Jacob in Indien https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/ Ein Jahr im Don Bosco Anbu Illam in Coimbatore Fri, 20 Dec 2019 15:36:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Was ist der Sinn, ganz generell? https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/12/20/was-ist-der-sinn-ganz-generell/ https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/12/20/was-ist-der-sinn-ganz-generell/#respond Fri, 20 Dec 2019 07:58:59 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/?p=61 In den letzten drei Monaten haben wir so viele Inder getroffen, die sich riesig gefreut haben, weiße Leute zu sehen. Die unbedingt Fotos mit Bene und mir machen wollten. Einmal habe ich für einen Schnappschuss sogar ein kleines Kind in die Hand gedrückt gekriegt. Aber nie hat sich jemand über unsere Anwesenheit beschwert. Wir wurden […]

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In den letzten drei Monaten haben wir so viele Inder getroffen, die sich riesig gefreut haben, weiße Leute zu sehen. Die unbedingt Fotos mit Bene und mir machen wollten. Einmal habe ich für einen Schnappschuss sogar ein kleines Kind in die Hand gedrückt gekriegt. Aber nie hat sich jemand über unsere Anwesenheit beschwert. Wir wurden nie aufgrund unseres Aussehens oder unserer (offensichtlich nicht indischen) Herkunft benachteiligt. Und dennoch haben wir mysteriöse Widersacher in diesem Land. Irgendwo hinter irgendwelchen Schreibtischen irgendwelcher Behörden sitzen irgendwelche Beamten, die in ihrer teuflischen Willkür uns harmlosen deutschen Volontären nicht die Genugtuung geben wollen, endlich mal offiziell in Indien angekommen zu sein. Oder so ähnlich.

selfie

Das Visum

muss, um seine volle Wirkung zu entfalten, in den ersten zwei Wochen nach Einreise registriert werden. Schon das indische Visum zu beantragen war dank endloser Mausklickerei im Internet, einem sehr hohen Preis und einer unvermeidbaren Reise nach München ein echtes Erlebnis. Immerhin wurde diese Tortur mit einem hübschen Zettel im Reisepass belohnt. Am Flughafen in Tiruchirapalli kam dann noch ein Stempel daneben und ich dachte, damit wären alle Formalitäten erledigt. Tja, Denken ist eben Glücksache.
Am zweiten Tag in Coimbatore müssen wir dann schon wieder online ein Formular ausfüllen. Schon wieder ewige Mausklickerei auf der selben eigenwilligen Internetseite, die ich schon aus Deutschland kenne. Sie hat die unangenehme Gewohnheit, ihre Besucher nach Lust und Laune rauszuschmeißen und dazu zu zwingen von vorne anzufangen. Ständig lässt sie ihr nichtsahnendes Opfer die selben Sachen eingeben. Die gleichen Adressen und p. Wieder und wieder. Doch das schlimmste: man wird ständig nach der Nationalität gefragt und muss jedes Mal scrollen, bis man Germany findet. Da ich das so enorm penetrant finde, habe ich mitgezählt: zehn Mal, um das Visum zu beantragen und sechs Mal um es zu registrieren. Vorausgesetzt man schafft es im ersten Anlauf, was sehr unrealistisch ist.

Haben Sie bitte einen Moment Geduld

Mit diesem und noch einigen weiteren Formularen im Gepäck geht es dann zum Police Office um die Registrierung abzuschließen. Dort erfahren wir allerdings nur, dass wir woanders hinmüssen. Woanders stellt sich als kleines Zimmerchen an einer Seitenstraße irgendwo in der Stadt heraus. Woanders macht nicht auch nur im geringsten einen offiziellen Eindruck. Woanders sieht eher nach zwielichtigem Reisebüro, als nach Behörde aus. Hier sitzen wir jedenfalls knappe zwei Stunden herum, während die enthusiastische Frau auf der anderen Seite ihres Schreibtischs in ihrem Computer herumtippt. Am Ende müssen wir dann beide einen Zettel unterschreiben und sind glücklich, diesen offiziellen Behördenkrimskrams endlich beendet zu haben.
Denken wir zumindest.
Doch Denken ist ja bekanntlicherweise Glücksache.

So weit, so verwirrend

Natürlich wird es noch deutlich komplizierter. Genau einen Monat später (mitte Oktober) schlagen unsere mysteriösen Widersacher erst richtig zu: Eine Anbu Illam Mitarbeiterin erzählt mir, dass irgendetwas mit unserer Registrierung nicht geklappt hat. Was genau das Problem sei wisse niemand so genau. Jedenfalls müssten Bene und ich bald nach Chennai fahren, um dort unsere Formalitäten zu regeln.
Chennai ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu und gleichzeitig eins der größten Ballungszentren Indiens.
Nach einigen Telefonaten mit anderen Salesianern, die auch Volontäre beheimaten, kommen unsere Fathers zu dem Entschluss, dass es auch ohne Chennaireise klappen muss. Schließlich sind wir die einzigen Volos, die persönlich nach Chennai beordert wurden.

