28 wunderschöne Tage unter Volos (Teil 1)

11.06.2026, 20:37 Uhr

Ich sitze vorm Fernseher und schaue mir zusammen mit Père Samuel und Frère Théodore das Eröffnungsspiel der WM an. So richtig bei der Sache bin ich allerdings nicht. Stattdessen frage ich mich, was die anderen Volos jetzt gerade so machen. Und ob sie in den letzten Tagen auch immer wieder zwischendurch die Fotos von unserem Urlaub angeguckt und sich dabei gedacht haben: „Was hab ich für ein Glück, dass ich diese Leute kenne!“

Ich glaube schon, denn heute wurde folgendes in unseren Gruppen-Chat geschrieben:

Quirin: Danke für den tollen Urlaub, nächstes Jahr auf deutschem Boden 🙂

Marlene: Nächstes Jahr? 🤨

Quirin: Gerne auch schon dieses!

Marlene: So nämlich

Unser „3/4-Seminar“ war wirklich ein wunderschöner Urlaub! Der Name entstand auf dem Zwischenseminar, wo wir immer wieder scherzhaft meinten, dass wir uns nach 3/4 unserer Zeit in Westafrika noch einmal ein Seminar organisieren würden, weil wir uns alle so gut verstanden und der Austausch so wertvoll war. Zu dem Zeitpunkt hätte ich niemals gedacht, dass wir das wirklich machen würden. Haben wir aber, in Benin und bei uns in Togo. Genau 28 Tage lang waren Gladys und ich deshalb im Ausnahmezustand. Ich habe noch immer nicht den dadurch fehlenden Schlaf nachgeholt, aber das ist es mir allemal wert. Ich würde es genauso wieder machen!

Tag 1 bis 9: Marlene und Katja in Kara

Am 10. Mai kamen Marlene und Katja für etwas mehr als eine Woche zu uns zu Besuch.

Gleich am Tag nach ihrer Ankunft (einem Montag und damit unserem freien Tag) machten wir mit den beiden einen Ausflug. An dieser Stelle ein großer Dank an Victor, der den ganzen Ausflug für uns organisierte.

Ein kleiner Töpferkurs

Nach einem leckeren Frühstück ging’s los. Zunächst fuhren wir in ein Dorf, in dem die Frauen traditionelle Töpferware herstellen. Zunächst zeigten sie uns, wie sie den Ton stampfen, um ihn zu einer geschmeidigen Masse zu machen und die Klümpchen verschwinden zu lassen. Dann ging es ans Töpfern selbst. Anstelle von Drehscheiben verwendeten sie zwei gewölbte Tonscherben, die sie so aufeinanderlegten, dass die obere als Ablage zum Töpfern diente und sich auf der unteren drehte. Die Frauen arbeiteten routiniert, präzise und schnell. Etwa 20 Tongefäße pro Person pro Tag töpfern sie!

Als Katja, Marlene und ich uns selbst am Töpfern probierten (Gladys konnte nicht, sie hatte eine Wunde am Finger), merkten wir schnell, dass es viel einfacher aussieht als es ist. Zum Glück hatten wir sehr geduldige Lehrerinnen, die uns alles Schritt für Schritt zeigten und uns bei den schwierigeren Teilen halfen, sodass am Ende auch vor uns drei fertige Schalen standen.

Zum Abschluss wurde uns noch gezeigt, wie die Tontöpfe gebrannt werden. Zunächst wird ein kleines Strohfeuer angezündet und der Topf darübergestülpt. Dabei geht es um die Rauchbildung, denn der Ruß, der sich im Inneren des Topfes absetzt, sorgt für die Schwarzfärbung und das Glitzern hinterher. Und es dient der Abdichtung des Topfes gegen Wasser. Danach wird ein großes Feuer angezündet, in das die Töpfe gestellt werden und das dann mit Erde abgedeckt wird. Das ist der Brennofen.

Die Tata Tamberma

Nachdem wir ein paar Mitbringsel gekauft und uns verabschiedet hatten, ging es weiter zu den Tata Tamberma. Das sind die traditionellen Lehmburgen der Batammariba, die 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurden. Wir waren sehr davon beeindruckt, wie funktional die Häuser aufgebaut sind und wie viel man durch ihre Architektur über die Kultur erfahren kann. Soziale Strukturen, die Ernährungsweise der Menschen, ihre Religion – all das spiegelt sich in den Tatas wider.

