Salesianer Don Boscos Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/tag/salesianer-don-boscos/ Freiwilligendienst von jungen Menschen für junge Menschen! Tue, 07 Jan 2020 09:10:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://blogs.donboscovolunteers.de/wp-content/uploads/2023/11/cropped-01_cmyk-32x32.jpg Salesianer Don Boscos Archive - Don Bosco Volunteers https://blogs.donboscovolunteers.de/blog/tag/salesianer-don-boscos/ 32 32 Lametta und tanzende Sterne https://blogs.donboscovolunteers.de/rikeundruanda/2020/01/07/lametta-und-tanzende-sterne/ https://blogs.donboscovolunteers.de/rikeundruanda/2020/01/07/lametta-und-tanzende-sterne/#comments Tue, 07 Jan 2020 09:08:00 +0000 http://21604.312 So, Muraho und Frohes Neues Jahr euch Allen! Hier kommt nun-etwas verspätet- auch von mir der obligatorische Weihnachtsbericht! ;  ) Hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen und bekommt einen kleinen Einblick in meine Weihnachtszeit! Der 24.Dezember: ganz normal hier, für uns aber bussy Da in Ruanda erst am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird, war der […]

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So, Muraho und Frohes Neues Jahr euch Allen! Hier kommt nun-etwas verspätet- auch von mir der obligatorische Weihnachtsbericht! ;  ) Hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen und bekommt einen kleinen Einblick in meine Weihnachtszeit!


Der 24.Dezember: ganz normal hier, für uns aber bussy

Da in Ruanda erst am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird, war der 24. Noch ein „ganz normaler“ Tag; die Angestellten der Schreinerei kamen normal zur Arbeit und alle Läden waren geöffnet. Ich hab an dem Tag zwar schon ein paar Weihnachtsglückwünsche bekommen, aber wirklich in Weihnachtsstimmung war ich zuerst nicht.

Während der Feiertage schrumpfte unsere Kommunität etwas, denn unter anderem fuhr der Bruder/Praktikant zu einem Treffen aller Praktikanten nach Burundi und die beiden Aspiranten machten sich auf in den Urlaub bei ihren Familien. So waren Emma und Ich auf einmal alleine im Oratorium und auch noch verantwortlich für alle Schlüssel, die an Chöre für Proben oder andere Veranstaltungen ausgegeben werden mussten. Nicht zu vergessen, die Musikbox und das Klavier, das auch manchmal verliehen wird…zum Glück ist das eine Art Selbstläufer. Die Angestellten in der Küche wissen, wem sie welchen Schlüssel geben müssen und so mussten wir nur ein paar Mal hektisch hin und her laufen und irgendwelche Schlüssel suchen : )

Es war einfach so Vieles anders im Vergleich zu meiner Weihnachtszeit in den letzten Jahren. Außerdem war der 24. für Emma und Mich noch relativ vollgepackt. Am Abend davor wurde spontan entschieden, dass wir für das (Straßen-)Kinderprojekt Ejo Heza am 26. Eine kleine Weihnachtsfeier machen würden. Geplant war, den Vormittag wie immer zu gestalten (Waschen, Spielen, Reden, Anwesenheit, Essen) und für die Kinder zusätzlich Kekse zu backen, Saft und Fleisch zu besorgen. Irgendwie mussten wir uns darum aber alleine kümmern und da weder Emma noch Ich schonmal für eine unbekannte Anzahl an Kindern Fleisch und Saft kalkuliert und (geschweige denn in Ruanda)gekauft hatten, machte sich leichte Überforderung breit. Der wöchentliche Gang zum Markt, um die Lebensmittel für das Mittagessen der Kinder zu besorgen, stand dann auch noch an…Dazu kam noch, dass Emma und Ich uns in den Kopf gesetzt hatten, für alle Angestellten und Mitglieder der Kommunität als Weihnachtsgeschenk Weihnachtsplätzchen zu backen und -da ja Weihnachten war- mussten noch einige Krippen vorbereitet werden. So waren unser Tage gefüllt mit Marktbesuchen, Fahrten in die Stadt (für Saft und Fleisch), Plätzchenteig abbacken, Verzieren, massenweise Spritzgebäck fabrizieren, Tütchen packen, Krippen basteln und aufstellen und unserer normalen Arbeit im Oratorium, das natürlich jeden Tag im Jahr offen für alle ist.

Zum Glück musste einer der Salesianer so wie so in die Stadt und so konnte ich ihn begleiten und zusammen mit dem Küchenjungen Ernest das nötige Fleisch und die Saftflaschen kaufen. Ernest war uns übrigens eine sehr große Hilfe beim Markteinkauf. Er hat Emma- während ich die Krippe im Salon aufgebaut habe- dort hin begleitet und sein Verhandlungstalent unter Beweis gestellt. So haben wir am Ende viel weniger bezahlt als die Male davor mit den Aspiranten. Und das, obwohl es kurz vor Weihnachten war!