Unterschriften hier, Stempel da…

In den folgenden Wochen werden hin und wieder verschiedene Dokumente verlangt, wir fragen alle paar Tage die Fathers, ob sie etwas neues wüssten, worauf sie uns meistens versichern, dass sie ebenso wenig Ahnung davon haben, was das alles eigentlich soll.

Eines unglücklichen Mittwochvormittags (zwanzigster November) jedoch passiert dann etwas. Aufmerksamen Bloglesern fällt an dieser Stelle natürlich sofort auf, dass Bene und ich Mittwochs normalerweise an der Don Bosco School of Excellence Deutschunterricht geben. Während der Vormittagsteepause sagt uns der Schuldirektor, wir müssten dringend im Anbu Illam anrufen. Irgendwas wegen Registrierung sei der Grund. Am Telefon erzählt mir ein Brother, dass wir auf schnellstem Weg zurück nach Ukkadam müssen, dort wird uns Cyril, ein Mitarbeiter, am Bus Stand abholen. Eine Stunde später sitzen wir in einer Riksha und fahren zum Collectors Office. Von dort aus laufen wir noch ein paar Schritte zu einem winzigen Büro.

Dieses Zimmerchen beinhaltet einen Schreibtisch mit Computer, fünf Stühle und unzählige Bücher. Diese Wälzer tragen alle solch lyrisch anmutende Titel wie: „Weekly Crime Report (civil) 1/2011“ oder „Weekly Crime Report (criminal) 5/2013“. Unser Registrierungsproblem ist also scheinbar so kompliziert, dass man einen Anwalt braucht um es zu lösen. Drei Unterschriften später werden wir dann zwei Stockwerke nach oben in ein Zimmer gebracht, dessen größter Unterschied darin besteht, dass die weekly crime reports deutlich älter sind und dass der Wandkalender hinduistisch statt christlich ist. Auch hier werden wir noch eine Unterschrift los und der Notar, dem dieses Büro gehört, stempelt munter auf unseren Unterlagen vor sich hin.
Diese Papiere werden dann per Post an die Behörde in Chennai geschickt.

Again and again and again

Dass wir dafür den Unterricht sausen lassen mussten, passt uns beiden überhaupt nicht. Aber wie es der Zufall so will müssen wir das eine Woche später schon wieder. Diesmal werde ich sogar während einer Unterrichtsstunde zum Rektor beordert. Mein Instinkt sagt mir sofort, dass das nichts Gutes heißen kann.

Ungefähr zwei Stunden und einen Besuch beim Photoshop später sitzen wir wieder in dem kleinen Anwaltskämmerchen um nochmal drei Unterschriften auf zwei Papieren zu hinterlassen. Außerdem werden unsere frisch gemachten Passfotos draufgeklebt und wir beide lassen unser Alter verbessern. Sowohl bei Bene als auch bei mir steht nämlich „aged about 19 years“ auf dem Dokument. Es ist zwar nicht falsch, dass wir beide so ungefähr neunzehn sind, aber genau genommen ist Bene zwanzig und ich achtzehn. Der einzige Unterschied zwischen den Papieren von letzter und denen von dieser Woche ist, dass auf ersteren ein Zwanzigrupienschein und auf letzteren ein Hundertrupienschein abgedruckt ist.

dafür sind gleich zwei Mal ungefähr neunzig Schüler um ihren Deutschunterricht gekommen.

Auch dem Notar statten wir dieses Mal wieder einen Besuch ab und überlassen die Papiere seinen Stempeln.

Geschafft? Nö!

An alle die diese zugegebenermaßen nicht gerade Actionreiche Story bis hier verfolgt haben und nicht, wie ich in manchen Büros beim Warten, schon längst darüber eingeschlafen sind: Der Bürokratieschwachsinn hat damit leider immer noch kein Ende gefunden.

Allerdings kommt es jetzt zu einem Ortswechsel. Denn, wie schon vor fast zwei Monaten angedroht, lässst sich unser mysteriöser Widersacher nicht davon abbringen, uns persönlich nach Chennai zu beordern.

Eisenbahnverkehr

Am Dienstag, den 10. Dezember, steigen wir also um ein Uhr morgens in unseren zwei Stunden verspäteten Zug nach Chennai. Neun Stunden später, nahezu ohne Schlaf und mit zweieinhalb Stunden Verspätung stehen wir dort vor dem Hauptbahnhof und warten auf unser Taxi. Dieses bringt uns zum Bureau of Immigration, wo Bene und ich eine Weile warten, während Cyril, der sich netter Weise um unsere Behördenangelegenheiten kümmert, mit dem Mann hinterm Schreibtisch redet. Irgendwann verlassen wir das Büro um endlich mal etwas zwischen die Zähne zu kriegen. Bei unserem kombinierten Frühstück und Mittagessen erklärt unser Begleiter uns, dass wir auf einigen unserer Formulare noch hier und da etwas ändern müssen. Er schreibt von Hand schonmal einen neuen Entwurf, den er später in der Einreisebehörde noch absegnen lässt.

