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Abenteuer in Tschechiens Hauptstadt

Wo sind die ersten beiden Monate hin?

Absurderweise trug der Artikel bis vor kurzem noch den Titel „Wo ist der erste Monat hin?“ – bis ich festgestellt habe, dass der Oktober anscheinend kräftig ins Gaspedal getreten hat, denn mittlerweile bin ich tatsächlich schon zwei ganze Monate hier.
In dieser Zeit ist einerseits noch sehr wenig, gleichzeitig aber schon sehr viel passiert, was ich jetzt endlich erzählen möchte.

Warum so wenig?

Dadurch, dass ich im Jugendzentrum sehr viele verschiedene Einsatzstellen habe, sehe ich die unterschiedlichen Teams und die Kinder, mit denen ich zusammenarbeite, nur einmal pro Woche. Das betrifft das Oratorium, wo ich jeden Freitag mithelfe, den Jugendklub Vrtule, wo ich entweder montags oder mittwochs nachmittags Schichten habe und meine vier Nachhilfeschüler, die alle jeweils eine 45-minütige Wochenstunde haben.
Deshalb weiß ich manchmal noch nicht so ganz, wie viel ich zu sagen habe, inwieweit ich Informationen über die einzelnen Klienten erfragen darf und so weiter.
Selbst im Kindergarten, wo ich jeden Tag zu Gange bin, bin ich manchmal noch unsicher, was ich den Kindern erlauben darf und was nicht.
Aber vermutlich muss ich mir selbst damit einfach noch etwas mehr Zeit geben und dann finde ich meinen Platz von ganz allein.

In Sachen Nachhilfegeben werde ich auch noch etwas länger brauchen, bis die Vorbereitungen für die einzelnen Stunden nicht mehr ganz so viel Zeit in Anspruch nehmen und dabei aber meine „Schüler“ trotzdem näher an ihr Ziel bringen.
Hinzu kommt, dass ich es mir wesentlich einfacher vorgestellt habe, Nachhilfe in Deutsch zu geben. Wieso?
Wer von uns Deutsch-Muttersprachlern wüsste zum Beispiel auf Anhieb die Regel dafür, in welcher Reihenfolge Satzglieder angeordnet werden?
Und ist euch schon mal aufgefallen, wie ähnlich sich die Wörter Küche und Kuchen sind? Für uns ist der Unterschied zwar völlig klar, aber jemand, der Deutsch als Fremdsprache lernt, tut sich tatsächlich recht schwer, diese Wörter auseinanderzuhalten.
Und das sind nur zwei Beispiele für Dinge, über die ich überhaupt nicht nachdenken muss, die aber für meine Nachhilfeschüler wichtig zu verstehen sind und erklärt werden können sollten. Deshalb werde ich mich wahrscheinlich noch des Öfteren genauer mit der deutschen Grammatik auseinandersetzen müssen, um sie dann wieder auf Tschechisch erklären zu können.

Warum so viel?

Von der Seite der Kinder und Jugendlichen aber ist in dieser ersten Zeit schon wahnsinnig viel passiert.
Vor etwa vier Wochen habe ich im Kindergarten in der Gruppe der Älteren ausgeholfen und nicht bei den Kleinen, für die ich eigentlich eingeplant bin. Da ich seit Oktober für einen Teil der Großen jeden Mittwoch ein kurzes Sport-Programm leite, hatte ich so die Möglichkeit, meine Sportler schon einmal kennenzulernen.
Als ich in der Woche darauf wieder zurück in die Gruppe der Kleinen kam, wurde ich besonders von drei Kindern mit einer Freude begrüßt, dass es mir richtig warm wurde ums Herz.
Und da ich mittlerweile auch die Großen besser kenne, winken sie mir ebenfalls fröhlich zu, wenn ich an ihrer Gruppe vorbeigehe.

Genauso sind mir im Oratorium schon ein paar Kinder echt ans Herz gewachsen und ich freue mich auf jeden Freitag, wenn ich sie wieder sehe und mit ihnen spielen oder mich mit ihnen unterhalten kann.