Bevor sie in Togo sesshaft wurden, hatte das Volk der Batammariba in Benin in Höhlen und Baumstämmen gelebt, erzählte uns unser Guide. Das mit den Höhlen glaubte ich gern, aber in Baumstämmen? Ich musste mich verhört haben. Wie sich herausstellte, hatte ich doch richtig gehört, denn der Baobab, den wir zuletzt besichtigten, war innen hohl. Man konnte ihn tatsächlich als ganze Gruppe betreten. Ein bisschen eng zwar als Wohnraum, aber theoretisch möglich.

Nach den Tatas und einem sehr guten Fufu fuhren wir nochmal in die andere Richtung, zu der Faille d’Aledjo. Die Fahrten waren die wohl schönsten Fahrten hinten auf dem Pick-Up jemals! Und auch bei der Faille selbst hatten wir auch unseren Spaß.

Einen zweiten Ausflug machte ich am Mittwochmorgen mit Marlene und Père Jonathan zu den Elefanten. Katja konnte leider nicht mitkommen, weil sie Malaria hatte und Gladys blieb mit ihr zu Hause, aber zum Glück hatten die beiden die Elefanten bereits im Januar gesehen. Marlene hingegen war das erste Mal hier und ganz fasziniert von den grauen Riesen. Und ich muss zugeben, dass auch ich mich ihrem Bann nicht entziehen konnte. Ich bin überzeugt, dass die Elefantendamen mich wiedererkannten, schließlich hatte das auch der eine Ranger getan 🙂

Gemeinsames Musizieren

Ansonsten verbrachten wir wie gewohnt viel Zeit im Foyer. Nur Katja leider nicht – die verbrachte aufgrund von Malaria viel Zeit im Bett. Die Kinder fragten jeden Tag nach ihr und Katja selbst war mindestens genauso enttäuscht, dass sie nicht mit unseren Jungs Fußball spielen konnte. Und ja, das war natürlich doof, aber es war trotzdem schön, dass du da warst, liebe Katja!

Marlene haben die Kinder in der einen Woche, die sie da war, ebenfalls fest ins Herz geschlossen, jetzt werden wir nicht nur ständig gefragt, wann Katja, sondern auch wann Marlene wiederkommt und mit ihnen singt. Am Freitag und Samstag hat Marlene nämlich ihre Gitarre (eigentlich die von Père Jonathan, aber meins, deins, das sind doch bürgerliche Kategorien) und diverse Kinderlieder ausgepackt und dann wurde gesungen, was total gut ankam. Ein Teil der Lieder waren Kanons und wurden bestimmt zwanzigmal wiederholt. So blieben sie gut hängen – gestern erst lief einer unserer Jüngsten neben mir her und sang dabei: „Il ne dira plus cocoli, cocola.“

Aus- und spazierengehen

Außerdem waren wir am Freitag Trikots kaufen und abends mit Père Jonathan und Frère Armand beim Palais, wo wir alle „Crêpes allemandes“ probiert haben. Das war zwar kein deutsches Gericht, dafür aber sehr lecker und das ist ja wohl viel wichtiger! Am Samstagabend waren wir dann mit Gladys F, Victor, Guénolé und Dany tanzen und hatten einen weiteren, wunderschönen Abend zusammen.

In der Sonntagsmesse war nicht nur Marlene von dem Widder überrascht, der als Spende während der Gabenbereitung zum Altar gebracht wurde. Lebende Hühner hatten wir schon, aber ein blökendes Schaf war neu. Ich musste mich sehr zusammenreißen, nicht mitten in der Messe loszulachen, als das Tier kurz vor dem Altar für einen Moment stehenblieb und sich weigerte, weiterzugehen.

Am Montag waren wir nach einem gemütlichen Frühstück noch bei Emma zu Besuch. Nachmittags spazierten wir an den Fluss. Bei Marlenes etwas neidischen Kommentaren zu diesem idyllischen Spaziergang fiel Gladys und mir auf, dass wir das eigentlich viel zu selten machen. Daran wird sich wohl leider in der nächsten Zeit mit dem Bewerbungsstress auch nichts ändern… Aber danach hoffentlich.

Tag 10 bis 14 – Des wundervollen Urlaubs erster Teil

Hier mal eine Karte mit all unseren Übernachtungsstationen, damit ihr den Überblick behalten könnt

Parakou

Am nächsten Morgen standen wir pünktlich um sieben Uhr zur Abfahrt bereit, denn unser Urlaub ging los. Gemeinsam mit Père Jonathan fuhren wir Mädels zusammen nach Parakou, in Benin (auf der Karte der das rote Ziel bzw. A).

