
22. Woche
Um 8 Uhr saßen Matilde und ich bepackt mit unseren Rucksäcken im Auto und unser Ghana-Abenteuer begann. Eine Bus- und eine Zemfahrt später standen wir am Flughafen. Tickets abholen, Gepäck aufgeben, durch den Sicherheitscheck, Visakontrolle. Leicht in den Sitz gedrückt werden, wenn das Flugzeug über die Rollbahn rauscht. Und das Kribbeln im Bauch, wenn man spürt, wie die Räder vom Beton abheben.
„It’s time for Africa“, sagte einst eine sehr weise Frau. Bis bald, Benin!
Abends landeten wir endlich in Accra. „Welcome“, begrüßten uns die großen roten LED-Lettern in der wuseligen Eingangshalle- stimmt, dachte ich, einmal den Kopf von Französisch auf Englisch umschalten.
Doch das war nicht unser größtes Problem. Als ich den Flugmodus von meinem Handy ausschaltete, stellte sich heraus, dass die Neubuchung des Hostels nicht geklappt hatte. Außerdem fuhr der Bus so spät nicht mehr. Und da meine Bankkarte zu allem Überfluss auch noch gesperrt wurde, reichte das Geld nicht für ein anderes Hostel.
Zum unserem Glück war Quirin, einer der DonBosco-Freiwilligen aus Ghana, gerade zufällig mit zwei deutschen Freunden in Accra und bot uns für die Nacht den Boden seines Airbnbs an (Danke nochmal, Quirin, du bist mein Retter!! 🫂🫂🫂).
Mit großen Augen saß ich im Uber. Accra ist anders. Nicht nur, dass es Uber gibt. Am Fenster zogen richtige Restaurants und Cafés an mit vorbei. Fastfood-Ketten, wie KFC, es gab richtige Tankstellen. Keine Holztische am Straßenrand mit Glasflaschen voll mit Benzin, sondern echte Tankstellen, wie in Europa. Die Häuser sind höher, teils luxuriös und vor allem bunt angemalt, was es in Benin gar nicht gibt.
Und aber kein einziges Zem weit und breit.
Am nächsten Tag fuhren Matilde und ich mit einem sogenannten Trotro weiter nach Cape Coast. Trotros sind eine Art Sammeltaxis, aber mit festen Stationen, wie Busse. Raus aus der Stadt wurde die Umgebung immer grüner. Ghana ist hügeliger als Benin, mehr Natur. Ich habe schnell gemerkt, wie ich die beiden Länder ununterbrochen in meinem Kopf verglich. Gemerkt, dass ich nicht über ein Land an sich urteilen kann. Außerhalb Accras zogen an meinem Fenster nämlich auch ärmlichere Viertel, einfache Hütten mit Wellblechdächern vorbei, wie ich sie aus Benin kenne. Ich erinnerte mich an meine ersten Eindrücke von Benin. Ich glaube, es ist wichtig anzumerken, dass alles was kommt, meine subjektiven Wahrnehmung und Beobachtungen sind. Aber das gilt ja sowieso für meinen ganzen Blog.
Ordentlich durchgerüttelt (unser Fahrer verwechselte gerne die Bremsschwellen mit Sprungschanzen) kamen wir endlich in unserem Hostel an.


Nachmittags sind wir noch zum Cape Coast Castle gefahren.
„Ursprünglich in den 1650er Jahren von Schweden erbaut, ging Cape Coast Castle bis in die 1660er Jahre in dänischen, niederländischen und schließlich englischen Besitz über. In den ersten Jahrzehnten des Schlosses drehte sich der Handel um Gold, Holz und Textilien, bevor englische Händler begannen, in großem Umfang afrikanische Sklaven zu verschleppen. […] Im Laufe des 18. Jahrhunderts bestand der Großteil des Handels von Cape Coast Castle aus afrikanischen Gefangenen, die nach Amerika verschleppt wurden. Nachdem Großbritannien den Sklavenhandel 1807 offiziell abgeschafft hatte , wurde die Burg zu einem Bildungs- und Verwaltungszentrum.“ (https://slaveryandremembrance-org.translate.goog/articles/article/?id=A0103&_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq)
Das Castle war beeindruckend. Die Stimmung bedrückend, die Geschichte deprimierend, aber sehr spannend. Nachdem wir die Gefängnisse gesehen hatten, brachte uns der Guide zu einem Tor. Als er das Tor öffnete, sah ich das erste Mal den Hafen. Die gemütlich wippenden Boote auf dem dunkeln Wasser. „Oh, wie schön“, dachte ich und fühlte mich direkt unwohl. Als sich damals die Tore zum Hafen öffneten und den Blick auf die Schiffe nach Amerika offenbarten, dachte sich das niemand. Das Tor heißt auch „Port de non retour“- die Tür ohne Rückkehr. Denn ein Zurückkommen gab es nie.

