Hi, nach über zwei Monaten voller neuer Erfahrungen melde ich mich mal wieder hier. Nach dem langen, ungeplanten Trip wegen meines verlorenen Rucksacks haben wir uns erstmal recht lange im Projekt aufgehalten um zu regenerieren und den Alltag zu genießen.
Zum Glück kam ziemlich bald meine neue Bankkarte an, der Reisepass hat dann noch ein paar Wochen gedauert, dank dem Vice Provincial Father Paul hat das aber auch geklappt, aktuell warte ich nur noch auf mein neues Residence Visum.
Sonst habe ich mich in der Zeit an ein paar Unis beworben fürs Wintersemester und schon fleißig nach WGs Ausschau gehalten.

Beim Hostel waren wir in dieser Zeit sehr oft, da die sogenannte Mother der MSMHC Congregation unserer Sisters am zweiten Juni in unsere Einrichtung kam. Unsere Sisters sind die einzigen Sisters in Sri Lanka, die dieser Congregation angehören, sie waren alle ziemlich gestresst und wir sollten fast täglich zum Dancing und Singing Practise kommen für das geplante Programm.
In diesen Wochen war das Wetter übrigens sehr schön, es hat viel geregnet.

Am 17. Mai war der Besuch von dem Don Bosco Rector Major in Kilinochchi, weshalb wir mit den Tech Students und Staff Members per Schulbus dorthin gefahren sind und Johanna getroffen haben, die auch von ihrem Projekt in Murunkan deswegen angereist ist. Ihre Mitvoluntärin ist leider schon verfrüht nach Deutschland zurück geflogen, weshalb sie jetzt alleine ist und wir drei die einzigen Volos in Sri Lanka sind. Es war schön zu quatschen und es gab natürlich ein aufwendiges Programm zu Ehren des globalen Chefs der Salesianer. Im Bus zurück haben wir natürlich getanzt und als wir angekommen sind, wurde einfach weiter getanzt, das war sehr cool.

Viele Fathers und Sisters waren da, um den Successor zu treffen

In der letzten Mai Woche war in Mulankavil ein fünfttägiges Fest zu Ehren von Mother Mary, der Patronin unserer Dorfkirche, das war auch nochmal sehr schön.

Die Messen in dem dem halbe Stunde entfernten Dangalpity mag ich inzwischen jedoch am liebsten, sie sind zwar noch länger und mit noch mehr Menschen, aber sie finden immer draußen statt und oft mit riesiger Lichterkette, die über den Platz gespannt ist und eine tolle Atmosphäre schafft.

Messe mit Hostel Girls und Sisters

Außerdem war 10 tägiges Hindu Festival im Tempel neben der Tech School, weshalb uns oft laute Musik beim Einschlafen gehindert und beim Aufwachen geholfen hat. Mit einigen Tech Students war ich ein paar mal in der Pause da, war sehr interessant und alles sehr bunt. Es gab dort (immer vegetarisch) Lunch, also Reis mit Beilagen auf großen Palmblättern auf dem Boden, natürlich sehr scharf.

Hindu Festival

Am zweiten Juni war es dann endlich soweit, die MSMHC Mother kam uns für zwei Tage besuchen. Sie war sehr nett und das Programm hat soweit gut geklappt, war für den Aufwand nur sehr schnell vorbei und die Stimmung unter den Sisters und Hostel Girls war leider ziemlich angespannt. Wir hatten zum Tanzen Sarees an, erst das zweite Mal hier, meiner war auf jeden Fall bequemer als der erste Saree, den ich in bei der Osternacht anhatte.

Vorbereitungen mit den Hostel Girls
Das Board des Girls Hostels
Unsere Song Performance

Die Karate Class zweimal die Woche wird von uns beiden sehr geschätzt, sonst mache ich nur wenig regelmäßig Sport hier, Volleyball mit den Tech Students vor allem und ab und an Dance Class der English School.

