Bei aller Liebe, lieber vorsichtig
Dafür, dass die Vorfreude auf den Valentinstag sich die letzten Wochen bereits durch subtile Kommentare und Liebesbriefe innerhalb der Foyers angekündigt hatte, verlief die Zeit vor unserem Zwischenseminar ziemlich unromantisch. Das lag vor allem an einem Vorfall, bei dem unsere Jungs Zeugen von distanzlosem Verhalten geworden sind und dieses aber nicht einzuordnen wussten. Somit sahen Christine und ich uns nach einer Woche unsensibler Kommentare und Gelächter dazu verpflichtet, unseren Jungs einen Input zum Thema „Sexuelle Übergriffe und Gewalt“ vorzubereiten. Hierfür haben wir zunächst ein Mal in der großen Gruppe verschiedene Arten von Grenzüberschreitungen definiert.
Danach schickten wir die Kleinen zum Spielen, um mit allen ab der 8. Klasse konkret sexuelle Belästigungen und Übergriffe, sowie ihre juristischen Konsequenzen zu thematisieren. Hierbei ist zu betonen, dass der Vorfall nichts mit einem unserer Foyer Kinder zu tun hatte. Dennoch waren mir die Reaktionen zu leichtfertig, sodass ich trotz Zweifeln bei unserem Père darauf bestand, das Thema noch in derselben Woche anzugehen.
Erleichtert über ihre Offenheit und den persönlichen Austausch, sowie die Unterstützung einer unserer Betreuer, der vor kurzem selbst eine Fortbildung zu Grenzüberschreitungen besucht hatte, erlebten wir den Nachmittag als großen Erfolg. Der einzige Kritikpunkt der Jungs bestand darin, dass die Mädchen vormittags bei Keksen und Limo über Liebe und den heiligen St. Valentin reden durften, während sie selbst süßigkeitentechnisch leer ausgingen und mit sexueller Gewalt konfrontiert wurden. Das war durchaus berechtigte Kritik, sodass wir jedem noch einen Kaugummi und eine Limo organisierten. Damit war das Thema erledigt, wir pumpten den Jungs den Fußball auf und während der Großteil spielte, kam doch tatsächlich noch ein Junge mit Fragen auf uns zu, sodass Christine und ich uns anschließend noch einmal fast eine Stunde mit ihm austauschten!

Besuch aus China: ärztliche Untersuchung
Die konstruktive Diskussion und das Verständnis der Jugendlichen war mir der schönste Blumenstrauß, den ich an diesem Valentinstag hätte erhalten können. Insbesondere wenn man bedenkt, dass unsere beiden Foyers am Vormittag eine intensive Gesundheitsuntersuchung durchgemacht haben. Dafür kam eine Gruppe chinesischer Ärzte in unser Foyer und führte mit den Kindern unter anderem einen Sehtest, ein Ernährungsscreening und optionale Akupunktur (ich beanspruche sie gerne für mein schmerzendes Knie) durch. Dabei wurde – vor allem bei unseren kleinen Mädchen – Mangelernährung diagnostiziert. Die geschwollenen Augen und Füße seien ein Indiz für Proteinmangel und sowohl Früchte als auch Gemüse müssten in Zukunft einen wesentlichen Bestandteil ihrer Ernährung einnehmen. Ich stimme zu, kann mich aber nicht zurückhalten das Offensichtliche laut auszusprechen: „Mit welchem Geld?“ Die Ärzte versuchen mir zu erklären, dass die Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung auf dem Markt durchaus bezahlbar seien und ich frage mich, ob Privilegien zwangsweise mit einem Realitätsverlust einhergehen.


