Hallo ihr Lieben,
ich bin wieder da. Sowohl hier im Blog mit meinen Geschichten als auch tatsĂ€chlich physisch in Deutschland. Es geht mir gut und ich bin gesund đ
Heute vor einer Woche, also am Fr, 28.08. bin ich um halb acht Uhr abends in Frankfurt gelandet. Von dort aus bin ich direkt nach Benediktbeuern gefahren, um die Volos dort zu besuchen.
Diejenigen von euch, die auch die ersten EintrĂ€ge auf dieser Website gelesen haben, wissen, dass Bene ein zweites Zuhause fĂŒr mich ist. Mehr als drei Monate (Oktober bis Januar) habe ich dort mit den Inlands-VoluntĂ€ren zusammen gelebt und gearbeitet und die Menschen sowie den Ort lieben gelernt. Es war fĂŒr mich eine Zeit des Reflektierens und Nachdenkens. WĂ€hrend meiner Zeit in Bamberg im Zirkus Giovanni hatte ich selten eine ruhige Stunde zum Nachdenken und auch der September 2025 mit der stĂ€ndigen Anspannung und dem Warten auf das Visum wollte verarbeitet werden. In der Natur, dem liebevollen Umgang der Menschen und der stillen PrĂ€senz der alten KlostergebĂ€ude fand ich eine Umgebung, die mir half, mich selbst wieder zu finden.
Ihr versteht also, dass dieser Ort fĂŒr mich etwas ganz Besonderes ist und ich dorthin kam, bevor ich nach Hause ging. Und die zwei Tage Ruhe waren tatsĂ€chlich dringend notwendig. Ich hatte eine Art Kulturschock nach meiner RĂŒckkehr erwartet, aber es ist schwerer als ich dachte. Alles fĂŒhlt sich kĂŒnstlich, sehr vieles auch ĂŒbertrieben und unnötig an. Ich hatte die langsamere und einfache Lebensweise im Norden von Sri Lanka sehr begrĂŒĂt und zu meinem Standart gemacht. Wozu der ganze Ordnungs- und Sauberkeitsfimmel? Warum braucht man so groĂe HĂ€user? Wer braucht diese hochverarbeiteten oder weitgereisten Lebensmittel? War unsere Wohnung schon immer so vollgestopft mit Dingen, die niemand benutzt? Warum um alles in der Welt habe ich so viele Klamotten und Bastelmaterialien in meinem Schrank? Wer kann denn diese riesigen Portionen essen? Dazu kommt noch, dass ich mich in den GebĂ€uden eingesperrt fĂŒhle. Einerseits weil man in Deutschland einfach nicht so viel Zeit drauĂen verbringt, andererseits wegen der unterschiedlichen Bauweisen. In Sri Lanka findet man kein GebĂ€ude, das komplett geschlossen ist. GĂ€nge, die in Deutschland im Inneren der GebĂ€ude liegen, sind hier auĂen angelegt, sozusagen als eine Art Laubengang. Ăber jedem Fenster gibt es eine Ăffnung, die nur durch ein Gitter verschlossen ist. Und die TĂŒren sind einfach nicht dazu gebaut, komplett abzuschlieĂen.
SelbstverstĂ€ndlich war es sehr sehr schön, endlich meine Familie wieder zu sehen. Aber auch das war anders als erwartet. Anstatt des GefĂŒhls, jemanden nach sieben Monaten in einer anderen Welt wieder in den Armen zu halten, hatte ich den Eindruck als ob ich nur einen weiteren Monat in Benediktbeuern verbracht hĂ€tte. Und irgendwo einen Film ĂŒber Sri Lanka gesehen hĂ€tte. Ich bildete mit auch mehrmals ein, Schnee zu sehen (wenn seit der Verabschiedung von meiner Familie nur ein Monat vergangen wĂ€re, wĂ€re es ja jetzt Ende Februar). Obwohl die Metapher des Filmes unmissverstĂ€ndlich klar macht, wie weit entfernt mir die Erlebnisse der letzten Monate vorkommen, vermisse ich es sehr. Sehr sehr sehr sogar. Die Menschen, die so freundlich und offen sind. Das Leben, das so einfach ist. Die Zeit, die nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Dorf, wo man nur das Allernötigste kaufen kann. Die Umgebung, die auf Grund der Trockenheit gar nicht mal so spannend war. Die Busse, die super langsam sind und Sahne zu Butter rĂŒtteln könnten (wenn es frische Milchprodukte gĂ€be). Das Essen, das sehr einfach aber authentisch ist. Und noch so vieles mehr …
Kommende Woche ist ersteinmal das RĂŒckkehrer-Seminar in Benediktbeuern, wo ich alle anderen Auslandsfreiwilligen und meine Betreuer wieder sehen werde. Bestimmt gibt es auch die ein oder andere Reflektionsphase.
Das war jetzt nur ein kleines Lebenszeichen und die Info, dass ich sicher zurĂŒck gekommen bin. In den vergangenen drei Monate ist so viel passiert, dass ich (wie ihr sicher bemerkt habt) nicht zum Schreiben gekommen bin. Aber es gibt ein paar Geschichten, die ich gerne mit euch teilen möchte, also es könnte sich lohnen, auch in Zukunft noch ab und zu diese Website aufzurufen đ
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