Es ist schon wieder so viel passiert in den letzten zwei Monaten! Nicht so viele große Dinge, aber viele kleine Aktionen.

Pélerinage des enfants

Über das Zwischenseminar und unseren anschließenden Urlaub hatte ich komplett vergessen, dass die Fastenzeit bereits begonnen hatte. Das wurde mir jedoch schmerzlich bewusst, als ich bei unserer Rückkehr nach dem Salat fragte und Père Jonathan uns eröffnete, dass die ganze Communauté im Rahmen der Fastenzeit auf die Vorspeise verzichten würde. Ich war empört: Einen ganzen Monat sollte ich ohne meinen heißgeliebten Salat klarkommen?! Frechheit!

Andere Fastenaktionen haben mir wesentlich besser gefallen. So haben wir freitags nicht wie sonst den Rosenkranz, sondern den Kreuzweg mit den Kindern gebetet. Das war weniger monoton und mit etwas Bewegung verbunden, sodass es sowohl den Kindern als auch mir leichter fiel, bei der Sache zu bleiben.

Eine weitere sehr interessante Fastenaktion war das „Kinderpilgern“. Am Samstag nach unserer Rückkehr, also dem 7. März, trafen wir uns morgens mit knapp 200 Kindern und Jugendlichen zum Pilgern. Auch unsere Foyer-Kinder waren zum Teil mit von der Partie. Ziel war die Kirche von Abouda, einem Dorf etwa 4 Kilometer von Kara entfernt. Es war nicht das, was ich mir unter Pilgern vorstelle (zwischendurch spielten wir Kreisspiele und beim Laufen herrschte der Betreuer die Kinder immer wieder an, sie sollten Loblieder singen, nur um sie nach zwei Takten zu unterbrechen und ein neues Lied anzustimmen, das jedoch keiner kannte) und trotz der kurzen Distanz war es wahnsinnig anstrengend, aber es war trotzdem eine tolle Erfahrung. Vor allem die Messe in Abouda, die den Höhepunkt der Veranstaltung darstellte. Die Stimmung bei einer Messe mit so vielen jungen Menschen ist immer wieder etwas ganz Besonderes!

Gegen 16 Uhr (nach dem Essen und Tanzen) war die Veranstaltung vorbei und ich dankbar, abends nicht noch ins Foyer zu müssen, sondern in mein Bett fallen zu dürfen.

Doppelgängerin

Am nächsten Tag, dem Sonntag, war der Internationale Tag der Frauenrechte. Gefeiert haben wir ihn jedoch erst am Samstag darauf mit den Lehrerinnen vom Ausbildungszentrum. Leider waren die meisten Frauen zu schüchtern zum Tanzen… Aber Gladys und ich hatten trotzdem unseren Spaß. Und wir haben von Fr. Théodore eine Sammlung von Kabyè-Märchen und Sagen geschenkt bekommen. Danke nochmal!

Apropos starke Frauen: Unser Team hat sich kurz nach unserer Rückkehr um eine weitere Volontärin erweitert. Gladys kommt aus der Nähe von Lille, ist 23 Jahre alt und eine richtig coole Socke. Ja, ihr habt richtig gelesen: Gladys hat eine Doppelgängerin. Jetzt habe ich natürlich das gleiche Problem, wie wir es im Foyer haben: Wie unterscheiden, von wem ich spreche? Ein Kind hat vorgeschlagen, die neue Gladys „Glagla“ zu nennen, aber da weigere ich mich. Da kann ich sie ja gleich „Lady Gaga“ rufen… Ein anderes Kind hat angefangen, von Gladys 1 und Gladys 2 zu reden. Wieder ein anderes spricht von Gladys A und Gladys F, wobei A für „Allemande“ und F für „Française“ steht. So werde auch ich es in diesem Blog ab jetzt handhaben.

Gladys und Gladys

Jedenfalls sind wir total dankbar für Gladys F’s Ankunft. Sie bringt neue Ideen und neue Energie mit und insgesamt entlastet uns ihre Präsenz. Jetzt sind wir immer zu zweit bei den Jungs, während eine bei den Mädchen ist. Das heißt auch, dass wir jeweils zwei Wochen bei den Jungs sind und eine bei den Mädchen.Viel wichtiger noch: Gladys F ist einfach ein superlieber Mensch! ❤️

Joyeux anniversaire

Ein Beispiel dafür ist Gladys A’s Geburtstagsfeier. Am 25. März wurde Gladys ganze 20 Jahre alt, also regelrecht zur Greisin! Ihr eigentlicher Geburtstag war an einem Mittwoch, doch richtig gefeiert haben wir erst am Wochenende, dafür aber drei Tage lang.

