Am Freitag, dem 13. im Projekt angekommen (bößes Omen? Nee) nach einer ca 6 stündigen Fahrt, bei der die Anzahl der Kühe mit der Zeit stark zunahm und die Anzahl der Häuser stark abnahm.
Das Projekt liegt ganz im Norden Sri Lankas in Pallavayarankattu (gibt tausend verschiedene Schreibweisen) und gehört zu den ärmsten Gegenden der Insel.
Eine Stunde südlich in Murunkan haben zwei andere Volunteers ihr Projekt, die wir zuvor noch besucht haben, sie sind sehr nett.
Unsere Einrichtung wird durch eine Straße getrennt, wobei auf der einen Seite die Tech School (Berufsschule), unsere Zimmer und die der beiden Fathers sind.
Auf der anderen Seite sind die English School (Grundschule), die Nursery (Kindergarten) und das Girls Hostel, in dem ca 15 Mädchen, die die Tech School besuchen und aus ärmlichen Verhältnissen stammen, übernachten.
Bei den Girls wohnen noch drei Sisters, die in den verschiedenen Einrichtungen mitarbeiten und die uns als Mentoren an die Seite gestellt wurden. Sie sind alle sehr nett und wir verbringen die Nachmittage meist bei ihnen und den Girls.
Wir haben je ein eigenes Zimmer mit Badezimmer, purer Luxus, war schon überrascht, haben sogar eine eigene Waschmaschine. Das Moskitonetz wird auf jeden Fall benötigt hier und es ist noch wärmer als in Negombo (tagsüber mindestens 30 °C) , aber langsam gewöhne ich mich daran.
Father Melvin ist Direktor der gesamten Einrichtung und Father Gayan Direktor der Tech School, beide sind nett und Father Melvin ist so süß mit den Kids, in Deutschland habe ich jemanden mit so einem Spaß an der Arbeit mit Kindern noch nicht getroffen.
Wir wurden herzlich begrüßt, wobei wir schnell bemerkt haben, dass wir hier noch sehr viel mehr auffallen als in Negombo mit unserer hellen Haut, viele Kids haben diese Hautfarbe wohl noch nie gesehen (laut den Fathers).
Die erste Woche war zum Besichtigen der Einrichtungen gedacht, um dann am Freitag entscheiden zu können, wo wir wann arbeiten wollen, hier meine Erfahrungen:
Da wir Freitags angekommen sind, war Wochenende und am Samstag (am Valentinstag) sind wir gleich mal mit auf einen Ausflug der Tech School gegangen. Sind mit dem (sehr ästhetischen) Schulbus gefahren, wobei sehr laut Musik lief und getanzt wurde (vor allem Father Melvin hat die Hüften geschwungen), auch wir wurden dazu aufgefordert, war auf jeden Fall etwas, was ich nicht bereue.
Unser Ziel war ein Freizeitpark mit vielen Fotokulissen, die sehr viel genutzt wurden (wir sind jetzt auf gaaanz vielen Fotos drauf) und ein paar Tieren. Außerdem Kirmes Fahrgeschäfte, war sehr cool, nur echt warm.
Im Bus zurück natürlich wieder getanzt und dann erstmal ausgeruht. Die Natur hier ist so schön, überall Palmen, und es gibt eine Kuhherde vorm Haus, außerdem mindestens drei Hunde, vier Welpen und zwei Katzen.
Am Montag waren wir das erste Mal früh morgens in der Messe, war auf Tamil natürlich, eine faszinierende Sprache. Außerdem die English School besichtigt, sind aktuell 8 Klassenstufen mit insgesamt ca 200 Schülern und Schülerinnen. Es wurde die Srilankesische Flagge gegrüßt und Reden gehalten vorm Unterricht, ist auf jeden Fall disziplinierter als an deutschen Schulen. Der Unterricht an sich ist meist Frontalunterricht und allgemein recht laut, aber es wird super mit den Kids umgegangen, die Lehrer sind sehr sympathisch und zu 85% weiblich.
Haben uns dann noch die Tech School angesehen, bei der die Fächer Nähen, Elektronik und Computer für je 6 Monate gelehrt werden. Die Schüler und Schülerinnen sind in unserem Alter, können nur wenig Englisch und ein paar der Schülerinnen wohnen im Girls Hostel.
Dienstags haben wir die Nursery besucht, die Kinder werden manchmal mit dem Rohrstock geschlagen, was mich erstmal schockiert hat, bis ich verstanden habe, das dieser eher leitend als gewalttätig eingesetzt wird und nur sehr selten (was es natürlich nicht komplett rechtfertigt).
Am Aschermittwoch war morgens Messe und dann waren wir den ganzen Schultag bis 2 p.m. in der English School und haben uns in verschiedene Klassenräume reingesetzt und zugeschaut.
Donnerstag war Sporttag an der English School als Vorbereitung auf einen Wettkampf im März. Die Kids waren in Gruppen aufgeteilt und haben verschiedene Sportarten ausgeübt (u.a. Speerwerfen, Kugelstoßen, Weitsprung, Sprint). Die Kindergartenkinder haben auch ein paar kompetitive Spiele gespielt.
Wir haben mit denen gespielt, die gerade nicht dran waren. War sehr schön, weil die Kids so auf uns zugegangen sind und wir nicht viel leisten mussten, um sie zu begeistern.
Danach waren wir beide sehr kaputt und haben uns den restlichen Tag eigentlich nur ausgeruht.
Am Freitag war der Marathon für die English School Schüler und Schülerinnen, ging um 6 Uhr morgens los wegen der Hitze, die bei späterem Start alles schwieriger machen würde. War schön zu sehen, wie wichtig das Ereignis für Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern war.
Dann noch bei der Tech School im Englischunterricht der Computer Class geholfen und mit den Kids noch Volleyball und Elle gespielt (unser zweites mal schon).
Später waren wir noch mit Sister Mary shoppen, gibt ein paar Läden in der Nähe und sind mit dem Roller hingefahren (zu dritt auf einem Roller, war lustig).
Jetzt ist Wochenende und bald besprechen wir mit Father Melvin, wie unsere Arbeit aussehen soll ab nächster Woche, ich freu mich drauf.
Liebe Grüße <3.














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