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Volunthier – Voluntda – Huraaaa!

Ich habe einige Beschwerden bekommen, dass ich zu wenig Blogeinträge machen würde. Zu meiner Verteidigung, es ist viel passiert und ich bin eine viel beschäftigte Frau. Aber du hast ja Recht Rahel und ich bitte hiermit um Verzeihung.

In den letzten drei Monaten ist einiges passiert. Es ist wohl am besten, wenn ich mit den Must-Knows beginne und wir uns dann Stück für Stück nach vorne tasten. Das Ankommen in der Volo-Flat von Johanna und mir erspare ich euch, das war nicht so blumig. Für die Kulturschocks braucht es einen gesonderten Blogeintrag.

Ich lebe mit acht anderen Volunteers in einer Wohngemeinschaft, in einer Dachwohnung mitten in Vijayawada. Unsere Nachbarn sind unfassbar laut, aber dafür haben wir eine nette Dachterrasse mit Blick auf die Straße. Meine MitbewohnerInnen sind entweder deutsche oder kommen aus Österreich, also gibt es hier so gut wie keine Sprachbarrieren. Abgesehen von einigen Meinungsunterschieden zur Aussprache der Wörter, wie zum Beispiel „Chemie“ ( in Österreich wohl „Kemie“?). Wir verstehen uns ziemlich gut und harmonieren als wären wir eine kleine Familie. Jeder bereichert das Zusammenleben mit seiner eigenen, besonderen und facettenreichen Persönlichkeit.

Flat-Terrasse, Flat Gebäude und die Aussicht von der Dachterrasse aus.

Circa fünf Minuten von uns entfernt ist das Headquarter. Dort hat unser Chef, Father Ratna, sein Office. Wenn wir wollen bekommen wir hier morgens, mittags und abends etwas zu essen. Da es so gut wie immer Reis gibt, verzichten wir mittlerweile oft darauf und kochen uns etwas in der Flat. Im Headquarter sind auch verletzte oder kranke Kinder und Jugendliche untergebracht. Einmal haben wir dort sogar mit den Fathers gemeinsam Messe gefeiert.

Ich arbeite seit drei Monaten im Chiguru. Dies ist eine Einrichtung in der Mädchen und Jungen wohnen, essen, schlafen und unterrichtet werden. Die Kinder kommen meist aus einem schwierigem Umfeld oder haben keine Eltern. Kaspar, mein Kollege, und ich fahren jeden Morgen um 10 Uhr mit dem Fahrrad hin und am Nachmittag um 16 Uhr wieder zurück. Vormittags unterrichten wir Mathe und Englisch, am Nachmittag geben wir Musikunterricht. Wobei der Musikunterricht meist einfach nur eine Tanzparty ist, weil die Kinder unglaublich gerne tanzen. Mathe und Englisch versuchen wir den Kindern mit Spielen, Bildern und kleinen Filmen näher zu bringen. Die Arbeit dort macht mir unfassbar viel Spaß und es gibt immer sehr leckeres Mittagessen. Es ist schön zu sehen wie sehr man ein Kinderherz berührt nur weil man für es da ist. Immer wenn wir ankommen, kommen sie mit einem breiten Grinsen auf uns zu gerannt und schreien: „Sister, sister“.

Chiguru Gelände und Kaspar beim Unterrichten.

Das Essen hier ist ziemlich lecker, wenn man auf Reis steht und nichts gegen ein bisschen Schärfe hat. Dosa und Samosas esse ich am liebsten. Street Food kann man ohne Bedenken genießen, wenn man darauf achtet wo man hin geht. Die frisch gepressten Obstsäfte, die man an fast jeder Straßenecke bekommt, sollte man immer ohne Milch und Zucker bestellen. Außerdem ist alles außer Alkohol und Nüsse unglaublich günstig.

Der indische Straßenverkehr macht auf den ersten Eindruck etwas Angst, aber wenn man den Dreh raus hat, kann man ohne Probleme die Straße überqueren. Die Fahrer benutzen ihre Bremse so gut wie nie, dafür ist eine Hand permanent auf der Hupe. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Auto- und Motorradfahrer nach dem Motto „No risk, no fun“ leben.

Es ist also wirklich nie langweilig hier. Es gibt immer was zu tun oder neues zu entdecken, weshalb ich bisher auch nicht zum Schreiben gekommen bin. Ich verspreche euch weniger zu erleben und mehr zu schreiben. Bis zum nächsten Mal! Namaste

Ps: Kleines Flat Update: Wir haben uns alle einen Virus eingefangen und liegen seit einigen Tagen einfach nur rum ( deswegen habe ich Zeit zum schreiben). An unseren drei Toiletten sind Schilder angebracht mit den Aufschriften „gesund“, „angeseucht“ und „verseucht“. Zu angeseucht zählen die Leute die keine Symptome mehr haben, aber eventuell nach ansteckend sein könnten.

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