Am Freitagabend feierten wir mit Gladys F’s Freundesgruppe. Ihr Freund, Victor, hatte nämlich am Montag Geburtstag gehabt und so feierten wir die beiden zusammen. Erst gab es bei Dany, Victors bestem Freund, ein richtig gutes Fufu mit einer noch besseren Erdnusssoße, dann gingen wir in eine Bar. Wobei man sich von dem Wort Bar nicht in Irre führen lassen sollte, ich würde es als Mischung aus Irish Pub und Biergarten bezeichnen, was mir sowieso lieber ist.

Es war eine gemütliche Runde und ich genoss es sehr, einfach mal abends mit chilligen Leuten draußen zu sein. Außerdem gab es die mit Abstand beste Torte, die ich hier in Togo probiert hatte! Ein anderer französischer Volontär, ein Konditor, hatte sie selbst gemacht. Eigentlich viel zu schade für eine Kuchenschlacht, aber wir mussten trotzdem alle lachen, als Victor und Gladys A jeweils eine Handvoll ins Gesicht geschmiert bekamen. Tja, was soll ich sagen, so richtig schlau bin ich aus den hiesigen Traditionen und Ritualen noch nicht geworden…

Noch einmal Geburtstag

Am nächsten Tag, also am Samstag, feierten wir mit den Kindern. Als wir (Gladys A und ich) morgens ins Foyer kamen, wurden uns von zwei Jungs die Flasche abgenommen. Und bevor wir überhaupt richtig realisierten, was gerade passierte, hatten sie Gladys bereits fast unser gesamtes Trinkwasser übergeschüttet. Sie war klitschnass! (Auch so ein komisches Genburtstagsritual.)

Die Jungs können jedenfalls froh sein, dass Gladys nur lachte und Père Jonathan nicht dabei gewesen war, denn er hatte ihnen ausdrücklich verboten, für so einen Blödsinn Wasser zu verschwenden. Nun brauchte Gladys also was Neues zum Anziehen. Wechselklamotten hatten wir jedoch nicht dabei. Abhilfe schafften die Säcke mit Kleiderspenden, die Frère Samuel (einer der Erzieher), Gladys und ich nach etwas Passendem durchsuchten. Wir fanden schließlich ein Kleid. Gladys mochte das Outfit so sehr, dass sie Père Jonathan später fragte, ob sie es behalten dürfe. Es war sowieso viel zu groß für unsere Mädchen, also willigte er ein.

Abends feierten wir dann im Foyer mit Kuchen und Limo, für die wir unsere letzten beiden Mittagspausen geopfert hatten. Bevor jedoch gegessen wurde, sangen wir „Zum Geburtstag viel Glück“ auf Französisch, Englisch, Deutsch und Kabyè, Gladys (A natürlich) und Père Jonathan hielten jeweils eine Rede, ein Junge überreichte Gladys ein selbstgezeichnetes Bild und es gab diverse Tanzaufführungen.

Ein drittes Mal Geburtstag

Am Sonntagmittag feierten wir dann mit den Salesianern. Es gab das übliche Geburtstagsritual: Nach dem Mittagessen eine Torte (und diesmal sogar Eis!) und das Geschenk, die tanzend und singend gebracht werden, danach wird die Torte vom Geburtstagskind angeschnitten und schließlich beim Kuchenessen eine Rede von Frère Armand, dem jüngsten der Salesianergemeinschaft hier.

Ein besonderes Highlight dieser Feier: Die Pères hatten extra Kidibul, also Kindersekt, für uns besorgt! Diese Geste hat mich wirklich sehr berührt, machen sie sich doch meist darüber lustig, dass wir beide keinen Alkohol trinken. Inzwischen finde ich es witzig, wenn sie mir sagen, ich solle auch Bier statt Youki (hiesige Süßgetränkmarke) nehmen, denn dann nehme ich ganz einfach die Flasche in die Hand und stelle sie woanders ab. Danach wird eine Runde gelacht und fertig. Anfangs jedoch ging es mir gehörig auf die Nerven, dass es so oft Thema war. Umso schöner die Geste mit dem Kidibul, ganz abgesehen davon, dass es mich an so manche Geburtstagsfeier aus meiner Kindheit erinnerte.

