Wieder zuhause angekommen, möchte ich euch dennoch nicht einen Beitrag über Gesines und meinen Urlaub vorenthalten. Wir durften die wunderschöne Landschaft von Rwanda sehen, die wirklich lebendige und vielseitige Hauptstadt Kigali und die ruhige und entspannte Stadt Gisenyi an der kongolesischen Grenze. Dabei haben wir viele kleine lustige, spannende Dinge erlebt, die uns sehr bereichert haben.

Aufbruch nach Kigali

Unser Plan war er, am 27. mit dem Bus erst nach Kigali zu fahren, dort dann bis zum 30. zu bleiben und von dort aus dann ebenalls mit dem Bus weiter nach Gisenyi zu fahren. Von Gisenyi wurde uns schon von vielen erzählt, dass es dort sehr schön sein soll, also musste das in unserer ersten Reise auf jeden Fall dabei sein. Da drei Salesianer aber schon am 26. nach Kigali mussten, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, mitzufahren.

So sind wir also am 26. nach dem Mittagessen los, mit unseren großen Rucksäcken. Schon das Fahren auf dem Pickup hinten bis zum Busbahnhof, hat uns das erste Urlaubsfeeling gegeben und uns den Wind durch die Haare geweht. Am Busbahnhof angekommen, haben wir gleich gemerkt, dass die Reise wahrscheinlich nicht so stressfrei werden wird. Für die Salesianer, die es gewohnt sind schon, für uns nicht. Im Ticketbüro konnte man die Tickets nach Kigali kaufen, für ca. 3,60 Euro (124km). Es war sehr viel los am Bahnhof. Kleine Busse, große Reisebusse, Motorräder, alles. Und Menschen mit allen möglichen Dingen zu transportieren: Möbeln, Koffern, riesigen Säcken etc.

Wo unser Bus abfahren würde… keine Ahnung. Keinerlei Schilder oder Anzeigen. Das überließen wir dann unserer Begleitung. Lediglich Pappschilder an den Scheibenwischern sollten das Ziel des Busses anzeigen. So warteten wir dann also auf unseren Bus für 14:30 Uhr. Wie die Busse in den Bahnhof reinsausten hat uns etwas beunruhigt. Schließlich war unser Reisebus dann da. Und es gab offensichtlich zu viele Leute für zu wenig Plätze. Also haben wir alles gegeben, in dem Gedränge mit unseren Rucksäcken zur Bustür zu kommen und haben dann, zu unserer Erleichterung, einen Platz ganz hinten bekommen.

Der Bus fuhr dann eine Stunde nach Plan ab. Während der Fahrt gab es für den gesamten Bus laute Unterhaltung über den vorne angebrachten Fernseher, der alle durch die Musik und Musikvideos bei Laune hielt (oder verhinderte, dass man seine eigene Musik hören konnte). Aber die Musik war gut. Unsere Rucksäcke waren irgendwie unter unsere Sitze gequetscht. Nach einer langen Fahrt, auf der es sehr viel interessante Dörfer und wunderschöne grüne Landschaft zu sehen gab, sind wir dann am Abend endlich ganz aufgeregt in Kigali angekommen. Schon von weitem konnte man das Lichtermeer auf den Hügeln sehen. Ein für uns langer Trip, den Leute von hier aber für Besorgungen oft machen und am selben Tag wieder zurückfahren. Ich war überwältigt von Kigali. Und vom Bahnhof. Busse (nach meinem empfinden) kreuz und quer und so viele Menschen. Aus dem Bus ausgestiegen haben wir uns dann durch die Menschenmengen gedrückt, zwischen Bussen, Taxis und anderen Autos waghalsig und knapp hindurch. Aber hier gilt: einfach mitmachen und schnell sein. Nicht zu lange abwarten, denn sonst schließt sich die Lücke schnell wieder und man findet nie einen Durchgang.

Bei einer kurzen Trinkpause in einem mehrstöckigen Restaurant, konnte ich etwas runterkommen und auf die Straßen von Kigali schauen. Der hastige Verkehr, die vielen Menschen, das laute Gehupe der Autos und Busse und die vielen Lichter in der Nacht. Und es hat sich so lebendig angefühlt, dass ich mich gleich in die Stadt verliebt habe. Auf der Suche nach einem Taxi wurden wir dann fündig. Dass wir eine Person zu viel waren, hat keinen gestört, dann saß ich eben kurz auf Gesines Schoß.

