Ich habe gerade gesehen, dass ich den letzten Blogeintrag zwar geschrieben, aber nie gepostet habe. Deshalb jetzt hier mit etwas Verspätung:

Hallo,

jetzt ist es schon fast vier Monate her, dass ich das letzte Mal ein Update gemacht habe und seitdem habe sehr viele neue Erfahrungen gesammelt und einige Orte gesehen. Als Erstes durfte ich für zwei Wochen über Weihnachten in einem Waisenhaus in Kochi mitarbeiten, dann ging es zurück nach Palakkad, von dort zum lang ersehnten Zwischenseminar in Hyderabad mit anschließendem Urlaub in Goa. Danach sollte unser Alltag eigentlich wieder ganz normal weiterlaufen, doch durch die Blockade der Straße von Hormus ist dieser Plan nicht so ganz aufgegangen. Indien ist weltweit einer der größten Gasimporteure und so haben wir die Auswirkungen deutlich direkter als in Deutschland mitbekommen.

Der Hauptgrund hierfür ist nicht nur der hohe Import, sondern auch die Verwendung des Gases: die Mehrheit der Haushalte kochen mit Gas (in den Städten ca. 90% auf dem Land deutlich weniger). In den ersten Wochen waren dadurch die meisten Restaurants geschlossen, oder nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, so auch unsere Küche. Da man den Schülern aber schlecht nur zu bestimmten Zeiten Essen geben kann, musste die Schule vorerst schließen.

Für uns (mich und Darleen, meine Mitfreiwillige) hieß das ab nach Bangalore in ein weiteres Don Bosco bzw. um genau zu sein eigentlich in viele neue Projekte.

In den drei Wochen dort durften wir im Girlsshelter, Boysshelter und der Open School mithelfen. Ähnlich wie in Kochi war meine Arbeit auch hier viel mit den Kindern zu spielen, neben Fußball und Mensch ärger dich nicht, war es auch viel einfach dabei sein und sich zusammen über irgendwelche Kleinigkeiten freuen. Auch zu den Tagen gehörte zu viel ungefiltertes Wasser zu trinken, weil die Kinder das extra in gebracht haben und ohne die gleiche Sprache zu sprechen, erklären nicht so gut geklappt hat (es ist zum Glück alles gut gegangen). Die Projekte kann ich auf jeden Fall in einem zweiten Eintrag nochmal genauer beschreiben.

Neben den ganzen Eindrücken war Bangalore auch von der Atmosphäre nochmal etwas ganz anderes als das doch eher kleine Palakkad. Wie „westlich“ die Stadt ist hat man nicht nur an den vielen trendigen Angeboten (Bouldern, Padel spielen, Matcha Latte, …), sondern auch an dem Toilettenpapier in vielen der Malls gemerkt. Such unvorstellbar ist, ist wie viele Menschen, Busse, Kühe und Scooter zu jeder Tageszeit unterwegs sind.

Naja, von Bangalore sollte es dann auf jeden Fall zurück nach Palakkad gehen, wo wir diesmal auch tatsächlich für knapp eine Woche waren. Doch dann musste DonBosco schon wieder geschlossen werden. Diesmal nicht aufgrund des Gasmangels (wir kochen jetzt mit Feuer), sondern wegen der anhaltenden Hitze und der entsprechenden Government Anordnung. Die Schüler sind jetzt also wieder zu Hause, während wir noch eine Woche auf dem fast leeren Campus gewohnt haben. Zusammen mit Schüler Sisters (religious sisters), die jetzt quasi ihr eigenes deutsch lernendes Kloster dort haben. Das war aber auch ganz cool und wir haben ganz ganz viele Mangos geschnippelt um Pickle und Saft zu machen.

Seit letzter Woche Samstag, bin ich jetzt in Aluva (circa eine Stunde von Kochi), wo ein weiterer Standort der Schule eröffnet wurde. Die letzten Tage waren also voll mit ABC lernen und A1 Vokabeln üben.

So das war mal ein kurzer Rückblick über meine letzten vier Monate und ich bin mal gespannt, wo ich in den nächsten Monaten noch so bin.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und danke auch nochmal an alle, die gespendet haben!!

Bis bald

Julia