Freuen und ärgern

Ermutigt durch Gladys F und unseren Vorsatz vom Zwischenseminar, mehr außerhalb der Arbeit zu machen, zogen Gladys A und ich am nächsten Tag los in die Stadt. Gladys F hatte Gladys A nämlich einen Friseursalon empfohlen und sie ließ sich die Haare flechten. Na ja, eigentlich sind es Twists, aber „twisten“ klingt komplett bescheuert. Jedenfalls ließ sie sich eine neue Frisur verpassen. Ich telefonierte währenddessen mit Michi, einem unserer Nachvolos. Jungs, das wird richtig cool, wir sind echt glücklich, dass nach uns wieder Volos nach Kara kommen! Allein schon, weil wir dann über euch noch zwischendurch Updates aus Kara kriegen und dadurch hoffentlich der Abschied nicht ganz so hart wird. Abschied… darüber will ich noch gar nicht nachdenken. Nur noch vier Monate. Nur noch ein Viertel des Freiwilligendienstes. Und noch so viel zu tun und so viel vor… Gerade vergeht die Zeit viel zu schnell!

Jetzt bin ich aber schon wieder vom Thema abgekommen, denn eigentlich wollte ich ja vom 30. März erzählen. Nachdem Gladys neue Frisur dann also nach etwa drei Stunden fertig war, gingen wir zum Supermarkt und wollten dann nur noch schnell Geld auf meine SIM-Karte laden, als mir mein Handy aus der Hülle rutschte (ich weiß selber nicht, wie das passiert ist) und genau mit der Ecke auf einen Felsen fiel. Die Folge: Das Display war komplett geschrottet. Und das am Geburtstag meiner besten Freundin und ich hatte ihr versprochen, dass ich sie noch anrufen würde! Scheiße!

Zum Trost gab es dann erstmal marinierten Tofu, ein Togo-Trikot (was mir inzwischen wieder von der Wäscheleine geklaut wurde) und einen neuen Stoff für mich.

Glücklicherweise konnte das Handy repariert werden, ich bekam es am Mittwoch, dem 1. April, zurück. Kein Aprilscherz.

Fest der Priester

Aber nochmal einen Schritt zurück, diese ganze Geschichte spielte sich nämlich am Montag der Karwoche ab, die bekanntlich aber ja schon mit Palmsonntag beginnt. Der war allerdings nicht so spektakulär, außer dass es halt echte Palmwedel gab.

Am Gründonnerstag war mittags von Karwoche nichts zu spüren, es wurde gefeiert. Scheinbar ist es hier Tradition, dass am Gründonnerstag die Priester gefeiert werden und da wir ja gleich vier davon in der Communauté haben, machte das natürlich auch vor uns nicht Halt. Was ich übrigens nicht schlimm finde, Fidèle hat nämlich wieder richtig gut gekocht.

Abends ging ich mit den Foyer-Mädchen zur Messe in die Kathedrale. Auch da merkte man, dass es die Feier der Priester war, denn elf von ihnen zelebrierten diese Messe – inklusive Bischof. Die Kathedrale Karas, ein Zentralbau, ist kleiner als die Gemeinde Saint Jean Bosco, meiner Meinung nach aber dafür auch schöner und irgendwie stimmungsvoller. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass wir hier im zweisprachigen Gottesdienst (Kabyè und Französisch) waren, wo mehr Lieder auf Kabyè gesungen werden, die einfach besser für dieses gewisse Etwas sorgen als die französischen Lieder, auch wenn ich kaum etwas verstehe. Während des Gottesdienstes legte der Bischof sein Messgewand ab, band sich ein Handtuch um die Hüften und wusch den Täuflingen aus der ersten Reihe die Füße. Das war wirklich ein ganz besonderer Moment!

Ein Karfreitag der besonderen Art

Karfreitag war sehr schön und sehr anstrengend zugleich. Nachdem wir morgens im Foyer waren, kamen wir bereits deutlich früher als sonst zurück (ca. 11:30 statt 13 Uhr), um uns vor der Prozession auszuruhen. Die ging nämlich um 13 Uhr los, etwas hinter dem Uni-Campus. Genauer gesagt ging das Passionsspiel los. Eine Stunde standen wir in der Sonne herum, bevor die eigentliche Prozession losging, die weiterhin vom Passionsspiel begleitet wurde, immer wieder hielten wir an, die Stationen der Passion wurden nachgespielt und dann gab es bei jeder Station Gebete und Impulse zum Nachdenken. Das Passionsspiel war wirklich sehr beeindruckend, der Jesus und die beiden Verbrecher wurden tatsächlich an Kreuze gebunden, die dann aufgestellt wurden. Die ganze Gemeinde war ergriffen.