Abends saßen wir noch lange am Strand und spielten Karten mit ein paar ghanaischen Kindern. Die Küste Ghanas ist um einiges touristischer als Benin. An einem einzigen Tag hier sah ich mehr Europäer*innen, als in einem halben Jahr in Porto Novo. Ehrlich gesagt tat das mal ganz gut. Nicht, wegen den Leuten direkt, sondern vielmehr, wie man von den Menschen vor Ort behandelt wird. Dadurch, dass ich nicht die einzige Weiße weit und breit bin, fall ich nicht so auf. Kaum jemand ruft mir hinterher. Kaum jemand fragt nach meiner Nummer. Mir ist bewusst, dass die Reduzierung auf die Hautfarbe ein schwieriges Thema ist. Durch meine helle Hautfarbe werden mit mir Reichtum und Privileg konnotiert. Mit Rassismus gegenüber Schwarzen und die damit verbundenen negativen Vorurteile hat das also nichts zu tun. Trotzdem hat es sich schön angefühlt, Gespräche mit Ghanaern führen zu können, ohne dass nach den ersten Sekunden die Frage zurückkam, wann ich ihnen ein Flugticket nach Deutschland kaufen würde.
Außerdem waren wir auch hauptsächlich an sehr touristischen Orten. Im Norden Ghanas ist das sicher nochmal anders.
23. und 24. Woche
Etwas nördlich der Cape Coast liegt der Kakum-Nationalpark, in den wir am nächsten Tag den sehr touristischen Baumwipfelpfad besuchten und die spektakuläre Aussicht genossen. Auf dem Rückweg hielten wir außerdem an einer Auffangstelle für Krokodile, die wir füttern durften, aßen beim Elmina Castle zu Mittag und verbrachten den Abend im Pool eines Beach Resorts. So touristisch habe ich mich lange nicht mehr gefühlt.



Damit war unser Urlaub zu zweit und unsere Zeit an der Cape Coast vorbei und nach der Trotro-Fahrt zurück nach Accra trafen wir Quirin in einem Hostel wieder.
Die Tage dort waren sehr entspannt. Pool, Karten spielen, mittags typisch ghanaisches Fufu probieren und ganz viel Zeit mit Leuten aus dem Hostel verbringen. Einer davon war der Amerikaner Raman, den ich ihn Benin auf der ghanaischen Botschaft kennengelernt und nun im Hostel zum dritten Mal zufällig wiedergetroffen hatte. Dieser hatte in seinem Zimmer eine deutsche Salsa-Lehrerin kennengelernt und so befand sich die gesamte Hostel-Gruppe kurze Zeit später auf der Tanzfläche einer ghanaischen Salsabar und scheiterte kläglich daran, mit den Ghanaern mitzuhalten. Nichtsdestotrotz ein sehr witziger Abend.

