Eigentlich wollte ich viel früher diesen Beitrag hochladen, doch leider hat sich im letzten Monat bei mir sehr viel verändert, aber dazu mehr voraussichtlich im übernächsten Blog. Ich freue mich, dass ihr meine Zeitreise weiter lest und wir bald in der Gegenwart ankommen.

Zurück in Murunkan

Nachdem wir zurück aus Colombo kamen, war erstmal niemand in der Einrichtung. Die Grundschüler hatten noch eine Woche Ferien und die Jungs kamen erst drei Tage später, aber so ist es eben. Ich denke, die drei Tage habe ich auch gebraucht, um mich zu sortieren.

Die erste Messe von Father Jesu

Am 4.01.2026 fand die „First Mass“ von dem Father statt, der zuvor seine Ordination hatte. Die „First Mass“ fand in seinem Heimatort statt. Sein Ort ist 30 Minuten von Murunkan entfernt. Gegen 5 Uhr morgens ging es hier los und die Messe begann um 6 Uhr. Total übermüdet und verschlafen stand ich da alleine (Friederike war leider krank) zwischen tausenden Sri Lankern. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Menschen um 6 Uhr morgens auf einem Haufen gesehen. Von Babys und Kleinkindern über Omas und Opas war alles dabei. Hier wird nicht wie in Deutschland in Personen gezählt, sondern in Familien. Mir wurde gesagt, es waren über 500 Familien anwesend. In Sri Lanka sind die Familien gar nicht so groß. Die meisten Eltern bekommen rund ein bis drei Kinder.

An diesem Tag hat Father Jesu seine erste Messe alleine gehalten. Gegen 10 Uhr war die Messe vorbei und danach gab es erstmal Frühstück für die Fathers, die Schwestern und mich. Danach fuhren wir zurück und ich durfte wieder schlafen, bis auf einmal Sujanthan an meiner Tür klopfte und meinte, dass wir wieder zu dem Ort müssen. Also fuhren wir wieder dorthin und es gab Mittagessen. Danach fiel ich komplett übermüdet in mein Bett.

Schimmel

Naja, ein Bett hatte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht. Meine Matratze lag auf dem Boden, denn mein Bett habe ich Friederike überlassen, da es ihr nicht so gut ging und sie das Bett mehr gebraucht hat als ich.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum wir nicht beide ein Bett haben. Wie ihr im letzten Beitrag gelesen habt, hat der Zyklon im November die ganze Insel verwüstet. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze hat sich in unserem Gebäude viel Schimmel gebildet. Das einzige Zimmer, das einigermaßen vom Schimmel verschont geblieben war, war mein Zimmer, also zog Friederike erstmal bei mir ein. Ganz abgesehen davon sind mir ein paar Sachen weggeschimmelt, wie beispielsweise meine iPad-Hülle, mein Mäppchen und zahlreiche T- Shirts. Mittlerweile hat sich die Sache zum Glück wieder einigermaßen beruhigt und die Trockenzeit hat wieder angefangen. In den letzten zwei Monaten hatte ich auch wirklich keinen Schimmel mehr im Zimmer, bis ich vor ein paar Tagen einen schimmeligen Pullover gefunden habe. Da es in den letzten paar Wochen relativ viel geregnet hat, obwohl wir eigentlich Trockenzeit haben, da macht sich leider der Klimawandel bemerkbar.

Ein neues Schuljahr beginnt

In Sri Lanka fängt das neue Schuljahr nach dem Jahreswechsel an. Das bedeutet, die neuen Erstklässler wurden eingeschult. Es wurden 45 neue Schülerinnen und Schüler eingeschult. Schultüten gibt es hier im klassischen Sinne nicht. Von der Schule hat jedes Kind einen Luftballon und ein komplettes Schulset bekommen. Jedes Kind hat eine Pflanze mitgebracht, damit wurde ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Ich habe angefangen, einen Garten anzulegen. Es war deutlich mehr Arbeit, als ich dachte. Aber am Ende hat es sich gelohnt und alle Pflanzen wurden erfolgreich eingepflanzt. Gemeinsam mit den Jungs habe ich erstmal die Erde besorgt und dann hieß es ganz viel umgraben. Mittlerweile haben wir schöne Pflanzenbeete.

Pongal – das tamilische Erntedankfest

Am 15.01.26 fand das Fest „Pongal“ statt. Pongal ist ein tamilisches Erntedankfest. Es dankt der Sonne, der Natur und den Nutztieren für eine reiche Ernte. An diesem Fest wird ein zuckersüßer Reis gekocht. Man kann sich das vorstellen wie eine Art Milchreis mit ganz vielen Nüssen und ganz viel Zucker. Am 15.01. war ein offizieller Feiertag und da haben wir mit den Jungs das Fest gefeiert. Gemeinsam mit ihnen haben wir Pongal gekocht und später mit ihnen auf dem Boden von Bananenblättern gegessen. Am Nachmittag spielten wir mit ihnen eine Art Rugby.

Am nächsten Tag feierten wir das Fest mit der gesamten Schule. Ich habe mich schon gefragt, warum wir am Vortag nichts vorbereiteten. Die Kinder kamen gemeinsam mit ihren Eltern und bauten alle gemeinsam auf, für sie gehört der Aufbau zum Fest dazu. Es gab vier verschiedene Stationen und sie haben aus dem Fest eine Art Wettkampf gemacht. Und wer durfte sich einmal durchtesten? Natürlich Friederike und ich. Alles war super lecker und es war ein super schönes Fest.

