Als ich letztens wieder etwas in meinen Blogeinträgen gestöbert habe und in Erinnerungen schwelgen wollte, ist mir aufgefallen, dass es gar keinen Blog über meine letzte/erste Zeit in Benin/Deutschland gibt!!!
Daher wollen wir rein ins Geschehen.
Als wir am 19. August in einem Tricycle auf dem Weg nach Cotonou saßen, das bis obenhin vollbepackt war mit unseren Rucksäcken und Taschen, brachen jetzt offiziell die allerletzten 3 Tage in Benin an. Wir bezogen wieder unser altes Zimmer, allerdings betrachteten wir es eher als ein „Hotelzimmer“, breiteten unsere persönlichen Gegenstände nicht großartig aus.
Außerdem blieb der Kühlschrank auch weitesgehend leer, da wir netterweise bei den Schwestern mitessen durften!!



Die nächsten Tage waren von vielen „Au revoirs“ gefüllt. Wie sagten „Auf wiedersehen in den Projekten und verabschiedeten uns von Kollegen und Kindern.
Am 21.8. abends begleitete ich Maria mit zum Flughafen, weil ihr Flug schon einen Tag früher gebucht war. Anschließend verbrachte ich nach langer Zeit die Nacht allein in unserem Zimmer. Irgendwie ein komisches Gefühl. Am 22.8. verabschiedete ich mich morgens von Freunden und nachmittags von den Foyer-Mädchen. Natürlich durften Abschiedsgeschenke auch nicht fehlen!!!



Und dann war es Abends soweit. Ich wurde um 20 Uhr von Schwester Johanna zum Flughafen gebracht. Nachdem ich meine 2 Gepäckstücke aufgegeben und geboardet habe, saß ich im nächsten Moment auch schon im Flieger.
Der Flug war dieses Mal lange und anstrengend… Wir hatten einen Zwischenstopp in Abidjan (Côte d‘Ivoire) und Istanbul, bevor ich im Flieger nach München saß.
Koffer und Rucksack erspähte ich nach wenigen Minuten auf dem Gepäckband und im nächsten Moment wurde ich im Empfangsbereich von Familie und Freunden begrüßt.
Den Moment werde ich so schnell nicht vergessen.




Meine ersten Tage in Deutschland waren ziemlich unspektakulär. Nachdem auch der letzte Kofferinhalt geleert war und die Waschmaschine anfing, ihren Dienst zu leisten, wartete ich nicht lange mit meinem Ärztemarathon. Von oben bis unten wurde ich durchgecheckt. Alles TOP!
Ich bin viel Fahrrad gefahren, habe mich mit Freunden getroffen und bin in der Natur spazieren gegangen. Mein erstes Mal in einem deutschen Supermarkt war auch normaler als gedacht. Das einzig irritierende waren die Lebkuchen… Im August???? Come on… Aber gut, die wurden NATÜRLICH stehen gelassen, auch wenn ich mich schon riesig auf die Weihnachtszeit inklusive Plätzchen und Co freue.



Alles in allem ging die Eingewöhnung hier in Deutschland schneller als gedacht, was wohl daran liegt, dass ich doch die meiste Zeit meines Lebens hier in Deutschland verbracht habe.
Besonders genossen habe ich die Wiedersehen mit Freunden und Familie. Vor meiner Rückkehr wurde ich sogar zum 2. Mal Tante, da musste ich meinen Neffen natürlich ganz besonders willkommen heißen!

Ein weiteres Highlight war das Rückkehrendenseminar, das Anfang September stattgefunden hat. Natürlich in Benediktbeuern, wo auch sonst??!! Alle Freiwilligen aus meinem Jahrgang wieder zu sehen war sehr schön! Wir hatten eine Menge zu erzählen, haben vieles angefangen zu verarbeiten und lustige Momente miteinander verbracht. Ich bin sehr dankbar für diese intensive Woche – Ist wie im Fluge vergangen!!!!





Anfang Oktober durfte ich in der Gemeinde von meinem Jahr und meinen Erlebnissen erzählen. Gemeinsam mit meiner Mama haben wir einen Vortrag über die Projekte der Schwestern gehalten, um auch Spenden zu generieren. Und ganz zu meiner Überraschung sind viele der Einladung gefolgt und haben sich die Zeit genommen, meinen Geschichten zu lauschen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die diesen Abend so besonders gemacht haben (ich hab mich bei diesem Publikum wirklich sehr wohl gefühlt), und sich für mein Abenteuer interessiert haben. Und als wäre dieser Abend nicht schon perfekt gewesen, wurde auch noch so großzügig gespendet. Dafür ein riesengroßes Dankeschön!!! Mit den Spenden ist die wertvolle Arbeit der Schwestern in Cotonou weiterhin möglich.

Jetzt bin ich schon 6 Wochen wieder im Lande und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Alles fühlt sich schon wieder vertraut an, und doch hatte ich nach 2,5 Wochen das Gefühl, in der Luft zu hängen. Irgendwo zwischen Ankommen und ??? Hier ist einerseits mein Zuhause aber andererseits auch nicht für lange Zeit.
Denn das Studium steht für mich vor der Tür. Ab 1. Oktober bin ich offiziell Studentin in Regensburg.
Ich freue mich auf dieses neue und auch herausfordernde Kapitel. Nicht nur das Lernen sondern das Alleine-Wohnen in einer neuen Stadt wird ganz neu für mich sein. Auch wenn ich das vor einem Jahr schon einmal durchlebt habe, ist das dieses Mal irgendwie etwas ganz anderes…
Aber ich freue mich darauf und fühle mich bereit!
Das Kapitel Benin ist hier in Form dieses Blogs allerdings vorbei. Dass dieses Abenteuer ganz lange Zeit in mir arbeiten wird – keine Frage.
Ich danke allen fleißigen Blogleserinnen und -lesern, die mich das letzte Jahr über in Form von motivierenden Kommentaren begleitet haben! Ihr ward spitze! Das hat das Blogschreiben noch toller gemacht!!!
Meine Geschichten werden die nächsten Jahre noch weiterhin online bleiben, falls jemand nostalgisch werden sollte und in Erinnerungen schwelgen will…
Machts gut et à bientôt
Eure Leonie

John
So geht es also zu Ende… Vielen Dank für die vielen tollen Einträge, die du so schön verfasst hast!!! Es war mir eine Ehre, diese tollen Worte lesen zu dürfen und auf diese Weise an deinem Jahr in Benin Teil zu haben 🙂 Machs gut Leonie!
Claudia Kopfinger
Liebe Leonie,
absolut beeindruckend, was du im letzten Jahr gewagt, erlebt und bewirkt hast!
Ich wünsche dir ein gutes Ankommen in Regensburg und für dein Studium alles Beste!
Liebe Grüße
Claudia
Ulla
Liebe Leonie, es werden zwar die letzten Leonews aus Benin sein, aber ich hoffe Dein Weg mit Don Bosco ist noch lange nicht zu ende. Komm gut im alten neuen Leben wieder an und bewahre Dir ein Stück beninische Gelassenheit. Auf bald! Ulla von Don Bosoc Volunteers