5 Wochen Benediktbeuern sind schon wieder rum, Weihnachten steht vor der Tür und dann kommt auch schon 2021. Aber fangen wir einmal ganz langsam von vorne an. Nach unserer freien Woche im Herbst sind wir, die 24 Auslandsfreiwilligen zurück in unser zweites Zuhause, die Jugendherberge in Benediktbeuern, gereist. Ich kam ein paar Tage verspätet an, doch nach zwei negativen Corona-Tests durfte auch ich endlich wieder zur Gruppe zurück und in unseren normalen Alltag starten. Da ich erst gegen abend zu den anderen dazustieß, stand der erste Programmpunkt schon fest. Ein Kinoabend mit einem unserer heißgeliebten Bollywoodfilme, was für mich der perfekte Start in die kommende Zeit war.

Die Seminare

Am Montagmorgen fing dann das eigentliche Programm an. Wir bekamen Besuch von einem externen Referenten, der auch die restlichen Tage der Woche mit uns verbrachte. Sein Programm war sehr abwechslungsreich und spannend aufgebaut. Wir lernten viel Neues durch spannende Vorträge, aber hatten auch oft die Möglichkeit uns zu zweit oder in Kleingruppen über die verschiedenen Themen auszutauschen. Mein Highlight dieser Woche war der Donnerstag. An diesem durften wir selber Initiative ergreifen. Wir sollten uns überlegen wie wir unsere eigenen Ideen für einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt in Projekte umsetzen können. Dabei kamen sehr viele unterschiedliche Pläne zusammen. Unter anderem kam so auch die tolle Idee zustande, gemeinsam mit den Johannitern Pakete für ärmere Ländern zu packen und zu verschicken.

Der Freitag sah dann nochmal ein bisschen anders aus, mit ausschlafen am Vormittag und einer neuen Referentin zum Thema gewaltfreien Kommunikation am Nachmittag und das Wochenende über. Auch dies war ein sehr spannendes Seminar, bei dem man sehr viel Neues lernen konnte.

Ein bisschen Eigeninitiative

Die nächsten zwei Wochen verbrachten wir vor allem mit unseren eigenen Projekten, mit denen wir auch alle Hände voll zu tun hatten. Das größte und für uns wichtigste Projekt war unsere eigene Austellung zum Thema Nachhaltigkeit. Mit dieser wollten wir vor allem auf die SDGs aufmerksam machen. Meine Gruppe beschloss hierfür auf das Nachhaltigkeitsziel 2: „Kein Hunger“ genauer einzugehen. Dabei setzten wir uns mit verschiedenen Supermärkten in Verbindung. Wir wollten uns über deren Umgang mit Lebensmitteln informieren, die das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten haben. Freudigerweise erzählten uns die meisten, dass sie bereits einen mehr oder weniger konkreten Plan hätten, wie sie verhindern könnten, dass diese Lebensmittel sinnlos weggeschmissen werden.

Zusätzlich zu diesem Projekt galt es auch einen Online-Adventskalender für die Don Bosco Seite zu erstellen. Hierfür mussten wir kurze Videoclips aufnehmen, die sich um verschiedene Themen rund um Weihnachten und die Adventszeit drehten. Falls ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr euch diese gerne auf der Youtubeseite „Salesianer Don Bosco“ anschauen.

Und als wären zwei Projekte nicht genug, hatten wir dazu noch die Aufgabe einen eigenen Seminartag vorzubereiten. Auch hier durften wir uns die Themen selbst aussuchen. So hielt ich mit vier weiteren Freiwilligen einen Vortrag zum Thema „Was macht Werbung“. Unser Ziel war es, die anderen dafür zu sensibilisieren, wie manipulativ Werbung sein kann. Gleichzeitig wollten wir auch auf unterschiedlichste Diskriminierung in der Werbung aufmerksam zu machen.

Werbung für unser Seminar

Besinnungswochenende

Eine Besonderheit gab es noch, die ich euch nicht verschweigen möchte. Am Freitag den 04.12.20 begann für uns ein Wochenende, das sich von den übrigen sehr unterschied. In dieser Zeit beschäftigten wir uns viel mit uns selbst, unserer Vergangenheit und unseren eigenen persönlichen Problemen. Anfangs war ich ein wenig skeptisch, doch im nachhinein muss ich zugeben, dass dies eine sehr gute Erfahrung war und uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat. Ganz nach dem Spruch „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Ich bin wirklich dankbar für die vielen herzensguten Menschen, die ich in meiner Zeit in Bene bis jetzt kennenlernen durfte und hoffe, dass diese Beziehungen auch noch länger halten werden.

In der letzten Woche änderte sich dann noch kurzfristig der Referent, was das Programm jedoch nicht verschlechterte. Im Gegenteil, die neuen Themen waren für uns alle sehr beeindruckend. Die ersten Tage drehte es sich vor allem um die Befreiungstheologie und Oscar Romero, später die Woche schauten wir uns dann die angespannte Situation in Teilen Frankreichs zwischen den lokalen Gangs und der Polizei genauer an. Aber auch die Adventszeit kam nicht zu kurz und wir schmückten unseren eigenen Weihnachtsbaum als Zeichen der Hoffnung und hatten am letzten Abend eine sehr schöne und sehr lange Weihnachtsfeier:)

Und natürlich die Freizeit

Ja freie Zeit zur eigenen Gestaltung gab es selbstverständlich auch sehr viel und dabei auch wieder unzählige Angebote. Bei mir pendelte sich langsam ein Rhythmus zwischen den Besuchen in der Sporthalle mit Fußball oder Volleyball und den abendlichen Workoutstunden ein. Daneben entdeckte ich auch meine Liebe zu langen Spaziergängen, egal ob nachts oder tagsüber, und zum Lesen wieder. Selbstverständlich darf auch unser Harry-Potter-Marathon nicht unerwähnt bleiben. Bei dem wir es tatsächlich geschafft haben, alle Filme mit nur einer Pause zum Schlafen und Essen durchzuschauen. Und dank der vielen unterschiedlichen Talente wurden wir sowohl im Singen durch den Chor, als auch im Tanzen durch die Tanzkurse gefördert.

Ich werde, bzw. vermisse bereits jetzt schon, jeden einzelnen der Gruppe und möchte hier ein kurzes Dankeschön für all die guten und teils auch tiefen Gespräche aussprechen, die ich in dieser Zeit führen durfte. Ich kann es kaum abwarten im Februar, nach meinem Praktikumsaufenthalt, wieder zurückzukommen!

Bis dann, eure Eva