Mit dem Uber ging es für Quirin, Matilde und mich dann am Abend des nächsten Tages nach Ashaiman zum Zwischenseminar.
Es war unbeschreiblich die anderen DonBosco-Freiwilligen wiederzusehen. Die, mit denen man sich so lange auf die Ausreise vorbereitet, teilweise über die Blogs verfolgt hatte und nun unbedingt direkt alles wissen wollte. Was für Geschichten in jedem von ihnen schlummerten. Es gab auch viele neue Gesichter in der Runde. Insgesamt waren wir Teilnehmende von drei verschiedenen Organisationen aus vier verschiedenen Ländern. Trotz der Müdigkeit durch die letzten Tage, quatschten wir noch bis spät in die Nacht. Die Atmosphäre auf solchen Seminaren ist schwer für Außenstehende zu beschreiben. Aber mir ist vor Ort erst aufgefallen, wie sehr ich das vermisst habe.
Das Zwischenseminar ist dafür da, mal einen Schritt zurück zu machen, innezuhalten und die erste Hälfte des Jahres zu reflektieren. Auf die überwundenen Berge zurückzublicken und sich gleichzeitig für das Weiterwandern auf den nächsten Berg vorzubereiten. Durch den Austausch mit den Anderen neue Motivation für die restliche Zeit zu schöpfen.
Das Seminar startete am nächsten Tag mit einer Vorstellung der Freiwilligen und ihrer Projekte. „Bringt einen Gegenstand mit, der euer FSJ beschreibt“, wurde uns im Vorhinein gesagt. Die Zitrone, die Gladys, eine Freiwillige aus Kara, in der Hand hielt, war klein, rund und grün. „Dieses Jahr ist erfrischend“, sagte sie. Neues erleben, so viele neue Erfahrungen zu machen. „Doch gleichzeitig machen einen manche Sachen so richtig sauer.“ Das fand ich sehr treffend.
Weitere Einheiten zum Reflektieren des Jahres waren „Mein FSJ als Buch“, in dem wir die vergangenen Monate in Kapitel einteilen sollten oder auch die „Kochtöpfe“, bei denen wir zu Themen wie männlicher Belästigung, Gewalt an den Kindern und gesellschaftlichen Unterschieden, Dinge aufschreiben konnten, die in uns „brodeln“, um dann „Ofenhandschuhe“ als Lösungsansätzen zu entwickeln.
Sonstige Themen/Aufgaben waren „Dialog mit dir selbst vor der Ausreise“, „Fragen zum Vergleich von Erwartung vs. Realität“, „Reisetips“, „Freunde vor Ort finden“, „Afrofuturismus“, „Best practice“ (Austausch, welche Spiele/Unterrichtsmethoden gut funktionieren), „Rettungsschirme“ (Was fängt mich in schwierigen Situationen auf?), „Mein Abschied“, „Mitvolos“, „Kuchenmodell“ (Was ist für mich eine wichtige Grundlage/„Boden“- was wäre in kommender Zeit noch eine „Kirsche auf der Sahne“) , und viele mehr.