Der Hauptfehler unserer bisherigen Registrierungsversuche war übrigens, dass wir nicht ausdrücklich erwähnt hatten, keine Missionarsarbeit zu tätigen. Die hindunationale Regierung ist generell nicht sonderlich erpicht auf eine multireligiöse Gesellschaft. Aktuell finden sogar landesweit Proteste gegen ein neus Gesetz, welches Muslime diskriminiert, statt. Wen das genauer interessiert, der findet einiges dazu in diesem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch in der größten indischen Tageszeitung „The Hindu„, die trotz ihres religiösen Namens vollkommen unvoreingenommen darüber berichtet, findet ihr einiges zum „Citizenship Amendment Act“.

Big City Life

Bis unser Nachtzug zurück nach Coimbatore fährt, haben wir allerdings noch einige Stunden Zeit. Wir beschließen spontan, Clara und Jakob zu besuchen. Die beiden sind Volontäre aus dem Norden Deutschlands, die wir bisher allerdings kaum kennen, da wir sie nur auf einem der drei Vorbereitungsseminare kurz getroffen haben. Als wir in ihrem Anbu Illam in Chennai ankommen sind die beiden sichtlich verwirrt, aber nach einer kurzen Erklärung wer wir sind und was wir hier machen liefern dann recht schnell irgendwelche Gehirnzellen aus den Untiefen des Denkapperats die Erinnerung an unsere Gesichter und die Namensvetterschaft zwischen Jakob und mir. Auch Benes Glanzleistungen im Ukulelespielen bringen die Synapsen relativ bald wieder ans Licht. Zu den Blogs der Beiden geht es hier: Clara und Jakob.

Nachdem wir also eine Weile mit den zwei anderen Volos gequatscht haben fahren wir noch per Auto (Riksha) zum Strand, waten ein bisschen durchs warme Meerwasser, um uns dann auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Dort hauen wir uns noch den Magen voll, bevor es, wieder über Nacht, zurück nach Hause geht. Diesmal hat sogar jeder von uns sein eigenes Bett im Zug und ich schlafe bis zur Ankunft am Mittwochmorgen in Coimbatore durch. Das ist aber auch bitter nötig, da wir uns direkt auf den Weg zum Deutschunterrichten machen.

Auf dem Dach des Anbu Illam in Chennai
Nachts am nahezu menschenleeren Strand
Chennai Hauptbahnhof
gute Nacht

Geschafft

Eine Woche später fährt Cyril schon wieder nach Chennai (diesmal ohne uns) um die überarbeiteten Papiere abzugeben. Diese sind soweit okay, allerdings müssen wir noch einen haufen Geld zahlen um den ganzen Prozess abzuschließen.

Am neunzehnten Dezember dann, neunundneunzig Tage nach unserer Ankunft in Indien, sind wir hier endlich auch registriert.

Wieso? Weshalb? Warum?

Wer nicht fragt bleibt dumm. In diesem Fall hilft leider auch Fragen nicht viel. Die Fathers und Cyril können nur spekulieren, was der Grund für den ganzen Aufwand sein könnte. Fest steht auf jeden Fall, dass die ganze Prozedur vor wenigen Jahren noch deutlich unkomplizierter war. Die ersten deutschen Volontäre mussten sich sogar überhaupt nicht registrieren, das Visum reichte völlig aus. Doch scheinbar sei die aktuelle Regierung nicht sonderlich Nicht-Hindu-freundlich. Oder hat sie nur Angst, dass ihr Steuergeld durch die Lappen gehen könnte, falls wir Geld vedienen würden? Außerdem würde wohl die regionalpolitische Situation in Coimbatore den ganzen Kladderadatsch noch unangenehmer machen. Ein Father erwähnte diesbezüglich einmal etwas von wegen „anti-christ party“. Ein weiterer Grund ist, dass scheinbar während unseren Registrierungsversuchen das Verfahren hierfür geändert wurde. Ein Brother erzählte uns auch, dass unser erster Antrag einfach abgelehnt wurde und der zweite so kompliziert und teuer wurde, da er nicht innerhalb der ersten vierzehn Tage nach Ankunft erfolgte.

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Exzellent improvisiert https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/11/07/exzellent-improvisiert/ https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/11/07/exzellent-improvisiert/#comments Thu, 07 Nov 2019 17:59:04 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/?p=43 Da stehen wir jetzt in einem Klassenzimmer vor dreißig Inderkindern, die im Chor „eins, swei, drei, vier, funf, …“ gröhlen. Überraschung? Jein! Schon vor Ewigkeiten – also irgendwann im September – wurde Bene und mir gesagt, dass wir schon bald Deutschunterricht geben sollten. Father Jo fuhr mit uns nach Vellakinar (Stadtteil am Nordrand von Coimbatore; […]

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Da stehen wir jetzt in einem Klassenzimmer vor dreißig Inderkindern, die im Chor „eins, swei, drei, vier, funf, …“ gröhlen. Überraschung? Jein!