Hier ein Ausschnitt aus der Krippe, die ich für die Küche gebastelt habe : )

An dem Abend gab es einige Messen in den Kirchen der Umgebung, zu denen sich dann die Salesianer aufgemacht haben. Die Messe der Novizen war aber die einzige, die mit den Zeiten des Oratoriums zusammen passten. Und so machten wir uns dann in der Abenddämmerung und mit unseren schicksten Klamotten auf den Weg auf die andere Seite zum Noviziat. Während der Messe dort, in der wieder voller Inbrunst gesungen wurde, kamen dann die ersten kleinen „WOW, es ist wirklich Weihnachten!“-Momente und ich saß einfach nur glücklich in der Bank, während die Novizen die ruandische Version von „Seht ihr unseren Stern dort stehen“ geschmettert haben. Dieses Lied haben wir übrigens in den letzten Tagen gefühlt 1.000 Mal gehört ; )

Die Messe im Noviziat ging gut 1 ½ Stunden und da die Salesianer alle früher als wir los sind, um in den verschiedenen Kirchen zu zelebrieren, dachten wir eigentlich, wir wären die Letzten, die wieder in der Kommunität eintrudeln. Doch als wir in den Salon kamen, empfing uns dort nur die glitzernde und blinkende Krippe. Wir waren dann etwas ratlos, aber nach etwas Warten kam dann Père Gaspard. Zur Feier des Tages haben wir uns erstmal mit nem Bier vor den Fernseher gesetzt, um Nachrichten zu gucken. Nachdem die Anderen nach einer weiteren Dreiviertelstunde noch nicht da waren, haben wir schon mal angefangen zu essen. Es gab echt leckeres Hühnchen und Ananas zum Nachtisch! Die anderen Salesianer kamen erst nach Hause als Emma und Ich schon wieder auf unseren Zimmern waren (der Tag war dann doch was anstrengend und wir wollten auch noch mit unseren Familien telefonieren).

Am 25. haben wir uns Morgens direkt in die Küche begeben, um für die Kinder des Ejo Heza Projektes Spritzgebäck zu machen!

In action bei der Spritzgebäck-Massenproduktion. Da die Spritzbeutel gerissen sind, mussten wir etwas improvisieren, aber das war natürlich kein Problem für uns Beide ; )

„Impa Noheli!“

Nach einem schnellen Frühstück ging es dann zur Rango Church in die Weihnachtsmesse. Auf dem Weg dort hin und auch in den darauffolgenden Tagen haben wir so oft „Noheli nziza“ (Frohe Weihnachten) gesagt und gewünscht bekommen, diese Vokabel können wir jetzt gar nicht mehr vergessen! Das Wort „Noheli“ wurde aber auch noch oft in einem anderen Zusammenhang benutzt. So kamen viele Kinder, aber auch bekannte Erwachsenen, auf uns zu und fragten uns nach Noheli- einem Weihnachtsgeschenk. Wir wurden in den letzten 4 Monaten auf Grund unserer Hautfarbe schon oft nach Geld, Schuhen, Essen etc gefragt. Ich fühle mich dabei immer noch sehr unwohl, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Doch an den Weihnachtstagen kam diese Frage so oft, da wusste ich nicht genau wie ich damit umgehen sollte. Ich habe dann allen einfach ganz fröhlich Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch gewünscht und erklärt, dass ich keine Weihnachtsgeschenke für sie habe.

In der Kirche erwartete uns eine ähnliche Krippelandschaft und blinkende Untermalung wie im Salon. Es wurde ein kleines Häuschen mit Bananenblätterdach gezimmert. Dieses konnte man aber gar nicht erkennen, weil es komplett mit Luftballons, Lametta, Weihnachtsbaumkugel, Girlanden, Lichterketten und Sternen bedeckt war! Alles blinkte und glitzerte und auch im Altarraum waren blinkende Lichterketten in den Stoffbahnen befestigt worden, die als normale Verkleidung der Wände am Altar dienen. Diese farbigen Stoffbahnen werden zwischendurch ausgetauscht- ich habe aber noch kein Muster bezüglich der Farbkombis und Anlässe erkennen können. Jetzt an Weihnachten sind die Stoffe gelb und weiß- festlich, nicht?

In den Ecken der Kirche und auch draußen überall wurden große, grüne Bananenblätter zur Verzierung angebracht/ in den Boden gesteckt. Das wirkte schon sehr beeindruckend und verlieh- in Kombi mit den Trommlern, die sich vor der Kirche versammelt hatten und lautstark die Messbesucher begrüßten- dem Ganzen ein sehr festliches und besonderes Ambiente.

Die Messe an sich ging gut 3 ½ Stunden. Ja, ihr habt richtig gehört ; ) Generell sind die Messen hier länger als in Deutschland. Das liegt unteranderem daran, dass von jedem Lied gefühlt 10 Strophen gesungen werden, es fast immer 2 Lesungen gibt und die Predigt des Pfarrers nicht gerade kurz ausfällt. Hinzu kamen jetzt in der Weihnachtsmesse auch mal so eben 35 Taufen und 10 mal die Feier der heiligen Erstkommunion. Da hatten die beiden zelebrierenden Salesianer echt was zu tun, aber die Eltern haben sich mit ihren Kindern artig in eine Reihe gestellt, die durch die ganze Kirche ging (!)

Während der Messe haben wir einige Lieder wiedererkannt, die wir auch aus der deutschen Weihnachtszeit kannten und konnte so bei fast allen Liedern zumindest mitsummen : ) Begleitet wurden einige Lieder von tanzenden Kindern, die mit gelben Stoffkronen als Könige (oder Sterne?) verkleidet waren und im Gang vorm Altar hoch und runter tanzten. Als dann die Körbe für die Kollekte rumging, staunten Emma und Ich nicht schlecht, denn auf einmal bildete sich zum zweiten Mal während der Messe eine lange Schlange vorm Altar, die bis zum Ausgang reichte. In der Reihe hatten sich alle möglichen Kirchenbesucher eingefunden -Kinder, ganze Familien, ältere Damen und junge Paare- , die alle einen traditionell ruandisch geflochtenen Korb auf dem Arm trugen. Einer der Novizen, mit denen wir in der Reihe saßen, erklärte uns, dass es sich dabei um Geschenke der Gemeindemitglieder an die Kirche handelte. Einige brachten Hostien, Kerzen oder Tischdecken für die Messen, Andere Gegenstände, die die Kirche weiterverkaufen konnte, um dann mit dem Geld was anzustellen. Darunter waren Früchte, Eier…und sogar ein Huhn! Das musste dann einer der Messdiener schnell in die Sakristei bringen. Sowas hab ich auch noch nicht gesehen!