Der Don-Bosco-Monat

Der Januar ist der sogenannte „Don Bosco Monat“. In diesem Monat haben die Hostel-Jungs ganz viele Sportturniere in jeglicher Form. Sie spielen gegeneinander Volleyball, Basketball, Cricket und vieles mehr. Es gibt drei Teams: Bosco, Rua und Savio. Die Namen kommen nicht irgendwoher, sondern waren Nachfolger von John Bosco.

Am Ende des Monats findet der Bosco-Tag statt. In der Woche vor dem Bosco-Tag fand jeden Tag in unserer Kapelle von 17 bis 19 Uhr eine Messe statt.

Für diesen Tag habe ich mit den Viertklässlern einen Tanz einstudiert. Mir wurde fünf Tage vorher Bescheid gesagt, dass ich einen Tanz auf die Beine stellen soll. Eigentlich sollten Friederike und ich diesen gemeinsam machen, doch leider wurde Friederike in dieser Woche krank und ich musste das irgendwie alleine hinbekommen. Am Ende hat alles wunderbar funktioniert und alle waren zufrieden mit dem Tanz.

Am 31.01.2026 war das Don-Bosco-Fest. An diesem Tag fand eine super große Messe in unserer „Main Hall“ statt. Am Sonntag, den 1.02.2026, kamen alle Schülerinnen und Schüler in die Schule und wir haben gemeinsam das Don-Bosco-Fest gefeiert. Gestartet haben wir den Tag mit einer Messe und danach gab es ganz viel Programm. Unter anderem haben die Viertklässler den Tanz aufgeführt.

Am nächsten Tag ging es mit dem Feiern weiter und die Erstklässler wurden ganz offiziell eingeschult. Hier passiert das scheinbar zwei Wochen, nachdem sie schon in der Schule waren. An diesem Tag habe ich schon gemerkt, dass es mir nicht ganz so gut geht und am nächsten Tag lag ich mit Fieber im Bett. Dann lag ich mal wieder für eine Woche krank im Bett.

Sports Meet

In dieser Woche passierte relativ viel, wie beispielsweise, dass unsere Hostel-Jungs einen Halbmarathon liefen. Mitbekommen habe ich es erst, als Friederike von dem Event zurück kam und mir davon berichtete. Der Halbmarathon wurde von ihrer Schule aus veranstaltet. Die Jungs liefen 21 Kilometer und die Mädchen 15 Kilometer. Als ich davon erfahren habe, war ich ziemlich neidisch und wäre am liebsten mitgelaufen.

In ganz Sri Lanka beginnt mit dem sogenannten „Marathon“ das monatliche „Sports Meet“. Alle Schulen im Land haben im kompletten Februar nur Sportunterricht und bereiten sich auf das eigentliche Event vor. Nachdem ich wieder gesund war, habe ich mich sehr darüber gefreut und sehr viel mitgeholfen. Ich habe den Kindern unter anderem Hochsprung, Weitsprung und Sprint beigebracht. Auch ich habe die ein oder andere Challenge gegen die Hostel-Jungs gemacht.

Insgesamt wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen eingeteilt: Bosco, Savio und Rua. Im gesamten Monat sind diese Gruppen gegeneinander in verschiedenen Disziplinen angetreten und die Gruppe, die am Ende des Monats am Tag des eigentlichen „Sports Meet“ die meisten Punkte gesammelt hat, hat gewonnen. Jeden Tag standen wir auf dem dazugehörigen Sportplatz und haben fleißig trainiert. Alle haben mitgeholfen: Lehrer, Schüler und Eltern.

Am 27.02.2026 war es soweit, der Tag des eigentlichen „Sports Meet“. Es hat sich so ein bisschen angefühlt, als wäre ich bei den Mini-Olympischen Spielen. Seit ich klein bin, war es mein Traum, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr, aber irgendwie war es schön, bei so einer Mini-Version dabei zu sein. Sogar das Olympische Feuer wurde nachgemacht. Und zeitlich hat es auch irgendwie gepasst, da in dieser Zeit die Winterolympiade in Mailand stattfand. Als ich erwähnt habe, dass momentan die Winterolympiade stattfindet, habe ich nur in fragende Gesichter geschaut. Niemand wusste davon, woher auch? Wintersport interessiert hier niemanden.

Begonnen hat das „Sports Meet“ mit einem Tanz, den die Schülerinnen und Schüler ganz viel zuvor geübt haben. Danach wurde das „Olympische Feuer“ angezündet und über den gesamten Platz transportiert. Nach der Eröffnung des „Sports Meet“ fanden ein paar Wettkämpfe statt, unter anderem im Sprint, Weitsprung und in Sportspielen. Ich war Kampfrichterin und manchmal war ich aufgeregter als die Schülerinnen und Schüler. Auf einmal ging es nicht mehr um meine eigene sportliche Leistung, sondern um die einer gesamten Schule. Irgendwie war das ein ganz tolles Gefühl für mich, nicht mehr für mich selbst Leistungsdruck zu verspüren, sondern für jemand anderes. Am Ende des Tages sind auch die Eltern und Lehrer im Sprint gegeneinander angetreten. Gegen 19 Uhr fand die Siegerehrung statt. Ich war schon bei vielen sportlichen Veranstaltungen, aber so eine große Siegerehrung habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Jeder wurde gefeiert, egal welche Leistung erbracht wurde und darum geht es doch eigentlich im Sport, dass jeder Spaß an der Bewegung hat.

Auf nach Indien

Am nächsten Tag ging es für Friederike und mich relativ früh nach Negombo, um von dort aus zum Zwischenseminar nach Indien zu fliegen.

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen einen weiteren Blog hochladen werde. Dort werde ich von dem Zwischenseminar in Indien und dem Besuch meiner Eltern berichten.

Danke, dass ihr mich auf meiner Reise begleitet und ich freue mich, wenn ihr ein Teil davon bleibt.

Johanna 😊