In der Kirche angekommen, wurde ein Gottesdienst (wohlgemerkt keine Messe) mit Kreuzverehrung gefeiert, wobei alle noch das eben Gesehene im Kopf hatten, was für eine ganz besondere, sehr andächtige Stimmungsorgte. Weitere 2 Stunden. Also 5 Stunden insgesamt, ein neuer Rekord für mich. Es war aber ein sehr schöner Nachmittag, ich habe gar nicht gemerkt, wie lange das ging.

New Challenge

Anders bei dem Finale von New Challenge, einem (hauptsächlich Tanz-)Wettbewerb zwischen den Schulen Togos, den wir mit einem Salesianer im Anschluss uns noch im Palais du Congrès anschauten. Warum diese Veranstaltung ausgerechnet Karfreitag stattfand, ist mir bis heute ein Rätsel.

Wir kamen extra schon zu spät, weil wir letztes Mal richtig lange hatten warten müssen, bis es endlich losging. Auch diesmal mussten wir warten, allerdings nur eine halbe und nicht eineinhalb Stunden. Die erste Kategorie waren die traditionellen Tänze. Vieles davon kannten wir schon, aber bei der Gruppe aus Tchévié (ganz im Süden des Landes) fiel mir die Kinnlade herunter.

Danach war allen Ernstes ein Buchstabierwettbewerb dran. Langweilig! Anschließend gab es eine Runde Poetry Slam zum Thema „Schwangerschaften in der Schulzeit“, was wieder etwas spannender war. Als dann jedoch anschließend noch ein Quiz folgte, war meine Laune endgültig im Keller. Ich war müde und auf der Bühne passierte rein gar nichts. Jetzt schon zu gehen war allerdings auch keine Option, denn es sollten ja noch zwei Tanzkategorien folgen und die wollte ich unbedingt sehen. Es war die richtige Entscheidung, die Tänze waren wirklich toll!

Gewonnen hat übrigens Don Bosco und nicht mein Favorit Tchévié. Auch wenn ich an dem Abend wütend war, freue ich mich jetzt darüber, dass die 500 000 Francs CFA Preisgeld in einen guten Zweck fließen.

Dankenswerterweise gab Père Jonathan uns am nächsten Morgen frei, um den fehlenden Schlaf nachzuholen. Anders wäre es wohl auch nicht gegangen, denn wir waren erst gegen 5 Uhr im Bett und sollten am nächsten Abend die Osternacht durchstehen.

Freudige Aufregung

Die war nicht nur wegen Ostern ein wichtiges Ereignis für uns, sondern vor allem wegen Gabrielles1 Taufe. Als ich am Samstagabend im Mädchenfoyer ankam, waren alle schon ganz aufgeregt. Nur ein kleines Mädchen, das sonst ein richtiger Wirbelwind ist, wirkte etwas traurig. Als ich sie also fragte, was los sei, antwortete sie mir: „Ich hab nichts Schönes zum Anziehen, alle meine Sachen sind dreckig.“ Ein Problem, das sich zum Glück relativ leicht beheben ließ: Gemeinsam überredeten wir ein anderes Mädchen, ihr einen Rock und ein Oberteil zu leihen. Überglücklich hob die erste die zweite hoch, was diese wiederum sorgenvoll zu mir blicken ließ. Ihre Angst war jedoch unbegründet, denn sie wurde vergleichsweise sanft wieder abgesetzt.

Taufe à la Togo

Jetzt waren also alle fein herausgeputzt – allen voran natürlich Gabrielle – und nach einer Fotosession gingen wir zur Kathedrale. Der Gottesdienst selbst begann um kurz nach neun und dauerte etwa vier Stunden. Gar nicht so lang, wenn man bedenkt, dass die Osternacht sowieso immer lang ist, ein normaler Gottesdienst hier mindestens zwei Stunden dauert und 88 Taufen und zusätzlich noch 79 Erstkommunionen stattfanden. Also 167 Jugendliche und junge Erwachsene, die Teil der christlichen Gemeinschaft werden wollen. Und das, obwohl hier die Vorbereitung auf die Sakramente sehr viel strenger gesehen wird:

Die zukünftigen Täuflinge müssen erstmal erstmal drei Jahre zur Katechese, bevor das Sakrament gespendet wird. Wer als Baby getauft wurde, macht die gleiche Katechese, um die Erstkommunion zu empfangen. Für die Firmung sind es dann weitere zwei Jahre Katechese. Von der Idee her gleicht es also unserer Erstkommunions- und Firmvorbereitung, aber 

1. dauert es sehr viel länger, 

2. ist es sehr viel strenger: man darf bei der Katechese, die jede Woche stattfindet, nicht unentschuldigt fehlen, muss jeden Sonntag und natürlich zusätzlich an den Feiertagen zum Gottesdienst erscheinen (es gibt so ein kleines Heftchen, in die sie den Katechisten immer nach er Messe unterschreiben lassen müssen), sie müssen zu zusätzlichen Aktivitäten in der Gemeinde kommen und kurz vor der Taufe gibt es an der Sonntagen eine Befragung, ob sie wirklich getauft werden wollen + eine Exorzismus-Zeremonie (nichts Schlimmes, nur ein Gebet),

und 3. ist es sehr viel verschulter, also mit Hefteinträgen und Abfragen und so.