Dort waren wir bei den Salesianern untergebracht (Teil der Don-Bosco-Familie zu sein hat so seine Vorteile ;)): Père Jonathan in der Communauté und wir Mädels im leerstehenden Internat auf dem Gelände des Ausbildungszentrums, welches sich etwa 1 Kilometer von der Communauté liegt. Außerdem gehören zum Projekt in Parakou noch eine École maternelle (Kindergarten bzw. eher Vorschule), eine Grundschule und die Kirchengemeinde. Besonders beeindruckt haben uns jedoch die diversen Sportplätze. Hier werden Benins zukünftige Spitzensportler ausgebildet: Im Basketball, Handball und Volleyball spielen jeweils mindestens eine Mädchen- und eine Jungen-Jugendmannschaft in der ersten Liga.

Nachdem wir am frühen Nachmittag angekommen waren, etwas gegessen und uns ausgeruht hatten, erkundeten wir auf eigene Faust die Umgebung. Mir kam Parakou im Vergleich zu Kara ziemlich wohlhabend vor. Das läge an den Handelsbeziehungen zu Nigeria, wurde mir beim Abendessen erklärt.

Den nächsten Morgen nutzten wir, um erst einen kurzen Einblick in die Schreinerei des Ausbildungszentrums zu bekommen und uns dann von Père Jonathan die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen zu lassen. Die bestanden hauptsächlich aus riesigen Kreisverkehren mit irgendwelchen Statuen von irgendwelchen wichtigen Persönlichkeiten darauf. Zuletzt fuhren wir noch zur Universität und besichtigten die Bibliothek der medizinischen Fakultät. Ich war schwer beeindruckt: Ein mehrstöckiges Gebäude gefüllt mit Fachliteratur für nur eine Fakultät! Da kann die Universität Kara nicht mithalten… Auch der Ausblick von der Dachterrasse der Bibliothek war sehr schön. Seht selbst:

Nach einem leckeren Mittagessen verabschiedeten Katja, Marlene, Gladys und ich uns dann von Parakou und von Père Jonathan, der noch bis zum nächsten Morgen bleiben und anschließend nach Kara zurückfahren würde.

Porto-Novo

Wir nahmen den Bus weiter nach Porto-Novo (auf der Karte B). Es war eine der entspanntesten Busfahrten meines Lebens! Wir hatten die letzten zwei Reihen komplett für uns, Marlene und ich telefonierten über eine Stunde mit unseren Teamenden (Grüße gehen raus 🤗), wir lösten Kreuzworträtsel, schliefen, ich schrieb Blog… Und dank der unfassbar guten Straße kamen wir nach nur 5,5 Stunden Stunden Fahrt in Porto-Novo an und nicht erst nach 9 (Dauer der Fahrt von Kara nach Lomé)!

Als wir im Projekt von Marlene und Matilde ankamen, war die Freude groß! Die Kinder kamen sofort angerannt und begrüßten uns. Marlene fiel fast um, so stürmisch wurde sie von ihren Jungs umarmt! Und dann waren da ja auch noch unsere Jungs, Quirin und Elia, die beiden Freiwilligen aus Ghana, die bereits einen Tag vor uns angekommen waren. Wir spielten bis nach zehn noch mit den Kindern, dann meldete sich der Hunger und wir gingen hoch, um etwas zu essen und danach noch stundenlang auf Marlene und Matildes Dachterrasse zu quatschen.

Zur kurzen Einordnung: Das Projekt von Marlene und Matilde ist auch ein Foyer und beherbergt etwa so viele Jungs wie unseres. Allerdings gibt es dort kein Mädchen-Foyer. Dafür ist die Schule direkt auf dem Gelände und den Wohnraum der Jungs ist im Vergleich zu Kara sehr viel geräumiger und mit mehr Rückzugsmöglichkeiten versehen. Die Jungs haben tatsächlich 4er-Zimmer!