Ansonsten gab es Energizer ohne Ende, eine Führung über das tolle Gelände, gemeinsames Essen und Kaffetrinken mittags, Goodmornings und Goodnights mit wichtigen Inputs und intensive Gespräche, ob während den Einheiten, aber eigentlich in jeder freien Sekunde und ganz besonders abends und bis spät in die Nächte.
Der Austausch war sehr wichtig für mich. Zu wissen, dass es den anderen ähnlich geht und man nicht alleine ist, tut sehr gut. Das schöne an solchen Seminaren ist, dass alle Volontäre sind. Man muss sich nicht erklären. Alle machen das gleiche durch und das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass man sich immer so verstanden und aufgehoben fühlt. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso ich bei manchen Menschen nach einer Woche das Gefühl hatte, sie schon mein Leben lang zu kennen.
Ulla und Gregor, die Leitenden des Seminars haben sich sehr viel Mühe mit ihren ganzen Metaphern für jede Einheit gegeben. Gladys und ich waren davon sehr begeistert und haben zusammen eine Traumreise geschrieben, die ich gerne mit euch teilen würde:
Segeln
Abfahrt am Heimathafen.
Schließt eure Augen. Atmet ein und aus und riecht die Meeresluft. Du befindest dich an einem Hafen. Deinem Heimathafen. Das Salzwasser klebt auf deiner Haut und die Boote Wippen leise auf den Wellen, als würden sie tanzen. Die Sonne glitzert verspielt auf dem Wasser und spiegelt die Aufregung in deinem Bauch wider. Deine Reise geht jetzt los. Raus aufs offene Meer- rein ins Ungewisse. Die Möwen kreischen als dein Boot ablegt. Du winkst noch ein letztes Mal deiner Familie zu, die allmählich immer kleiner wird, bis sie ganz als Punkte am Horizont verschwindet. Jetzt drehst du dich um. Du hältst die Hand vor die Augen um nicht von der Sonne geblendet zu werden. Ein neuer Kurs wird eingeschlagen.
Ein halbes Jahr später.
Du bist nun schon ein halbes Jahr unterwegs. So viel gesehen, so viel erlebt. Deine schönsten Erlebnisse spielen sich in deinem Kopf ab. Doch dein Boot hat auch schon einige Macken und Kratzer abbekommen. Das erinnert dich an die schwierigen Momente. Die Momente, in denen das Wasser besonders getobt hat, du ab und zu vielleicht ein bisschen Salzwasser in die Augen bekommen hast. Die Momente, in denen ein besonders starker Sturm an deinen Segeln zerrte, an den Segeln und deinen Kräften. Die Momente, in denen es doch sinnvoller war, die Segel neu auszurichten, um den Kurs zu halten. Trotz Müdigkeit, trotzt Anstrengung, trotz Unbequemlichkeit. Scheuernde Seile, Gegenwind, rutschige Decks. Doch du hast es alles gemeistert und guck mal, wo du jetzt bist. Am Horizont taucht eine kleine Insel auf. Dort, wo sich die orangene Sonne gerade vom Tag verabschiedet. Die Zwischen-Insel. Die Hälfte der Strecke ist geschafft.
Zwischenseminar
Deine Reserven waren aufgebraucht gewesen. Du legst an, der Sand kitzelt unter deinen Füßen, als du das Boot verlässt. Du schaust dir dein Boot an. Was das alles durchgemacht hat. Die Reise hat einige Spuren hinterlassen. Hier und da muss etwas repariert werden und ein neuer Anstrich wäre auch nicht schlecht. Neues Proviant, einmal volltanken- die Energiequellen für die Weiterreise.
werde ich auf dieser Insel alles finden, was ich bis zur Abfahrt brauche? Was kostet das? Ist es mir das wert? Wie gehe ich damit um, wenn es ein Werkzeug nicht gibt? Halte ich den Rest der Strecke noch mit der nervigen, klappernden Schranktür aus, wenn ich hier nicht den passenden Schraubenzieher finde? Sie mal, dort winkt dir ein freundlicher Zwischen-Inselianer mit einem Werkzeug zu, dass du gut gebrauchen könntest. Der Inselianer hat kurze, helle Haare und blaue Augen- Ulla(la), das Werkzeug kommt mir sehr gelegen. Neben ihr steht ein weiterer Inselbewohner, der in seinem eigenen Boot nach weiterem Werkzeug sucht. Ist das nicht das gleiche Modell wie dein Boot nur nach Gregor(ianischer) Art? Er ruft: „Ich habe schonmal mein eigenes Boot repariert, ich kann dir mit Tipps beiseite stehen. Am Hafen legen weitere Boote an. Seereisende, die die gleiche Route machen. Ob sie die gleichen Erfahrungen gemacht haben? Was fehlt mir noch für meine Weiterreise? Können mir die anderen Seereisenden helfen? Worauf freue ich mich am Meisten, auf der Strecke, die noch vor mir liegt?
Bin ich bereit?
Das Seminar bestand jedoch natürlich nicht nur aus Einheiten. An einem Abend waren wir als ganze Gruppe zum Beispiel in einer chinesischen Billiard-Bar, die zu dem Leid der Ohren der anderen Gäste eine Karaoke-Anlage hatte, die vor uns natürlich nicht sicher blieb.



Das Highlight war aber natürlich, wie wahrscheinlich von allen, der Ausflug am Donnerstag nach Ada. Dort haben wir eine Bootsfahrt über den Volta River gemacht. Mehrere Male hielten wir auf verschiedenen Inseln an. So zum Beispiel auf Crocodile Island, wo wir nicht nur Krokodile halten durften, sondern auch Schlangen, Affen und andere Tiere sahen. Auf einer anderen Insel lernten wir etwas über Schnapsherstellung, wieder woanders etwas über Fischfang. Unsere Fahrt endete an einem Strand, an dem wir den restlichen Nachmittag verbrachten. Unermüdlich spielten wir Volleyball, badeten im Wasser und aßen alle gemeinsam. Ein bisschen wie eine Klassenfahrt. Oder eher ein Familienurlaub.