Die Taufe selbst spendete der Bischof höchstpersönlich Gabrielle, worauf vor allem die „Maman“ des Foyers, die zugleich ihre Taufpatin ist, sehr stolz ist.

Osterfeier

Auch am Ostersonntag gingen wir natürlich in die Messe, diesmal wurden einige Babys und Kleinkinder getauft und außerdem fand eine Trauung statt.

Abends feierten wir mit den Kindern Ostern. Wie sich das für ein richtiges Fest gehört, tanzten wir ganz viel zusammen (was mir während der Fastenzeit echt gefehlt hatte) und es gab ein Festmahl, sogar mit einem Stück Fleisch für jedes Kind. Außerdem wurde Gabrielle noch einmal besonders geehrt, sie durfte als einziges Foyer-Kind am Kopfende der Tafel sitzen, zwischen uns Volos.

Im Foyer sind auf eine Wand Osterhasen bei der Arbeit gemalt. Richtige Ostereier oder gar eine Ostereiersuche gab es jedoch nicht. Aber immerhin hatte Gladys F kleine Schoko-Kokos-Bonbons (grenzt eigentlich an ein Verbrechen, aber war ja zum Glück nicht für mich und den Kindern hat es geschmeckt), Lollies und Kekse für die Kinder besorgt.

Mal raus aus dem Alltag

Am Ostermontag machten wir mit unseren Salesianern einen Ausflug nach Défalé. Eigentlich hatten wir sie einladen wollen, aber unsere Einladung wurde geflissentlich übergangen. Mehr noch, sie wurde einfach umgedreht. Und so kam es, dass wir an diesem Morgen uns alle mit Badesachen ausgestattet vorm Eingang versammelten. Das Gepäck kam in den Kofferraum, die Stimmung war bestens und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich womöglich in ein Kinderbuch katapultiert worden war. Ein Buch über einen Familienausflug von zwei Schwestern mit ihren Onkels.

Nach einer knappen Stunde Fahrt waren wir in Défalé angekommen, wo Gladys und ich sehr zielstrebig auf den Pool (das Ausflugsziel war nämlich ein Hotel mit Pool und Restaurant) zuliefen. Das letzte Mal waren wir im Oktober mit unseren Mädchen hier gewesen. Wie viel dazwischen passiert war!

Ich habe es total genossen, unsere Salesianer mal außerhalb ihres Arbeitskontextes zu sehen. Denn selbst in der Communauté, zum Beispiel beim Mittagessen, kann es leicht passieren, dass jemand klopft und etwas von den Pères will, so richtig abschalten können sie da auch nicht. Anders in Défalé, wo sie hemmungslos albern waren, ein Wettschwimmen mit uns veranstalteten (ich wurde zweite, Madame Ich-schwimm-mal-eben-über-eine-Stunde-meine-Bahnen-auch-wenn-ich-wegen-des-Chlors-hinterher-Zombieaugen-habe gewann natürlich), sich über unsere Evala2-Versuche im Wasser amüsierten und bei einem Zusammenstoß von zwei Pères „Accident ! Accident !“ riefen.

Am meisten zum Lachen brachte uns jedoch Père Samuel, wenn er, auf den Rettungsring gestützt, von A nach B schwomm und dabei laut verkündete: „Platz da! Das Nilpferd kommt!“

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk

Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk würden Gladys und ich uns sehr über Spenden für ihren Freiwilligendienst freuen! Ich habe meine 3000 € nämlich bereits voll, ihr hingegen fehlen noch knapp 1000 €. Spenden könnt ihr ganz einfach über diesen Link! Vielen, vielen Dank an alle, die uns unterstützen!!!

Außerdem freue ich mich sehr über Kommentare von euch. Rückmeldungen, Fragen, Anregungen oder einfach eine liebe Nachricht… Ich freue mich, wenn ihr euch meldet!

  1. Name zum Schutz des Kindes geändert ↩︎
  2. Initiationsritus der Kabyè-Männer, eine Art Ringkampf, findet im Juli statt ↩︎