Da bin ich wieder. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, geht es in diesem über das Zwischenseminar in Indien und den Besuch meiner Eltern in Sri Lanka.
Zwischenseminar
Nach dem „Sports-meet“ ging es für Friederike und mich nach Indien, genauer gesagt nach Hyderabad. Jeder weltwärts Freiwillige muss ein Zwischenseminar absolvieren. Gemeinsam mit sieben weiteren Freiwilligen, die ihren Freiwilligendienst in Indien absolvieren, machte ich gemeinsam das Zwischenseminar. Dieses ging vom 2.03.26 bis zum 6.03.26 und wurde von Don Bosco aus Benedikt Beuren organisiert. In diesem Seminar haben wir viel über unser ankommen und unseren Probleme in den Projekt gesprochen. Der Austausch mit den anderen Freiwilligen aus Indien hat mir sehr geholfen, vorallem hat es sehr gut getan zu hören, dass jeder seine Probleme hat. An einem Nachmittag sind wir in die Innenstadt von Hyderabad gefahren. Unteranderem haben wir den „Chowmahalla-Palast“ und das „Charminar“ besucht, beeindruckende Gebäude. Ein super interessante, überfordernde und chaotische Stadt. So habe ich die Stadt empfunden und am Abend war ich froh, als ich wieder im Provincal Haus war. Doch auf der Fahrt zurück habe ich gemerkt, dass ich die Indischen Straßen wohl nicht so gut vertrage, eigentlich war ich nie wirklich empfindlich was das Bus oder Auto fahren angeht, doch an diesem Abend ging überhaupt nichts mehr und mir wurde ständig schlecht. Der Freitag war schon der letzte Tag des Zwischenseminars und wir verabschiedeten unsere Verantwortlichen aus Benedikt Beuern.






Goa
Für die anderen Freiwilligen aus Indien und für mich ging es noch nach Goa. Dort verbrachten wir gemeinsam noch eine Woche. Wir waren zusammen Kanu fahren, sind surfen gewesen, haben ganz viel Volleyball gespielt und haben einfach die Zeit zusammen genossen. Für mich war es ein schöner Urlaub gemeinsam mit sieben anderen jungen Erwachsenen. In dieser Zeit hat sich eine richtige Gruppendynamik entwickelt und somit viel der Abschied noch viel schwerer für mich.





Besuch meiner Familie
Am 13.03 ging es für mich alleine zum Flughafen. Friederike war leider nicht mit in Goa, da sie in Sri Lanka Besuch von ihrer Familie bekommen hat. Es war irgendwie ein komisches Gefühl, alleine zurück nach Sri Lanka zu fliegen. Denn alle anderen sind irgendwie gemeinsam zurück in ihre Projekte gefahren. Da Sri Lanka eine Insel ist, musste ich leider fliegen. Abends komplett fertig nach fünf Stunden fliegen, bin ich gut im Provincal Haus in Negombo angekommen. Dort habe ich drei Tage verbracht, weil anschließend meine Eltern und mein Bruder mich besuchen kamen. Früh morgens am 16.03 stand ich total aufgeregt am Flughafen und habe sehnsüchtig auf meine Familie gewartet. Gemeinsam mit einem Father habe ich sie abgeholt und wir sind zurück zum Provincal Haus gefahren. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass plötzlich meine Familie in Sri Lanka ist. Die Fathers haben sich total darüber gefreut, dass meine Familie mich besuchen kam und dass ich sie ihnen vorgestellt habe.

Murunkan
Nach einem Tag Akklimatisierung in Negombo fuhren wir mit dem AC-Bus nach Murunkan. Dort verbrachten wir zwei Tage und ich habe ihnen die Grundschule, die Hostel-Jungs und die Technikal Schule gezeigt, naja besser gesagt Brother Sujanthan hat es ihnen gezeigt. Am Mittwoch fuhren wir nach Mannar zur nächst größeren Stadt, dorthin sind sie das erste mal lokal Bus in Sri Lanka gefahren. Am nächsten Morgen wurden sie super herzlich von der Grundschule empfangen, womit sie garnicht gerechnet haben. Ich wusste das natürlich. Am Nachmittag ging es für uns weiter.