Menschenhandel: eine reale Gefahr
Aber in gewissen Situationen merke ich auch selbst, dass die alltäglichen togoischen Themen mich vollkommen aus meiner Realität heraus befördern. So beispielsweise, wenn mich mal wieder eines der Kinder mit großen Augen fragt: „Bei euch werden wirklich keine Kinder geklaut?“ In Deutschland liest man höchstens in den Nachrichten von Menschenhandel, doch hier haben ein paar zu viele Personen bereits konkrete Erfahrungsberichte mit mir geteilt. Dass Kinder verschwinden, Jugendliche verschleppt werden und beispielsweise behinderte Kinder aktiv von Händlern mit Fehlversprechungen in armen Familien rekrutiert werden, sind Themen, mit denen ich bisher nur in Dokumentationen konfrontiert wurde.
Hier angekommen erlebe ich, dass es eine Lebensrealität ist und gar nicht selten vorkommt, dass ein Kind auf einer Feier verschwindet. Unser Père spricht sogar selbstverständlich von der „Saison des Menschenhandels“ zwischen Weihnachten und Neujahr, bei der Kinder und Jugendliche systematisch mit Süßigkeiten und Spielzeugen gelockt werden. Kein Wunder also, dass sich zu Beginn der Faschingsferien unauffällig ein Workshop zum Thema „Kinderhandel“ zwischen Basketball, Handball und einen Puzzle-Wettbewerb gemischt hat.
So ergibt es sich, dass Christine und ich uns nach einer intensiven Auseinandersetzung mit sexuellen Übergriffen knapp eine Woche später im selben Raum zu einem Vortrag über Menschenhandel wieder finden. Nachdem die Sekretärin Robertha zunächst ein Mal definiert, worum es sich handelt, folgten danach zwei Dokumentationen, ihre Zusammenfassung und anschließende Sketchs in Kleingruppen, um das Gelernte praktisch anzuwenden.

Zwischenseminar: Zeit zum Aufatmen
Als Christine und ich uns einen Tag nach diesem emotionalen Austausch früh morgens im Bus nach Lomé wiederfinden, stellen wir beide fest, dass das Zwischenseminar nicht besser getimed hätte sein können. Es brauchte jetzt eine Zeit der Distanz und der Reflektion. Und diese sollten wir auch bekommen. Nachdem wir uns mit den ghanaischen Grenzbeamten angelegt haben, welche uns an der Grenze ein gesundes Plus auf unser Notfall-Visum hinzu addiert haben. Leider wurde uns am Anfang unser Ganzjahresvisum verwehrt, sodass wir keine andere Wahl hatten, als das Visum an der Grenze zu beantragen. Als das also geschafft war, fuhren wir ca. 8 Stunden mit dem Trotro nach Ashaiman (einem in Ghana üblichen umgebauten Kleinbus- Sammeltaxi für Langstrecken). Ungefähr 30km von der Hauptstadt Accra entfernt, wurden wir von Robert zum Provinzialhaus chauffiert. Dort angekommen brauchten wir erst mal einen kurzen Moment, um klarzukommen: Unfassbar, ein Salesianer-Haus ist imposanter, als das Nächste!

Ich muss zugeben, dass ich anfangs noch keine großen Erwartungen an das Seminar hatte, weil ich gedanklich noch zu sehr in unserem Projekt steckte. Doch spätestens nach der Begrüßung durch unsere beiden Teamer Ulla und Gregor, kam Vorfreude in mir auf. Zu Ulla hatte ich nach einigen Mail-Austauschen nun endlich ein Gesicht vor Augen und Gregor hat als Ex-Freiwilliger in unserem Projekt hier in Kara vor 10 Jahren wirklich heldenhafte Arbeit geleistet, um uns noch in Deutschland das Togo-Visum zu beschaffen. An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön, Gregor!

