Hallo Liebe Leute,

Kaum zu glauben, aber wahr: Nur noch zwei Monate darf ich hier in Benin verbringen. Jetzt gehts in den Endspurt! Von unserer Mitvolontärin aus Österreich, mussten wir uns schon im vergangen Monat verabschieden.

Wir Volontaire 2015/16

Wir Volontaire 2015/16

Nächste Woche heißt es dann auch für die Mitvolontärin aus Italien abschied nehmen. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht. Unglaublich, dass ich und Katharina in wenigen Wochen selbst ins Flugzeug steigen und unser Jahr hier zu Ende geht. Außerdem sind schon einige Mädchen aus dem Foyer nach Hause in ihre Familien gefahren, um dort die Ferien zu verbringen. Jaaaa, hier haben die 3-monatigen „Regenzeitferien“ schon angefangen. In Deutschland wird’s jetzt langsam heiß, hier hingegen wird’s kalt: Die Regenzeit hat begonnen. Das heißt nicht, dass es den ganzen Tag durchschüttet. Manchmal regnets durch (so ungefähr jeden 3. Tag), aber vielmehr heißt es, dass es immer wieder mal regnen kann. Wenns dann regnet, dann schüttets gscheid! Mit dem Ende der Trockenzeit sind die Temperaturen auch ein bisschen abgesunken, auf erfrischende 27°C. Daheim würde ich wahrscheinlich Hotpants tragen, hier empfinde ich es als wirklich kalt, sodass ich lange Hosen und zum Motorradfahren eine Strickjacke trage. 

meine Kinder aus Hindé :)

meine Kinder aus Hindé 🙂

Außerdem gabs (wiedermal) einen Wechsel im Arbeitsplan. Da eine Praktikantin aus Frankreich angekommen ist, wurde ich von meinem täglichen Arbeitsplatz (der Vorschule im Viertel Hindé ) in eine andere Vorschule versetzt. Das andere Viertel Djidjè, wo sich mein neuer Arbeitsplatz befindet, ist deutlich ärmer, es gibt genauso viele Kinder, die alle mindestens genauso süß sind. Auch die Arbeit bleibt die gleiche. Trotzdem hat es mich traurig gemacht, nach acht Monaten den Arbeitsort zu wechseln.

Eine erfreuliche Nachricht ist, dass ich letzte Woche Besuch von Karin und Dominik (meiner Cousine und meinem Cousin) bekommen hab. Auch wenn es nur eine Woche war (die andere sind sie verreist), die wir miteinander verbracht haben, war es sooo cool die beiden wieder bei mir zu haben. J Vor allem hatte ich an meinem Geburtstag ein bisschen Heimat dabei J Wir haben mit einer Flasche Wasser reingefeiert und den Tag im Schwimmbad verbracht. Am Abend allerdings sind sie schon heimgeflogen, der Abschied war gar nicht so traurig, ich komm ja bald wieder heim.

Jetzt aber was andres:

Wir ihr sicher wisst, gibt es neben den Salesianer Schwestern auch die Brüder. Diese haben ebenfalls verschiedene Projekte in Cotonou aufgebaut, um sich um die Kinder in schwierigen Situationen zu kümmern. Der Schwerpunkt der Brüder ist hierbei wohl auf die Jungen gelegt, der der Schwestern auf die Mädchen.

Ein Projekt der Brüder, welches ich euch gerne vorstellen möchte heißt „Maman Maguerithe“. Hierbei handelt es sich um ein Haus, welches Schlafplätze für ca. 80 Jungen von der Straße bietet. Die Einrichtung öffnet um 19 Uhr, wobei jeder Junge kommen kann, der einen Schlafplatz braucht. Um 7 Uhr morgens werden die Jungen dann „entlassen“, um ihren Tag auf dem Markt zu verbringen, wo sie um jeden Cent schuften müssen. Es ist wirklich nur ein Haus, welches den Jungen einen Platz zum Schlafen bietet. Als Alternative zur Brücke, oder zu selbstgebauten Zelten auf Müllhalden.

Doch wenn die Jungen regelmäßig kommen und sich anständig aufführen, sich bessern wollen, dann werden sie unterstützt. Es gibt einige, die eine Ausbildung im Maison de l’Esperance, dem Ausbildungszentrum der Schwestern machen. Andere gehen auf die „Ecole Alternative“ („Grundschule“ für die, die zu alt für einen normalen Schulstart sind), wo sie Lesen und Schreiben lernen. Weitere machen außerhalb eine Ausbildung zum Schneider, Mechaniker oder Friseur. Doch um sich ihr Essen, Kleidung, Lebensnotwendiges zu verdienen, müssen die Jungen neben der Ausbildung noch kleine Arbeiten auf dem Markt verrichten.

Viele von euch fragen sich bestimmt, weshalb die Jungen von 12 bis 18 Jahren überhaupt auf der Straße gelandet sind und nicht wie normale Jungendliche im Schutz von Mama und Papa aufwachsen. Dies kann ganz verschiedene Gründe haben. Da gibt es solche, die Streit mit ihren Eltern haben und aus Verzweiflung, oder Trotz weglaufen. Dann gibt es andere, die verstoßen wurden, von ihren Eltern abgelehnt werden, weil sie gestohlen haben, oder mit Kriminalität in Kontakt gekommen sind. Ein weiterer Grund ist das Vidomegon Phänomen, das auch bei unseren Mädchen in der Baracke aufgetreten ist: Die Kinder werden in andere Familien gegeben, um dort mitzuhelfen, sei es auf dem Bau oder auf dem Markt, oder gar im Haus als Sklaven, um ihre eigene (meist sehr arme) Familie finanziell unterstützen zu können. Von dort aus sind sie geflohen und auf der Straße gelandet.     

Tagsüber sind die Erzieher der Salesianer in der Baracke, welche sich genau neben unserer befindet) tätig. Hier wird gebastelt, sensibilisiert und andere Aktivitäten durchgeführt. Neben dem ganzen, versuchen die Erzieher und Psychologen mit den Jungen ins Gespräch zu kommen um sie gemeinsam in die Familie zu reintegrieren. Das ist meist gar nicht so einfach, denn die Jungen können sehr stur sein, genauso wie deren Eltern. Denn einmal auf dem Markt, umso schwieriger wird es wieder davon wegzukommen. 

Aber weshalb berichte ich eigentlich davon?

Meine Familie hat, als sie mich besucht haben, einen Koffer voller gespendeter Klamotten für die Jungen mitgebracht. Von T-shirts, bis Jeans, zu Hemden war alles mit dabei. Vielen, vielen Dank für die große Spendenbereitschaft! Doch da ein Koffer für 80 Jungen nicht ausreichend ist, haben meine lieben Cousins Karin und Dominik noch einen mitgebracht. Es ist der Wahnsinn wie viel zusammen gekommen ist!

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Letzte Woche war ich dabei, als die Sachen verteilt wurden. Ich habe noch nie solch eine Dankbarkeit erlebt. Die Jungen waren so glücklich, jeder hat ein T-Shirt bekommen und diejenigen, die eine Ausbildung machen sogar ein Hemd. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber nachdem jeder ein T-shirt in der Hand hatte, alle zufrieden waren, ist mir so richtig das Herz aufgegangen.

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Apropos Spenden: Katharina und ich sind dabei Projekte mit unseren gesammelten Spenden zu realisieren. Im nächsten Eintrag, sobald ich mehr Informationen haben, werde ich euch berichten!mehr dazu. 🙂

bis bald,

eure Tata Vroni