Hallo an alle!! Und so schnell vergeht ein Jahr dann doch… Die letzten Wochen und Tage vergingen wie im Flug, und ich war so viel mit Abschied beschäftigt, dass ich dann gar nicht richtig Tschüss sagen konnte.

Das WG-Leben, die Zeit mit den Kindern des Mano Amiga, das Boxen, Wetter und die Leute… sich von allem auf einmal verabschieden zu müssen, war dann doch ganz schön komisch.
Der Abschied im Mano Amiga war so süß, dass ich dann doch ein bisschen weinen musste :,( Die Kinder haben in kleineren Gruppen Tänze und Gesänge extra für Nico und mich einstudiert, und kleine Geschenke und Umarmungen wurden natürlich auch verteilt. Zusammen mit den Kindern, Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen des Heimes haben wir bei Musik Empanadas zur Merienda gegessen, ein paar Worte des Dankes gesagt und ich habe meinen Fotorahmen überreicht (eine kleine Tradition der Freiwilligen).

Nico und ich sind dann am Sonntag zum Abendessen ins Mano Amiga gegangen, um den Kindern ein Eis auszugeben und kleine Erinnerungsstücke zu verteilen. Ich muss zugeben, dass ich zu dem Zeitpunkt gar nicht so emotional war, wie ich gedacht hätte. Vielleicht waren es die Koffer, die schon zu 80% gepackt und offen in meinem Zimmer lagen, oder die Tatsache, dass ich schon meine Fotos von den Wänden genommen hatte, aber mein Abschied war für mich schon vorüber. So konnte ich den Mädchen Tschüss sagen, ohne Rotz und Wasser zu weinen und konnte meine letzten Umarmungen verteilen. Einige Kinder haben uns noch zum Gitter begleitet, vor allem die älteren, die solche Abschiede schon kennen und wissen, dass die Personen so schnell nicht zurückkommen. Das letzte Mal habe ich also das knarzende, grüne Gitter der Einfahrt hinter mir zugemacht, und war dabei zwar ganz schön traurig, aber auch ein bisschen froh, wieder nach Hause zu fliegen.

Vom Boxteam musste ich mich natürlich auch angemessen verabschieden, weswegen ich am Samstag selbstgebackene Brownies und eine Dankeskarte zum Training mitgebracht habe. Erst dachte ich, mein Abschied wurde vergessen, aber dann kam der Profe doch noch mit einer Schachtel Salteñas und der Konditor aus unserer Gruppe hat eine Torte mitgebracht. Wir waren wenige Leute, aber der Abschied war trotzdem sehr schön und ich bin dankbar, so einen Verein im Ausland gefunden zu haben.

Von Ingmar, Victor und Yannick hatten wir uns schon einige Tage zuvor verabschieden müssen, da sie einen früheren Flug hatten. Ich glaube, dass mir der Abschied von allem deswegen auch leichter fiel, denn ohne die anderen fühlte es sich irgendwie ein bisschen leer und einsam an. Aus diesem Grund war ich dann auch ein bisschen froh, als meine Koffer gepackt und mein Zimmer leer waren.
Ich habe mir noch ein letztes Mal den Apfel-Quinoa-Saft an der Hausecke gekauft und mit der Verkäuferin gequatscht, und bald war es dann auch schon Zeit, und unser Mentor Paolo hat uns zum Flughafen gebracht.


Nun sitze ich also wieder in Deutschland und es ist alles beim Alten. Oder vielleicht doch nicht ganz. Irgendwie sind alle schon am arbeiten oder studieren, meine Brüder sind extrem groß geworden, und wenn ich mich ein bisschen bemühe, kann ich mir Bilder von einer Stadt in den Kopf rufen, die ich mir vor einem Jahr so nicht hätte vorstellen können.
Wenn ich so an Santa Cruz zurückdenke, fällt mir schnell auf, wie still Deutschland, selbst Hamburg, im Vergleich ist. Es fehlen das Gehupe der Micro-Busse und Autos, das Rufen der Schulkinder an der Kreuzung und die Musik an den Straßenecken. Natürlich fehlt auch die Sonne. Wahrscheinlich könnte ich hier eine Reihe von Dingen aufzählen, aber es wäre natürlich nicht dasselbe, wie wenn man dort ist!!

Ich bin sehr, sehr dankbar für dieses Jahr, für all die Erfahrungen, die ich machen, und die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Auch, wenn es mit dem Heimweh manchmal etwas schwerer war, gab es mindestens genau so viele schöne Momente. Würde man mich fragen, ob ich die Entscheidung so wiederholen würde, würde ich auf jeden Fall Ja sagen. Danke also an alle, die solche Freiwilligendienste möglich machen, und natürlich an Euch für Eure Unterstützung und die Teilhabe an dieser Reise!!

Passt gut auf Euch auf, vielleicht sieht man sich ja!!

Mariana