Der Tourismus in Sri Lanka
Sri Lanka ist seit einigen Jahren ziemlich touristisch geprägt und daher kann man die Insel relativ gut bereisen. Allerdings sind die meisten touristischen Hotspots im Singhalesischen Bereich des Landes. Daher sieht man im District-Mannar so gut wie keine Touristen und ich als weiße Frau bin dann doch immer wieder etwas „besonderes“. Mittlerweile kennt mich hier auch so gut wie fast jeder und jeder weis wo ich hin gehöre, was mich auch immer wieder erfreut. Da meine Eltern mich besuchen kamen, wollten wir gemeinsam die Insel erkunden und haben abgesehen von dem Besuch meiner
Einrichtung, die typische touristen Route gemacht. Denn das Land hat super viel zu bieten landschaftlich wie kulturell. Viele Orte vorallem im Süden des Landes sind nur noch auf den Tourismus fokusiert. Dort stehen super viele Resorts neben einander. Die meiner Meinung nach die Schönheit verschiedener Orte kaputt machen. Ich als westlicher Tourist profitiere natürlich sehr von der touristischen Infrastruktur im Süden. Doch irgendwie habe ich eine gespaltene Meinung zu dem Tourismus. Deshalb hat es mich sehr interessiert wie die Einheimischen zu dem Tourismus stehen und ich habe daher einfach mal nachgefragt. Ich habe sowohl Singhalesische Personen die direkt im Tourismus arbeiten und Tamilische Personen hier im Norden gefragt. Und wie man es sich schon denken kann, habe ich ganz viele unterschiedliche Antworten bekommen. Einerseits ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig und schafft viele neue Arbeitsplätze. Anderseits sind in den letzten Jahren die Lebenshaltungskosten für die Einheimischen ziemlich gestiegen. Sujanthan meinte zu mir, dass man vor fünf Jahren noch für einen Euro Essen gehen konnte, mittlerweile zahlt man für das gleiche das doppelte oder sogar dreifache. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Lebensmittel im Norden günstiges sind als im Süden. Da kommen wir zu einem nächsten Problem. Vom Tourismus profitiert eigentlich nur die Singhalesische Bevölkerung und kaum die Tamile. Nicht nur ich habe eine gespaltene Meinung zum Tourismus auf der Insel, sondern auch die Bevölkerung.
Sigiriya und der Lions Rock
Mit dem AC-Bus fuhren wir nach Anuradhapura und besuchten meiner Meinung nach das beste Sri Lankanische Restaurant auf der ganzen Insel. Danach spazierten wir einmal um den See und fuhren weiter nach Sigiriya zum berühmten „Lions Rock“. Am nächsten Morgen bestiegen wir den „Pinguala Rock“ von dort aus hat man einen super schönen Blick auf den Lions Rock und auf die gesamte Region und am Nachmittag durfte auch der Lions Rock nicht fehlen. Doch mit 35 Doller pro Person ist er schon etwas teurer, doch man muss auch sagen, dass die Anlage super toll gepflegt ist und das sich das durch aus Lohnt. Meine Eltern und auch ich wollten unbedingt Elefanten sehen und haben uns gefragt, wo wir am besten einen National Park machen. In Sri Lanka gibt es zahlreiche National Parks, unteranderem in der Region Sigirya. Dort befinden sich nicht die größten National Parks der Insel, aber trotzdem Parks mit wunderschönen Landschaften. Wir entschieden uns für den „Hurulu eco park“ und dafür wurden wir gegen 5 Uhr am Hotel abgeholt. Wir hatten an dem Tag super viel Glück und durften viele Asiatische Elefanten bestaunen. Asiatische Elefanten sind deutlich kleiner als Afrikanische und sie unterscheiden sich bei der Größe der Ohren.


Kandy
Nach vielen Eindrücken im Park ging es für uns etwa drei Stunden nach Kandy. Diese Stadt habe ich bereits schon besucht und liegt im inneren des Landes und mitten im tropischen Regenwald. Die Temperatur ist im Hochland super angenehm. Unsere Unterkunft war ein bißchen ausserhalb der Stadt und der Weg dort hin war ziemlich abenteuerlich. Mein Bruder und mein Vater besuchteten den Botanischen Garten, die waren ganz begeistert von dem Park, dort wachsen ganz viele tropische Pflanzen, die es in Europa garnicht gibt. Ungefähr eine Stunde von Kandy steht der berühmte Ambuluwawa Tower. Der stand ganz oben auf meiner Bucket List und den bestiege ich gemeinsam mit meiner Mama. Mit dem Bus fuhren wir bis Gampola und stiegen dann in ein Bus der uns auf ein Berg brachte. Am höchsten Punkt angekommen stiegen wir aus und kamen zum offiziellen Eingang des Turmes. Als Tourist zahlt man ca. 10 Euro für den Eintritt. Um zum Eingang des Turmes zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten, entweder man fährt mit einem Tuk Tuk hoch oder läuft zu Fuß zum Turm. Wer mich kennt weis, dass wir natürlich hochgelaufen sind, nach ungefähr einer Stunden sind wir am Turm angekommen und durften den eigentlich Turm besteigen. Um so höher man kommt, um so enger werden auch die Stufen. Doch der Weg hat sich defintiv gelohnt, man hatte eine wunderschöne Aussicht über die Berge Sri Lankas.