Auf dem Hin- und Rückweg zur Messe sind wir-wie eigentlich jedes Mal- vielen bekannten Gesichtern begegnet, doch da es Weihnachten war, unterhält man sich mit Einigen natürlich etwas länger und auch vor der Kirche haben wir diesmal viel länger gebraucht; einige von den Trommlern kannten wir und mussten diese natürlich begrüßen, viele Messbesucher, die noch einen schönen Tag wünschen….

Nach der Abendandacht haben wir uns dann mit den Salesianern im Schein der blinkenden Krippe und mit Weihnachtsmusik, die aus einigen Boxen dudelte, zusammen zu einem kleinen Aperitif hingesetzt, Weihnachtsstorys ausgetauscht und ich hab mich an ein paar Weihnachtsliedern auf der Ukulele versucht. Es gab wieder ein echt leckeres Abendessen und die Brüder haben sich sehr über unsere selbstgebackenen Kekse gefreut. Der Abend war echt gemütlich und wurde noch perfekt durch einen kleinen „Weihnachtsmoment“ abgerundet: Nachdem Essen, Reden und Nachrichtenschauen ist dann jeder langsam in sein Zimmer geschlufft und ich bin noch kurz rüber zur Emma gehüpft. Da haben wir dann für uns noch ein paar deutsche Weihnachtslieder gesungen, Plätzchen gegessen und unsere kleinen Geschenke ausgetauscht. Das Ambiente wurde von einem Tannenzweig gerockt, den meine Oma mir per Post geschickt hatte (Danke! ; ) )

Die Ejo Heza- Weihnachtsfeier

Für das Projekt haben wir am 26. mit ca 60 Kindern gerechnet und die Rechnung ging auf! Das war schon mal sehr erleichtern, als wir während dem ersten Programmpunkt – sich selber und Kleidung waschen- realisierten, dass es wirklich für jeden einen Saft und genügend Plätzchen gibt! Der Leiter des Noviziats hatte sich spontan dazu entschieden, seine Novizen als Hilfe zu uns zu schicken und so waren Emma und Ich nicht alleine, sondern hatten noch 15 Novizen an unserer Seite. Diese mussten sich aber erstmal an die Situation gewöhnen, denn (halb) nackte Kinder, die über den Rasen laufen und Fußballspielen oder ihre Kleidung mit Seife waschen, sind die halt einfach nicht gewöhnt. Da mussten wir ihnen erstmal erklären, dass es normal ist, wie die Kinder hier gerade rumlaufen (wie sollten sie denn auch sonst ihren Körper und die Klamotten waschen? ) ; )

Dass die Novizen zum Helfen da waren, war echt eine große Hilfe, aber direkt alle 15 zu schicken, war vielleicht doch etwas zu viel. Einige haben den Kindern beim Waschen geholfen und sich mit ihnen unterhalten, aber Andere saßen auch nur -arbeitslos- irgendwo rum…wir hatten schonmal überlegt/versucht, 1-2 Novizen für jeden Samstag fürs Projekt zu gewinnen, doch das kollidiert leider mit deren Programm im Noviziat.

Wir waren im Nachhinein überrascht, wie gut dieser Tag doch geklappt hat; das Essen hat für alle gereicht(wobei wir nach dem Anwesenheitscheck schnell in die Küche hüpfen und beim Tellervorbereiten helfen mussten, irgendwie dauerte das diesmal länger), es gab genügend Kekse und Säfte, die Kinder hatten bei der Animation, die die Novizen für Sie vorbereitet hatten Spaß, wir haben es geschafft, die nie auffindbaren Kabel für die Musikbox zu finden, damit die Kinder ein bisschen tanzen konnte und es gab keine größeren Streits wegen Seife und Co.

Novizen in ihrem Element- Animation bei den Kindern

Nach dem Essen der Kinder waren Emma und Ich noch relativ lange mit dem Abwasch beschäftigt. Normalerweise helfen dabei immer einige Kinder, doch an diesem Tag sind schon viele angehauen. Währenddessen saßen die Novizen gemütlich in der Schulmensa und haben selbst gegessen (ja, ihre Teller mussten wir dann auch sauber machen)…da kann man sich dann direkt mal im Wut-Haushalt-Management üben ; ) Danach saßen wir Beide kaputt, aber sehr zufrieden mit dem Verlauf des Tages- beim Mittagessen.

Es ist lustig zu sehen, wie sehr sich auch der Kopf an Abläufe und Gewohnheiten anpasst. Das Projekt mit den Kindern ist eigentlich immer Samstags. Und Samstagsabends wird in der Kommunität auch immer der Rosenkranz gebetet. Deshalb waren Emma und Ich voll darauf vorbereitet, den Rosenkranz zu beten, als wir uns an diesem Abend in die Kapelle setzten, mussten dann aber feststellen, dass es nur ne normale Donnerstagsabend-Andacht gab, ups.