Wenn ich so darüber nachdenke, merke ich erst, wie wichtig diese kleinen Beobachtungen sind und wie viel Kraft sie mir für die Momente geben, in denen es noch nicht ganz so rund läuft. 🙂
Und vielleicht ist es dadurch, dass ich hier viele neue Kinder kennengelernt habe, vielleicht ist es auch schon der Geist Don Boscos, der auf mich überschwappt. Aber mir ist in letzter Zeit sehr bewusst geworden, was für wunderbare und schützenswerte Geschöpfe Kinder sind.
Natürlich kann die Arbeit mit ihnen auch anstrengend sein, aber dennoch stehe ich immer mehr hinter Don Boscos Zitat, das bei uns im Treppenhaus zu lesen ist:

„Es reicht schon, dass ihr jung seid, damit ich euch gern habe.“

Außerdem merke ich, wie viel besser ich schon mit der Sprache zurechtkomme als am Anfang meiner Zeit im Ausland.
Nach den ersten Tagen musste ich schnell akzeptieren, dass ich meinen Ferien-Freizeit-Schlafrhythmus mit späten Bettgehzeiten dringend umstellen muss, um die Tage voller neuer Menschen, anderer Sprache, neuen Tätigkeiten und einer Flut von Informationen einigermaßen fit zu überstehen. Und so ging es für mich gegen 21 Uhr bereits ab ins Bett.
Mittlerweile fällt mir die Sprache schon deutlich leichter und die Flut an Neuem hat abgenommen, sodass ich mir erlauben kann, etwas später schlafen zu gehen. Auch für diese Kleinigkeit bin ich sehr dankbar, denn so kann ich unter anderem dienstagabends die Jugend-Veranstaltungen der salesianischen Pfarrei besuchen. Nach der Jugendmesse gibt es dort alle 14 Tage einen Vortrag oder die Möglichkeit, eine andere Form des Betens kennenzulernen. Das Angebot richtet sich an alle 14- bis 26-Jährigen, sodass ich dort auch schon gute Kontakte mit Gleichaltrigen knüpfen konnte.

Warum eigentlich Tschechien, Miriam?

Diese Frage wurde mir in letzter Zeit oft gestellt, wenn ich jemand Neues kennengelernt habe.
Viele sind verwundert, weil es eher unüblich ist, dass man für ein solches Auslandsjahr ausgerechnet in dieses kleine Land kommt und Einheimische bei diesem Thema eher den Weg in den Westen suchen.
Warum also bin ich hier?
Die meisten von euch wissen, dass die eine Hälfte meiner Verwandtschaft in Tschechien lebt und ich deshalb auch die Sprache schon vor meinem Freiwilligendienst mehr oder weniger beherrscht habe.
Einerseits bin ich also hier, um meine 1/2-Heimat besser kennenzulernen – um herauszufinden, was genau die Heimat von 50% meiner Gene ist.

Andererseits denke ich aber, dass auch im Herzen Europas genug Menschen leben, deren Probleme unter den Tisch fallen.
Manche der Oratoriumsbesucher haben zu Hause eine finanziell schwierige Situation oder in der Schule mit Mobbing zu kämpfen. Die Klienten des niedrigschwelligen Jugendclubs Vrtule besuchen diesen wegen Abhängigkeiten, psychischen Problemen oder Problemen in der Familie.
Es ist schön zu sehen, dass all diese jungen Menschen wenigstens im Jugendzentrum für ein paar Stunden ihre Sorgen beim Spielen vergessen können oder einen Gesprächspartner finden, der sie akzeptiert wie sie sind und nicht nur ihre Mängel sieht.
Denn nach Don Boscos Tradition gilt hier in allen Einrichtungen der Grundsatz, an den guten Kern in jedem Menschen zu glauben, ihn durch Zuwendung zu stärken und wachsen zu lassen.

