So, liebe Leserinnen und Leser, es war nur eine Frage der Zeit: diese Woche hatte ich meinen ersten Motorradunfall. Im Moment fahr ich noch immer mit Moto-Taxis zur Arbeit, d.h. meist viermal täglich. Ich bin zwar schon dabei Roller fahren zu üben, aber nach einem Mal über den Hof gurken, will ich noch nicht in einen Straßenverkehr fast ohne Regeln. Außerdem weiß ich nicht was sicherer ist: selbst zu fahren oder sich fahren zu lassen. Naja, jedenfalls gibt es halt doch noch ein paar wenige Regeln, wie z.B. nach links und rechts schauen, wenn man aus einer Seitenstraße kommt. Der andere Motorradfahrer hat das wohl nicht für nötig gehalten und somit kam es zu einem Crash. Das klingt jetzt wahrscheinlich extremer als es ist. Außer dass ich jetzt eine böse Verbrennung am Bein von dem heißen Auspuff habe, ist nichts schlimmes passiert. Ich bin dann gleich von einem anderen Motorrad weiter mitgenommen worden, kann also nicht genau sagen, wie es die beiden geregelt haben; denn Polizei kümmert sich sicher nicht um solche Kleinigkeiten und Versicherungen gibt es bestimmt auch nicht.
Ich habe auch kleine Neuigkeiten von meinem kleinen Jungen. Er reißt fast täglich von zuhause aus, sobald er etwas helfen soll. Letzten Montag stand er wieder vor meiner Türe und hat mir erzählt, dass er jeden Tag hier war um zu sehen ob ich da bin… Am Mittwoch wollten wir dann zu seinem Elternhaus, so wie es abgemacht war, und haben ihn auf dem Weg aufgesammelt. In der Schule war er wohl nicht mehr. Laut ihm meinte der Direktor, er müsste dieses Jahr nicht mehr kommen. Laut den Eltern haben sie ihn persönlich hingebracht und er ist in der Pause wieder abgehauen. Den Grund dafür, dass er ein kleiner Ausreißer ist, kenne ich noch nicht. Wenigstens war er die Woche zum Schlafen immer zuhause und ist dann einfach ganz früh losgezogen.
Am Mittwoch, dem 31.1. war auf der ganzen Welt das Don Bosco Fest, zum Gedenken an Johannes Bosco. Wir haben in der Baracke eine Feier für alle Straßenkinder und interessierte Leute veranstaltet. Wir haben Boxen aufgestellt und Tanzwettbewerbe veranstaltet, an dem die Gewinner Klamotten geschenkt bekommen haben, worüber sie sich natürlich riesig gefreut haben! Anschließend gab es noch etwas zum Essen und Trinken und es wurde noch viel, viel gemeinsam getanzt. Die kleine Baracke war wirklich voll von Leuten und v.a. Straßenkindern und am nächsten Tag haben auch verhältnismäßig viele Kinder in der Baracke vorbei geschaut. War also erfolgreich;-)
Am nächsten Tag wurde im großen Jungenfoyer „Immaculé“ weitergefeiert. Die Mädchen und Jungen aus den anderen Foyers waren auch da. Nachmittags wurde gespielt und nach einer kleinen Messe und Essen, gab es ein Quiz. Als Preise wurden viele Stifte und Luftballons verschenkt, die Vroni und Basti aus Deutschland mitgebracht haben. Danke nochmal dafür! Die Blöcke werden im Laufe der sieben Monate auch sicherlich noch in Einsatz kommen;-)
Morgen wird in der Pfarrei auch noch gefeiert. Es war/ist also viel Action diese Woche!
Bis bald, eure Anna
Kumpfmüller Günther
Liebe Anna,
nun hast Du leider schon den ersten Unfall erlitten.
Unwillkürlich musste ich an meinen Cousin denken, der bei einem Unfall in Windhouk ebenfalls durch die Unachtsamkeit eines anderen Fahrers einen Zusammenstoß leider nicht überlebte…
Ein heißer Auspuff am Bein ist ja sehr schmerzhaft (ich hatte vor einigen Jahren auch dieses „Vergnügen“), aber das kann man wieder auskurieren…
In der Hoffnung in Zukunft nur mehr „Positives“ von Dir zu lesen will ich mich für heute verabschieden.
Liebe Grüße,
Günther
Cara
Oh, Verbrennungen am Bein, damit hatten wir ja leider, leider schon zu tun…
Du fehlst mir, Anna, ich denke sehr oft an dich und Kara (zumindest namentlich hast du ja einen Ersatz gefunden.
Fühl dich gedrückt!
Benedict Steilmann
Alles Gute für deinen kleinen Sozialfall. Das ist mal eine echte Herausforderung, von so jemandem adoptiert zu werden.
Beste Grüße
Benedict aus Bonn