Nach den tollen Tagen in Accra hatte ich eigentlich nicht so Lust auf das Seminar. Doch da wusste ich auch noch nicht, dass das die schönste Zeit meines FSJs wird. Ich kann nicht in Worte fassen, wie schön diese Zeit war, wie wichtig und hilfreich die ganzen Themen und wie dankbar ich bin, für die Freundschaften, die dort entstanden sind.

Viel zu schnell war das Seminar wieder vorbei, doch niemand wollte das so richtig wahrhaben. So buchten wir alle gemeinsam spontan ein Hostel in Accra und verlängerten das Seminar einfach eigenhändig. Neben ein bisschen Touri-Sightseeing in Accra trafen wir uns nochmal mit Ulla und Gregor auf der Agblogbloshi-Müllkippe, eine der größten Mülldeponien weltweit für Elektroschrott im Slum von Accra. Ich war vorher noch nie in einem Slum gewesen. Die Menschen dort wohnen sehr eng zusammen. Es ist laut. Es ist eng. Es ist voll. Ringsherum ragen die Müllwände in die Höhe. Hier ist man abgekapselt von der Außenwelt. Die Polizei kommt nicht rein, keiner geht zur Polizei. Es gibt eigene Hierarchien. Eine eigene kleine Welt. Doch die Stimmung war erstaunlicherweise nicht negativ oder bedrückend. Man hat sich sehr willkommen gefühlt. Die Menschen waren super fröhlich und offen. Zwischen kaputten Wellblechen und Bergen aus Plastiktüten saßen sie zusammen und spielten Brettspiele. Wenn man so eng zusammenwohnt gibt es das Prinzip von Nachbarn vielleicht nicht. Man ist eine Familie.



Gemeinsam frühstücken gehen, zusammen durch die Stadt bummeln, Accra Mall, Kunstmarkt, abends Karaoke in einer Bar- die Tage in Accra waren wunderschön!
Die anderen Volos sind dann noch weiter in die Volta-Region in den Urlaub gefahren. Doch da meinte Familie am nächsten Tag in Cotonou landete, war für mich die Ghana-Reise hier zu Ende. Als ich im Uber saß und zum Abschied winkte, lief leise das Lied „Wavin‘ Flag“ aus dem Radio. Unser Seminar-Song, den wir beim Karaoke die ganze Zeit gesungen hatten. Als wüsste das Radio, dass ich noch gerne mit den anderen mitgefahren wäre.
Meine Rückreise war dann leider chaotischer, als es mir lieb war. Unter anderem dadurch, dass ich um 4 Uhr aufwachte und aus dem Fenster den Boden immer näher kommen sah. Ein anderer Bus hatte uns gerammt. Der Fahrer schaffte es im letzten Moment noch das Lenkrad rumzureißen, konnte jedoch nicht verhindern von der Straße abzukommen und einem LKW hinten drauf zu fahren. Also saß ich 2 Stunden, irgendwo auf der togolesischen Autobahn kurz vor Benin und begutachtete den rauchenden, Öl tropfenden Bus mit eingekrachten Scheiben. Alleine, ohne Geld, Essen und SIM-Karte blieb mir nichts anderes übrig, als auf einen anderen Bus zu warten. Ein gutes Training des westafrikanischen Mottos „Irgendwie klappt schon alles-nur Geduld.“


Irgendwie kam ich dann nämlich doch noch zu Hause an und hatte noch ein paar Stunden zum Ausruhen, bevor ich dann abends meine Familie vom Flughafen abholen durfte. Doch dazu im nächsten Blog mehr.
Die Zeit in Ghana war wunderschön, deshalb bleibt mir nur eins zu sagen: Danke, Ghana- oder wie man auf Twi dort sagt: Medaase paa!!!
Ich freu mich von euch zu hören, fühlt euch gedrückt! 🫂
Marlene
Christine Gnan
https://open.spotify.com/track/6oHDvarQSp0mf5AD1SyNH0?si=wDzwYX9mToy9bquTlhWFoQ
So ein süßer Blogeintrag, mein Herz geht auf!!! Ich freu mich schon soooooo auf dich und unser 3/4-Seminar!
Und ich liebe deinen Schreibstil. Hab dich lieb, Marlenemaus 🥰🥰🥰