Recap über meine ersten 2 Monate in Sambia

Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog über mein Freiwilliges Soziales Jahr in Sambia!

Nun kommt endlich mein erster Blogeintrag über meine mittlerweile fast ersten zwei Monate in Sambia. Die Zeit ist unglaublich schnell vergangen und es ist so viel passiert, dass ich zu Beginn gar nicht zum Blogschreiben gekommen bin.

Aufbruch:

Nach vielen Verabschiedungen und etwas Packstress ging es am 31. August für mich und meine beiden Mitvolunteerinnen Ana und Juli endlich los.

Auch wenn sich alles bis kurz vor der Abreise noch sehr surreal anfühlte, war ich unglaublich aufgeregt und voller Vorfreude!

Ich fuhr bereits am Morgen mit dem Zug von Berlin zum Frankfurter Flughafen, wo ich mich mit Ana und Juli traf.

Von Frankfurt aus flogen wir zunächst etwa zehn Stunden nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es weiter nach Lusaka, die Hauptstadt Sambias. Insgesamt waren wir etwa 27 Stunden unterwegs und hatten unseren eigentlichen Aufenthaltsort Kazembe, ein Dorf im Norden Sambias, noch gar nicht erreicht. Für mich waren es die ersten Langstreckenflüge und gleichzeitig das erste Mal außerhalb Europas.

Unsere erste Zeit in Lusaka:

Da wir bei unserer Ankunft am Flughafen zunächst nur ein 90 Tage gültiges Business-Visum erhalten konnten und somit noch auf unser eigentliches Visum warten mussten, verbrachten wir insgesamt unsere ersten zehn Tage in Lusaka, bevor wir weiterreisen konnten nach Kazembe.

In dieser Zeit waren wir im Don Bosco Provincial-Haus untergebracht, dem Verwaltungssitz der Salesianer Don Boscos in Sambia. (Don Bosco ist die Organisation, für die wir während unseres Aufenthalts tätig sind).

Dort leben salesianische Priester und Ordensbrüder aus verschiedenen Ländern in einer Gemeinschaft, von denen uns einer vom Flughafen abholte und die uns sehr herzlich in Sambia willkommen hießen.

Das Gelände besteht neben den Wohnhäusern auch aus einer Kapelle und einer Wiese, die als Oratorium genutzt wird. Jeden Nachmittag kommen dort Kinder und Jugendliche im Alter von etwa vier bis 20 Jahren zusammen, um nach der Schule ihre Freizeit gemeinsam mit Sport, Musik, Tanzen, Malen und Kartenspielen zu verbrinegn.

Dort lernten wir auch zwei irische Freiwillige kennen, die bereits seit einem Jahr vor Ort arbeiteten. Sie zeigten uns die Umgebung und nahmen uns mit ins Oratorium.

So konnten wir bereits erste Eindrücke vom Alltag im Oratorium sammeln, denn in Kazembe werden wir ebenfalls in einem Oratorium tätig sein.

Abends spielten wir oft zu dritt Karten oder unternahmen etwas mit älteren Jugendlichen, die wir im Oratorium kennengelernt hatten.

In der Zeit in Lusaka hatten wir vormittags meistens etwas Freizeit. Diese nutzten wir unter anderem, um in eine nahegelegene Mall zu gehen. Dort kauften wir uns neue SIM-Karten und Datenvolumen und tauschten etwas Geld in die sambische Währung Kwacha um (ein Euro entspricht dabei ungefähr 22 Kwacha). Außerdem besorgten wir uns kurz vor der Abfahrt nach Kazembe auf Empfehlung der anderen Freiwilligen und Einheimischen Chitengas. Das sind traditionelle Stoffe, die man sich umwickelt und als Röcke tragen kann.

