge Spaß gemacht. Gute 40 Meter über dem Boden sind wir auf Brettern und mit Netzen gesichert von Baum zu Baum gewandert. Also Höhenangst ist 100% fehl am Platz. Nach guten 2,5h in der Natur ging es wieder zurück ans Meer und weiter zum zweiten Programmpunkt: Cape Coast Castle. Dies ist ein ehemaliges Sklavenschloss, das als zentraler Ort des transatlantischen Sklavenhandels diente. Wir schlossen uns einer Führung durch das Castle an, die wirklich sehr interessant war und mich wieder einmal nachdenklich stimmte… Ein Ort, der mir wieder bewusst machte, wie grausam Menschen sein können.



Natur pur
Am Samstag Morgen (28.2.) sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück wieder mit dem Trotro nach Accra, um von dort dann in die Volta Region zu fahren. Und das war doch eine kleine Odysee. Wir sind angekommen, keine Frage, aber das ziemlich spät und der Sitzkomfort war vor allem im 2. Taxi nicht wirklich gegeben… Es war aber trotzdem ein Abenteuer mit Happy End. Denn von der Taxistation ging es mit Zem zur Unterkunft!!



Da wir uns schon in den Bergen befanden, stand am nächsten Tag schon eine Wanderung bevor. Eine hügelige Landschaft muss natürlich genutzt werden und so bestiegen wir am Folgetag den höchsten Berg Ghanas den „Mount Afadja“ mit ca. 885 m. Diesen haben wir innerhalb von 45 min erklommen, mega Steigung, daher anstrengend aber man wird definitiv mit der Aussicht belohnt! Ach, das tat einfach mal wieder gut, in den Bergen zu sein (ich als Bayerin ;)! Wieder heil unten angekommen machten wir noch einen Abstecher zur Volta, um dort schwimmen zu gehen. Bis wir allerdings am Ziel waren, war es schon fast dunkel geworden, sodass wir in der Dunkelheit auf eine Insel fuhren, um dort ins Wasser zu hüpfen…Spoiler: Es ist alles gut gegangen, also ich lebe noch 😉






Am 2. Wandertag wurde natürlich nochmal alles gegeben. Ziel waren Wasserfälle, einmal „Upper“ und „Lower Falls“. Die Tour über begleitete uns ein Guide, dessen Schuhwerk ich auf jeden Fall bemerkenswert fand: Adiletten (obwohl ich mit meinen Birkenstock auch nicht besser aufgestellt war…). „Wanderschuhe seien ihm einfach zu warm.“ Mit einigen Verschnauf-, Trink- und „Wir-genießen-den-Ausblick-Pausen“ erreichten wir nach einiger Zeit die Grenze Togos! Ja, richtig gelesen. Der Togo-Loop verläuft , wie der Name schon sagt, durch Togo. Landschaftlich hat sich natürlich nichts geändert 😉 Angekommen bei den Upper-Falls war ich dankbar für die Abkühlung. Denn die ganze Wanderung über habe ich geschwitzt wie aus Kübeln – ich meins ernst! Einen umso schöneren Abschluss bildeten dann die Lower-Falls, denn von dort aus ging es dann nur mehr flach nach Hause!





Auf Nummer sicher gehen…
Um fristgerecht (Visum!!!) in Cotonou anzukommen, teilten wir die Rückreise auf zwei Etappen auf. Am Dienstag (3.3.) nahmen wir wieder eine Mischung aus Taxi und Trotro an die togolesische Grenze, an der alles reibungslos verlief!! In Lomé (Hauptstadt Togos und gleichzeitig Grenzstadt) angekommen wollten wir unbedingt den „Grand Marché“ erkunden. So „grand“ wie in Cotonou war er nicht, aber einen ähnlichen Flair hatte er 😉 Das einzige, worin es sich wirklich lohnt zu investieren, ist ganz klar: ESSEN! Mmmhhh wie im Schlaraffenland! Die Nacht über verbrachten wir bei einer befreundeten Volontärin, bevor es am nächsten Tag auch schon mit einem Sammeltaxi nach Cotonou ging (der Vollständigkeit halber: Der Grenzübertritt an der beninischen Grenze bereitete uns zum Glück keine Sorgen!!!).



Angekommen in Cotonou – Zuhause – haben uns alle sehnsüchtig erwartet und sich riesig über unsere Ankunft gefreut! Ach, das war einfach schön zu spüren, dass es hier auch Menschen gibt, die uns vermissen werden und denen wir schon jetzt am Herzen liegen <3. Die Reise durch einen Teil Ghanas war abenteuerlich, spannend und die perfekte Auszeit von der Arbeit! Doch irgendwann freut man sich dann doch wieder auf Zuhause! Denn: Zuhause schmeckt’s dann doch am besten 😉
Schreibe einen Kommentar