Unsere Unterkunft für die nächsten Tage sollte das Provinzialat der Salesianer sein, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Und es gab Wlan und warme Duschen !!!.

Quer durch die Stadt

Am 27. wollten wir beide die Stadt dann erstmal alleine erkunden. Zuerst ging es zu seinem Stadtpark in der Nähe des Provinzialats. Dieses liegt in einem sehr ruhigen Viertel mit vielen gut gesicherten Regierungsgebäuden und Botschaften, sowie großen Villen. Der Kimihurura Park war ein super schöner, sehr grüner und bewachsener Park, durch den wir ein bisschen spaziert sind.

Der grüne Kimihurura Park mitten in der Stadt

Danach ging es dann weiter zum Convention Center. Auch das zu Fuß. Daneben gab es das Einkaufscenter „Kigali Heights“, in welchem wir ganz fasziniert von dem Supermarkt waren und welche Dinge man dort alles kaufen kann. Unter anderem gab es eine Brottheke mit Vollkornbrot. Das erste Mal, dass wir das hier gesehen haben.

Ich musste ein Foto machen

Nutella für 14 Euro gab es auch. Zu Mittag waren wir in einem sehr leckeren italienischen Restaurant. Das musste mal sein, auch wenn ich das rwandische Essen liebe. Wir hatten einen tollen Ausblick auf die Stadt.

Der Ausblick auf Kigali

Am Abend kam dann ein Freund in Kigali an und wir waren noch in der Innenstadt. Nachdem der Motorradfahrer am Straßenrand gehalten hat und wir abgesprungen sind, bin ich in eines der Abwasserlöcher gefallen. Nur so halb… aber es war äußerst peinlich und lustig zugleich. Im selben Moment wurden wir auch direkt von einem der vielen Verkäufer der Kleidungsgeschäfte angesprochen, ob wir nicht Klamotten und Schuhe kaufen wollten. Da ich neue Schuhe brauchte, haben wir uns überreden lassen. Wir haben es sogar geschafft, den Preis etwas runterzuhandeln und wurden spontan mit einer Frau im Laden zum Tanzen aufgefordert. Auch die nächste Stunde, in der wir durch die volle Innenstadt gelaufen sind, wurden wir alle 10 m gefragt, ob wir etwas kaufen wollten. Etwas unangenehm, aber ich fand es irgendwann nur noch lustig.

Am nächsten Tag haben wir uns dann das Kigali Genocide Memorial angeschaut, eine wirklich bewegende Ausstellung über den Genozid. Ebenfalls in Kigali angeschaut haben wir uns dann noch das Convention Center in der Nacht, die vielen mit Weihnachtslichtern geschmückten Straßen und ein Shop mit rwandischer Kunst. Zudem haben wir auch viel der Zeit in Kigali mit Laufen verbracht. Aber das war sehr interessant, da es immer etwas zu sehen gab.

Das Convention Center mit der Weihnachtsbeleuchtung

Ab nach Gisenyi

Am 30. Dezember sind wir dann mit Motorrädern zum Bahnhof gefahren, wo wir zuerst sehr verloren waren. Zum Glück haben wir dann schnell einen unserer Freunde entdeckt, der schon mit dem Ticketkauf beschäftigt war. Eine riesige Menschenmenge stand vor dem Ticketverkauf. Wir wurden oft angesprochen, wo wir hin wollen, aber sonst muss es wahrscheinlich eine anstrengende Angelegenheit sein, ein Ticket zu bekommen. Manche haben es sich zu Aufgabe gemacht, die begehrten Tickets wie im Resell etwas teurer wieder zu verkaufen. Auch das Einsteigen in den Bus in Kigali war kein leichtes Spiel, wir haben es dann doch geschafft.