Spagat üben
Wir hatten Puppie Besuch

Vom 8. – 12. Juni war unser online Zwischenseminar, extra für mich und Alena, da die anderen Volos ihres natürlich schon im März in Indien hatten. Trotz den Umständen war es genau das, was ich gebraucht habe in dieser Zeit, wir haben reflektiert, uns (zum Glück auch mit anderen Volos) ausgetauscht und Einzelgespräche geführt, die Verantwortlichen waren natürlich super lieb. Die Zeit des Seminars haben wir in Kilinochchi verbracht, bei den Fathers, die uns mach dem Rucksack Vorfall geholfen haben. Es war ideal, um unsere Einrichtung mal aus der Distanz zu betrachten und um auszuschlafen.

Kilinochchi am Abend

Bin am 16. alleine (erst mein zweites Mal hier) ca zwei Stunden nach Murunkan in Johannas Projekt gefahren mit Umstieg in Mannar. Alena konnte aufgrund ihrer Chess Class leider nicht mitkommen.
War froh, dass ich das durchgezogen habe, leider gab es (mal wieder) eine verbale Belästigung durch einen alten Mann im Bus. In Murunkan waren auch die drei Volos aus Indien da, die in der nächsten Woche in Sri Lanka Urlaub machen wollten, haben geredet, war alles sehr nett. Bin dann am selben Tag nochmal die zwei Stunden zurück gefahren.

Jackfruits gibt es in Murunkan reichlich

Am darauffolgenden Tag war dann direkt eine Hinduistische Wedding von der Tochter der Tech School Lehrerin, weshalb wir mit allen Tech School Leuten eingeladen waren. War schön und waren viele Leute, hab im Nachhinein erfahren, dass die Hochzeit arrangiert ist, also der Ehepartner von den Eltern ausgesucht wurde, das hat mir schon ein paar Tage zu denken gegeben.

Die hübsche Einladung zur Wedding
Die Wedding Bühne

Vom 23. bis 25. Juni war English School Exhibition, also Ausstellung von Plakaten, Konstruktionen etc von den Students. Jeden Tag kamen 3 – 5 verschiedene Schulen aus der Region zu Besuch mit ein paar Students und Teachers, wir haben mitgeholfen, dass alles klappt, war viel Aufwand, aber die Students waren alle happy. Ich wusste davor nicht, dass unsere Don Bosco School of Excellence die einzige in der Region ist, die die englische Sprache so lehrt, dass sie nicht nur ein Schulfach ist, sondern eher als zweite Muttersprache integriert wird.

Ein sehr realitätsnahes Modell der English School
Auch religiöse Aspekte waren vertreten
Der Spiele Tisch
Sri Lankas Religionen
Wasserspiele
Ernährungspyramide
Mülltrennung
Ein sprechender Roboter
Informatik wird auch gelehrt
Im Science Classroom
Climate Chance
Insektenmodelle

Ach ja, habe mit ansehen müssen, wie ein Ziegenbaby vor meinen Augen auf der Straße zwischen den Schools überfahren wurde und gestorben ist, bin jetzt erstmal traumatisiert wenn ich Ziegen sehe.
Dafür ist unsere Katzenlady Pushkin das erste Mal Mutter geworden mit drei Kitten und deswegen jetzt zur Cooking Lady umgezogen und ich vermisse sie, hoffentlich kommt sie vor unserer Abreise wieder zurück. Wir haben jetzt eine neue orangene Katzenlady da, die wir Ginger getauft haben, sehr kreativ, ich weiß.