Auch kulinarisch bekamen wir viele neue Eindrücke. Wir aßen meistens gemeinsam mit den Priestern. Zum Frühstück gab es häufig Toast mit Peanutbutter und Würstchen oder Peanutbutter-Porridge. Mittags und abends wurde traditionell sambisch gekocht, meist Nshima, ein fester Maisbrei, oder Reis mit Gemüse sowie Fisch oder Fleisch.

Lusaka kam mir persönlich als eine sehr lebendige Stadt vor. Auf den Straßen war viel los, besonders durch den ungewohnten Linksverkehr und die vielen Märkte am Straßenrand. Das Wetter war wechselhaft: Morgens und abends war es etwas frisch, nachmittags wurde es dagegen bis zu 30 Grad warm.

Die Menschen vor Ort waren super freundlich zu uns. Besonders schön fand ich, dass man sich hier viel häufiger mit „Hello, how are you?“ grüßt. Gleichzeitig war es ungewohnt, aufgrund unserer Hautfarbe so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Oft wurde uns „Muzungu“ zugerufen, was so viel wie „weiße Person“ bedeutet. Anfangs wussten wir nicht genau, wie wir damit umgehen sollten.

Auch ungewohnt für uns war es, dass der Müll hier verbrannt wird und es daher oft vor allem abends stark nach verbranntem roch.

 

Ankunft in Kazembe:

Leider wurden wir alle nacheinander krank, aber trotzdem ging es für uns dann am 9. September endlich weiter nach Kazembe. Wir hatten zwar immer noch nicht unser eigentliches Visum erhalten können. Mittlerweile wurde uns jedoch Bescheid gegeben, dass es bis zu 90 Tagen dauern kann, weshalb wir beschlossen dann doch schonmal nach Kazembe zu reisen.

Mit einem sehr kleinen Flugzeug flogen wir von Lusaka nach Mansa.

Dort wurden wir von Father Jacek mit einem Jeep abgeholt. Er ist einer der Priester, mit denen wir in Kazembe in einer Gemeinschaft leben werden, und er wird dort auch unser Ansprechpartner sein.

Anschließend fuhren wir etwa drei Stunden nach Kazembe. Die Fahrt war ziemlich abenteuerlich, denn die Straßen waren teilweise ganz schön holprig und voller Schlaglöcher.

Gegen 17 Uhr kamen wir dann endlich in Kazembe an! Nachdem wir angekommen waren, konnten wir uns erst einmal in unserem Volunteer-Haus einrichten, in dem wir das nächste Jahr wohnen werden. Wir drei aus Deutschland teilen uns ein Zimmer und leben zusammen mit zwei Freiwilligen aus Polen, die schon etwas länger hier sind, in einer kleinen WG. Außerdem gehört auch ein Wachhund namens Sumo zur WG dazu.

Am selben Abend wurde für uns ein leckeres Willkommensessen vorbereitet. Wir aßen gemeinsam mit den drei salesianischen Fathers und einem Brother (andere Wörter für Priester und Ordensbrüder). Die vier leben in einer Gemeinschaft direkt gegenüber von unserem Haus, gleich neben dem Oratorium.

Am nächsten Morgen wurde uns nach einer morgendlichen Andacht das große Gelände gezeigt. Dazu gehören neben unserem Volunteer-Haus und dem Wohnhaus der Priester auch ein riesiger Garten mit Bananen- und Papayabäumen sowie viele verschiedene Tiere: darunter Hühner, Enten, Ziegen, Hunde und Schweine. Außerdem gibt es eine Carpentry School, in der junge Menschen eine Ausbildung im Tischlerhandwerk machen können. Es befindet sich zudem eine kleine Kapelle und eine Kirche auf dem Gelände. Auch das Oratorium befindet sich auf dem Gelände und wird vormittags teilweise für Unterrichtsräume genutzt und nachmittags als Freizeit und Sportgelände. Zusätzlich wird gerade gegenüber eine neue Schule gebaut.

Am Nachmittag sind wir dann zum ersten Mal ins Oratorium gegangen, in dem wir das Jahr über arbeiten werden.