Schon vor Ewigkeiten – also irgendwann im September – wurde Bene und mir gesagt, dass wir schon bald Deutschunterricht geben sollten. Father Jo fuhr mit uns nach Vellakinar (Stadtteil am Nordrand von Coimbatore; unser Projekt ist in Ukkadam, was sehr zentral liegt), wo auch eine Salesianergemeinschaft lebt, außerdem eine Aussenstelle des Anbu Illams und vor allem die „Don Bosco School of Excellence“ ist. Schon allein der Name macht ordentlich Eindruck und das Schulgebäude und -gelände steht dem in nichts nach: Ein ziemlich gewaltiger Gebäudekomplex der von bewässertem Rasen, Spielplatz und großem Sportplatz umgeben ist. Der Neubau wurde erst vor vier Jahren errichtet und könnte auf den ersten Blick auch als Hotel durchgehen. Dank von Säulen gesäumtem Eingangsbereich und auf Hochglanz polierten Fliesen am Boden wirkt es hier eher steril als indisch. Im Altbau kommt weniger Sternehotelfeeling auf, aber der landesweite Schulgebäudeinnenraumqualitätsdurchschnitt wird bestimmt übertroffen.

An diesem Tag im September lernten wir den Rector und den Principal der Schule kennen. Letzterer, Father Albert, erzählte uns, dass wir Anfang Oktober zu unterrichten beginnen sollten. Wir wären immer Mittwochs eingeplant.

gesagt, nicht getan

Am Dienstagabend der zweiten Oktoberwoche (davor waren Ferien) fragte ich dann mal nach, ob wir denn morgen kommen sollten. Die Antwort war nur ein ernüchterndes: Wartet ab, ich muss noch planen, ich sag euch dann bescheid. Bis das dann passierte, verging allerdings deutlich mehr Zeit, als ich erwartet hätte.

naja, also verspätet getan

Dienstag, fünfter November, wir sitzen beim Abendessen, als uns Father Selva (Rector im Anbu Illam) erzählt, dass wir morgen in der Don Bosco School erwartet werden. Später am Abend lässt uns noch Father Jo (der immer alles für uns organisiert) zu sich rufen und teilt uns einen ehemaligen Anbu Illam Boy zu, der uns am nächsten Morgen zeigen wird wie wir mit dem Bus nach Vellakinar kommen.

Partybus am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Die Anreise zur Schule nimmt zwar insgesamt eineinhalb Stunden in Anspruch, entschädigt dies jedoch mit allerhand Erlebnisreichtum. Nach zwanzig Minuten Fußmarsch zum Ukkadam Bus Stand steigen wir in unseren ersten Bus, aus dem tamilische Partymusik in voller Lautstärke dröhnt. Für zehn Rupien inklusive Beschallung gehts hiermit bis zum Gandhipuram Bus Stand.

Bus Stands gibt es hier übrigens Haufenweise: Das sind recht Große Busbahnhöfe mit enormem Verkehrsaufkommen, die immer von allerlei Straßenständen gesäumt sind. Außerdem sind sie Anziehungspunkte für Bettler, die durch die stehenden Busse ziehen, um sich etwas Geld für ihr täglich Reis zusammen zu kratzen.

Weiter geht die Reise mit der Linie 111A mit weniger Musik, dafür aber mehr Menschen. Hier zahle ich fünfundzwanzig Rupien (10 Rs.+ 25 Rs. = 35 Rs. = 0,45 Euro) an den Schaffner, den man in jedem indischen Bus antrifft. Zum Businventar gehört außerdem immer ein Bild mit hinduistischen Göttern (Ich glaube es sind immer die gleichen) und Sitzreihen in die ich meine Knie nur selten hineinzwängen kann. Bene kann das übrigens aufgrund seiner Größe nie. Auch erwähnenswert sind die Türen, die immer geöffnet und meistens sogar in diesem Zustand festgeschraubt sind.

Innenansicht eines Busses. vorne rechts ist das Götterbild, umrahmt von blinkenden LEDs.

von Schüler zu Lehrer in nur vier Monaten

Nach dem Frühstück wird uns unser Stundenplan vorgestellt und dann müssen wir nur noch die letzten zehn Minuten bis zum Unterrichtsbeginn absitzen. Das Sofa im Büro des Principals ist zwar außerordentlich gemütlich, dennoch beschleicht uns leichtes Unbehagen. In wenigen Minuten schon sollen wir vollkommen unvorbereitet eine Gruppe Fünftklässler unterrichten. Wir haben beide keinerlei Erfahrung als Lehrer. Außerdem wissen wir ja überhaupt nicht, was uns im Klassenzimmer erwarten wird. Immerhin wird uns den Tag über eine Französischlehrerin begleiten, dank der wir hoffentlich nie komplett aufgeschmissen sein werden.

