Hello, ratet, wer am Montag einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Colombo hatte? Tja, es ist so viel passiert seit dem letzten Blogeintrag, das glaubt man gar nicht. Aber starten wir chronologisch von Anfang an…
28. März:
Heute war das Don Bosco Quiz in Murunkan wir, sind mit den teilnehmenden Schülerinnen (ja, nur Mädchen) mit dem Schulbus hin gefahren. Leider waren Frie & Johanna, die beiden Murunkan Volunteers, an dem Tag nicht da, aber es war trotzdem sehr schön. Es traten vier Schulen gegeneinander an in verschiedenen Fragerunden und Spielen, die umfassendes Wissen ūber Don Bosco erfordern. Außerdem gab es einen Sing- Tanz- und Zeichenwettbewerb. Die Leute sind alle sehr nett zu uns und haben uns konstant Essen angeboten.
Gab noch Mittagessen und haben mit ein paar der Boys Volleyball gespielt. Am Ende hat Pallavayarankattu sogar gewonnen 🥳. Im Bus zurück wurde dann natürlich obligatorisch getanzt, meine Lieblingsbeschäftigung im Bus.


29. März:
Heute ist Palmsonntag, also war eine sehr lange tamilische Messe in der Kirche und nachmittags sind wir mit den drei Sisters und ein paar Hostel Girls nach Jaffna gefahren mit dem Bus zur ‚Passion‘. Da ist ein Theaterstück, das die Geschichte von Jesus erzählt. Wir durften sogar Backstage gehen, da wir sehr früh da waren. Das Stück selbst war natürlich auf Tamil aber man hat es auch so verstanden, war sehr lang und intensiv mit beeindruckenden Kostümen und Schminke.



Holy Week ab 30. März, also schulfrei & viele Messen:
1. April:
Haben einem Father von außerhalb gebeichtet auf Vorschlag der Sisters, für mich die erste Beichte meines Lebens, war auf jeden Fall interessant.
Achso, und Affen haben unser Mittagessen gegessen, Fenster vom Essensraum war offen, konnten bei den Sisters essen.


3. April:
Heute war Karfreitag, also gab es eine sehr lange, aber schöne Messe außerhalb.
4. April:
Mein 19. Geburtstag, da Ferien sind, sind keine Students da, nur wir, die Cooking Lady, die Sisters und die Fathers (wobei die an dem Tag auch nicht da waren).
Alena hat mich zum Frühstück mit einem Pfannkuchen Kuchen (?) überrascht, war sehr experimentell, da in der Küche kein Ofen existiert. Hat super geschmeckt, sehr süß von Alena. Die Sisters haben für mich mehr als einmal gesungen und mich gesegnet, ohne die drei würden wir es hier glaub ich echt nicht so schön haben. Gab noch Fotoshooting im Garten natürlich, hier werden immer und überall Fotos gemacht, und dann viel nach Deutschland telefoniert.
Abends war in der großen Kirche Osternacht, wir haben das erste Mal Saree getragen, eine Nachbarin hat sie netterweise geliehen und eine andere Bekannte der Sisters hat uns beim Ankleiden geholfen, ist echt nicht so einfach. Ich bin ehrlich, ich und Sarees werden keine Freunde, war schon echt unangenehm eng und man konnte nur schwer darin laufen. Die Osternacht selber war wie erwartet sehr viel länger als in meiner Gemeinde in Deutschland und ohne großes Osterfeuer, aber sonst schön.


5. April:
Ostereiersuche für die Sisters veranstaltet, haben dafür extra Körbe aus Palmblättern für Osternester geflochten und mit gekochten Eiern, Süßigkeiten und Snacks gefülllt. War lustig, die Sisters kannten das Konzept gar nicht und hatten viel Spaß, wie wir auch.



8. April:
Unsere Zimmer wurden geweiht von Fr Melvin wegen Ostern. Haben die Schnitzeljagd Dokumente ausgedruckt, kopiert und die Hinweise versteckt. Versucht, den Students unsere Treasure Hunt zu erklären, in Sri Lanka gibt es die zwar auch, aber wohl weniger kompliziert und eher mit sportlichen Aufgaben als Rätseln. War kompliziert und chaotisch, aber alles in allem gelungen. Abends war Osterdinner mit den Fathers, war lecker, Fr Gayan & ich haben Whisky getrunken (ich nur probiert), er war später definitiv mindestens angetrunken.
10. April:
Heute war Sports Day der Tech School, in Gegensatz zum Sportsmeet der English School sehr schlicht und entspannt, die Students haben als 4 Teams gegeneinander Spiele gespielt, an denen wir auch teilnehmen konnten, da wir je einem Team zugeteilt wurden. War lustig, aber eher weniger sportlich.
12. April:
Morgens lange Messe in Dorfkirche, dann mit Kleinbus nach Jaffa zu der Tech School Sekretärin gefahren mit den Sisters, Fr Gayan und einem Hostel Girl. Gab lecker Mittagessen, die Tochter der jüngeren Schwester von ihr war sehr süß, haben gespielt.
Zurück gefahren, an einem der wenigen Windräder gestoppt für Fotos (ist hier offenbar eine Attraktion) und bei der großen Brücke übers Meer ausgestiegen. Mussten mal wieder Fotos mit Fremden machen haha.



