25.09.2023

Heute war in Santa Cruz ein besonderer Tag. Es war Feiertag und somit hatten die Jungs heute keine Schule. Ein verlängertes Wochenende sozusagen. Aber noch etwas war an diesem Tag anders als an den Tagen davor. Die Hogar war voller Menschen.

Don Bosco hat insgesamt 5 Einrichtungen in Santa Cruz, von denen wiederum drei Volontäre aufnehmen. Neben der Hogar, dem Mano Amiga und dem Techo gibt es noch das Barrio Juvenil und das Patio Don Bosco. Das Barrio und das Patio dienen einem ähnlichen Zweck wie die anderen drei Einrichtungen, grob erklärt, der Hilfe für Kinder.

Während heute also das Mano Amiga einen Ausflug machte, fanden sich alle anderen vier Einrichtungen heute im Piscina zusammen und genossen miteinander das Wasser. Anschließend gab es, wie gewöhnlich, einen kleinen Snack um 16:00 Uhr. Dieser Snack war jedoch anders als gewöhnlich. Die Qualität hatte sich um einiges verbessert und es gab anstellt des Saftes Cola zu trinken. Alles nur um die andere Hogare zu beeindrucken, so meine Vermutung. Diese aßen nämlich mit und verbrachten den restlichen Tag in der Hogar. Nach diesem Snack wurde gemeinsam Fußball und Basketball gespielt.

Ab und zu hört man in unserem Haus laute Schreie, wie bei einem Auftritt eines Popstars. Mir war es lange Zeit ein Rätsel woher diese Schreie kamen und wer sie von sich gibt. An diesem Tag wurden mir die Augen geöffnet. Die Schreie kamen von kleinen Mädchen und klangen von Nahem noch lauter und durchdringender als ich es sonst gehört hatte. Nach dieser kleine Betäubung meiner Ohren gingen alle, bzw. fuhren mit den Wägen der einzelnen Einrichtungen davon.

Somit kehrte wieder Ruhe ein und ich konnte mich wieder voll und ganz mit den Jungs beschäftigen. Und da geschah etwas, mit dem ich an diesem Tag nicht gerechnet hatte. Einer der Jungs zeigte mir etwas sehr privates von sich. Ein Armband mit den Farben Boliviens. Es war selbstgemacht und in einer Ecke seines Schrankes versteckt. Er zeigte es mir und wollte sogar meine Meinung dazu hören. Und ich fand und finde es immer noch wunderschön. Obwohl es so schlicht gehalten war, hatte es dennoch eine wunderbare Schönheit an sich. Es war perfekt. Alle Farben passten perfekt zueinander und auch die Anzahl an einzelnen Fäden passte ganz genau. Da die Jungs nicht viel haben, ist das wenige das sie haben von großem persönlichen Wert.

Hasta mañana

Maximilian