Strong und independent

Dadurch, dass die Aspiranten insgesamt 2 Wochen weg waren, waren wir in vielen Dingen nur auf uns gestellt. So zum Beispiel auch beim Beenden des Oratoriums Abends. Bei uns hat es dann immer etwas länger gedauert, sich bei den Spielern durch zu setzten und die Bälle einzusammeln…aber das haben wir mit der Zeit auch schon hinbekommen. Schwieriger war es da eher, jemanden für das Mot du Soir -das Abendwort- zu finden, das ja auf Kinyarwanda gehalten werden sollte. An einem Abend hat das mit dem Freiwilligensuchen irgendwie nicht so geklappt und so kam es dann  dazu, dass ich mein erstes Mot du Soir auf Kinyarwanda gehalten habe! Das war jetzt echt nichts Besonderes, vor allem weil ich doch etwas aufgeregt war, und bestand nur aus einer kleinen Vorstellung von mir, der Anmoderation zum Vater Unser Beten und einer kleinen Verabschiedung. Aber immerhin!

Was wir jetzt in den letzten Tagen auch zum ersten Mal gemacht haben, war allein auf dem Markt für das Samstagsprojekt ein zu kaufen. Dabei haben uns sonst immer die Aspiranten begleitet und beim Verhandeln geholfen. Doch ich muss sagen: das bekommen wir auch alleine hin! Wir haben nur bei einem Stand etwas mehr als üblich bezahl, die die restlichen Sachen haben wir wirklich für die Preise bekommen, die wir einkalkuliert haben und die wir manchmal sogar noch nicht mal mit den Aspiranten bekommen! Der Rückweg stellte sich als etwas anstrengend heraus- 12 kg Maniokmehl, 6kg Bohnen, 8 mal Salat, ganze Tasche voller Möhren, Tomaten und Zwiebeln…- doch auch das haben wir locker gemeistert!  Auch einen Samstag mussten wir ohne die Aspiranten beim Straßenkinderprojekt auskommen, doch auch das haben wir meiner Meinung  nach echt gut hinbekommen. Shoutout an uns selber, Emma! ; )

Eine kleine Exkursion zum Silvesterabend

So, ich weiß, der Bericht wird immer länger und länger und damit bin ich auch nicht gerade zufrieden, aber jetzt für Silvester noch einen eigenen Eintrag zu machen…da fehlt gerade die Motivation ; ) Also begeben wir uns nur auf eine kurze Reise in die Vergangenheit. Diese Reise führt uns auf die andere Straßenseite, ins Noviziat. Dort haben die beiden Salesianerkommunitäten aus Rango nämlich dieses Jahr Silvester gefeiert. Der Ablauf einer allgemeinen Feier bei den Salesianern hat sich mir jetzt schon etwas erschlossen: Abendmesse, Empfang+ Aperitif mit ein paar Liedern, Abendessen, Programm, zu dem alle irgendwie etwas beitragen, ein paar Tänze und ein Abschlussgebet.

Genau so lief es auch am Silvesterabend ab (nur eben nicht-wie normalerweise_ bis 21/22:00 Uhr, sondern bis nach Mitternacht ; ) )  Besonders zu erwähnen ist hier vielleicht, unser Ausflug in die große Küche des Noviziats, in der wir den Novizen beim Abwasch geholfen haben. Da wurde mal eben Geschirr eines mehrgängigen Abendessens von ca 30 Personen abgewaschen, nebenbei noch 3-stimmig gesungen (Novizen) und ein kleiner Salsa-Crashkurs gegeben (Ich). Für das Programm des Abends hatten Emma und Ich auch was vorbereitet und als es dann soweit war, haben wir unsere Version des Cupsongs und von dem Lied „Stargazing“-meinerseits unterstützt von der Ukulele- zum Besten gegeben. Die Novizen haben ein paar Lieder rausgehauen, es gab Bananenbier und kurz vor Mitternacht wurde dann noch der Rosenkranz durchgebetet. Es war ganz lustig zu beobachte, wie sich die Novizen und auch Emma und Ich während des Rosenkranzes entspannten und zur Ruhe kamen, nachdem schon einige Lieder angestimmt und durchgetanzt wurden. Da man die Gebete für den Rosenkranz langsam aufsagen kann, ohne darüber nachdenken zu müssen, war die Zeit des Rosenkranzgebetes ideal, um ein bisschen über das vergangene Jahr zu reflektieren. Und dabei kam einiges herum! Aus diesem Grund saßen Emma und Ich in den letzten Minuten vor Mitternacht perplex auf dem Sofa im Salon des Noviziates und konnten es einfach nicht glauben, dass schon bald 2019 zu Ende sein sollte. Das Jahr, in dem so Vieles passiert ist. So viele Meilensteine, Erkenntnisse, neue Erfahrungen und die wunderbare Möglichkeit, diesen Freiwilligendienst anzutreten, der uns schon jetzt viele neue Dinge gebracht, uns gefordert, glücklich und dankbar gemacht hat. Dieses Gefühl, kurz bevor der Countdown angestimmt wurde, kann ich euch leider gar nicht richtig beschreiben….ich war einfach glücklich und dankbar und so perplex von den ganzen Eindrücken des Abends (zu dem unter anderem das Bild von im Kreis tanzenden Novizen gehört, die alle möglichen zufälligen Gegenstände rumschwenken. So wurde mit einer Schüssel voll Nüssen, einem Rosengesteck, einer Stofftasche und Gläsern getanzt). Außerdem wirkte das Alles irgendwie so unrealistisch. Ganz komische, aber auch sehr interessante Kombi an Gefühlen…Wie auch immer, es hat echt Spaß gemacht.