Das große Fressen und die Bremer Stadtmusikanten

Den Donnerstagvormittag verbrachten wir mit einem ausgiebigen Spaziergang durch Porto-Novo. Wir schauten und die Freiluftkirche Notre Dame des Lagunes und die alte Moschee von Porto-Novo an, liefen durch das Vodun-Viertel und an der Lagune entlang. Dadurch entwickelten wir einen ordentlichen Appetit. Dem sollte ein von Marlene hochgelobtes Restaurant, bei dem es unter anderem richtig gute Burger geben sollte, Abhilfe schaffen. Wir hatten einen solchen Kohldampf, dass wir alle (bis auf Marlene und Matilde) einen Burger, Fritten oder frittierte Kochbananen UND ein Shawarma bestellten. Das war dann doch zu viel des Guten, hinterher war uns allen schlecht, weil wir uns überfressen hatten. Egal, das gehört zur Experience dazu und davon abgesehen war das Essen wirklich superlecker! Man hat eindeutig gemerkt, dass wir alle europäisches Essen vermisst hatten.

Abends spielten wir mit den Kindern von Marlene und Matilde Fußball, machten Wettrennen (keine gute Idee, wenn einem eh schon schlecht ist…) und führten für sie die Bremer Stadtmusikanten als Schattentheater auf. Der Tag war also ein voller Erfolg!

Am nächsten Tag ging das große Schmausen weiter, nach dem Shawarma (hatte ich am Vortag nicht mehr geschafft) als Frühstück ging’s in die Eisdiele. Dort ließen wir viel zu viel Geld für ein paar Kugeln Eis und waren sehr zufrieden mit der Investition.

Zu Besuch bei Leonie, Maria und Lotte

Nach dem Mittagessen mit den Salesianern (ja, schon wieder Essen!) verabschiedeten Katja, Gladys, Elia, Quirin und ich uns von Père Arnaud, einem superlieben Salesianer, der uns netterweisefür den Urlaub zwei beninische SIM-Karten lieh, den Kindern, Marlene und Matilde und fuhren nach Cotonou (auf der Karte D) ins Projekt von Maria und Leonie. Maria und Leonie sind im Gegensatz zu uns nicht bei den Salesianern, sondern bei den Don-Bosco-Schwestern. Ich muss sagen, ich bin sehr froh darum, dass wir nicht, wie ursprünglich geplant, zu den Schwestern in der Côte d’Ivoire gekommen sind, denn die Schwestern sind in vielem viel strenger als die Salesianer und ich weiß nicht, wie gut ich damit hätte umgehen können.

Ihr Projekt in Cotonou ist übrigens riesig! Leider konnten wir gar nicht so viel davon besichtigen und kaum Zeit mit den Kindern verbringen. Dennoch war es sehr interessant, das Projekt zu sehen und allein für das gigantisch gute Bananenbrot, dass Leonie uns auftischte, hat es sich schon gelohnt!

Am späten Abend fuhren wir dann weiter zu Lotte nach Abomey-Calavi (auf der Karte C), denn dort kamen wir für die Nacht unter. Lotte ist mit Katjas Organisation ausgereist und wohnt zusammen mit ihrer Gastmutter in einer Villa mit zwei Dachterrassen. Die nutzten wir, auch wenn es schon fast Mitternacht war, zum Ninja-Spielen und Quatschen. Als ich am nächsten Morgen aufstand, stand bereits ein herrliches Frühstück auf dem Tisch. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an dich, liebe Lotte, du warst eine mega Gastgeberin!

Ganvié

Lotte ist nicht nur eine gute Gastgeberin, sie kann auch gut mit Zem-Fahrern verhandeln und so waren wir kurz nach dem Frühstück unterwegs nach Ganvié, einem Dorf auf Stelzen mitten auf dem See Nokoué, zu dem man eine Bootstour machen kann. Unterwegs hatte das eine Zem eine Panne und so verzögerte sich unser chronisch verspäteter Zeitplan noch weiter, doch das war nicht weiter schlimm, wir hatten ja keine weiteren Verpflichtungen.

So kamen wir also gegen Mittag am Steg für die Bootstour an und Gladys, Quirin, Elia und ich stiegen zu unserem netten Guide, dem wir gleich mal erzählten, dass Quirin und Gladys verheiratet und Elia und ich Zwillinge seien, ins Boot ein. Lotte und Katja, die die Tour schon einmal gemacht hatten, gingen währenddessen bummeln.

Nach etwa zehn Minuten Fahrt kamen wir in Ganvié an. Es ist wirklich ein sehr besonderer Ort, an dem nichts ohne Boot funktioniert, nicht einmal der Weg zur Schule. Diese steht, genau wie alle anderen Gebäude, auf Stelzen, darunter fließt Wasser. Wir machten Halt bei mehreren Touri-Shops, kauften ein paar Souvenirs und fuhren dann mit unserer Erkundungstour durch die Straßen – sagt man das so, wenn doch alles Wasser ist? – des Dorfes fort.

