Ein neuer Tag ein neuer Blogeintrag. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es ein bisschen gruselig, wenn ich teilweise innerhalb weniger Tage mehrere Beiträge verfasse. Aber manchmal übermannt mich einfach die künstlerische Kreativität und aus relativ inhaltsleeren Tagen werden dann ganze Blogeinträge. Aber wie schon erwähnt macht es mir auch unheimlich viel Spaß die Tage noch einmal zu rekapitulieren und euch daran teilhaben zu lassen. Es folgt quasi inhaltlich die Zusammenfassung von zwei Tagen:

Im Oratorium gibt es für jeden Bereich sogenannte „Leader“, die für ihren Club verantwortlich sind, zu den wöchentlichen Meetings kommen und die dort besprochenen Themen in ihrem Club umsetzen sollen. Da dies in den vergangenen Wochen nur so mäßig funktioniert hat, setzten wir für den gestrigen Samstag (09.11.19) ein Leadership-Seminar an. In etwas mehr als drei Stunden erarbeiteten wir zum Beispiel was einen guten Leader ausmacht und wie er handeln soll. Außerdem sollte das Seminar dazu dienen sich innerhalb des Teams (bestehend aus den Leadern, Brother Alfred, den Schwestern, Father Francois, der aktuell noch auf seiner Bemba-Sprachreise ist, und uns Volos) besser kennenzulernen, um ein familiäreres Miteinander und die gemeinsame Zusammenarbeit zu fördern.

Am Nachmittag trainierte ich wieder die neuformierte Jugendfußballmannschaft. Diesmal war das Training deutlich angenehmer, da nur 16 der 32 Mitglieder des Clubs zum Training erschienen. Natürlich kamen wieder neue Kids dazu, die auch in den Club aufgenommen werden wollten. Ich habe allerdings beschlossen keine weiteren Mitglieder zu akzeptieren, so gerne ich das auch tun würde, denn irgendwann kommt selbst der allerbeste Coach an seine Grenzen 😉 Ich musste ihnen also schweren Herzens mitteilen, dass ich keinen Platz mehr für sie habe. Ich habe aber auch eine Regel aufgestellt, dass Kids, die dreimal in Folge nicht zum Training erscheinen aus dem Club gestrichen werden. Ich weiß das ist ziemlich hart, aber zum einen versuche ich die Gruppe zu verkleinern, da ich mittlerweile eingesehen habe, dass ich mich mit so einer Anzahl an Mitgliedern etwas übernommen habe und zum anderen gibt es so viele Kids die auch liebend gerne mittrainieren wollen und so noch eine Chance auf einen Platz im Club haben.

Den Freitag davor habe ich dann noch beim Meeting erfahren, dass schon feststeht, dass am kommenden Samstag eine Gruppe Jungs aus der Nähe zu Besuch kommt, um gegen die Jugendfußballmannschaft zu spielen. Das eigentlich geplante Spiel, welches ich im letzten Beitrag erwähnt hatte, muss also verschoben werden. Wahnsinn! Erst dreimal trainiert, das Zusammenspiel größtenteils noch ziemlich chaotisch, aber schon zwei geplante Spiele! Wie gut oder schlecht wir dabei abschneiden werden berichte ich euch natürlich, wie immer, als erstes.

Und nun das Wort zum Sonntag: Wie immer nutze ich den Sonntag, den einzigen Tag der Woche an dem wir wirklich überhaupt gar kein Programm haben, zur Regeneration oder zur Erledigung anfallender Tätigkeiten wie Zimmer sauber machen, bügeln oder, wie es auch sehr häufig vorkommt, zum Blog schreiben. Natürlich auch nicht fehlen darf das fleißige Live-Ticker lesen der aktuellen NFL-Spiele. Hat der nen Knall? Warum erzählt er sowas? Nun ja, es ist neben den Freunden und der Familie eines der Sachen, die ich am Meisten an Deutschland vermisse. Der so genannte „NFL-Sonntag“ zu Hause vorm Fernseher. Von 19 Uhr bis spät in die Nacht den faszinierenden Sport live im Free-TV verfolgen (nicht wie beim Fußball, wo man für so ziemlich alle interessanten Spiele bezahlen muss) und mit den Freunden über Spielzüge, Transfers oder Skandale fachsimpeln. Das macht für mich einen guten Sonntag aus. Zu Beginn hat mich dieser Sport nicht interessiert, sondern gelangweilt, aber mittlerweile bin ich zu einem richtigen Nerd und Fanatiker geworden und vermisse dies daher sehr. Allerdings kann man das ja über ein Jahr auch verschmerzen und wer weiß, vielleicht kann ich ja das größte Sportereignis der Welt, den Super Bowl, der in über 200 Länder der Welt übertragen wird, am Fernseher mitverfolgen.

Außerdem ist der Sonntag für mich mittlerweile zum Schnipp-Schnapp-Haare-ab-Tag geworden. Da ich mir nun die Haare immer selbst auf „0“ schneide (Fachterminus der Branche für glatzenähnliche Länge der Haare), muss ich mich einmal in der Woche an die langen Zotteln machen. Dafür bietet sich der freie Sonntag perfekt an.

Den heutigen Eintrag schließen möchte ich mit einem kurzen Satz, den wir gefühlt mindestens einmal täglich von Brother Alfred zu hören bekommen: Life is good!

Mit dieser kurzen und knackigen Lebenseinstellung verabschiede ich mich für heute. Schöne Grüße und bis bald.

Gregor