Zum Seminar selbst kann ich nur sagen, dass es eine perfekte Mischung aus Input, Reflektion, Diskussion in Groß- und Kleingruppen und Freizeit war. Wir waren eine Runde aus 13 Volontären aus unterschiedlichen westafrikanischen Ländern (Senegal, Benin, Ghana & Togo) und bereits nach 2 Tagen hatte ich das Gefühl, man kenne sich schon ewig. Eine meiner Lieblingseinheiten war „Mein Freiwilligendienst als Buch“, in der wir in Kleingruppen unsere eigene kleine Geschichte der letzten 5 Monate ausrollen durften. Aber auch Einheiten wie die „Brodeltöpfe“, in denen wir Mädchen uns beispielsweise mal über unsere negativen Erfahrungen mit den Männern vor Ort austauschen und gehört fühlen konnten, war unglaublich wertvoll. Unseren Ausflug in ein chinesisches Restaurant mit Karaoke-Bar habe ich genutzt, um Privatunterricht von Mira in Sachen Legwork und Afrobeats zu bekommen (Remy-Maus, es gibt Wiederholungsbedarf!)

Und was unsere Bootstour zu den verschiedenen Inseln – unter anderem die Crocodile Island- nach Ada angeht, bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass es das paradiesischste ist, was ich jemals erlebt habe!




Urlaub in Accra und Volta (Zwischenseminar 2.0)
Nachdem unser Zwischenseminar viel zu schnell zu Ende gegangen ist und die Mehrzahl an Volos sowieso Urlaub in Ghana geplant hatte, beschlossen wir einfach unser Seminar selbstständig fortzuführen. So kam es, dass sich die Hälfte unserer Gruppe an Christine, Quirin, Katja und meinen Urlaub dran gehängt hat! Selbst Gregor war ab der Volta Region dabei! So waren wir alle zusammen in Accra Pizza essen und anschließend in einer Bar. Am nächsten Morgen waren wir Mädels frühstücken, haben die Accra Mall besucht und von dort aus schizophrenerweise einen der 10 giftigsten Orte weltweit: das Agbobloshie-Viertel.
Ein Leben in der Müll-Flut
Am Mittwoch ist der Großteil unserer Gruppe Ullas Einladung zu einer Führung auf die größte Elektroschrott-Deponie Westafrikas gefolgt. Aller giftiger Müll, der aus Amerika, Europa und China unter dem Vorwand von Spenden hier her verschifft wird, tummelt sich zu einem riesigen beängstigenden Müllsee zusammen, der die gesamte Lagune bedeckt. Im anliegenden Slum Old Fadama werden uns die direkten Auswirkungen unserer Fast Fashion Kultur vor Augen geführt: Berge über Berge aufgetürmter Essensreste, Schrotteile und Textilien. Wöchentlich kommen ca. 15 Millionen Altkleider an, von denen 40% unbrauchbar sind und direkt auf der Müllkippe Old Fadamas oder im Meer landen. Der Rest wird auf dem größten Second Hand Markt Westafrikas, auf dem „Kantomanto Market“, verkauft.
Ob sich hier auch meine gespendeten Kleidungsstücke wieder finden? Ich verdränge die Frage, wie viele Container an Altkleidern ich wohl mit gutem Gewissen gefüllt haben muss.
Davon ist jetzt nichts mehr übrig. Stattdessen komme ich immer mehr in der harten Realität an: die Menschen bauen ihre Häuser auf die rund 250 000 Tonnen plattgetretenen Müll, mit denen wir sie großzügigerweise jährlich überfluten, Kinder spielen Fußball inmitten dieser riesigen Müllhalde und das aller Schlimmste: dieser Abfall stellt ihre existenzielle Lebensgrundlage dar. Einerseits als tatsächliches Fundament für ihren Wohnraum und andererseits als dominierende ökonomische Ressource. Nicht umsonst sind über 30.000 Menschen mit dem Sortieren, Waschen und Reparieren der eintreffenden Ware beschäftigt.
Uns alle wird dieses Erlebnis noch länger beschäftigen und wir waren uns einig, dass es eigentlich für jeden verpflichtend sein müsste, diesen Ort zu besuchen, um mit den direkten Konsequenzen unseres Konsumverhaltens konfrontiert zu werden.