Ziegen und andere Tiere halten sich oft direkt an Straßen auf
Beste Katzenmami
das neuste Haustier

Sonst hatten wir eine Situation mit Sister Mary, als wir mal wieder eine Family zu hause besucht haben zusammen mit den Hostel Girls und Sisters. Wir haben im Auto Eis am Stiel gegessen und die Verpackungen natürlich aufgehoben. Sie, und noch paar andere Anwesende, hat sie einfach aus dem Fenster geworfen und nicht verstanden, was daran schlecht ist. Wir haben den Müll wieder eingesammelt und ihr versucht zu erklären, dass diese Art von Plastik bis zu 100 Jahre braucht, um sich abzubauen und selbst dann noch als Mikroplastik Tieren und Pflanzen massiv schadet. Ihr bestes Argument war, dass sie das nicht stört, da es ja außerhalb ihres Zuhauses sei und sie das auf dem Don Bosco Gelände nicht tun würde. Das war schon nochmal ein Schock, auch wenn wir natürlich davor schon bemerkt haben, wie sorglos hier mit Müll umgegangen wird.

frische Cashews rösten
Kuhherde

Von Freitag Abend, dem 26. Juni, bis Montag früh, war dann Tech School Trip (hier Picnic genannt) erst nach Kandy und am Sonntag dann nach Ella. Haben Sightseeing gemacht und waren wandern. Bei steileren Anstiegen sind besorgniserregend viele der Girls umgekippt, scheint hier aber ziemlich normal zu sein. Haben meistens bei Fathers in der Region unsere Mahlzeiten eingenommen und von Samstag auf Sonntag auch dort geschlafen. Leider bin ich Samstag Nachmittag bei einem Wasserfall ausgerutscht und habe mich am Schneidezahn verletzt, das war ein kleiner Schock, zum Glück konnte ich dann schon am Dienstag mit Sr Mary nach Jaffna zur Dental Clinic.

Blick über Kandy
Phytons
Touristen Himmelsschaukel
Der berühmte Bahnhof mit der Zugstecke von Kandy nach Ella
eines der vielen Gruppenfotos


Am Sonntag dann zur berühmten Nine Arche Bridge gewandert, das war eh ein Reiseziel von uns, also waren wir sehr glücklich darüber. Die endlose Natur mit tausenden Bäumen und hohen Bergen ist so beeindruckend. Außerdem war es echt kalt dort, das hab ich ein wenig unterschätzt, die Nacht auf Montag im Bus war dann aber gut zum ausruhen. Am Montag wurde dann erstmal schön durchgeschlafen.

Teeplantagen überall
Nine Arche Bridge
Darf natürlich nicht fehlen, leider hab ich meine Sticker in Deutchland gelassen

Alena ist inzwischen für die Organisation der Chess Class der English School verantwortlich, zusammen mit einem Chess Master, es finden auch Wettbewerbe statt und gestern war sogar ein Chess Camp, also einen Abend Chess Turnier mit anschließender Übernachtung in der Schule. Es war sehr schön und ich hab es sogar geschafft, jemanden im Game zu schlagen.

Werbung fürs Camp
Ein atmosphärischer Abend mit viel Chess

Das nächste große Event ist das Summer Camp der English School in der ersten Augustwoche, 5 Tage Programm, die Students übernachten aber daheim. Wir sind im Comitee, weshalb wir jetzt jede Woche ein Meeting mit den Teachers und Father Melvin haben zum Besprechen der Vorbereitungen, bin sehr gespannt. Hab ja ein wenig Erfahrung wegen den KJG Sommerlagern, aber das hier ist nochmal was anderes.

Ich realisiere langsam, dass wir nur noch weniger als zwei Monate hier sein werden und habe gar keine Lust auf den Abschied. Aktuell bin ich am Abschiedsgeschenke vorbereiten für die Sisters und Fathers, ich werde sie und alle anderen tollen Menschen hier wirklich vermissen.

Hier noch ein paar Fotos von den letzten Wochen hier auf der Insel :).


Die Kochstelle im Girl Hotel
am Kochen
die Tech Students mit Staff Members
Schlange neben der Waschmaschine gefunden
ein lokaler Shop
Buddhistischer Tempel bei Jaffna
Lieblingsplatz auf dem Dach der Tech School

Ganz liebe Grüße!

Anne