Nuwara Eliya
Am nächsten Tag ging es recht abenteuerlich mit Bussen nach Nuwara Eliya, die höchstgelegene Stadt Sri Lankas. Sie ist das Zentrum des Teeanbaus. Dort herrscht recht kühles Klima und ist geprägt von viktorianischer Kolonialarchitektur. Mein persönliches Highlight auf der gesamten Reise war der „Horten plains National Park“. Der Park liegt auf einem Plato auf etwa 2100 bis 2300 Metern Höhe. Dort macht man eine sogenannte Wandersafari. Am besten geht man dort recht früh zum Sonnenaufgang hin, damit man am sogenannte „Word´s End“ noch eine wunderschöne Aussicht über das ganze Hochland hat, bevor die Wolken aufziehen.






Das Bergdorf Ella
Nach dem Besuch im Park war ursprünglich unser Plan mit dem Zug von Amwela (ein Ort bei Nuwara Eliya) nach Ella zu fahren. Allerdings ist der Zug eine ziemliche Touristen Attraktion geworden und wir haben uns leider nicht rechtzeitig für ein Zug Ticket gekümmert, dass bedeutet wir standen da ohne Zugticket und mussten irgendwie nach Ella. Allerdings waren wir nicht die einzigen mit dem Problem. Gemeinsam mit drei weiteren gestandeten Personen fuhren wir mit einem Sammeltaxi nach Ella. In Ella war ich bereits schon. Am nächsten Tag machten meine Eltern eine Tour auf eine Teeplantage, sie waren sehr begeistert davon. Ich bin in der Zeit auf den „little Adams Peak“ gelaufen. Am Abend sind wir zu den sogenannten „secret waterfalls“ gefahren. Naja so ganz secret sind die Wasserfälle auch nicht mehr. Sie sind ungefähr 20 Minuten von Ella entfernt und lohnen sich definitiv.