Ich bin doch recht stolz auf die Sachen, die ich im vergangenen erreicht habe und dankbar dafür, was ich alles schon erleben durfte. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich mit Emma ins neue Jahr rutschen konnte (auch wenn mir diese Formulierung langsam echt auf den Geist geht…). Ich hoffe, ihr hattet alle auch einen schönen Start ins neue Jahr. Ich bin sehr gespannt, was dieses Jahr noch so bringt, vor allem da so viel Ungewisses dabei ist. Generell was den Freiwilligendienst angeht, ist vieles ungewiss oder wird uns von den Brüdern in der letzten Sekunde erzählt (weil sie die Infos meistens auch erst so spät bekommen, das ist hier aber kein Problem). Daran hab ich mich langsam schon gewöhnt: dass man nie genau weiß, was auf einen zukommt und was jetzt als nächstes passiert. Aber man weiß, dass man sich darauf freuen kann! : ) Aber auch bezogen auf meine Zeit nach dem Freiwilligendienst: wo werde ich zum Beispiel Ende September dieses Jahres sein? Was wird ich machen? Werd‘ ich ne Idee davon bekommen haben, was ich jetzt genau studieren möchte? Was mir wichtig ist? Wird ich auf all die Fragen, die sich mir in den letzten Monaten gestellt haben eine Antwort finden? Wie werde ich nächstes Silvester feiern? All das ist total ungewiss. Eigentlich machen mich Sachen, die man, die ich noch nicht geplant oder unter Kontrolle habe, total unzufrieden und hibbelig.  Aber erstaunlicherweise muss ich sagen, gerade ist das nicht so. Ich freue mich einfach und bin gespannt darauf, was noch kommt und ich kann die Ungewissheit auf jeden Fall aushalten! ; )

Hier noch ein nachträglicher Weihnachtsgruß von uns an alle Leser:

Bis zum nächsten Mal!

Rike

P.S.: Juhuuu! Du hast es bis zum Ende geschafft! Ich entschuldige mich an dieser Stelle sehr für den Umfang dieses Beitrages. Aber das das nun doch schon etwas her ist, wollte ich Silvester und alles aus den Feiertagen in einen Beitrag packen, damit ihr nicht erste Ende Januar/ Anfang Februar von meinen Neujahrsgedanken erfahrt ; ) Für die nächsten Beiträge hab ich mir jetzt aber wirklich ne Wortgrenze gesetzt, sodass ihr die vielleicht wirklich easy bei ner Tasse Kaffee Samstagmorgens in einem Rutsch durchlesen könnt ; )

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Rückkehr, Veränderungen im Projekt und Ebola https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2014/09/08/rueckkehr-veraenderungen-im-projekt-und-ebola/ Mon, 08 Sep 2014 16:35:34 +0000 http://19606.178 Nach meiner Abreise am 25. August 2013 bin ich nun am 13. August 2014 wieder zurück in Abidjan. Mein Nachfolger Tilmann Augstein (www.strassenkinder.de/tilmanninabidjan), der ein wunderbares und wirklich sehr erfahrungsreiches Jahr hier verbracht hat, hat am 21. August die Heimreise nach Deutschland angetreten und ist wohlbehalten dort angekommen. Was das Projekt angeht, sind einige Veränderungen […]

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Nach meiner Abreise am 25. August 2013 bin ich nun am 13. August 2014 wieder zurück in Abidjan. Mein Nachfolger Tilmann Augstein (www.strassenkinder.de/tilmanninabidjan), der ein wunderbares und wirklich sehr erfahrungsreiches Jahr hier verbracht hat, hat am 21. August die Heimreise nach Deutschland angetreten und ist wohlbehalten dort angekommen.

Was das Projekt angeht, sind einige Veränderungen zu spüren: Die Gemeindemitglieder spenden dem Foyer nun vermehrt Reis, Öl und andere Nahrungsmittel, sodass bei den Einkäufen gespart werden kann. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die sich „Freunde des Foyers“ nennt. Eine sehr gute Sache!IMG_4260(1)

Die Mauer neben der Eingangstür des Foyer Maman Marguerite wurde mit einer Malerei versehen, damit jeder sehen kann um welche Art Foyer es sich handelt. Außerdem wurden einige Größen der Don Bosco Familie ebenfalls aufgemalt und natürlich Don Bosco selbst auch.

Fast alle Kinder, die während meines Jahres im Langzeitaufenthalt Foyer Magone waren, konnten erfolgreich in ihre jeweiligen Familien zurückintegriert werden. Einzige Ausnahmen bilden hier mein ehemaliger Schüler Elie, der im Schuljahr 2012/2013 mit 12 Jahren die zweite Klasse besuchte und sehr gute Noten einfuhr. Leider schafft er selbst es nicht, die Wichtigkeit von Bildung für sein eigenes Leben zu sehen und ist wieder auf die Straße abgehauen. Der zweite Fall, bei dem die Reintegration nicht funktioniert hat, ist Samuel, über den ich im Dezember 2012 bereits einen Blogartikel verfasst habe. Damals, kurz vor Weihnachten, bat er seinen Vater um Verzeihung und erklärte ihm, dass er sich nichts lieber wünsche als beim ihm zu wohnen. Im Juni 2013 wurde also die Reintegration vollzogen, doch im November desselben Jahres befand sich Samuel nach zwei Tagen auf der Straße wieder im Foyer. Das einzig Gute an der ganzen Sache ist, dass er zurück ins Foyer gekommen ist und nicht einfach auf der Straße weiterleben wollte. Sehr bedauernswert, dass die Zusammenführung seiner Eltern und ihm nicht zum Erfolg geführt hat.