Im Klassenzimmer erwartet uns dann eine außerordentlich unchaotische, ja sogar sehr disziplinierte Truppe von dreißig Schülern. „Be quiet, please“ wird in der Regel sofort umgesetzt und bei Wortmeldungen wird aufgestanden. Das finde ich am Anfang zwar fast so verwirrend, wie mit „Jacob, Sir“ angesprochen zu werden, aber es ist aus Lehrerperstpektive eigentlich sogar sehr angenehm.

Da die Fünft- und Viertklässler letztes Jahr schon von unseren Vorgängervolontären unterrichtet wurden, kennen einzelne Schüler sogar noch einige Worte und der Alphabets-Singsang läuft wie am Schnürchen. Des weiteren nehmen wir die Zahlen von eins bis zehn durch und benennen einige Objekte im Klassenzimmer, wie zum Beispiel „Tafel, Stift, Heft, …“.

Nach der fünfzehnminütigen Teepause geht es mit Klasse Vier weiter. Allerdings nicht im Klassenzimmer, sondern aus Platzgründen in der „audio visual hall“. Wir unterrichten hier nämlich Klasse a und b zusammen. Doch vierzig Inderkindern auf einem Haufen Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu vermitteln ist weniger anstrengend als erwartet. Was natürlich nicht heißt, dass es den Chillfaktor eines Fernsehabends auf der Couch hat. Vor allem, als wir in der letzten halben Stunde mit Bällen spielerisch Alphabet und Zahlen wiederholen, lässt es sich eher mit Zirkusmanege als mit Sofakissenplattsitzen beschreiben.

Dennoch, oder gerade deshalb, gehen wir mit einem dicken Grinsen zum Mittagessen.

Am Nachmittag trudeln fünfzig Drittklässler in unserer Unterrichtshalle ein und lernen Zahlen und Alphabet von uns. Auch sie kommen in den Genuss unserer spielerischen Lehrmethoden. Sprich: auch sie dürfen Bälle hin und her werfen. Ob ihre Deutschkenntnisse dabei großartig gefördert werden, dessen bin ich mir nicht ganz sicher. Aber Spaß hat es gemacht!

„Benedikt, Sir“ am Unterrichten. In der Halle sitzen die Schüler auf dem Boden.
unser Stundenplan

empowering young minds

So lautet das Motto der Don Bosco Schule. Es werden zusätzlich zum Unterricht (der wohl auf internationalen Standarts basiert) Freitagnachmittags verschiedenste Clubs angeboten. Auch auf Spiel und Sport wird im Sinne Don Boscos viel wert gelegt – das ist an anderen Schulen nicht immer so.

Auch interessant ist, dass hier jeder Schüler einem von vier Häusern zugeteilt ist. Diese heißen zwar leider nicht Gryffindor oder Slytherin, sondern Bosco, Savio, Rua und Rinaldi. Dafür muss aber zum Glück auch niemand Lord Voldemort bekämpfen. Die verschiedenen Häuser dienen – ähnlich wie bei Harry Potter – dem „gesunden Wettkampf“ untereinander. Ich bin zwar nicht mit dem genauen Bewertungssystem vertraut, jedoch können die Schüler wohl während der Schulzeit Punkte holen oder verlieren.

see you next wednesday

Nachdem wir all unseren Unterricht abgehalten haben, machen wir uns auf den Heimweg. Dank der gewonnenen Eindrücke werden wir beim nächsten Mal mit Sicherheit besser vorbereitet erscheinen. Außerdem wissen wir ja jetzt rechtzeitig über unseren Unterrichtsauftrag bescheid.

Wenn du noch mehr Eindrücke über Benes und meinen Aufenthalt im Don Bosco Anbu Illam in Coimbatore sammeln willst, dann schau doch mal auf Benes Blog vorbei. Hier findest du unter anderem einen höchst informativen und amüsanten Blog über unseren Alltag.

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Marathon – oder so ähnlich https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/10/07/marathon/ https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/10/07/marathon/#respond Mon, 07 Oct 2019 13:53:20 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/?p=26 Wer in Deutschland seinen Flimmerkasten anschmeißt um Profisportlern beim Ausüben ihres Berufes zuzuschauen, der sieht auf den Bestenlisten nur äußerst selten die indische Flagge. Außer vielleicht, wenn man Cricket- oder Carromweltmeisterschaften schaut. Gibt es das im deutschen Fernsehen überhaupt? Ich weiß es nicht. Jedoch heißt das noch lange nicht, das Inder überwiegend faul oder unsportlich […]

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Wer in Deutschland seinen Flimmerkasten anschmeißt um Profisportlern beim Ausüben ihres Berufes zuzuschauen, der sieht auf den Bestenlisten nur äußerst selten die indische Flagge. Außer vielleicht, wenn man Cricket- oder Carromweltmeisterschaften schaut. Gibt es das im deutschen Fernsehen überhaupt? Ich weiß es nicht. Jedoch heißt das noch lange nicht, das Inder überwiegend faul oder unsportlich sind. Schon in den ersten Tagen habe ich festgestellt, dass die Jungs in unserem Projekt enorm sportbegeistert sind. Auch in der Stadt gibt es öffentliche Sportplätze, auf denen immer Betrieb war, wenn ich vorbeigekommen bin. Außerdem veranstaltet die Coimbatore Cancer Foundation jährlich einen Marathon.