Am Bahnhof gab es alles zu sehen. Menschen mit riesigen Nähmaschinen, Matratzen und einem gesamten Auspuffsystem. Verkauft wurden Kissen, Schuhe, Armbänder, Gürtel, Kopfhörer, Getränke, Schulhefte, Bettbezüge, Bonbons, Gebäck, Zahnbürsten, Socken, Mangos und Brot. Alles von Verkäufer,innen die ihre Waren vor sich her, oder auf dem Kopf trugen.

Die Fahrt nach Gisenyi führte uns durch eine wunderschöne Berglandschaft und noch mehr Grün. Es war einfach nur beeindruckend.

Im Bus am Stadtrand Kigalis Richtung Gisenyi. Im Vordergrund kleine Setzlinge. Sehr oft sieht man an Straßenrändern riesige Abschnitte mit vielen Setzlingen zum Verkauf

Auf dem Weg hielten wir einmal an einer Raststätte an. Fast angekommen, konnten wir dann auch schon die riesigen Vulkane sehen. Wir kamen ebenfalls abends an, konnten aber während unser Fahrt in die Unterkunft schon den dunklen Kivusee sehen.

Am nächsten Tag konnten wir nach langem einmal ausschlafen. Danach wollten wir erst einmal Gisenyi erkunden, wir haben uns die Innenstadt angeschaut und waren am Strand. Der Strand war wunderschön und der Ausblick auf den riesigen, glitzernden See ebenfalls.

Der wunderschöne Kivusee

Den Silvesterabend haben wir dann in einer Bar direkt am Strand verbracht und unerwarteterweise sogar ein Feuerwerk von weitem gesehen. Außerdem haben wir in Gisenyi noch eine Bekannte besucht und haben ganz durch Zufall ein tolles Restaurant entdeckt. Etwas einfacher und mit Selbstbedienung, aber es gab unheimlich viel landestypisches und leckeres Essen. Dem Restaurant haben wir in unserer Zeit 4 Mal einen Besuch abgestattet, es war einfach zuuuuu gut.


Frittierte Süßkartoffel, Pommes, Spaghetti, Kürbis, gewürzter Spinat, Reis mit Erbsen und Möhren, Kochbananen, Mais und Bohnen zusammen angebraten

Wir hatten durchgehend schönes Wetter und keinen Regen, was wir auch einmal genossen haben. Am Strand konnten wir den wunderschönen Sonnenuntergang genießen

Ich bin dann, trotz meiner Angst vor den Bilharzia-Bakterien, im See schwimmen gegangen. Überall findet man andere Informationen darüber und ich bin bis jetzt auch nicht krank. Eine Bootstour in einem kleinen Holzboot zu viert hat den Urlaub auf jeden Fall abgerundet. Wir konnten die Stadt Goma im Kongo von weitem sehen und die wunderschöne Berglandschaft direkt am See, sowie einen Vulkan.

Die Berge im Hintergrund- fast unrealistisch

Ebenfalls sehr beeindruckend waren die „Hot springs“ (heiße Quellen), die wir besucht haben. Ein Stückchen von Gisenyi entfernt kann man hier direkt im See in einem abgetrennten Bereich in natürlichem, warmen Wasser sitzen und entspannen. Das Wasser ist 70 Grad heiß, weshalb es erst mit Wasser des Sees gemischt werden muss, damit man es überhaupt anfassen kann.

Zurück nach Huye

Am 6. Januar sind wir dann wieder nach Kigali aufgebrochen. Am Bahnhof war es dasselbe Spiel erneut, aber schließlich saßen wir auch dann wieder im Bus Richtung Huye. Die Landschaft war wieder einmal unglaublich schön.

Es kommt auf dem Foto noch lange nicht so gut raus, wie in echt.

Müde kamen wir dann abends zuhause an und wurden auch schon von ein paar Jungs im Projekt begrüßt. Es war dann nach der langen Fahrt schön, wieder da zu sein.

Nun hat die Schule seit einer Woche wieder begonnen und es geht weiter mit dem Englischunterricht, dem Helfen in der Schulküche etc. Anfang Februar heißt es für Gesine und mich wieder Aufbrechen. Diesmal zum Zwischenseminar in Malawi bei den Franziskanerinnen Salzkotten. Bis auf den Flug freue ich mich sehr und werde danach auf jeden Fall berichten.