Allgemein bestätigten mir die Erzieher meinen Eindruck, dass die Straßenkinder hier in Abidjan immer jünger werden. Einer der Erzieher, der bereits seit 20 Jahren im Foyer arbeitet, erklärte mir, dass zu Beginn seiner Arbeit die meisten auf der Straße lebenden Kinder volljährig waren. Mittlerweile sind jedoch sehr viele Kinder erst um die 10 Jahre alt. So auch die beiden hier:IMG_4277(1)

Ebola: Bis vor zwei Wochen sprach hier noch kaum jemand von der Epidemie. Doch seit kurzer Zeit kommt das alltägliche Gespräch immer öfter auf die Krankheit. Vor zweiner Weile hat der Bischof der Diözese Grand-Bassam, zu der auch die Gemeinde der Salesianer hier in Abidjan gehört, eine Empfehlung ausgegeben, auf den Friedengruß während der Messe in der Kirche zu verzichten. Dies ist eine der ersten Maßnahmen, die die Menschen hier nun wirklich direkt betrifft. Bei meiner Ankunft am Flughafen in Abidjan war die einzige „Vorsichtsmaßnahme“ bezüglich Ebola auf einem Zettel an einer Säule angebracht, auf dem zu lesen war, dass man verstärkt auf die üblichen Hygieneregeln achten solle und sich vor allem häufig die Hände waschen solle. Außerdem war zu lesen, dass, sobald man einem Ebola-Verdachtsfall begegnet, dies sofort den Behörden melden solle, damit dieser sofort in ein Krankenhaus geschafft werden könne.

Die Kinder im Foyer spielen mittlerweile nicht mehr „Fangen“ sondern „Wer hat Ebola?“. Und sobald irgendwer eine kleine Wunde zum Beispiel an der Hand hat, wird gewitzelt es sei Ebola.

Mikroben: Seit einiger Zeit macht eine Gang bestehend aus Kindern und Jugendlichen Abidjans Straßen unsicher. Ihr Ziel ist es Leute zu bestehlen. Ihr Vorgehen dabei ist höchst systematisch: Sie stechen ihren Opfern mit Messern in den Bauch oder in die Seite und klauen dann das Geld und andere Wertgegenstände des Opfers. Dabei nutzen sie aus, dass man sie zunächst nicht als gefährlich einschätzt, weil sie ja Kinder sind. Einige der Opfer starben bereits an den Messerstichen, die sie von den „Mikroben“ zugefügt bekamen.

Hier in der Gegend geht das Gerücht um, dass die Behörden der Bevölkerung die Erlaubnis erteilt haben, sich bei einem Angriff dieser Gang mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen. Man solle sie am besten umbringen. Vorgestern war in den Nachrichten zu hören, dass ein Teil der Mikroben im Norden Abidjans gefasst wurde. Was man ihnen gemacht wird ist allerdings nicht bekannt.

 

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Spenden eingesetzt! https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/12/31/spenden-eingesetzt/ Tue, 31 Dec 2013 14:29:06 +0000 http://19606.173 Ende November konnten die im Vorfeld meines Freiwilligendienstes und im Rahmen des Benefizkonzertes am 05. Mai 2013 gesammelten Spendengelder an das Foyer Don Bosco Abidjan überwiesen werden. Die Spenden beliefen sich auf insgesamt 1490 €. Hierfür gilt zunächst ein großer Dank der Domgemeinde Fritzlar, die im August 2012 bei einer Kollekte fast 1000 € für […]

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Ende November konnten die im Vorfeld meines Freiwilligendienstes und im Rahmen des Benefizkonzertes am 05. Mai 2013 gesammelten Spendengelder an das Foyer Don Bosco Abidjan überwiesen werden. Die Spenden beliefen sich auf insgesamt 1490 €.

Hierfür gilt zunächst ein großer Dank der Domgemeinde Fritzlar, die im August 2012 bei einer Kollekte fast 1000 € für die Kinder in der Einrichtung in Abidjan versammeln konnte.

Außerdem möchte ich allen Zuhörern und Besuchern des Benefizkonzerts im Mai 2013 danken, besonders hierbei hervorgehoben sei mein Cousin Julian Sauer, durch den jenes Konzert überhaupt erst stattfinden konnte.

Weiterhin ein großes Dankeschön an alle stillen Spender, die das Projekt unterstützt haben und auch noch weiterhin unterstützen.

DENN: Die Spenden wurden sinnvoll eingesetzt. Da es aus meiner Sicht nicht sehr vernünftig ist, solche Spenden in laufende Kosten zu stecken, hat die Suche nach einem geeigneten Verwendungszweck auch so lange gedauert. Doch gut Ding will Weile haben wie es so schön heißt. Daher habe ich im August 2013, also dem Monat meiner Abreise, noch intensive Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort geführt, um eine ordentliche Verwendung zu finden. Wir einigten uns dann darauf, das Geld für die Schulgebühren und das Schulmaterial der Kinder einzusetzen. Die Kosten für die Schulgebühren variieren jedes Jahr, da sie pro Jahrgangsstufe unterschiedlich hoch sind und ja jedes Jahr unterschiedlich viele Kinder in die unterschiedlichsten Klassen kommen. Demzufolge sind die Ausgaben hierfür äußerst schwierig vorherzusehen und dementsprechend schlecht planbar, sodass meistens noch externe Hilfe in Form von Spendengeldern benötigt wird. Für das Schuljahr 2013/2014 dürfen nun oben genannte Spender stolz von sich behaupten, den Kindern im Foyer Don Bosco den Schulbesuch möglich gemacht zu haben und ihnen auch das dafür benötigte Material wie Hefte, Stifte und so weiter zur Verfügung gestellt zu haben.

