Vanakkam,

Wie sind erst ca einen Monat im Projekt, aber es fühlt sich irgendwie schon viel länger an (was nicht negativ gemeint ist). Der Alltag hat sich schon ein wenig eingestellt und das früher Aufwachen fällt mit jedem neuen Tag leichter. Den tamilischen Rosenkranz können ich und Alena schon fast auswendig und auch sonst haben wir uns an die vielen Gottesdienste, das scharfe Essen und die Blicke von Leuten außerhalb der Einrichtung etwas gewöhnt.

Unser Alltag an Schultagen sieht aktuell grob so aus:

6:30 a.m. Messe

7:30 a.m. Assembly & Reading Practise (Vorlesen) in der English School

8 a.m. Breakfast

8:30 a.m. in English Class von Sister Mary helfen (Di & Do: Tailoring Class in Englisch unterrichten einzeln, wöchentlich wechselnd)

9:30 a.m. in English School helfen (jeden zweiten Tag ist Sports Day bis zum 19. März, da ist das Sportfest)

12:30 p.m. Lunch

Nachmittags haben wir meistens frei und sind dann oft beim Girls Hostel zum Spielen, Tanzen, Tee trinken oder zur Gartenarbeit. Es gibt einen klaren Zeitplan beim Hostel, an dem wir uns gut orientieren können. Die drei Sisters sind so sympathisch und wir verbringen die meiste Zeit mit ihnen oder den Girls, weil die beiden Fathers immer viel zu tun haben und auch selten mit uns essen.

Familien besuchen & zusammen beten
Auf dem Weg zur Messe
Familien besuchen & zusammen beten
Gardening Work

Apropos, es gibt eine Köchin für die Tech School (also uns und die Fathers) und eine für das Hostel und die Sisters, und das Essen ist zwar nicht sehr abwechslungsreich (viel Reis und oft Teigfladen) aber sonst lecker und man gewöhnt sich gut an die Schärfe. Mein Highlight ist der Porridge, den es jetzt zweimal zum Frühstück gab und der halt nicht scharf ist, sondern eher süßlich, was eine Seltenheit ist. Es gibt hier entweder scharf oder viel zu süß und da ich und Alena in der Fastenzeit auf Zucker verzichten, ist das echt nicht so einfach. Dafür gibt es in der Fastenzeit fast kein Fleisch, was für uns als Vegetarierinnen natürlich sehr angenehm ist. Darüber hinaus ist das Obst und Gemüse hier so viel besser als daheim, vor allem die Bananen und Mangos, aber es gibt auch frische Guaven und mindestens drei verschiedene Arten von Kokosnüsse (von denen oft vor allem die Milch getrunken wird).

nach dem Trocknen stellen die Sisters & Girls Öl aus den Kokosnüssen her
Mega lecker
Mini Aubergine
schmeckt wie Kartoffel
Dorsai
Dhal

Genug vom Essen, die Arbeit als Lehrkraft ist schon eine krasse Erfahrung, vor allem weil die Schüler:innen oft älter sind als ich und ich trotzdem als Autoritätsperson auftreten soll. Sonst fällt mit das Englisch zum Glück leicht, der Stoff ist recht simpel, gerade sind wir bei den verschiedenen Zeitformen.

In unserer Freizeit bereiten wir den Unterricht vor, spielen mit den vielen Tieren hier (4 Welpen, zwei erwachsene Hunde und 2 Katzen) oder lernen Tamil, was echt nicht so einfach ist, weil es sich signifikant von europäischen Sprachen unterscheidet. Vor allem die Schrift ist so kompliziert, es gibt 247 statt 26 Buchstaben im Alphabet und die Aussprache unterscheidet sich sehr von der Schriftsprache. Wir haben eine Lehrerin (von der English School), die bis jetzt viel fordert, aber super lieb ist.

Tamilische Vokale

Die jüngeren Kinder der English School sind direkter wenn es um Äußerlichkeiten geht und sprechen dann vor allem die Hautfarbe an und berühren uns dann halt auch mal ungefragt. Doch sie sind meist sehr lieb und können viel besser Englisch als die Tech Students. Ganz begeistert sind sie von simplen Turnübungen wie Handstand, Radschlag oder Brücke und auch Menschenpyramiden machen ihnen viel Spaß.

Sportsday
Süß aber anstrengend

Außerhalb vom Projekt waren wir noch nicht sehr oft, manchmal gehen wir shoppen bei den paar Geschäften an der Straße und oft ist der Gottesdienst auswärts bei nahegelegenen Kirchen. Mit der Tech School haben wir einen Ausflug in eine Garment Fabric für Baby Klamotten gemacht, die spätere Arbeitsplätze bietet für die Tailoring Students. Die Fabrik war beeindruckend groß, bestand aus einem riesigen Raum mit vielen Nähmaschinen und anderen Geräten und ein Großteil der Arbeitskräfte waren Frauen. Sonst waren wir einmal im Meer weiter nördlich schwimmen, sind mit dem ThreeWheel (TukTuk) hingefahren worden (mussten es dreimal anschieben, da es im Sand stecken geblieben ist) mit noch einem Hostel Girl, war nicht sehr touristisch und das Meer war fast zu warm, hat sehr viel Spaß gemacht. Wir waren vor kurzem einmal in Jaffna ganz im Norden, ist touristischer und nur eine gute Stunde Busfahrt entfernt, hat uns gut gefallen.

Ein typischer Laden
Viele spicy Snacks
Gottesdienst auswärts
in Jaffna
super market in Jaffna

Neuerdings gibt es auch noch fünf Jungs, die in der Tech School übernachten, also im Prinzip ein kleines Boys Hostel, was ganz cool ist, weil wir dann jemanden zum Spielen haben abends (meist Volleyball oder Karam).

Abschließend will ich anmerken, dass es schön ist zu sehen, wie die verschiedenen Religionen hier akzeptiert und ausgeübt werden. Beispielsweise sind im Girls Hostel sind nicht nur Christinnen und trotzdem nehmen sie an den Gottesdiensten teil und auch die jüngeren Kinder scheinen in der Hinsicht alle tolerant zu sein (helfen sich gegenseitig, wenn das Kopftuch sich lößt etc). Generell hat Religion hier einen großen Stellenwert und gebetet wird jeden Morgen in den Schulen.

die Kapelle der Tech School

Hier noch ein paar Fotos:

Vier Puppies an der Tech School
Sonnenuntergang auf dem Sportfeld
Insektenbegegnung
Müll wird gesammelt & verbrannt
Ein Mitglied der Kuhherde

Hier noch der Link zu Alenas Blog, schaut gerne vorbei :).

https://blogs.donboscovolunteers.de/insightsrilanka/

Das warst erstmal von mir, hier wird es nur noch heißer jetzt, freu mich schon drauf (nicht).

Viele Grüße, Anne