Hier noch meine Erlebnisse aus den letzten Monaten vor dem Abschied und meiner Rückkehr nach Deutschland.

Im Mai war ich mit den Zwölftklässlern aus dem Care Home im English Camp einer anderen Salesianer-Einrichtung zusammen mit ca. 80 Mädchen und Jungs im Alter von 8.-12. Klasse. Meine einzige Aufgabe war, mit ihnen Englisch zu sprechen. 

Das Camp hatte einen täglichen Stundenplan mit Englischunterricht, Essen, Sport und Wettbewerben in denen man etwas auf Englisch machen musste.

Jungs und Mädchen waren immer strikt voneinander getrennt was mich ziemlich verwirrt hat. Ich war immer wieder abwechselnd bei beiden Gruppen, wodurch ich alle gut kennenlernen konnte, während die Mädchen und Jungs nicht miteinander reden durften. 

Im Mai findet immer der Salesianerwechsel statt. Das Care Home hat einen neuen Direktor bekommen und es sind zwei neue Brothers gekommen. Als im Juni das neue Schuljahr begonnen hat, sind auch ein paar neue Jungs ins Care Home gezogen. 

Ich bin eine Woche zu Besuch nach Varadarajanpet gefahren, wo ich im Februar einen Monat gearbeitet habe. Da ich nur für kurze Zeit dort war, habe ich dieses Mal nicht unterrichtet.Ich habe dort die letzten drei Tage der Sommerferien verbracht und durfte den Beginn des neuen Schuljahres erleben.

Kurz darauf haben mich die Volos aus Vijayawada in Salem besucht und wir haben einen Tag im Care Home und einen in Yercaud verbracht.

Die darauffolgenden Wochen waren die letzte Zeit vor den Prüfungen der ITI-Schüler. Manche sind jetzt mit ihrer Ausbildung fertig und haben das Care Home verlassen. Dadurch dass viele Leute gegangen sind und ein paar Neue hergekommen sind gab es hier viel Veränderung.

Im Juli hat mich eine Freundin aus Deutschland besucht. Wir waren zwei Wochen im Urlaub und  haben eine Tour durch zahlreiche Städte Tamil Nadus gemacht, die super abwechslungsreich und interessant war. Immer wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die Indien noch nicht kennen, sehe ich es mit anderen Augen. 

Es ist bemerkenswert, woran man sich alles gewöhnen kann. Ich habe mich an brennende Müllhaufen am Straßenrand gewöhnt, an Bus- und Zugfahrten mit offenen Türen, daran zu Fuß die Autobahn überqueren, an die Hitze und die lauten chaotischen Städte. Doch das Care Home ist mein „Zuhause“ in Indien, von wo aus ich mich nach und nach an alles gewöhnen konnte, sodass ich nicht so überfordert war, wie ich es als Touristin zweifellos gewesen wäre.

Der letzte Monat, nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub war einer der schönsten. 

Ich bin mehrmals zu Fuß mit den Jungs zur Schule gelaufen, habe meine Abschiedsgeschenke vorbereitet, ganz viel Zeit mit den Leuten verbracht, die ich in Deutschland alle nicht mehr sehen kann, einmal das Abendessen für alle gesponsert, mit den Jungs „Jana Nayagan“ geschaut, und schließlich haben sie eine Abschiedsfeier für mich durchgeführt, die sehr schön war.

Der vorletzte Tag vor meiner Abreise war der Independence Day. Es ist toll, dass ich den noch erleben durfte. Den ganzen Tag waren wir mit Sponsoren in Salem und haben ganz viel unternommen. Wir waren unter anderem im Kino und haben „The end of oak street“ angeschaut. Ich finde es witzig, wenn wir amerikanische Filme gucken, doch es macht mehr Spaß, indische Filme zu schauen, wie neulich „Jana Nayagan“.

Die Stadt, alle Läden und Autos waren mit indischen Flaggen dekoriert und die Stimmung war sehr schön.

Bis zuletzt war ich mittendrin im Alltag. Auch wenn ich wusste, dass ich bald gehen muss, hat sich jeder Tag ganz normal angefühlt und nicht so, als müsse ich mich demnächst verabschieden.

Der Freiwilligendienst war ein wunderschönes Jahr und ich werde die Menschen und alles was wir zusammen erlebt haben, noch sehr lange in Erinnerung behalten.

Mir ist während des Jahres klar geworden, wie viele Don Bosco-Einrichtungen es in Tamil Nadu gibt, auch im Vergleich zu Deutschland. Ich durfte selbst viele von ihnen besuchen und habe zahlreiche Salesianer kennengelernt. Sie betreiben Heime, Schulen, Hochschulen und Weiteres, schaffen unzählige Arbeitsplätze und bewirken viel Gutes im Leben junger Menschen. Diese Arbeit ist in Schwellen- und Entwicklungsländern besonders wichtig. Ich bin dankbar, dass die Jungs im Care Home durch das Engagement der Fathers und Brothers ein Zuhause und bessere Zukunftsperspektiven bekommen.

Wenn ihr für die Arbeit von Don Bosco Volunteers an die Don Bosco Mission spenden wollt, könnt ihr das hier tun. Eure Spende trägt dazu bei, dass auch in Zukunft weiterhin Freiwillige mit DBV einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen können.

https://www.donboscomission.de/volontariat/2025/spenden/elisabeth

Konto:

Don Bosco Mission

Sparkasse Köln Bonn

IBAN: DE89 3705 0198 0000 0994 99

Verwendungszweck: Nilavarapatti Elisabeth

Euch wird eine Spendenbescheinigung zugeschickt, wenn ihr im Verwendungszweck zusätzlich eure Adresse angebt.

Vielen Dank!

Élisabeth