 

Unser Alltag in Kazembe:

Mittlerweile haben wir auch einen festen Tagesablauf. An den meisten Morgen beginnt unser Tag bereits um 6:30 Uhr mit einer Andacht in der Kapelle gemeinsam mit den Fathers.

Nach dem Frühstück starten wir um 8 Uhr mit unserer Morgenarbeit, die bis 12 Uhr dauert. Dabei bekommen wir unterschiedliche Aufgaben, meistens putzen wir etwas auf dem Gelände oder kümmern uns um kleinere Arbeiten. In letzter Zeit haben wir zum Beispiel eine kleine Bibliothek aufgeräumt, vieles neu angestrichen oder Bäume geschnitten. Dienstags haben wir zusätzlich um 11:30 Uhr eine halbe Stunde Bemba-Unterricht. Dabei lernen wir viele nützliche Wörter, die wir nach und nach im Alltag anwenden können. Wie beispielsweise „Muli shani“ das so viel bedeutet wie „Hallo wie geht es dir? “

Um 12:30 Uhr essen wir gemeinsam im Haus der Fathers zu Mittag. Es gibt meistens traditionelles sambisches Essen, zum Nachtisch häufig frisches Obst wie Wassermelone oder Ananas. Das Essen hier wird von zwei Köchinnen immer frisch zubereitet und schmeckt sehr lecker!

Danach haben wir erst einmal eine kleine Mittagspause, bevor es anschließend um 14:30 Uhr mit dem Oratorium weitergeht.

Dort verbringen wir den Nachmittag mit den Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 20 Jahren. Neben uns engagieren sich auch einheimische Jugendliche ehrenamtlich als Betreuer. Gemeinsam machen wir mit den Kindern viel Sport wie Fußball, Basketball oder Netball. Auch Tischtennis, Kartenspiele und Malen sind sehr beliebt. Ich persönlich spiele hier sehr gerne Volleyball mit den Kindern und werde regelmäßig zu Schachduellen aufgefordert. Obwohl nicht alle Kinder Englisch sprechen, klappt die Verständigung trotzdem gut. Um 17:30 Uhr endet das Oratorium mit einem kurzen gemeinsamen Gebet.

Danach haben wir Freizeit und können den Abend gemeinsam in unserer WG verbringen und kochen. Einmal pro Woche steht für jeden von uns außerdem noch die sogenannte Studytime an. Von 18:30 bis 20:30 Uhr kommen jeden Abend Schüler ins Oratorium, um sich Bücher zum Lernen auszuleihen oder uns Fragen zu ihren Hausaufgaben zu stellen.

Am Samstag gehen wir um 7 Uhr gemeinsam mit den Kindern aus dem Oratorium und anderen Menschen aus dem Dorf in die Kirche. Anschließend gehen wir mit den Kindern ins Oratorium, wo wir zusammen putzen, aufräumen und kochen. Gegen 11:30 Uhr essen wir gemeinsam mit den Kindern zu Mittag. Danach haben wir Freizeit, bis von 14:30 bis 17:30 Uhr wieder die reguläre Oratoriumszeit stattfindet.

 

Noch einmal zurück nach Lusaka für unser Visum:

Schon wenige Wochen nach unserer Ankunft in Kazembe mussten wir zurück nach Lusaka, um unsere mittlerweile fertigen Visa abzuholen. Father Jacek brachte uns mit dem Jeep nach Mansa, wobei wir bereits nach 15 Minuten eine Reifenpanne hatten. Nach einem kurzen Zwischenstopp kamen wir abends in Mansa an und flogen am nächsten Morgen weiter nach Lusaka.

Bei der Immigrationbehörde konnten wir unsere Visa glücklicherweise problemlos abholen. Nach zwei weiteren Tagen ging es zurück nach Mansa und von dort aus zum ersten Mal mit dem Bus weiter nach Kazembe. Besonders ungewohnt war, dass bei den Zwischenstopps immer wieder Händler an die Busfenster kamen, um Essen zu verkaufen.