Dafür möchte auch ich mich herzlich bei Ihnen und euch bedanken! Es war mir ein Herzensanliegen mit dem von Ihnen mir anvertrauten Spendengeld keinen Unfug zu treiben und eine wirklich sinnvolle Verwendung dafür zu finden. Auch für das von Ihnen geschenkte Vertrauen dafür bedanke ich mich herzlich.

Dank Ihrer Hilfe können die Jungs auch dieses Jahr wieder fleißig sein und sich ihren Weg in eine gesicherte Zukunft ebnen

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The End https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/28/the-end/ Wed, 28 Aug 2013 14:24:04 +0000 http://19606.170 Und dann ist es einfach zu Ende. Dieses Jahr in einem anderen Land, ja sogar in Afrika. Dieses Jahr mit den Kindern, die ich tagtäglich vor meiner Zimmertür hören konnte. All das ist dann doch irgendwie zu schnell vorbeigegangen. Am 25. August machte ich mich auf den Weg zum Flughafen, da um 22:25 Uhr der […]

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Und dann ist es einfach zu Ende. Dieses Jahr in einem anderen Land, ja sogar in Afrika. Dieses Jahr mit den Kindern, die ich tagtäglich vor meiner Zimmertür hören konnte. All das ist dann doch irgendwie zu schnell vorbeigegangen.

Am 25. August machte ich mich auf den Weg zum Flughafen, da um 22:25 Uhr der Flieger gen Istanbul starten sollte, wo ich mich jetzt gerade befinde, wartend auf den Anschlussflug nach Frankfurt. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das alles stressfrei abgelaufen wär. Auf dem Weg zum Flughafen in Abidjan muss man den großen Boulevard nehmen, der quasi eine Autobahn einmal durch die Stadt ist und alle Stadtteile miteinander verbindet. Nachdem wir auf jenen Boulevard aufgefahren waren, mussten wir feststellen: STAU. Wieso das denn jetzt? Anscheinend eine politische Autorität, die passieren muss. Dann wird nämlich einfach mal alles gesperrt und kein Auto bewegt sich. Nun denn, normalerweise löst sich so ein Stau aber schnell auf. Nach über einer Stunde warten, ist der Glaube an ein schnelles Auflösen des Staus aber mehr als geschwunden und es wird dringend nach einer Lösung gesucht. Also: umdrehen und das ganze umfahren. Das bedeutet quasi von Deutschland nach Polen über Schweden und Finnland zu fahren. Natürlich im Verhältnis gesehen. Also gesagt, getan. Mit einem Affenzahn rasen wir also durch die halbe Stadt, um um 21:45 Uhr am Flughafen anzukommen. Dort angekommen, wird mir sogar mitgeteilt, dass man sich dort des Staus bewusst ist und alle Flüge ein bisschen warten. Glück gehabt.

Jetzt bin ich wohlbehalten Zuhause angekommen und es ist wohl Zeit für ein Dankeschön.

Dankeschön an Don Bosco Volunteers, die mir so ein unbeschreibliches Jährchen ermöglicht haben.

Danke an alle Salesianer auf der Welt, ihr macht meistens eine tolle Arbeit.

Danke an alle salesianischen Mitarbeiter, für euer Ehrenamtliches Engagement.

Danke an meine Eltern, meinen Bruder, alle Verwandten, Freunde, Bekannte und Wohltäter, alle die sich über das Projekt in Abidjan informiert und vielleicht sogar etwas gespendet haben. Wenn die Hilfe vielleicht auch nicht sofort ankommt, dann nur weil noch kein vernünftiger Verwendungszweck dafür gefunden wurde. Ich selbst habe schließlich den Anspruch, meine Spendengelder so sinnvoll wie möglich einzusetzen.

Danke an die deutsche Botschaft Abidjan für die finanzielle Unterstützung bei der Renovierung der Toiletten des Foyers Don Bosco.

Danke an alle Kinder, mit denen ich arbeiten und vor allem mit denen ich leben durfte. Nicht nur die Arbeit, sondern vor allem das tagtägliche Zusammenleben mit ihnen macht den Charme des Projekts in Abidjan aus. Ich hoffe ihr werdet nach eurer Reintegration glücklich in eurer Familie.

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(K)ein Lieblingskind https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2013/08/05/kein-lieblingskind/ Mon, 05 Aug 2013 21:44:34 +0000 http://19606.164 Genau, jemand, der mit Kindern arbeitet, hat kein Lieblingskind. Zumindest darf er es gegenüber den anderen Kindern nicht zeigen, da diese sonst darunter leiden. Doch, und das ist eines der Dinge, die ich hier gelernt habe, kann man noch lange nicht alles in seinem Leben selbst bestimmen. Manche Dinge verlaufen eben so und so. Da […]

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Genau, jemand, der mit Kindern arbeitet, hat kein Lieblingskind. Zumindest darf er es gegenüber den anderen Kindern nicht zeigen, da diese sonst darunter leiden. Doch, und das ist eines der Dinge, die ich hier gelernt habe, kann man noch lange nicht alles in seinem Leben selbst bestimmen. Manche Dinge verlaufen eben so und so.