Und wir waren dabei

Es standen drei verschiedene Streckenlängen zur Auswahl: Die Halbmarathondistanz (laut Wikipedia 21,0975 km), zehn Kilometer und fünf Kilometer (die Veranstaltung als Marathon zu bezeichnen halte ich deshalb ja für etwas hochgegriffen, aber was solls). Einer der Jungs ist beim Halbmarathon an den Start gegangen. Neun weitere Jungs, ein Mitarbeiter und wir zwei Volontäre wurden für die 10 km gemeldet.

Doch bis zum Vorabend des Wettkampfes wussten Bene und ich gar nicht wirklich darüber bescheid, ob wir jetzt einen Startplatz haben oder nicht, geschweige denn welche Distanz wir laufen würden. Uns wurde zwar schon zwei Wochen vorher von einigen Jungs erzählt, dass dieser Lauf stattfinden würde, woraufhin wir einen der Brothers baten, uns auch anzumelden. Außerdem fand ich dank der Lokalzeitung heraus, dass der Coimbatore Marathon am Sonntag den 6.10. stattfinden würde. Auch die Startzeiten konnte ich über diesen Weg in Erfahrung bringen: 5:00 Uhr für den Halbmarathon, 6:15 Uhr Start des zehn Kilometer Laufes und für die Starter über fünf Kilometer würde es um 7:00 Uhr losgehen. Irgendwie konnte uns das nämlich keiner so genau sagen.

Jetzt wusste ich zwar wann (oder zumindest welche Zeiten möglich wären), aber immer noch nicht ob ich starten würde. Am Samstag Vormittag erklärte uns Brother Herman dann, dass nur Bene teilnehmen würde und zwar über fünf Kilometer. Für mich sei kein Starterpaket angekommen. Das versetzte meiner Stimmung erstmal einen kleinen Dämpfer, aber der sollte nicht lange halten: Am Abend, als wir schon schlafen wollten, klopften zwei Jungs an unsere Zimmertür und brachten uns beiden einen Beutel mit T-Shirt und Startnummer. Und diese Startnummern waren für den 10 km Lauf. Was wir am Vormittag erfahren hatten musste also irgendwie ein Missverständnis gewesen sein. Ob dieses Missverständnis auf unserer oder Brother Hermans Seite lag weiß ich nicht.

Renntag

Um 5:15 Uhr klingelt unser Wecker, wir streifen uns schnell unsere hübschen roten und leider zu engen T-Shirts über, schlüpfen in Shorts, Socken und Schuhe (diese drei Sachen haben wir in Indien eigentlich recht selten an) und gehen nach draußen, wo die Jungs schon warten. Um 5:30 Uhr sollten wir mit dem Auto zum Start gefahren werden. Allerdings sind wir so viele Leute, dass es nichtmal stapelnd möglich ist, uns alle in das Auto zu zwängen. Also fährt die erste Fuhre los und wir bleiben zu fünft zurück, um bald auch abgeholt zu werden. Denken wir.

6:00 Uhr: Noch 15 Minuten bis zum Start. Leichtes Unbehagen, da das Auto immer noch nicht in Sicht ist. Zweifel kommen auf, ob wir überhaupt noch zum Marathon kommen werden. Oder sind wir jetzt unnötigerweise so früh aufgestanden?

6:07 Uhr: Unsere Mitfahrgelegenheit kommt angerast.

6:09 Uhr: Starkes Unbehagen, da der Fahrstil unseres Cheuffeurs nicht im geringsten an den Zustand der indischen Straßen angepasst ist. Glücklicherweise sind wir zu viert auf der Rückbank relativ stabil eingequetscht.

6:15 Uhr: Null Minuten bis zum Start. Wir parken, springen aus dem Auto und rennen ein paar Minuten lang durch die Stadt.

6:21 Uhr: Wir sind an der Startlinie angekommen – sechs Minuten zu spät – und laufen zusammen mit der letzten Startgruppe los. Dass diese sechs Minuten später als die erste Startgruppe startet lässt mich grob erahnen, wie viele Leute hier teilnehmen.

Jetzt geht es los

Da diejenigen Läufer, die so weit hinten starten, sich hauptsächlich gehend fortbewegen, wird der ganze Lauf für uns zu einem einzigen Überholmanöver. Das ist für ain paar Minuten recht amüsant, auf Dauer jedoch eher unangenehm. Ich kann lange Zeit kein gleichmäßiges Tempo halten, da ich ständig Richtungswechsel einschlagen, abbremsen und wieder beschleunigen und zwischen Teilnehmern hindurch schlüpfen muss. Nach einer Viertelstunde hat sich das Feld dann immerhin so weit auseinandergezogen, dass genug Platz ist, auf einer Seite in gleichmäßigem Tempo an den Menschenmassen vorbeizuziehen. Allerdings meldet sich jetzt mein Bauch, dass er es gar nicht so super findet, vollkommen leer zu laufen (ich hatte ja heute noch nichts zu essen). Zum Glück beschert er mir aber keine unangenehmeren Vorkommnisse, als diesen leisen Protest. Das darf ich also vorerst ignorieren.