Mit diesem Gedanken endet nun mein Beitrag über meine erste Zeit im Freiwilligendienst.
Vielleicht kann euch dieser Denkanstoß ja ebenfalls ein Stück weit begleiten. 🙂

Sollten Fragen aufgetaucht sein, dann steht euch, liebe Leserschaft, jederzeit die Kommentarfunktion zur Verfügung.
Ansonsten möchte ich an dieser Stelle auch auf die Blogs meiner Mitvolos verweisen, die aus Indien, Benin, Montenegro, der Mongolei, Bolivien und Argentinien berichten – schaut doch mal vorbei!


Kam zmizeli první dva měsíce?

Je to absolutně šílené, jak ten čas letí. Ještě před chvilkou se tenhle článek jmenoval „Kam zmizel první měsíc?“ – než jsem si uvědomila, že říjen očividně pořádně šlápl na plyn, protože v úterý, 27. října už jsem tady dva celé měsíce.
A za tu dobu se na jedné straně ještě tolik nestalo, na druhé straně se ale už odehrálo hrozně moc věcí, o kterých teď chci konečně vyprávět.

Proč tak málo?

Jak ve středisku pomáhám ve více zařízeních, setkávám se s různými týmy a s dětmi, s kterými spolupracuji, jen jednou týdně. To se týká Oratoře, kde mám služby každý pátek, nízkoprahového klubu Vrtule, kde pomáhám v pondělí nebo ve středu odpoledne, a mých čtyř žáků, které doučuji a kteří mají každý jednu 45minutovou hodinu za týden.
Proto občas ještě nevím, kde co můžu rozhodovat, kolik informací o klientech si můžu vyptávat a tak dále.
Dokonce ve školce, kde pracuji každý den, si občas nejsem jistá, co dětem můžu dovolit a co ne.
Ale asi si na to prostě musím dát více času a pak se to všechno najde uplně samo od sebe.

Hlavně na doučování budu potřebovat ještě více času, aby mi příprava jednotlivých hodin už netrvala tak dlouho a abych i přesto své žáky přiblížila k jejích cíli.
K tomu ale ještě přijde, že jsem si doučování němčiny představovala mnohem jednodušší, než to skutečně je. Proč?
No, asi byste vy, milí rodilí mluvčí češtiny, taky hned nevěděli, jaké je správné pořadí ve větě a jaká k tomu jsou pravidla, ne?
A jak někomu vysvětlit, že třeba slovíčka „děvče“ a „dítě“ jsou naprosto rozdílné, když vůbec nemůžete pochopit, jak si je člověk může splést? Stejně tak se mi dařilo, když jsem žákům musela vysvětlovat rozdíl mezi „Kuchen“ (=koláč, buchta) a „Küche“ (= kuchyně): když tím jazykem mluvíme každý den, tak si ani neuvědomujeme, které věci mohou být hrozně těžké pro někoho, kdo se ten jazyk učí jako cizí.
Proto se budu asi muset ještě častěji zabývat německou gramatikou, abych ji pak mohla zase vysvětlovat v češtině.

Proč tolik?

Ze strany dětí a mládeže se ale v tomhle prvním čase už stalo hrozně moc.
Asi čtyřmi týdny jsem pomáhala ve školce ve velké třídě, a ne jako obvykle v malé.
Jelikož od října vedu pro část dětí z velké třídy kroužek „Sportovky“, měla jsem tak první příležitost se s nimi seznámit.
Když jsem v následujícím týdnu zase přišla do malé třídy, přivítaly mě hlavně tři děti tak srdečně, že mě to úplně dojalo.
A protože teď už znám lépe i starší děti, tak mi vždycky radostně zamávají, když jdu kolem jejích třídy.

Stejně tak i v Oratoři jsou děti, které mi už přirostly k srdci a těším se na každý pátek, když se s nimi zase uvidím a něco si s nimi zahraju nebo popovídám.

