Hallooo und da bin ich wieder! Es ist schon August, und da am 24. schon mein Flug geht, möchte ich mich hier unbedingt nochmal präsent zeigen 🙂

Der Juli war ganz schön aufregend, denn zuerst ging es für das Mano Amiga in das zweite Campamento dieses Jahres. Diesmal sind wir nach San Carlos gefahren, ein von Natur und Parks umgebenes Dorf ca. zwei bis drei Stunden von Santa Cruz entfernt. Auf der Hinfahrt kam mir die Zeit aber fast doppelt so lang vor, so im stickigen Micro und mit einem Kind auf dem Schoß ausgebreitet…
Mit mir waren noch Nico und Marina da, eine spanische Volontärin aus Madrid. Später ist noch Marlène dazugekommen, meine Vorgängerin aus dem letzten Jahr. Da in der ersten Woche eine sehr aktive Erzieherin da war, sind wir viel rausgegangen, oft zum Spielen in Parks oder für kleine Wanderungen und Sport. Wir Freiwilligen haben auch ein paar Spiele mitgebracht. An einem Abend haben wir auch Stockbrotteig für das Lagerfeuer gemacht, worüber die Kinder sich sehr gefreut haben. An einem anderen Abend haben Marlène, Marina und ich mit der Hilfe einiger Mädels Pizza zum Abendessen zubereitet. Das war ein ganz schönes Gehetze, denn bei den ganzen hungrigen Mäulern die richtige Menge zu finden ist natürlich nicht so leicht, war für unser Power-Team aber machbar 😉 (wir haben sogar so viel gemacht, dass es auch noch Pizza zum Frühstück gab!)

Meine acht Tage im Campamento strichen so auch ganz schön schnell dahin, und auch, wenn es ganz schön viel ist, ist es trotzdem schön, den Alltag mit den Kids zusammen zu erleben. Für mich kam dann aber der Abschied, denn…

…danach ging es nach Peru!!!

Das war wohl meine größte Reise dieses Jahr, und ich fand es richtig schön! Zusammen mit Yannick und Federico, einem italienischen Freiwilligen, ging es zuerst nach Lima.
Lima erinnerte mich an manchen Stellen an Buenos Aires, was aber auch daran liegen könnte, dass die Stadt mit ca. 10,6 Mio. Einwohnern einfach auch sehr groß ist. Was sie jedoch von anderen Städten unterscheidet, ist die Art, wie sie mit Hochhäusern direkt am Kliff an das Meer heranragt, mit einer großen Straße, die sich unten am Wasser entlangschlängelt.

Die ganzen Kieselsteine machen einen Strandspaziergang zwar schwierig, aber allein die Aussicht ist den Besuch schon wert. Wir waren nur ca. zwei Tage da und haben uns deshalb eher im Zentrum aufgehalten, vor allem im hübschen Viertel „Miraflores“ und im künstlerisch angehauchten Viertel „Barranco“. Nach den acht Tagen, die ich mit den Kids im bolivianischen Dorf gehockt habe, war so eine geschäftige Großstadt mit richtigen Ampeln und vielen Menschen mal wieder sehr erfrischend. In Lima haben wir auch Ceviche gegessen, eine Spezialität aus rohem Fisch in kalter, salziger Soße mit Zwiebeln und anderen Beilagen. Mein Lieblingsgericht ist es nicht, aber es war nett, das mal probieren zu können!

Anschließend sind wir nach Paracas getuckert, eine für mich eher enttäuschende Station, denn das Dorf am Meer ist wirklich ein Dorf, nur, dass man an die vorderste Promenade eine Straße purer Restaurants und Souvenirshops extra für die Touristen gestaltet hat. Außer uns waren zu dem Zeitpunkt sehr wenige Besucher da, was dafür gesorgt hat, dass alles seltsam tot und ausgestorben war. Zum Glück sind wir aber nur für eine Bootstour zu naheliegenden Inseln geblieben, wo man Pinguine, Seelöwen und huuunderte Möwen beobachten konnte. Auch wurden wir aufgeklärt über den großen Avocado- und Blaubeerexport (Nr. 1 weltweit!) der Region , der mit einem riesigen Wasserverbrauch einhergeht, da die Früchte direkt an der trockenen Küste angebaut werden. Das Wasser für diesen Anbau wird aus dem Rio Huancamba bezogen, was die Landwirtschaft für Kleinbauern im Osten erheblich erschwert.

Die nächste Haltestelle war dann Ica, was sich ein ganzes Stück mehr wie ein bolivianisches Marktviertel angefühlt hat, mit Ständen links und rechts und mit Ware gefüllten Karren auf den Gehwegen. Als erstes ging es Mittagessen, und da das WM-Finale anstand, haben wir, auf unserem Ausflug zur naheliegenden Huacachina-Wüste, in einer Sportbar gehalten. Nach diesem eher unspektakulären Finale ging es hinauf auf die Hügel, die den kleinen Ort umschlossen. Oben haben wir uns den Sonnenuntergang angesehen und bis in den Abend hinein im Sand die Aussicht genossen.