Nachmittags verabschiedeten wir uns von Ulla und weiteren Freiwilligen, die mit ihren Eltern weiter reisen würden und besichtigten einen kleinen Kunstmarkt. Danach waren wir bis 2 Uhr morgens Salsa tanzen, worauf wir uns alle bereits seit dem Seminar gefreut hatten!
Teure Momente & neue Freunde
Am nächsten Tag hatte Marlene einfach die Dreistigkeit nach Benin zurück zu fahren, womit ich so gar nicht d‘accord war. Gerne hätte ich unseren Kurs Richtung Volta Region gemeinsam eingeschlagen, aber da muss ich mich wohl noch bis zu unserem Urlaub gedulden. Theoretisch haben wir beide uns bereits auf dem Seminar in Deutschland kennen gelernt, nur hatten wir damals leider noch nicht so viel Kontakt wie ich ihn von Anfang an beispielsweise mit Leonie oder Maria hatte. Das sollte sich auf dem Zwischenseminar allerdings ändern, denn sie ist mir richtig ans Herz gewachsen.

Das gleiche gilt für Quirin (siehe Schlangenbild), den Dad unserer Gruppe, der unseren gesamten Urlaub koordiniert hat. Nichts als gute Gespräche mit meinem Teilzeit-Mann, vor allem auf der viel zu kurzen Fahrt nach Accra. Comfortperson Nummer 1 und inzwischen offizieller Local. Dreh dich ein mal um und schon hat er wieder zwei Kinder auf dem Arm und begrüßt einen Ghanaer mit dem Standard-Handshake, den er mir geduldig auf dem Seminar beigebracht hat. Dass Elia nicht mit nach Volta gekommen ist war zwar einerseits eine Schande, andererseits aber vielleicht auch wichtig für unseren Schlafrhythmus. Denn unsere Gespräche im Trio mit Edwin gingen auch gerne mal bis fünf Uhr morgens. Humortechnisch haben wir uns ein bisschen zu gut verstanden und ich muss teilweise bis jetzt noch über eure Kommentare schmunzeln. Aber auch gerade bei den tiefen Themen melde ich Entzug an: obwohl wir uns oft erstaunlich einig waren, haben eure Sichtweisen mich teilweise echt zum Umdenken gebracht. Von mir aus hätten wir diese Unterhaltungen auch ruhig noch bis zum Gottesdienst um 7 Uhr fortführen können, aber glücklicherweise hat der Vernünftigste (und einzige) redhead unserer Gruppe uns doch noch zum Schlafen motivieren können.

Aber es tat nach einigen negativen Erfahrungen mit den Männern in unseren Projektländern einfach extrem gut zu merken, dass es durchaus auch junge Männer gibt, die unsere Erlebnisse ernst nehmen, sich aktiv von Sexismus distanzieren und in deren Gegenwart man sich einfach wohlfühlt. So beispielsweise mit Oscar (oder Carlos), mein Lieblings-viel zu bescheidener-Halbfranzose. Mag sein, dass wir uns humortechnisch gegenseitig unterboten haben, aber was sportliche Betätigung anging, sind wir zur Höchstform aufgelaufen und haben uns dazu durchgerungen (der war für dich ;)) Gregors Power-Workout durchzuziehen!
Danke für eure innere Größe, die sich allerdings nur bei Henry – seinem Pass getreu – physisch abzeichnet. Was sich dafür umso deutlicher abgezeichnet hat, war der Support unter uns Mädchen. Ich vermisse es jetzt schon mir beim Fertigmachen für den Salsa Abend Emmis T-Shirt zu klauen (du kriegst es wieder, wenn ihr uns besuchen kommt 😚) oder mit ihr und Matilde Hängematten-Deeptalks zu führen, nachdem wir die knusprigsten Pommes der Welt genossen haben. Ich kann mich auch nicht erinnern, wann ich mich auf einer Reise das letzte Mal durchgehend so gut unterhalten habe, wie mit Edwin auf der 8-stündigen Trotro-Fahrt in die Volta Region. Was für ein Treasure an Begegnungen!