16. April:
Heute war unser Colombo Trip (ergo Urlaub, da Ferien), die Nacht davor im Bus ca 7 Stunden versucht zu schlafen, um dann schon um 3 Uhr nachts anzukommen. Dort abwechselnd an Bus Station geschlafen, dann rumgelaufen, gefrühstückt und Klamotten etc gekauft.
Gab viele Obdachlose, kranke Tiere, Müll, Gestank und aufdringliche Verkäufer/Fahrer, aber sonst waren alle Leute echt nett. Waren auf dem Lotus Tower, Aussicht war mega :). Haben in Touristen Restaurant überteuert Lunch gegessen leider, aber Pizza war gut. Später nach Negombo gefahren und Fr. Paul (Vice- Provincial) getroffen beim Provincial House.












18. April:
Sind heute vom Provincial House nach Galle gefahren mit 2 Bussen, dort Mittag gegessen und in unser Beachhouse gegangen, ist Mini Raum, aber direkt am Meer :). Dann in Galle im Meer schwimmen gegangen, leider abwechselnd & war sehr seicht, aber schön. Alles sehr touristisch, deshalb teuer, haben trotzdem lecker Abend gegessen & uns gut unterhalten :).





19. April:
Heute waren wir den ganzen Tag in Galle unterwegs, war schön, haben nur zu viel Geld ausgegeben (Touri Preise halt). Waren morgens Schnorcheln für 2 Stunden (anstrengend, aber haben viel gesehen :)). Mittag gegessen in Strandliege, ausgeruht und rumgelaufen. Paar Souvenirs gekauft, und abends Dinner in cutem Restaurant mit Live Musik (Gitarre) gehabt, sehr schön.
21. April:
Gestern bei Rückreise war erst schöne Zugfahrt (saßen an den offenen Türen), dann nicht so schöner Busunfall (Rollerfahrerin am Kopf verletzt), mussten dann umsteigen in einen anderen Bus. War der falsche Bus, sind also kurzerhand in Kilinochchi ausgestiegen, wo wir bemerkt haben, dass mein Rucksack fehlt, Alenas zum Glück nicht. War natürlich ein Schock, weil da meine Dokumente und Bankkarte drin waren. Wurden von anderem Passagier netterweise zu Polizeistation gebracht, wo dann ein Father aus Kilinochi uns abgeholt hat. Er ist sehr nett, haben dort geschlafen.
Morgens bei der Polizei Verlustanzeige erstattet, hat gedauert, ist sehr unwahrscheinlich, dass der Rucksack gefunden wird.
Dann v.a. Klamotten shoppen gegangen und abends mit den Fathers zu einem Pool gefahren, war gut mal wieder zu schwimmen und hat meine Stimmung aufgehellt.
22. April:
Ins Provincial House gefahren wegen Passport Beantragung in Colombo, die Kilinochchi Fathers haben uns über 7 Stunden dorthin gefahren, da fühlt man sich echt gut aufgehoben.
27. April:
Waren mit Fr. Paul in Colombo bei der Embassy zur Terminvergabe und sind dann am Samstag spontan nach Kandy gefahren, da mein Termin bei der Botschaft zur Ausstellung eines neuen Reisepasses erst am Dienstag ist.
Dort konnten wir in der uns schon bekannten Don Bosco Einrichtung übernachten und haben Kandy genossen. Ist sehr viel kühler und hat sogar geregnet.
Die Fathers haben uns ein paar Tempel gezeigt. Sind dann heute wieder die vier Stunden zurückgefahren ins Provincial House, ist viel Fahrerei leider.
Wenn der Termin bei der Botschaft morgen glattläuft, fahren wir bald endlich zurück in unser Projekt nach Pallavayarankattu, ich vermisse es schon ziemlich.



29. April:
Termin gestern lief gut, musste alleine rein und Alena hat mir die Gebühr für den Pass bezahlt, da meine Bankkarte ja im verlorenen Rucksack war (eine neue Karte ist schon auf dem Weg, keine Sorge). Wird jetzt 4-6 Wochen dauern, dann muss ich wieder die 7 Stunden Fahrt von Pallavayarankattu nach Colombo durchhalten. Wenn es soweit ist, muss mein Residence Visum nochmal neu beantragt werden. Ergo, das wird höchstwahrscheinlich nichts mit der Indien Reise, ist schon traurig. Aber ich weiß, dass ich zum Teil selber schuld bin.