Když tak o tom přemýšlím, teprve teď si všímám, jak důležité jsou takové malé zážitky a jak mi dávají sílu v okamžicích, kdy mi to celý ještě moc nejde. 🙂
A možná je to tím, že jsem se tady seznámila s mnoha novými dětmi, možná je to tím, že už pomalu na mě přechází ta salesiánská motivace Dona Boska. Ale za tu dobu, co jsem tady, jsem si uvědomila, jak úžasná stvoření jsou děti.
Samozřejmě, že práce s nimi může být náročná, ale i tak mě čím dál tím víc doprovází zitát Dona Boska nacházející se u nás v schodišti:

Kromě toho už ovládám český jazyk mnohem lépe než na začátku mého času v zahraničí.
Po prvních pár dnech jsem si rychle musela změnit svůj prázdninový, volnočasový rytmus spánku: v 21 hodin si pro mě přišel večerníček a šup do postýlky, abych nějak zvládla další den plný nových lidí, jiného jazyka, nových činností a přívalu nových informací.
Mezitím se pro mě čeština už stala trochu víc každodenním jazykem a příval nových informací polevil, takže si můžu dovolit chodit spát i pozdějí. I za tuto maličkost jsem moc vděčná, protože tak můžu třeba chodit na Úterky u Terky – úterní akce pro mládež salesiánské farnosti sv. Terezičky v Kobylisých. Nabídka je zaměřená na věkovou skupinu od 14 do 26 let, díky čemu se i dostávám do kontaktu s skvělými lidmi v mým věku.

Proč vlastně do Česka, Miriam?

Tuhle otázku jsem v uplynulých dvou měsících slyšela mnohokrát, když jsem se setkala s někým novým. Mnozí byli překvapeni, protože se prý nestává často, že by lidé na takovou dobrovolnickou službu jeli právě do Česka a obyvatelé této malé, úžasné země spíše hledají cestu na Západ.
Proč jsem tedy tady?
Většina z vás ví, že polovina mých příbuzných žije pravě v České republice a proto jsem už před příjezdem víceméně uměla česky.
Na jedné straně jsem tedy tady, abych lépe poznala svou 1/2-vlast, abych zjsitila, odkud vlastně z poloviny pocházím.

Na druhou stranu si ale také řikám, že i v srdci Evropy žije spousta lidí, jejíchž problémy se příliš neřeší.
Někteří učastníci Oratoře mají doma finanční potíže nebo ve škole problémy s mobbingem. Klienti nízkoprahového klubu Vrtule ho návštěvují, protože bojují se závislostí, psychickými problémy nebo problémy v rodině.
Je hezké vidět, že všichni ti mladí mají aspoň ve středisku místo, kde při hraní mohou na pár hodin zampomenout na své starosti a kde najdou partnera k rozhovoru, který je přijímá takové, jací jsou a nevidí jen jejich nedostatky.
Podle tradice Dona Boska tady totiž ve všech zařízeních platí zásada veřit v dobro v každém člověku, posilovat ho svou pozorností a nechat ho růst.

S touto myšlenkou nyní zakončuji článek o prvních měsících v České republice.
Možná vás ten podnět k zamyšlení také trochu povede.

Pokud máte nějaké otázky, milí čtenáři, můžete kdykoli využít funkci komentářů.
Těm z vás, kteří rozumí německy, bych ráda doporučila blogy ostatních dobrovolníků mého ročníku – píší z Indie, z Beninu, z Černé hory, z Mongolska, z Bolívie a z Argentiny. Podívejte se na to!

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Von Entchen und Mäuschen

  1. Marianka

    Díky!

  2. Jonas

    Sehr interessanter Beitrag, darauf gönn ich mir erstmal ne Zitronenküche #werchecktdercheckt

    • Miriam Reichart

      Ich checke, ich checke!
      Dann hoff ich doch, dass die Küche frisch aus dem Kuchen kommt. 😋

  3. Elisabeth

    Es ist schön zu lesen, dass du so viel Freude an deiner Arbeit hast. Den Kontakt mit anderen empfinde ich auch als die größte Bereicherung im Leben!

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