In unserem Hostel in der dschungelähnlichen Wli-Region angekommen, begrüßt uns bereits Gregor, der die nächsten Tage mit uns Urlaub macht! Christine und ich bewundern das saftige Grün, das uns von allen Seiten umgibt. Es ist eine willkommene Abwechslung zu der Trockenzeit und den rotbraunen Savannen in Kara. Apropos Abwechslung: Christine hat im Urlaub auch Geschmack auf eine Abwechslung bekommen und sich spontan dazu entschieden, ihre Haare abzurasieren. Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Ich liebs und komme auch immer noch nicht drauf klar, wie wunderschön die Kurzhaarfrisur an Matilde aussieht, die sich schon zu Beginn ihres Freiwilligendienstes ihre langen Haare von Marlene hat abschneiden lassen.


Lower und Upper Water Falls: Tiefe Gespräche auf höchstem Niveau
Die nächsten beiden Tage kommen wir endlich zum Wandern (das steht schon lange auf Christine und meiner To do Liste!) So erklommen wir am Samstag den höchsten Berg Ghanas, den Afadjato! Er liegt 885m über dem Meeresspiegel und oben angekommen, wurden wir mit einem Panoramablick über die tropischen Wälder belohnt. Man konnte bis nach Togo sehen! Zum krönenden Abschluss am Sonntag machten wir eine Ganztages Wandertour mit Abstecher über togoisches Gebiet, um auf unserem Rundweg zunächst zu den Upper Waterfalls und abschließend zu den Lower Waterfalls zu wandern! Unser Guide stärkte uns zwischendurch mit Sourcane (eine säuerliche Zuckerrohr-Art), Active Fruit (rote Frucht mit säuerlichem weißen Fruchfleisch), frischer Ananas und Tomato Kakus, die Frucht, die 10x süßer ist als alles was ihr jemals in eurem Leben gegessen habt. Wir dachten unser Guide übertreibt, als er meinte wir würden nach einem winzigen Biss die nächsten 45 Minuten Süße im Mund schmecken, doch das sollte sich noch als Untertreibung herausstellen. Im Versuch durch Trinken die aufdringliche Süße zu verdrängen, welche alleine durchs Einatmen reaktiviert wurde, verstärkten wir den Süßegrad nur zusätzlich. Wenn das überhaupt möglich war.
Endlich bei den Wasserfällen angekommen, hätte ich weinen können. Vergesst alles was ich gesagt habe, das muss die paradiesischste Erfahrung sein, die ich bisher gemacht habe! (Vielleicht sollte ich aufhören zu versuchen die Erfahrungen zu ranken.) Völlig verschwitzt von den letzten Stunden Wanderung konnten wir uns endlich unter den Wasserfällen abkühlen und den feinen Sprühregen genießen, der sich über unsere Gesichter legte.


