Ready for Togo

über meinen Auslandsfreiwilligendienst in Kara

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Achtung, Foto…

Liebe Leserinnen und Leser, hallo 2019,

vor gefühlt drei Tagen habe ich euch davon berichtet, dass ich ein Programm für die Ferien vorbereitet habe. Und „schwupps“ sind zwei Wochen vergangen und ich kann euch von sehr schönen und anstrengenden Weihnachtsferien in Kara berichten.

Da bekanntlich Bilder mehr sagen als 1000 Worte, gibt es für jeden Tag ein Bild und eine kleine Beschreibung. Viel Spaß beim Lesen und vor allem Gucken.

 

21. Dezember 2018

Die Mädchen kommen aus der Schule und haben ihre Zeugnisse mitgebracht. Zwei Mädchen sind Klassenbeste, was auch auf dem Zeugnis vermerkt ist, andere haben Tränen in den Augen, weil sie das kommende Trimester auf jeden Fall bestehen müssen, um keine Ehrenrunde zu drehen. Trotzdem haben alle nur die Ferien und den Abstand zur Schule im Kopf. Wir leiten die Ferien mit einem Kinoabend ein und ich bereite mit den Mädchen „Popcorn“ vor. Als wir mit über 120 Popcorntütchen – selbst verpackt – im Jungsfoyer ankommen, kann Jeremias gar nicht glauben, wie ihm geschieht. Übrigens auf dem Spielplan: Charlie und die Schokoladenfabrik.

22. Dezember 2018

Am Morgen kneten wir den Teig, damit wir am Nachmittag unseren Speisesaal in eine Weihnachtsbäckerei verwandeln können.

23. Dezember 2018

Jeremias und Ich sind schon längere Zeit aufgeregt, ob auch alles klappt, denn wir spielen mit über 60 Kindern „Leips“: ein Planspiel auf dem ganzen Gelände des Jungsfoyer. Zahlen müssen gesucht, Aufgaben erledigt und Fragen beantwortet werden. Hier wurde von Gruppe „Erdnuss“ ein kreativer Hut gebastelt.

24. Dezember 2018

Am Tag des Heiligen Abend läuft doch eher alles sehr entspannt ab und das Gewinnerteam „Coca Cola“ vom gestrigen Spiel wird von uns beiden zum Foufouessen eingeladen.

25. Dezember 2018

Für heute sollte kein Programm anstehen, denn es gab den sogenannten „Quatier libre“. All unsere Kinder dürfen am Nachmittag für einige Stunden auf die Straßen, Freunde oder Familie besuchen oder zum Markt laufen. Ein Junge hatte mich und Jeremias eingeladen zu seinem Onkel mitzukommen: wir verbrachten einen sehr spannenden ersten Weihnachtsfeiertag mit leckerem Essen und Rotwein bei einer togoischen Familie.

26. Dezember 2018

Nach den intensiven Feiertagen wird jetzt gegeneinander gerechnet: vormittags gibt es einen Mathewettbewerb, abends ein Fußballspiel der großen Jungs gegen Externe.

27. Dezember 2018

Und wer hört am besten hin? Wir starten den Tag mit einem Wettbewerb im Diktat schreiben und beenden ihn mit einem emotional angehauchten Fußballspiel. Mädchen gegen Jungs! Da wir einen taktischen Fehler machten und den Stürmer Maxim Choupo-Moting (siehe Bild) ins Tor stellten, gingen wir bei einem 4:0 als Verliererinnen vom Platz. Bereit für eine Revange sind wir aber jederzeit.

28. Dezember 2018

Heute sollen die Fetzen fliegen: in einer vorbereiteten Diskussionsrunde geht es um das richtige Verhalten von SchülerInnen und Kindern.

29. Dezember 2018

Ein absolutes Highlight der Ferien! Es war sehr schön, den Mädchen den Ausflug ins Schwimmbad ermöglichen zu können.

30. Dezember 2018

Ab auf´s Festival!

31. Dezember 2018

Ist es denn schon Silvester? Ja, das Jahr 2018 neigt sich dem Ende – ein so intensives & spannendes Jahr für mich geht zu Ende und ich bin so glücklich, was alles passiert ist, kann das Jahr sehr zufrieden abschließen. Und wie? Mit vier Mädels mache ich mich spätabends auf den Weg zum Palast, an dem es ein Feuerwerk gibt. Überall sind kleine Essenstände und vor lauter „Würstchen am Spieß“, „Mayonaisenbrot“ und Popcorn verpassen wir fast die Jahreswende.

