Zwischen den Jahren

Hallo alle zusammen, frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!!

Wie versprochen kommt hier die Ergänzung zum letzten Beitrag und damit ein kleiner Bericht über die Weihnachtstage:

Als kleine Vorinfo ist es vielleicht interessant zu wissen, dass in der Mongolei eigentlich gar kein Weihnachten gefeiert wird, bzw. nicht ganz so, wie wir es kennen. Das liegt vor allem an dem geringen christlichen Einfluss. Der 24. und 25. Dezember sind hier deshalb ganz normale Arbeitstage.

An Heiligabend waren wir deshalb morgens ganz normal bei dem Jungs. Abends fand der Weihnachtsgottesdienst mit dem Kardinal/Bischof statt. Mit bekannten Weihnachtsliedern (auf Mongolisch), einer vollen Kirche und der Weihnachtsbeleuchtung hat sich das auch so richtig festlich angefühlt. Danach haben wir mit den Brüdern Abendbrot gegessen und dann war offizielle Teil der Festlichkeiten am 24. auch schon vorbei. 

Ich hatte mich aber noch Mitten in der Nacht, wenn in Deutschland die Geschenke auspackt werden, mit meiner Familie zum Telefonieren verabredet. Bis dahin habe ich einen kleinen Spaziergang gemacht. (Kleine Notiz an mich: Die Idee, bei -30°C einen Zaun aus Eisen ohne Handschuhe zu überklettern, bringt mir nicht gerade einen Nobelpreis für ausreichendes Nachdenken ein.) Später haben Rahel und ich unsere Geschenke ausgetauscht und es uns ein bisschen gemütlich gemacht. Gegen 1 Uhr nachts wurde dann nach Deutschland telefoniert.

Die Brüder in unserem Haus „feiern“ Weihnachten immer am 25., wie es auch in vielen anderen Ländern so üblich ist. Wir sind tagsüber wieder arbeiten gegangen und haben dann abends festlich gegessen und kleine Geschenke von der Gemeinschaft erhalten. 

Mit den Kindern haben wir am 26. dann groß gefeiert. Es waren auch ehemalige Heimkinder und Unterstützer des Centers eingeladen. Die Jungs haben einstudierte Tänze und Lieder vorgeführt und danach wurden Fotos der Highlights und Aktionen des letzten Jahres gezeigt. Die Erzieher hatten außerdem ein kleines Puppentheater vorbereitet. Wir haben quasi nichts verstanden und die Geschichte sollte auch gar nicht so lustig sein, aber irgendwie sind wir und die Kinder nicht aus dem Lachen herausgekommen. Später gab ein großes Weihnachtsessen und danach wurden Geschenke an die Kinder und Mitarbeiter verteilt. 

Unsere dritte Weihnachtsfeier war dann die der „Salesianischen Familie“/„Don-Bosco-Familie“ in der Mongolei. (Das sind im weiten Sinne alle Gemeinschaften und Vereinigungen, die von Don Bosco selber gegründet oder von ihm inspiriert sind. In der Mongolei sind das vorallem die Salesianer-Brüder und -Schwestern). Es gab ein großes Festessen (u.a. Yak), dann wurden Lieder und Tänze vorgeführt und gewichtelt. Wir sind auch nicht verschont worden und haben daraufhin „Ihr Kinderlein kommet“ zum Besten gegeben. Es war ein schönes Fest und ich hatte besonders viel Spaß bei der Darbietung der Brüder aus Darkhan. Einer ihrer Mitbrüder kommt nämlich aus Burundi, woraufhin sie einen traditionellen Tanz aus seinem Heimatland vorgeführt haben.

Abgeschlossen wurden unsere Weihnachtsfeierlichkeiten dann mit dem Silvesterabend. In der Mongolei feiert man Weihnachten, wie bereits gesagt, nicht. Stattdessen zelebriert man Neujahr aber mit einem ähnlichen Aufwand. Man ist mit der Familie, es werden Geschenke ausgetauscht und der 1. Januar ist auch ein offizieller Feiertag. Es wird quasi Weihnachten gefeiert, aber aus einem anderen Anlass. 

Wir hatten uns mit ein paar Freunden verabredet, die in der Nähe des zentralen „Sukhbaatar Square“ wohnen, wo um Mitternacht, begleitet von der Musik einer bekannten mongolischen Band, das große Feuerwerk startete. Fr. Paul meinte zwar, dass das ja nicht zu vergleichen wäre mit den Feuerwerken, die in Honkong stattfinden, aber es war auf jeden Fall eines der schönsten und größten Feuerwerke, dass ich bisher erlebt habe. 

Das war’s dann auch schon. Ein Viertel des Jahres ist jetzt tatsächlich schon um und ich danke euch, dass ihr bis hierher meinen Blog mitgelesen habt. Ich wünsche euch ein gesundes und fröhliches neues Jahr!

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Es weihnachtet…

  1. Ulla Fricke

    Liebe Felizitas, das hört sich ja zumindest so an, als seid ihr Weihnachten nicht allzu einsam gewesen. Alles gute für das neue Jahr und euren Winter! Liebe Grüße
    Ulla von Don Bosco volunteers

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