Da ist also Emmanuel, ein Junge, der kein einziges Wort Französisch redet. Er ist ungefähr 12 oder 13 Jahre alt, rausfinden kann man das nicht, weil er ja kein Französisch redet. Er spricht nur einzelne Wörter Dioula, einer Ethnie, die hier sehr verbreitet ist. Worte, die er beispielsweise sagt sind (übersetzt): Essen, Wasser, schlafen und ähnliches. Außerdem gibt er gerne Laute von sich wie sasasasa und nananana.

Emmanuel hat Epilepsie. Vor ca. 5 Jahren ist er von zwei älteren Damen ins Foyer gebracht worden, die sagten, sie würden den Jungen immer auf der Straße sehen, immer schmutzig und immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Er kommt mit einem sehr vernarbten Körper im Foyer an, was darauf hindeutet, dass er wohl von irgendwem gefesselt wurde, sobald er einen epileptischen Anfall hatte. Allem Anschein nach liegt neben der Epilepsie auch noch eine geistige Behinderung vor, da Emmanuel neue Dinge nur sehr langsam erlernen kann. Es scheint, als sei er auf dem Entwicklungsstand eines kleinen kindes stehengeblieben, da er zum Beispiel sich selbst die Zähne putzen kann, selbst essen kann, sich selbst waschen kann und im Allgemeinen so die grundlegenden Dinge selbst machen kann. Allerdings ist es immer besser, wenn jemand danebensteht und darauf aufpasst, dass er auch wirklich das macht, was er soll (gerade beim Waschen, denn Emmanuel wäscht furchtbar gerne seinen Bauch mit langsam kreisenden Bewegungen…). Er freut sich immer,wenn ich komme und manchmal fragt er «Bisous?», was Kuss bedeutet. Wenn man dann nicht schnell das Weite sucht, hat man blitzschnell einen Kuss irgendwo im Gesicht.

Mit seiner Krankheit geht immer es auf und ab. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das ganze sogar mit dem Mond zusammenhängt, da ich festgestellt habe, dass er bei Vollmond häufiger epileptische Anfälle erleidet, bei denen er sich leider hin und wieder verletzt. Und das alles trotz Medikamenten.

Emmanuel kann natürlich nicht auf eine normale Schule gehen so wie alle anderen. Ca. 150 Kilometer von Abidjan entfernt gibt es eine Schule für geistig und/oder körperlich behinderte Kinder, die von Schwestern (leider weiß ich nicht welcher Orden) geleitet wird. Diese Schule ist landesweit bekannt, da selbst Kinder aus Korhogo (einer etwas größeren Stadt im Norden der Côte d’Ivoire) dort zur Schule gehen. Die Schwestern führen dort nicht nur die Schule, sondern auch ein Foyer, wo die Kinder, die von weit her kommen, schlafen können. Dort verbringt Emmanuel die Zeit von Oktober bis Mai (Schuljahr) und kommt nur für die Weihnachts-, Oster- und Sommerferien nach Hause, also ins Foyer.

Emmanuels Familie ist nicht auffindbar. Die Erzieher haben wohl einige Hinweise auf seine Familie, aber selbst wenn man sie findet, werden sie leugnen, dass Emmanuel ihr Kind ist, da er «ja nur Geld kostet». Das sind die Worte, die einer der Erzieher von der Polizei zu hören bekam. Wieso man den denn überhaupt aufgenommen hätte, der ist doch behindert und macht nur Probleme, hieß es. Man hätte Emmanuel also auf der Straße sich selbst überlassen sollen??? Ganz toll.

Ich bin heilfroh, dass man nicht auf den Rat der Polizei gehört hat und Emmanuel trotzdem aufgenommen hat, selbst wenn die Arztkosten nicht unerheblich sind. Aber auch er hat ein recht auf ein menschenwürdiges Leben. Und das spielt sich sicherlich NICHT auf der Straßen ab!

Oft frage ich mich, ob Emmanuel Französisch versteht. Und ob er überhaupt seine Situation versteht. Wenn er nicht in einer Phase von vielen Anfällen steckt, ist er meist ziemlich gut gelaunt und hüpft gerne herum. Er ist sehr glücklich, wenn er merkt, dass man sich gerne mit ihm beschäftigt und zum Beispiel mit ihm seine im Foyer berühmten Tanzbewegungen macht.

Emmanuel ist eine Ausnahme im Foyer. Kein anderes Kind hat eine solche Krankheit wie er. Das führt dazu, dass er immer eine Außenseiterrolle einnehmen muss. Aber genau die Tatsache, dass es nahezu unmöglich ist, ihn vollkommen zu integrieren, führt dazu, dass er zu einem meinem «Lieblingskind» geworden ist. Er ist derjenige, mit dem ich mich am meisten beschäftigt habe während meines Jahres hier, weil ich gesehen habe, dass er es am nötigsten hat. Wie oft habe ich ihn abends ins Bett gebracht, bevor die anderen schlafen gingen. Wie oft habe ich ihn durchgekitzelt. Und wie oft hatte ich, ehe ich mich versah, einen Bisous auf der Wange.

Ich bin sicher, dass mir der Abschied von ihm am schwersten fallen wird. Er wird zwar nicht verstehen, dass ich dann nicht mehr jeden Tag kommen kann. Er wird nicht verstehen, dass ich gehen muss. Aber wahrscheinlich ist das auch besser so.

Der Beitrag (K)ein Lieblingskind erschien zuerst auf Don Bosco Volunteers.

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