Einerseits ist der Urlaub viel zu schnell vergangen, aber andererseits waren die Wasserfälle auch wirklich ein würdiger Abschied aus der Wli-Region. So verabschiedeten wir einen Teil unserer Gruppe in Hohoé, während der Rest Beniner mit uns nach Lomé kam, um dort eine Nacht bei Katja zu übernachten. Wir aßen also alle nochmal gemeinsam zu Abend und gingen dann schlafen. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns schließlich von den Beninern und stimmten nur kurze Zeit später alle in unserer Gruppe für ein selbst organisiertes 3/4-Seminar in drei Monaten ab.
Visum ganz ohne Probleme?
Christine und ich beantragten noch am gleichen Tag unser Togo-Visum für die nächsten drei Monate und hielten am Tag darauf doch tatsächlich erstmals problemlos unser Visum in den Händen! Nicht nur das, auch Katja erhielt mit uns ihre Carte de séjour, nach einer mickrigen Wartezeit von nur gerade mal 6 Monaten! Hat sich angefühlt wie Weihnachten! Wir genossen also die restliche Zeit in Lomé mit meiner besten Freundin, sie übernachtete mit uns in der Maison Don Bosco und wir durften sogar mit zu ihrer Arbeit kommen. Sie und ihr Mitbewohner Simon arbeiten nämlich nachmittags bei einer Hausaufgabenbetreuung, was mich sehr an unsere Lernzeit mit den Kindern im Foyer erinnert hat. Auch die Hefteinträge, die die 2. und 3. Klässler lernen mussten, kamen mir teilweise sehr bekannt vor. Danach mussten wir uns zwar leider verabschieden, aber ja nur für bis in drei Monaten zu unserem 3/4-Seminar.

Nach dieser in jeder Hinsicht emotionalen Zeit habe ich noch einiges zu verarbeiten. Allerdings im Positiven. Die Begegnungen auf dem Zwischenseminar haben mir neue Energie gegeben und mir gezeigt, dass ich mich im Gegensatz zu anderen Freiwilligen, die sich in ihren Projekten unterfordert sehen, manchmal ein wenig zu sehr in der Arbeit im Foyer verliere. Deshalb habe ich mir vorgenommen, jetzt auch bewusst neue Kontakte, beispielsweise mit Studenten aus der Uni Karas, zu knüpfen. Praktischerweise haben wir auch eine neue Volontärin für das restliche halbe Jahr hinzubekommen. Ihr werdet mir nicht glauben, aber sie heißt auch Gladys. Die Kinder waren außer sich und wollten unsere Namen auf Silben aufteilen, aber wir wollten weder „Gla“ noch „dys“ sein. Sie ist extrem sympathisch und hat uns ebenfalls angeboten, uns ein paar Geheimtipps Karas zu zeigen!
Ich freue mich extrem auf das neue Kapitel und was bin gespannt, was uns noch alles erwartet. Ende März steht jedenfalls noch mein Geburtstag an. Eigentlich bin ich hier wunschlos glücklich, aber es gibt ein Geschenk, mit dem ihr nicht nur mir, sondern vor allem unseren Foyer Kindern eine große Freude bereiten könntet: über den Spendenlink! Wie bereits gesagt, fehlen nur noch 200€ zu dem Betrag für das Fördergeld von 300€ für unser Projekt und und ich bin zuversichtlich, dass wir das noch vor Ende des Monats zusammen bekommen können!

Hier geht’s zum Spendenlink:
http://www.donboscomission.de/volontariat/2025/spenden/gladys
Konto:
DON BOSCO MISSION
LIGA BANK MÜNCHEN
IBAN: DE66 7509 0300 0102 1418 76
BIC: GENODEF1M05
VERWENDUNGSZWECK: Gladys Gerezgiher S25VB005
Christine Gnan
Aufgabenstellung: Schreibe eine humorvolle Charakterisierung der Teilnehmenden des Zwischenseminars. Ist dir auf jeden Fall gelungen, Gla.
Bin schon sehr gespannt, was dys uns hier alles zeigt…
Übrigens finde ich es schön zu sehen, dass ich auf dich abgefärbt habe und du jetzt auch an Technik-Tourette leidest (wenigstens nicht an Polygamie… oder?). Ganz viel Looove!
marlenerebstock
Meine liebste Gladys, ich habe eben erst deinen Blog gelesen und war ganz gerührt- DU bist mir auch so sehr ans Herz gewachsen! Verzeih mir, dass ich früher abreisen musste- nicht mehr lange, bis wir uns wiedersehen!!!
gigiinafrica
Amen, wir machen einfach genau da weiter bei unserem 3/4-Seminar!! 🫰🏾