Unsere Freizeit und Highlights:

An den Wochenenden finden häufig Basketball- und Fußballspiele der Don-Bosco-Mannschaften statt, die auch während der Oratoriumszeit regelmäßig auf dem Gelände trainieren. Beide Sportarten sind hier sehr beliebt. Samstags schauen wir uns die Spiele oft gemeinsam mit den Kindern an und feuern die Mannschaften an. Besonders lustig war es bei einem Spiel, als plötzlich mehrere Schweine auf dem Spielfeld standen. Da im Dorf überall Schweine und Ziegen frei herumlaufen.

Der Sonntag ist normalerweise unser freier Tag. Morgens ist es allerdings erwünscht, dass wir die Kirche besuchen. Die Gottesdienste sind meist von viel Gesang und Tanz geprägt und dadurch deutlich lebendiger, als ich es aus Deutschland gewohnt bin.

Father Jack hat uns an manchen Wochenenden auch schon auf verschiedene Ausflüge mitgenommen. So haben wir gemeinsam eine Kanufahrt an der Grenze zum Kongo gemacht und Wasserfälle in der näheren Umgebung besucht.

Ein besonderes Erlebnis war auch der Besuch des Bischofs in unserem Dorf. Zu diesem Anlass fand eine große Zeremonie mit einer etwa vierstündigen Messe im Oratorium statt. Besonders ungewohnt für uns war, dass dabei sogar lebendige Ziegen als Opfergaben zum Altar getragen wurden. Das hat uns zunächst etwas geschockt, ist hier aber eine traditionelle Geste. Im Anschluss kam der Bischof noch zu uns zum Abendessen.

Auch sonst gibt es immer wieder etwas zu feiern. Neben Geburtstagsfeiern, bei denen es Tradition ist, sich gegenseitig mit Kuchen zu füttern, haben wir den Independence Day am 24. Oktober miterlebt. Außerdem gab es eine Willkommensfeier für uns und eine Abschiedsfeier für eine unserer polnischen Mitfreiwilligen. Bei all diesen Anlässen wird gemeinsam gegessen, getanzt und gefeiert.

Nur etwa fünf Minuten zu Fuß von unserem Haus entfernt befindet sich ein Markt, auf dem wir frisches Obst und Gemüse kaufen können. Meine bisher lustigste Markterfahrung war als Juli und ich neugierig etwas zum probieren angeboten bekamen und im Nachhinein erfuhren, dass es sich dabei um getrocknete Raupen handelte.

Auch das Wetter verändert sich langsam. Immer häufiger werden wir von kurzen, aber heftigen Regenschauern überrascht und am Himmel sind starke Blitze zu sehen, da die Regenzeit im November beginnt.

Auch von einigen Tieren werden wir ab und zu überrascht, denn letztens stand beispielsweise plötzlich ein Skorpion mitten in unserem Wohnzimmer. Damit hatten wir definitiv nicht gerechnet.

 

Wir haben in dieser kurzen Zeit bereits unglaublich viel erlebt und viele neue Menschen kennengelernt. Wir genießen die Zeit hier sehr, auch wenn die Tage manchmal anstrengend sind und nicht immer alles einfach ist.

Ich bin gespannt, was die nächsten Monate noch alles bringen werden, und freue mich darauf, euch in meinen nächsten Blogeinträgen davon zu erzählen!

Bis dahin euch eine gut Zeit! 🙂

Wenn euch mein Blog gefallen hat und ihr meinen Freiwilligendienst unterstützen möchtet, freue ich mich riesig über eine Spende.

Hier könnt ihr mich unterstützen: https://www.donbosco.de/volunteers/2026/josefine/

Vielen Dank an alle, die mich bereits unterstützen und meinen Blog lesen!

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