Nach zehn Kilometern, zwei Getränken, drei Musikkapellen, einigen Motivationsspruchbannern vom Hauptsponsor und geschätzten fünfzig Minuten (ich weiß keine genaue Zeit, aber es war bestimmt keine neue Bestleistung für mich) erreiche ich ziemlich durchgeschwitzt die Ziellinie. Dort warten schon zwei Anbu Illam Jungs, die andern habe ich hinter mir lassen können – was meinem Ego natürlich sehr entgegen kommt. Wenige Minuten später liefert sich Bene noch einen Zielsprint mit einem unserer Jungs. Bene gewinnt, was sein Kontrahent später noch einige Male zu hören bekommt ;).

Finisher-Selfie

Im Ziel

Im Zielbereich wird jedem Finisher erst mal eine Medaille umgehängt. Außerdem gibt es reichlich Wasser-, Kaffe-, Tee- und Essensausgabestellen. Die ganze Versorgung ist im Starterpaket enthalten, allerdings erlaubt mir mein Verdauungstrakt noch nicht, mir mein wohlverdientes Frühstück zu holen. Natürlich sind hier auch haufenweise Menschen und für viele von ihnen scheint es etwas ganz Besonderes und besonders Notwendiges zu sein, ein Bild von sich selber mit einem – oder am besten zwei – weißen Tyen auf der Speicherkarte ihres Smartphones zu haben.

Ich glaube, es kann ganz schön anstrengend und nervtötend sein, wenn man Prominent ist. Aber für die eineinhalb Stunden, die wir im Zielbereich verbracht haben, war es ziemlich witzig, ständig nach Selfies gefragt zu werden und diesen Gefallen haben wir natürlich auch niemandem vorenthalten.

Als dann alle Jungs gegessen haben, sich versammeln und ein Gruppenbild machen konnten, treten wir endlich den Rückweg an. Eigentlich hätten wir wieder mit dem Auto nach Hause gefahren werden sollen, allerdings sind Auto und Fahrer schon irgendwo anders unterwegs. Unpraktischer Weise mitsamt meinem Handy und Benes Kamera. Also gehen wir zu Fuß zurück und ich werde einen halben Tag zu Smartphoneentzug gezwungen.

Ende

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Zuhause, weit weg von Zuhause https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/09/21/zuhause-weit-weg-von-zuhause/ https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/09/21/zuhause-weit-weg-von-zuhause/#respond Sat, 21 Sep 2019 05:01:41 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/?p=11 An(ge)kommen Heute vor einer Woche um halb zwölf in der Nacht sind Bene und ich hier in Coimbatore angekommen. Doch schon bevor wir in unserem neuen Zuhause eingetroffen sind haben wir einiges erlebt: Am 10. September um 10:55 startete unser erster Flug von Frankfurt nach Doha. Unsere Reisegruppe – bestehend aus acht Volontären, die alle […]

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An(ge)kommen

Heute vor einer Woche um halb zwölf in der Nacht sind Bene und ich hier in Coimbatore angekommen. Doch schon bevor wir in unserem neuen Zuhause eingetroffen sind haben wir einiges erlebt: Am 10. September um 10:55 startete unser erster Flug von Frankfurt nach Doha. Unsere Reisegruppe – bestehend aus acht Volontären, die alle im Bundesstaat Tamil Nadu tätig sind – war 19 Stunden lang und mit drei verschiedenen Flugzeugen unterwegs, bis wir in Tiruchirapalli landeten. Dort wurden wir von drei salesianischen Fathers rosig in Empfang genommen (jeder von uns bekam eine Rose) und erhielten direkt die traurige Nachricht, dass an diesem Morgen, wenige Stunden vor unserem Eintreffen der Provincial gestorben ist. Durch den Verlust des Provinzoberhauptes fand das geplante zweitägige Schlaf- und Sightseeingprogramm nicht statt und wir acht Volos wurden am nächsten Tag, nach der Beerdigung, in unsere jeweiligen Projekte gebracht. Am nächsten Morgen wurden Bene und ich dann von allen Jungs herzlich Willkommen geheißen.