01.Januar 2019

Als Neujahrsessen hatten bei uns alle riesen Lust auf Fufu und so stampfen die Mädels am Mittag fleißig für ein göttliches Mittagessen. Am Abend wurde dann mal wieder kräftig gefeiert, getanzt und gegessen – die traditionelle Fete im Jungsfoyer wurde auch an diesem Dienstag nicht langweilig. (Natürlich haben meine Tanzmäuse auch wieder hervorragend performet).

02. Januar 2018

Ich stehe sehr früh auf, während alle noch schlafen. Meine Überraschung heute: ein Frühstücksbrunch, der sich ein wenig vom „togoischen“ Frühstück absetzt. Es gibt Brot und Nutella, Orangensaft, Kaffee und Milch, eine Süßigkeit und Obst. Die Mädchen sind stark beeindruckt und können nicht glauben, dass wir in Deutschland wirklich jeden Morgen Brot essen. Ich antworte nur darauf: „Und ich kann nicht glauben, dass ihr jeden Morgen zum Frühstück Reis esst.“

03. Januar 2018

Joyeux anniversaire an meinen Mitfreiwilligen Jeremias. Wir organisieren ein riesiges Fußballturnier mit 8 Mannschaften, Gruppenphase, Hin- und Rückrunde und einem super spannenden Finale. Während alle Fußball spielen, beschäftigt sich Tchau damit, über 300 Flaschen mit selbstgemachten „Bizape“- Saft zu befüllen, den es am Ende als Überraschung gibt. Das Gewinnerteam wird mit Trikots ausgestattet und für die Letzten gibt es Maoam und Haribo.

04. Januar 2018

Ich muss euch enttäuschen, aber für mich gab es heute eine kleine Pause…

05. Januar 2018

Auch im Mädchenfoyer weihen wir den neuen Beamer ein, es gibt Kino für die Mädchen: Asterix & Obelix.

06. Januar 2018

Die Ferien sind fast geschafft, die Mädels sitzen schon wieder vor ihren Schulheften. Als Motivation für das zweite Trimester, welches vor der Tür steht, bereite ich zusammen mit Roberta ein ganz besonderes Abendessen vor. Es gibt gebratenen Fisch auf Pommes Frittes mit Mayonaise und Ketchup! Ich bin immer noch sehr begeistert, wie gut das frittieren der Pommes geklappt hat und wie unglaublich gut dies schmeckte. Da kann nicht mal Vincent, der Pommesspezialist, mithalten.


Das waren sie also, die Weihnachtsferien, in denen ich zum ersten Mal keinen Schnee unter meinen Skiern spürte. Nach einem so intensiven Programm freue ich mich jetzt auf einen wieder ganz anderen Alltag. Aber was gewiss gleich bleibt und was mich immer wieder so glücklich an meinem Projekt macht, ist der enge Kontakt zu meinen 22 Mädchen. Das Beste was mir passieren konnte, war ein Zimmer direkt im Foyer zu haben und immer vor Ort zu sein.


Da es in weniger als einem Monat für Jeremias und mich auf das Zwischenseminar nach Ghana geht, machten wir uns kurz nach Beginn der Schule auf den Weg nach Lome um ein Visum zu beantragen. In der Hauptstadt verbrachten wir gerade drei Tage mit ein wenig Ruhe und Abstand von unseren Projekten. Zum ersten Mal schwamm ich in „afrikanischem“ Meer und konnte die größte Stadt des Landes ein wenig besser kennenlernen. Das schönste an dem kurzen Trip war aber die Freude wieder nach Kara zurückzukehren, denn hier ist mein Zuhause und hier fühle ich mich doch am wohlsten.

Wenn euch ein Thema brennend interessiert und ihr davon hören möchtet, lasst es mich wissen. Ich freue mich über Ideen und Anregungen.

Die allerbesten Grüße aus Kara von der braungebrannten, schon 4 1/2 Monate- aus-Deutschland-abwesenden & immer-besser-französisch-sprechenden Sophie!

Sophie

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