Hallo ihr Lieben!
So langsam habe ich mich nach turbulenten sechs Wochen wieder ein bisschen an Deutschland gewöhnt. Hier erfahrt ihr noch etwas über das Abschluss-Seminar. Ab dem nächsten Beitrag gibt es dann endlich die versprochenen Sri Lanka Strories. Sie sind schon in Bearbeitung …
Geendet hatte ich den letzten Eintrag mit der Ankündigung, dass das Rückkehrenden-Seminar anstünde.
Wie erwartet hatten wir viele von Reflexion geprägte Einheiten, wobei es aber nicht nur um die Zeit im Ausland ging. Systematisch haben wir das vergangene Jahr, den Jetzt-Zustand und die Zukunft betrachtet. So begannen wir mit einer Traumreise, die uns erneut die prägenden Ereignisse des Freiwilligendienstes erleben ließ, erzählten uns sehr ausführlich gegenseitig von unseren Projekten. Dabei war natürlich das subjektive Erleben von sehr großem Stellenwert, wir versuchten aber ebenso, objektiv die Stärken und Schwächen der Einsatzstellen zu identifizieren. So kann unter Umständen auch beim nächsten Volo-Jahrgang auf Besonderheiten Rücksicht genommen werden. Zwischen Travel-Tipps, einem selbst gekochten indischen Mitternachts-Curry und der ein oder anderen Karaokeeinlage begaben wir uns in die Gegenwart. Es tat zu sehen, dass auch einigen anderen die Rückkehr nicht ganz leicht fällt. Abgesehen von der Kultur und dass man die Menschen im Einsatzland vermisst, kommen natürlich organisatorische Herausforderungen hinzu. Sobald man wieder in Deutschland ist, kommt es von allen Seiten gleichzeitig:

So schön es auch war, alle Volos meines Jahrgangs wiederzusehen und so spannend die Erlebnisberichte, fühlte ich mich noch nicht direkt bereit, so viel soziale Energie aufzubringen. Die ersten Tage nahm ich dankbar an den Programmpunkten teil, unterhielt mich, wenn es erforderlich war. In den Pausen ging ich den anderen aus dem Weg, spazierte durchs Moor oder blätterte in den Büchern des Klosterladens. Diese Zeit für mich war notwendig, um die Reflexionen nachwirken zu lassen und einfach mit dem Alltag und ganz generell mit Deutschland klar zu kommen. Ab Mittwoch Nachmittag ging es dann schon besser, ich war oft bei den Gemeinschaftsaktionen dabei, und auch wenn ich nicht super aktiv war, war ich doch irgendwie Teil der Gemeinschaft. Einfach nur durchs Dasein und Danebensitzen. Das ist doch schön.
Obwohl ich versucht hatte, über die Woche meine Energie ein bisschen einzuteilen, war ich am Freitag doch recht erschöpft und gar nicht so erpicht darauf, mit den Indien und Sri Lanka Volos auf unser eigenes „Nachseminar“ zu fahren, das wir schon vor vielen Wochen geplant hatten. Ich fuhr natürlich trotzdem mit nach Würzburg, wo wir eine Hütte im Wald gemietet hatten. Letztendlich hielten wir nicht an unserem ursprünglich recht straffen Programm fest und die ruhige Zeit in einer Hütte im Wald mit einer Handvoll lieben Menschen tat mir nochmals sehr gut.

Nach einem ruhigen Montag fuhren Mama und ich am Dienstag zu meinen Großeltern mit Tante und Kindern, weil mein Cousin eingeschult wurde. Das war eine sehr gute Möglichkeit, alle möglichst zeitnah wiederzusehen. Ich verbrachte noch zweieinhalb schöne Tage dort und kehrte am Freitag nach Erlangen zurück, denn ich hatte Maia ja versprochen, mit ihr zum CSD zu gehen. Vor einem Jahr war der CSD eine der letzten Aktionen, die ich in Erlangen mitgemacht habe, bevor ich meinen Freiwilligendienst (da noch in Benediktbeuern) angetreten habe. Hier schloss sich also gewissermaßen ein Kreis.


Trotz der vielen schönen Begegnungen und Ereignisse seit meiner Rückkehr war es gar nicht so einfach. Nachdem der erste „Kulturschock“ überwunden war, bekam ich zu spüren, was es heißt, in der Schwebe zu sein. Oder zwischen den Dingen zu stehen. Ich war zwar in Erlangen, sah ein paar bekannte Gesichter, ging hier zu den Minis, da zum Kajaktraining, in der Stadt traf ich eine Gruppe meiner alten Schule. Aber ich fühlte mich keiner der Gruppen zugehörig. So wie ich mich in Sri Lanka weiterentwickelt habe, so ist auch das Leben hier in Deutschland weiter gegangen und Entwicklungsprozesse sind nicht still gestanden. Ich war nicht mehr Freiwillige bei Don Bosco, aber auch noch keine Studentin in Jena. Ich ging zum Sport, aber es war jedem klar, dass ich nur „kurz zu Besuch“ bin. Meine Eltern waren in der Arbeit, Freundinnen entweder in ganz anderen Ecken Deutschlands oder mit der Schule und ihren Boyfriends ausgelastet. So saß ich zu Hause, während alle beschäftigt waren, und hatte selbst keine Aufgabe, die sich sinnvoll anfühlte. Das ist leider etwas, mit dem ich (noch) nicht sehr gut umgehen kann. Leerlauf.
Naja, dann kam zu Glück recht schnell das Ministratnten-Wochenende auf uns zu und ich war mit Vorbereitungen beschäftigt. Und das Gute ist ja, dass man auf so einer Jugendfreizeit gar nicht umhin kommt, sich als Teil der Gruppe zu fühlen 🙂 Es wurde also schon wieder besser.
Wir verbrachten ein sehr tolles Wochenende im Weltall mit vielen tollen Spielen und super motivierten Kids. Wie jedes Jahr eins der ganz großen Highlights 🙂
Dann wieder eine Woche lang viele Orga Aufgaben, viele kleine Dinge, um die man sich kümmern muss, aber deren Abschluss wenig Genugtuung bringt. Ich war also recht froh, als es endlich nach Jena ging. Wohnung übernehmen, durch die Stadt irren, neue Leute kennenlernen und Ersti-Veranstaltungen. Ich habe viele neue und sehr nette Menschen kennengelernt und einen Überblick über die Uni und die Online Portale bekommen. Jetzt freue ich mich aber schon sehr aufs Studium, wenn es richtig los geht und ich mich mal wieder so ganz in etwas verlieren kann.

| Abschließend habe ich noch ein kleines Anliegen: Ich weiß, die meisten von euch haben mich schon wahnsinnig großzügig mit Spenden unterstützt. Vielen vielen Dank nochmal dafür! Aber falls hier gerade Menschen unterwegs sind, die erst später auf meinen Blog gestoßen sind, vielleicht wollt ihr es ja in Erwägung ziehen, eine kleine Spende da zulassen. Don Bosco ist eine gemeinnützige Organisation und braucht ein bisschen Hilfe, um jungen Menschen auch in Zukunft so tolle Erfahrungen wie mir ermöglichen zu können. Dankeschön!!! Hier gibt es noch ausführlichere Infos: |
Ab dem nächsten Beitrag gibt es dann noch ein paar nachgereichte Stories aus Sri Lanka. Ich freu mich schon 🙂

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