Empfangskomitee in Coimbatore (auf dem Bild sind längst nicht alle Jungs zu sehen)

Alltag

Nachdem wir die ersten Tage unseres Aufenthalts nach Lust und Laune verbrachten und einige organisatorische Dinge erledigten (indische Sim-Karte aktivieren, Visum registrieren) haben wir mittlerweile einen geregelten Tagesablauf. Dieser sieht vor, dass wir bei den „study-times“ anwesend sind und die Jungs unterstützen, wo wir können. Außerdem laufen wir vormittags mit ihnen zur Schule und holen sie dort Nachmittags auch wieder ab. Da nicht alle Kinder zur Schule gehen und außerdem zur Zeit Prüfungen sind, ist hier in der Zwischenzeit immernoch einiges los. Nach der Schule wird dann erstmal eine Stunde Sport gemacht: Auf dem gelände gibt es ein Volleyball- und ein Basketballfeld und die kleineren Jungs spielen immer ein Ballspiel, dass ich bisher noch nicht ganz durchschaut habe. Am Abend wird dann, unterbrochen von „evening-prayer“ und Essen, wieder (mehr oder weniger) fleißig gelernt, bis die Jungs um halb elf erschöpft in ihr Bett fallen dürfen.

Und sonst so?

Zwar bin ich jetzt erst kaum mehr als eine Woche in Indien und habe vermutlich nur einen Bruchteil der kulturellen Besonderheiten dieses Landes gesehen und erlebt, dennoch will ich euch meine ersten Eindrücke nicht vorenthalten:

Inder hupen gerne! Und viel! Das ist zwar eine allgemein bekannte Tatsache, aber ich halte es trotzdem für erwähnenswert. Der indische Straßenverkehr ist generell eine sehr interessante Sache: haufenweise Rikschas, Motorräder und Roller, Busse, Jeeps, hin und wieder auch gewöhnliche Autos und natürlich einige Kühe bieten ein sehr spezielles Farb-, Geräusch- und Geruchserlebnis. Da könnte man jetzt zwar meinen, es wäre sehr schwierig und völlig unverantwortlich, mit zehn Kindern im Alter von sieben bis elf Jahren hier durchzulaufen, jedoch sind die Jungs vollkommen daran gewöhnt, weshalb die Herausforderung vor allem darin besteht, ihnen beim Straßeüberqueren hinterherzukommen. Es herrscht übrigens Linksverkehr, was mich noch zusätzlich durcheinander bringt.

Leckeres Essen! Das ist zwar eine vollkommen subjektive Bewertung, aber das (meiste) Essen ist wirklich sehr lecker! Trotzdem stellt das Essen vermutlich eine der größten Umstellungen dar. Zum einen wird nur mit der rechten Hand gegessen, was jedoch sehr intuitiv zu lernen ist und eigentlich auch viel praktischer als mit Messer und Gabel (außer das Essen ist heiß, dann tuts weh). Was für mich jedoch eine größere Umstellung ist, ist die Tatsache, dass es eigentlich immer Herzhaftes gibt. Ich habe mich immernoch nicht daran gewöhnt, dass es zum Frühstück auch Reis, Dosai (eine Art Fladenbrot aus Reis), Chutneys, Curry und ähnliches gibt.

Witziger Weise kriegen wir ziemlich häufig die Frage: „eating finished?“ zu hören. Den Jungs scheint unser Magenfüllstand also ein großes Anliegen zu sein. Irritierend ist nur, dass diese Frage hin und wieder zu vollkommen absurden Zeiten fällt, wie zum Beispiel kurz vor dem Essen. Wieso sollte ich denn vor dem Essen schon gegessen haben?

Ventilator statt Heizung! Während in Deutschland die Heizung zum Standartinventar eines Raumes gehört, sind hier an den Decken eigentlich immer Ventilatoren angebracht. Glücklicherweise hat Coimbatore jedoch ein milderes Klima, als es für Südindien gewöhnlich ist, somit können wir den Ventilator nachts getrost ausschalten.

So, ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch schon mal einen groben Einblick geben, wie mein Jahr hier aussehen wird. Natürlich werde ich euch auch weiterhin auf dem Laufenden halten, also schaut bald wieder auf meinem Blog vorbei! Bis dahin: Auf Wiedersehen. Oder wie wir es den Jungs beigebracht haben: Servus!

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Hallo Welt! https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/07/26/hallo-welt/ https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/2019/07/26/hallo-welt/#comments Fri, 26 Jul 2019 07:27:02 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/jacobfischer/?p=1 Mein Name ist Jacob Fischer, ich bin 18 Jahre alt und habe 2019 mein Abitur gemacht. Zusammen mit Benedikt Mayr (schaut auf jeden Fall auch auf seinem Blog vorbei!) bin ich jetzt ein Jahr lang im Don Bosco Anbu Illam Coimbatore tätig. Coimbatore ist ein südindisches Städtchen (etwas mehr als 1 Mio. Einwohner) und das […]

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Mein Name ist Jacob Fischer, ich bin 18 Jahre alt und habe 2019 mein Abitur gemacht. Zusammen mit Benedikt Mayr (schaut auf jeden Fall auch auf seinem Blog vorbei!) bin ich jetzt ein Jahr lang im Don Bosco Anbu Illam Coimbatore tätig. Coimbatore ist ein südindisches Städtchen (etwas mehr als 1 Mio. Einwohner) und das hiesige Projekt ist ein Kinder- und Jugendheim, in dem Jungs wohnen (tatsächlich nur Jungs), die von der Straße kommen oder Kinderarbeit erlebt haben.

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