Als wir wieder an Land waren, suchten wir wieder nach Zems und fuhren so nach Cotonou zu unserem Hostel für die Nacht. Dort trafen wir dann auch Maria, Leonie und Henry, den die beiden vom Flughafen abgeholt hatten. Ja, vom Flughafen, denn Henry war extra für unser 3/4-Seminar aus dem Senegal eingeflogen! Ein wahrer Liebesbeweis!

Zur Feier des Tages gingen wir zusammen essen, wobei ich das erste Mal Attiéké (keine Ahnung, wie man das schreibt) probierte. Es sieht aus wie weißer Couscous, ist aber leichter und schmeckt leicht säuerlich. Sehr lecker!

Auf dem größten Markt Westafrikas

Abends waren wir noch alle zusammen auf dem Dantokpa-Markt. Es ist der größte Markt Westafrikas und das merkt man auch. Als wir (während der Hauptverkehrszeit) ankamen, war es ein Ding der Unmöglichkeit, die Straße zu überqueren. Auf dem Markt selbst waren die Gassen recht schmal und vor den bereits geschlossenen Läden waren überall noch Stände aufgebaut, an denen verhandelt wurde. Dazwischen schoben oder zogen Männer Wagen für den Warentransport, riefen dabei immer wieder ein Wort auf Fon und allen, die nicht sofort aus dem Weg sprangen, wurde eiskalt über die Füße gedonnert. Im Gänsemarsch – Leonie vorneweg und Maria als Schlusslicht – liefen wir zu unserem Ziel, der Baraque SOS.

Die Baraque ist ebenfalls ein Projekt der Schwestern und fungiert als erste Anlaufstelle für die Mädchen, die hier als Marktmädchen arbeiten müssen. In der Baraque können sie sich ausruhen und spielen, es gibt Alphabetisierungskurse und gelegentlich auch ein kostenloses Essen für die Mädchen. Leonie und Maria sind mehrmals die Woche dort, doch mit uns waren sie das erste Mal nach Einbruch der Dunkelheit hier unterwegs. „Hier ist es aber leer“, meinte Leonie nach etwa fünf Minuten Durchs-Gedränge-schlängeln. Der Meinung war ich ganz und gar nicht und wollte mir auch nicht weiter Gedanken darüber machen, wie es wohl tagsüber in diesen Straßen zugeht.

Bei der Baraque selbst war tatsächlich nicht viel los, doch obwohl sie bereits geschlossen war, trafen wir auf zwei regelmäßige Besucherinnen. Wir spielten mit ihnen einige Klatschspiele, dann begleiteten sie uns durch ruhigere Bereiche des Marktes zurück zu einer großen Straße. Dort verabschiedeten wir uns von ihnen und fuhren anschließend mit lauter neuen Eindrücken wieder zurück ins Hostel.

Fortsetzung folgt

Damit ist die Hälfte der 28 wunderschönen Tage unter Volos fertig erzählt und ich beende diesen Blog. Der Rest folgt in Teil 2, der hoffentlich nicht allzu lang auf sich warten lässt. Ich habe jetzt alle Uni-Bewerbungen abgeschickt und auch die Bewerbung aufs Stipendium ist erledigt. Damit sind die größten To Dos „für danach“ abgehakt und ich kann mich jetzt wieder mehr auf mein Leben hier konzentrieren. Darüber bin ich sehr dankbar, denn auch wenn ich mich inzwischen echt wieder auf Europa freue, finde ich es immer wieder erschreckend, wie wenig Zeit uns noch hier bleibt. „Hilfe, die Zeit rennt!“ hat Marlene ihren vorletzten Blog genannt uns sie hat Recht. Hilfe, die Zeit rennt!

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Unternehmungen mit Freunden (und was sonst noch so los war)

  1. Marlene Rebstock

    Meine liebste Christine,
    So oft wurde ich glaube ich noch nie in einem Blog genannt- ich vermisse unsere Zeit zusammen so!!! Hab dich ganz doll lieb!
    (Känguru-Chroniken-Anspielung ist angekommen 😛✌️)

    • Christine Gnan

      Ich vermiss unsere gemeinsame Zeit auch sehr!!! Aber dir erstmal ganz viel Spaß mit Marie! Und wir sehen uns ja im September wieder. Ich freu mich schon! 🥰

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