30. April:
Gestern nach Kandy gefahren extra für die New Year Celebration heute, haben von Lehrerinnen dafür traditionellen Rock über die Hose bekommen (selbst die Boys hatten diese Röcke), war ziemlich warm, hat sich aber im Laufe des Tages zum Glück abgekühlt. War wie der Sports Day der Tech School, nur weniger Sport, also viele Spiele mit den Tech Students, wir haben bei ein paar mitgemacht. War schön zu sehen wie viel Spaß die Students hatten, sind sehr kompetitiv hier generell und tanzen gerne. Die Sarees von ein paar der Girls waren sehr schön. Am Ende gab es eine Beauty Queen & -King Competition, durften/mussten in der Jury sitzen. War von ca 9 Uhr morgens bis 17 Uhr abends, also sehr lange, am Ende hab ich im Dunkeln noch getanzt mit den Students :).
Morgen geht es endlich zurück nach Pallavayarankattu, vermisse es echt sehr trotz all den tollen Menschen, die wir in den zwei Wochen Spontanreisen getroffen haben.




So, und jetzt noch ein paar Gedanken:
☆ die fast immer zu laute Musik & dass gefühlt alle super gut tanzen können: Das ist mir wirklich überall aufgefallen, wo wir die zwei Wochen unterwegs waren, es ist den Leuten nicht peinlich, einfach zu tanzen und meistens können sie es dann auch noch.
☆ das nicht abwechslungsreiche Essen in Pallavayarankattu: vielleicht liegt es daran, dass unser Projekt wirklich tief im Norden liegt und somit weniger Kapazitäten da sind, aber das Essen im Süden werden wir vermissen. Hier eine Collage von ein paar der Speisen, die wir im touristischen Süden genießen durften zur Veranschaulichung.

☆ der Punkt auf der Stirn (Bindi) fast nur im Norden: Da der Norden mehrheitlich von Tamilen bewohnt wird, die dem Hinduismus angehören, wird dort der Punkt eher getragen als im Süden. Er ist traditionell ein Symbol für das ‚dritte Auge‘ bzw. spirituelles Bewusstsein, vor allem von Frauen getragen. Wenn man die Girls in Pallavayarankattu fragt, ist der Bindi für sie allerdings eher ein Mode Accessoire.
☆ Bus Experiences: in Bussen passiert, so viel, manchmal läuft zu laute Musik oder man wird eingequetscht aufgrund zu vielen Menschen, oft kommen Leute rein zum Betteln oder wollen dir irgendwas verkaufen und immer sind die Straßen so uneben, dass das Schlafen schwierig ist. Allgemein sind die Busse schmaler als in Deutschland und die Sitze kleiner, dafür sind sie von außen sehr stylisch lackiert.
Das Hupen eines Busses ist unmöglich zu überhören und die Fenster kann man öffnen, so toll. Sonst hatte ich mehr gute (v.a. Tanzen mit den Girls) als schlechte (versuchen zu schlafen, Rucksack verloren) Erfahrungen in Bussen und da es das einzige immer verfügbare öffentlich Verkehrsmittel ist, ist das auch ganz gut so.
☆ Leute machen hier so viele Videocalls: Vor allem bei den Sisters fällt das auf, sie reden oft mit ihrem Handy und dann ist es wieder irgendeine Bekannte oder verwandte Person, der man vorgestellt wird. Generell wird hier oft einfach angerufen statt zu schreiben und es ist auch nicht unhöflich, beim Essen oder mitten in einer Konversation einen Anruf anzunehmen.
☆ viele Fotos werden gemacht: Das ist mir als eins der ersten Dinge hier aufgefallen, die Leute lieben fotografieren, vor allem uns, was auch irgendwann nervt. In Pallavayarankattu haben sich zum Glück alle soweit an uns gewöhnt, aber anderswo halt nicht.
☆ viel Zucker: Tee zum Beispiel ist immer erstmal mit Zucker und Milch, außer man sagt ‚Plain Tea‘. Generell bedeutet ‚little sugar‘ ultrasüß und wenn etwas nicht scharf ist, ist es sehr süß, dazwischen gibt es nur wenig.
☆ viel Fleisch: da wir auf einer Insel sind, war klar, dass hier viel Fisch gegessen wird, aber hier werden vor allem Hühner gegessen und sehr wenig Kühe, die eigentlich nur im Norden präsent sind. Vegetarierin zu sein, stößt auf mehr Unverständnis als wir gedacht haben und die meisten denken dann, dass uns Fleisch von unseren Eltern verboten wurde oder wir wegen unserer Gesundheit darauf verzichten. Ist schon interessant, wie verschieden Gesellschaften sind.
☆ Hakenkreuz: ursprünglich Swastika/Sanskrit findet man hier öfter im religiösen Kontext, ich wusste zwar, dass das Hakenkreuz die negative Konnotation erst im Nachhinein durch die Verbrechen des Nationalsozialismus bekommen hat, aber nicht, dass das Sanskrit spezifisch in Sri Lanka präsent ist, war ein kleiner Schock.
Das wars erstmal von mir, waren statt 5 Tagen jetzt zwei Wochen ‚Urlaub‘, sehr anstrengend, aber auch sehr schön und haben viele neue Leute und Orte kennengelernt :).
Bis zum nächsten Mal 🥰.
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