Hallo ihr Lieben!
„Endlich meldet die sich mal wieder!“ werdet ihr euch vielleicht denken. Ich weiß, ich bin spät dran und es tut mir sehr Leid, aber ihr habt ja (noch) keine Ahnung, was die letzten Wochen alles passiert ist! Ich bin leider wirklich erst dieses Wochenende zum Blogschreiben gekommen. (Und nebenbei muss ich mich ja auch noch für Stipendien bewerben…) Naja, jedenfalls steht dieser Eintrag unter dem Motto „Ich hätte nie gedacht, dass …“
Viel Spaß beim Lesen 🙂
Ostern, wie wir es zu Hause feiern, so gut wie nichts mit dem Fest von wirklich praktizierenden Christen zu tun hat.
Jetzt weiß ich, dass die Zeit vom Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier Triduum Sacrum genannt wird und als eine einzige liturgische Feier gilt. Genau so hat es sich auch angefühlt. Von der Feier des letzten Abendmahls (inklusive nächtliche Gebete), über den Kreuzweg und stille Andachten bis hin zur Ostermesse mit den exzessiven Dekorationen und der Musik habe ich mehr Zeit in Kirchen verbracht als in einem ganzen Jahr in Bamberg. Da sieht man mal wieder, wie sehr man von seiner Umgebung beeinflusst wird 🙂
Der Ostersonntag an sich (also der Tag, an welchem in meinem bisherigen Leben „Ostern“ stattgefunden hat) hat wenig Aktivität gesehen. Wir waren in der Nacht erst um drei Uhr von der Auferstehungsfeier zurück gekommen und haben dementsprechend länger geschlafen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen haben Anne und ich noch ein paar Osternester für die Sisters versteckt – sie kannten den Brauch noch nicht und hatten viel Spaß – und das wars dann auch schon. Jesus ist ja auferstanden, da bleibt für unsereins nichts mehr zu tun 😉
Richtig schön war aber, dass Sr. Mary Sarees für uns organisiert hatte. Diese traditionelle Kleidung für Frauen wird zu festlichen Anlässen (oder auch zur Arbeit in der Schule) getragen. Nach einer Eingewöhnungsphase (das Teil fühlt sich am Anfang sehr beengend an und verrutscht auch ständig) habe ich mich trotz des viel zu vielen Schmucks, dem ich zu meinem Leidwesen nicht entgehen konnte, sehr wohl gefühlt. Es hat mich irgendwie stolz gemacht.



aus unseren fünf Tagen Urlaub auf einmal sechzehn Tage werden. Naja, ganz so einfach ist es nicht, aber erst mal der Reihe nach.
Geplant waren zwei Tage in Colombo und zwei Tage in Galle. Das haben wir (also halt Anne und ich, wie immer :)) auch gemacht und dabei sehr viele schöne und sehenswerte Orte erkundet, viel gegessen und alle möglichen Dinge gekauft, die man in Pallavarayankattu nicht bekommt. Sogar Schnorcheln sind wir gewesen. (Wir haben richtig viele und auch große Fische gesehen und dazu noch ein kleines Schiffswrack. Das war richtig toll!) Ich hatte sehr viel Spaß und habe auch die Freiheit genossen, dass nicht ständig jemand denkt, er muss auf uns aufpassen. >Vielleicht wäre es besser gewesen, es hätte jemand auf uns aufgepasst …<
Nicht geplant war jedenfalls, dass während der achtstündigen Heimfahrt mitten in der Nacht (ihr wisst gar nicht, wie viel Glück wir mit den Bussen in Deutschland haben) Annes Gepäck verschwindet. Leider waren die Dokumente und der Reisepass da auch drin. Und wir nebenbei in einer fremden Stadt (Kilinochi) stranden. Nachdem uns ein netter Fahrgast die hundert Meter bis zur Polizei Wache begleitet hatte und wir feststellen mussten, dass um Mitternacht niemand dort ist, der Englisch spricht, hat Father Gayan dafür gesorgt, dass uns die Salesianer, die glücklicherweise ein Technical Center in Kilinochi haben, abholen. Ganz nach Art der Sri Lankaner durften wir natürlich nicht direkt ins Bett gehen, sondern mussten erst noch etwas essen.
Am Vormittag des nächsten Tages hat sich Father Robin unserer angenommen und wir sind nochmal zur Polizeistation, um dort eine Verlustmeldung aufzugeben. Das hat etwas gedauert, weil das Formular erstmal auf Englisch von anderen Wachen angefordert werden mussten (hier im Norden gibt es so gut wie keine Touristen) und dann einer der alltäglichen Stromausfälle den Drucker lahmgelegt hat. Der wachhabende Offizier war aber sehr freundlich und hat sich viel Zeit für uns genommen. Anschließend hat Father Robin uns noch zu vielen verschiedenen Läden gebracht und Anne hat neue Klamotten, Ohrringe, Ladekabel und einen Rucksack bekommen. Natürlich war unsere Stimmung insgesamt nicht gerade ausgelassen, wir waren total übermüdet von der langen Reise und einer viel zu kurzen Nacht und Anne hatte gerade einen großen Teil ihrer Sachen plus alle ihre Dokumente verloren. Für sie war es die ersten Tage echt schwer. Also haben uns die drei Fathers in Kilinochi (Father Robin ist einer davon) am Abend eingepackt und sind mit uns zu einem Hotel mit Pool gefahren. Da sind wir dann also im Pool gedümpelt und haben Pommes gegessen. Es war ein sehr schöner Abend, der der Seele gut getan hat nach all dem Stress. Nach Absprache mit Father Viraj (vielleicht erinnert ihr euch an den Namen aus meinem ersten Blog aus Sri Lanka), der übergeordnet für uns zuständig ist, sind wir am nächsten Tag nach Negombo zum Provincial House (wo wir die ersten anderthalb Wochen verbracht haben) aufgebrochen. Zum Glück mussten wir diesmal nicht mit dem Bus fahren, weil Father Robin und Father Rogesius dort an einer Beerdigung teilnehmen wollten. Das war am Mittwoch. Nach einem Besuch in der Botschaft am folgenden Tag konnten wir einen Termin für den kommenden Dienstag raus schlagen, früher ging nicht. Am Freitag waren wir nochmal ein paar Sachen für Anne besorgen und Father Viraj hat für uns organisiert, dass wir das Don Bosco Haus in Kandy besuchen können. Jetzt muss man wissen, dass Kandy in der meiner Meinung nach schönsten Gegend Sri Lankas liegt, in den Bergen in der Landesmitte. Die Vegetation ist wahnsinnig üppig und die Temperaturen etwas niedriger. Wir verbrachten also zwei sehr schöne entspannte im Grünen.
Anschließend sind wir wieder nach Colombo gefahren, haben den neuen Reisepass beantragt und waren schon wieder ausführlich Shoppen (also halt Anne).