Der Süden
Am nächsten Tag ging es für uns in den Süden. Im Süden gibt es verschiedene kleine Orte direkt am Meer. Manche Orte sind sehr touristisch und westlich geprägt und manche Orte haben noch ihren Sri Lankanischen Scharm. Wir sind in ein doch sehr touristischen Ort gefahren, nämlich nach Mirissa. Einer der bekanntesten Orte im Süden Sri Lankas. Dort durfte ich die letzten Tage mit meiner Familie genießen. Nach zwei gemeinsamen Wochen musste ich Abschied nehmen von meinen Eltern und wenn ich ehrlich bin, musste ich die ein oder ändere Träne verdrücken. In den letzten Monaten hatte ich so gut wie kein Heimweh verspürt, doch irgendwie fand ich es schön, dass meine Eltern mich besuchten. Doch mein Bruder blieb noch eine Woche länger. Wir fuhren am nächsten Tag nach Hiriketiya, dort war ich bereits mit Friederike und den beiden Österreichern. Ich muss wirklich sagen, dort befindet sich einer der schönsten Strände Sri Lankas. Hier in Sri Lanka habe ich mich ins surfen verliebt und dieser Ort eignet sich perfekt fürs surfen. Sogar meinen Bruder konnte ich vom surfen begeistern. Eigentlich wollten wir danach zurück zu meiner Einrichtung und dort gemeinsam mit den Hostel-Boys und den Fathers Ostern feiern. Doch die Hostel-Boys hatten Ferien und sind nach Hause gefahren. Meine Fathers kommen alle aus Sri Lanka und sind dementsprechend auch zu ihren Familien nach Hause gefahren. Ja und Friederike wurde von Father Jesu mit nach Nuwara Eliya genommen.
Der Adams Peak
Dann überlegten wir uns was wir machen können und entschieden uns für den ,,Adams Peak‘‘. Der Adams Peak liegt im Hochland von Sri Lanka und ist 2243 Meter hoch. Es ist ein Ort religiöser Verehrung für mehrere Religionen und ist eine Pilgerstätte. Es gibt insgesamt zwei Wege die man benutzen kann, um auf dem Berg zu gelangen. Der eine Weg führt von Ratnapura die Stadt ist süd-westlich vom Adams Peak gelegen und der andere Weg führt von Hatton nord-östlich vom Adams Peak gelegen. Wir haben uns entschieden von Hatton aufzusteigen. Allerdings kann man nicht direkt von Hatton aufsteigen, denn der eigentlich Aufstiegt beginnt in Nallathanniya. Die Region um den Adams Peak ist atemberaubend und einfach wunderschön. Gegen zwei Uhr morgens machten wir uns auf den Weg hoch hinaus auf den Berg. Mit hunderten anderen Menschen wanderten wir rund drei Stunden auf den heiligen Berg. Der Weg war steil und von zahlreichen Treppen geprägt. Auf der Strecke befanden sich viele kleine Shops, wo man sich versorgen konnte. Gegen 5:15 Uhr waren wir oben und es war ein unglaubliches Gefühl. Allerdings kamen wir ziemlich geschwitzt oben an und oben herrschte ein ziemlich starker Wind. Da war ich froh, dass ich eine Jacke dabei hatte. Gegen 5:30 ging die Sonne auf und mit Musik wurde der Sonnenaufgang gefeiert. Es war einer der prägendsten Sonnenaufgängen in meinem Leben.
Gegen 6 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Tal und erreichten um 8 Uhr unsere Unterkunft. Ich durfte schon viel von der Insel sehen, doch ich muss sagen die Region um den Adams Peak gefällt mir fast mit am besten.






Nachdem ich gelesen hatte, was ich hier auf der Insel bereits alles sehen durfte, wurde mir noch einmal richtig bewusst, was für ein Privileg es ist, überhaupt die Möglichkeit zu haben, diese Insel zu bereisen und vor allem die Chance zu bekommen, einen Freiwilligendienst zu machen. In den vergangenen zehn Monaten habe ich mehr von der Insel gesehen als die meisten Einheimischen.
Hatton und die Umgebung um Nuwara Eliya ist ebenfalls Tamil geprägt. Die meisten Touristen wissen das überhaupt nicht und mir war es auch nicht bewusst. Ich dachte, dass die Tamilische Bevölkerung im Norden und im Osten des Landes vertreten ist. Zum größten Teil ist sie es auch. Ich möchte in den nächsten Wochen nochmal genauer über die Geschichte von Sri Lanka eingehen, weil ich in den letzten Monaten viel darüber erfahren durfte.
Nachdem Daniel und ich den Adams Peak bestiegen haben und ein bißchen mehr von der wunderschönen Landschaft sehen durften, fuhren wir am nächsten Tag zurück nach Negombo zum Flughafen. Denn auch für meinen Bruder ging nun die Reise zu Ende. Doch davor besuchten wir noch eine Don Bosco Einrichtung ganz in der Nähe des Flughafens. Dort wurden wir ganz herzlich begrüßt und haben eine Messe mit gefeiert. Doch bevor wir dort ankamen, rufte mich Friederike an und teilte mir mit, dass sie Ende April aus unterschiedlichen Gründen nach Hause fliegen wird. Ich kann garnicht in Worte fasse was ich in dem Moment gefühlt habe. Denn ich gehörte zu den Personen die eigentlich nicht so gerne alleine einen Freiwilligen Dienst absolvieren wollten. Um ehrlich zu sein hatte ich richtig großen Respekt davor. Spoiler: Jetzt bin ich schon seit zwei Monaten alleine in Murunkan und fühle mich hier super wohl und angekommen.
Es sind nur noch knapp zwei Monate und dann bin ich wieder in Deutschland, in der Zeit wird noch der ein oder andere Beitrag hochgeladen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen könnt. Meinen Spendenlink findet ihr auf meiner Blog Seite.
Vielen Dank, dass ihr auch diesen Beitrag gelesen habt. Auch wenn dieser nicht so viel mit der Arbeit im Projekt zu tun hatte und dennoch gehört auch das Zwischenseminar und der Besuch meiner Familie zu meinem Freiwilligendienst.
Johanna 😊
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