Danach ging es weiter nach Arequipa. Arequipa ist eine sehr hübsche Stadt mit einer eindrucksvollen Plaza und netten Gassen. Hier haben wir vormittags ein Monasterio besucht, um die Zeit ein wenig herumzukriegen. Nachmittags haben wir eine Tour zum Sillar gemacht, der Ort, an dem das weiße Vulkangestein für viele der Gebäude in Arequipa abgebaut wird.


Abends nach der Tour sind wir direkt weiter nach Cusco gefahren. Cusco finde ich von all den Städten, die wir in Peru gesehen haben, wohl am schönsten. Von dort aus konnten wir morgens mit dem Bus nach Hidroeléctrica fahren, der ersten Station auf dem Weg zum Machu Picchu. Von dort aus konnte man ca. 10,5 km nach Aguas Calientes wandern, dem Dorf, von dem aus man den Bus zum Machu Picchu nehmen konnte. Die Wanderung dorthin verläuft entlang der Bahngleise eines Zuges, den man ebenfalls für die Strecke nehmen kann. Das hat aber scheinbar kaum jemand gemacht, wenn man nach den Massen urteilt, die mit uns auf dem Wanderpfad waren. Ich war zu dem Zeitpunkt noch erkältet, und die Wanderung hat mich ganz schön gekostet, aber angekommen sind wir so oder so. Aguas Calientes fand ich einen schrecklichen Ort, denn es besteht eigentlich nur aus Hotels, Restaurants und Souvenirshops, was andererseits natürlich aber auch nötig ist, um die ganzen Besucher irgendwie unterzubringen.
Am nächsten Morgen haben Yannick und ich den frühen Bus zum Machu Picchu genommen, um um 06:00 Uhr anzukommen. Ein wenig habe ich Federico ums Weiterschlafen beneidet, er hatte sein Ticket nämlich für später gebucht. Umso schöner war es aber, dass noch nicht so viele Leute da waren, und durch den Morgennebel war es richtig schön, so durch die Ruinen zu spazieren. Die Aussicht von dort oben war ebenfalls toll, anbei ein paar Fotos!!

Die letzte Exkursion des Urlaubs war der Ausflug zu den Rainbow Mountains. Für die Aussicht mussten wir auf ca. 5.200 m hochwandern, und Höhe+Erkältung= eine absolute Katastrophe, aber irgendwie habe ich mich mit meinem Wanderstock doch den Berg hochgeschleppt, auch, wenn ich dabei geatmet habe, als würde ich einen Marathon laufen. Die gefärbten Berge, die durch sedimentierte Mineralien ihre Farbe erhalten haben, waren schön anzusehen, aber da der Fotospot so voll war, haben wir uns entschieden, noch zum „Valle Rojo“ hochzuwandern, einem durch das Eisen rothefärbtem Tal etwas weiter oben. Hier war fast niemand, und das Tal sah so toll aus, dass wir vor dem Abstieg gleich eine Weile dageblieben sind. Der Tag war sehr aufregend und super, aber danach war ich auch fix und fertig und wirklich bereit, nach Santa Cruz zurückzukehren…

Mit der Freiwilligen, die im letzten Jahr hier war und nochmal zu Besuch gekommen ist, habe ich das Wochenende darauf spontan einen Ausflug in die Chiquitanía gemacht, einem Gebiet, das eine ca. vierstündige Trufi-Fahrt von Santa Cruz entfernt liegt. Dort haben wir den ersten Nachmittag bei den heißen Wassern von Roboré verbracht, die man uns schon oftmals empfohlen hat, zu besuchen.
Den zweiten Tag sind wir in Chochis zum Santuario de Chochis gewandert, wo man bis zum Fuße eines großen Felsens hinaufwandern konnte. Es war wirklich heiß an dem Tag, also sind wir noch zum „Velo de la Novia“ weitergewandert, einem Wasserfall, wo man sich baden konnte.


Später ging es dann auch schon zurück nach Santa Cruz. Die letzten Wochen brechen jetzt an und ich habe noch so einiges zu erledigen und vorzubereiten, bevor ich gehe. Leider wurde ich letzte Woche auf der Straße leicht von einem Hund gebissen, weswegen es jetzt ein ganz schönes Impftheater gibt. Das kommt mir jetzt im letzten Monat etwas ungelegen, aber durch solche Situationen weiß man seine medizinische Versorgung und Versicherung umso mehr zu schätzen :)) Den Abschiedsblogeintrag gibt es etwas später, Zeit ist ja noch 🙂

Ich hoffe, der Blogeintrag hat euch gefallen und ein bisschen Einsicht geboten, bis bald!!

Mariana