wir doch noch tamil und sinhala New Year feiern werden. Eigentlich war das Fest schon am 14.04. gewesen und bei uns in Pallavarayankattun war nix los. Aber das Technical Center in Kandy hat das Fest eine Woche später, nach den Ferien, gefeiert. Die Fathers hatten uns eingeladen, auch zu kommen, und so sind wir ein zweites Mal nach Kandy gefahren. Es war sehr interessant, mit vier Teams, die sich in den unterschiedlichsten Spielen messen. Dazu gehören blind Joghurt zu füttern, so etwas wie Pinata schlagen (bloß dass man mit farbigem Wasser gefüllte Tontöpfe treffen muss) und Tauziehen. Es war ein sehr schönes und farbenfrohes Erlebnis, bei dem wir sogar einen traditionellen sinhalesischen Wickelrock getragen haben. Aber nach der ganzen Aufregung war ich auch sehr froh, als wir am Freitag Abend endlich wieder zurück in unserem Kaff waren.





ich mal Schüler auf einen Schach Wettbewerb vorbereiten werde. Nur fünf Tage nach dem wir nach Hause (ich benutze das jetzt einfach, der Ortsname ist zu kompliziert und es ist ja im Moment unser Zuhause) gekommen waren, ist ein Chess Master an die English School gekommen, um ein paar Schüler*innen die Grundlagen des kompetetiven Schachspiels nahe zu bringen. Father Melvin hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass seine Schule anderthalb Wochen später bei der Chess Competition der Northern Province vertreten sein solle. Ich, ganz unschuldig und einfach an Schach interessiert war auch da, und als Father Melvin gesehen hat, dass ich ein bisschen Schach spielen kann, hat er mich kurzerhand zur Schach-Trainerin seiner siebenköpfigen Mannschaft gemacht. So hab ich also jeden Tag von halb elf bis halb vier mit den Jungs Schach gespielt und mich abends selbst noch über verschiedene Spielzüge und Taktiken schlau gemacht. So war ich eine gute Woche lang stark beschäftigt und bin oft mit Kopfschmerzen aus der Schule gekommen. Aber ich hatte auch sehr viel Spaß und habe selbst neue Dinge gelernt und außerdem ist die Beziehung, die ich zu den Jungs in dieser Zeit aufabuen konnte, eine ganz besondere. Am 16./17. Mai war die Competition (ich konnte leider nicht mitkommen) und ich so stolz auf meine Schachspieler! Sie haben zwar keinen Preis gewonnen, aber sie waren so happy als sie zurück gekommen sind und haben mir ganz aufgeregt von irgendwelchen speziellen Regeln und Fehlern und Spielzügen und Siegen erzählt, dass ich die zahlreichen Nerven, die ich während den Chess Classes verloren hatte, direkt vergessen habe. Und dann fragen sie mich noch: „Do we have Chess Class on Monday, Sister Alena?“ Das hat mich so gefreut und mir gezeigt, dass es für sie Jungs nicht ausschließlich um den Wettbewerb ging, sondern sie auch so Spaß am Training hatten. Wenn ich darf, werde ich das auf jeden Fall weiterführen, auch wenn ich ihnen bald nichts Neues mehr beibringen können werde …


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Ulla Fricke
Liebe Alena, gestern hab ich euch noch in einem Beitrag über den Besuch des Generaloberen erspäht und lese jetzt von eurer spannenden Reise…
Und das klingt toll mit dem Schach!
Ulla von Don Bosco Volunteers
Anonym
Wau, was für ein toller Bericht, so viele schöne und dramatische Erlebnisse, unglaublich.
Nach Annes Rucksack Verlust ( Brigitte hatte mir schon davon berichtet) habe ich mir einen leuchtend blauen Rucksack für unsere Helgoland Reise gekauft, damit ich immer sehe kann, wenn den einer davon trägt….
Genießt die Zeit weiter und habt viel Spaß.
Liebe Grüße aus der Fichte-Straße von Petra.
P.S.
Die Wickelkleider stehen Euch hervorragend.