Don Bosco Volunteers Archive - KOSOWO SONST? - mein Freiwilligendienst im Kosovo https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/tag/don-bosco-volunteers/ "Wohin du auch gehst, geh’ mit deinem Herzen." - Konfuzius Mon, 28 Oct 2019 10:51:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Albanische Tänze, ein neuer Salesianer und vieles mehr – Ausflug nach Shkodra https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/10/28/albanische-taenze-ein-neuer-salesianer-und-vieles-mehr-ausflug-nach-shkodra/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/10/28/albanische-taenze-ein-neuer-salesianer-und-vieles-mehr-ausflug-nach-shkodra/#respond Mon, 28 Oct 2019 10:46:28 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=145 Am Sonntag, den 20.Oktober, ging es mal wieder los. Wohin? Natürlich wieder nach Albanien, das liebste Reiseziel der Kosovaren. Diesmal fuhren wir aber nicht in die Hauptstadt Tirana, sondern nach Shkoder (bzw. Shkodra). Der Anlass war das Ablegen der Profess eines Salesianers (dabei schwört er sein Leben lang Gott gehorsam zu sein. Aber wen das […]

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Am Sonntag, den 20.Oktober, ging es mal wieder los. Wohin? Natürlich wieder nach Albanien, das liebste Reiseziel der Kosovaren. Diesmal fuhren wir aber nicht in die Hauptstadt Tirana, sondern nach Shkoder (bzw. Shkodra). Der Anlass war das Ablegen der Profess eines Salesianers (dabei schwört er sein Leben lang Gott gehorsam zu sein. Aber wen das genauer interessiert, der kann das gerne im Internet nachschauen, denn so richtig habe ich es noch nicht verstanden…).

Diesmal ging es nicht um 6, sondern schon um 5 los. Also um 4 aufstehen. Schön war das (nicht). Aber für so einen Ausflug macht man das dann doch ganz gerne. Wir fuhren mit einer Art Kleinbus zusammen mit etwa 10 Animatoren. Am Anfang waren noch alle etwas müde, doch mit der Zeit und mit ein bisschen Musik, wurde die Laune immer besser. Alles verlief gut, bis wir an die Grenze nach Albanien kamen. Ein paar hundert Meter vor den Schranken hielten wir plötzlich an, der Fahrer stieg aus und öffnete die Motorhaube. Und so blieben wir für etwa eine halbe Stunde stehen. Anscheinend waren dann die Probleme aber schon behoben und es konnte weitergehen. Auch wenn der Bus ab und zu nicht wirklich vertrauenswürdige Geräusche von sich gab. Wir hielten bei der Autobahnraststätte, die wir schon von unserem ersten Ausflug nach Albanien kannten, und kauften noch ein paar Snacks.

Nach ca. 5 ½ Stunden kamen wir in Shkodra an, es war also halb 11. Der Gottesdienst hatte allerdings schon um 10 angefangen. Wir fanden aber noch einige wenige freie Plätze in der Kirche und lauschten der Predigt des anwesenden Bischofs. Irgendwann trat der Salesianer (die Hauptperson im Gottesdienst) nach vorne und wurde von einigen der anwesenden Priester gesegnet (glaube ich zumindest…). Am Ende des Gottesdienstes sprach er noch ein paar Dankesworte und alle klatschen und freuten sich für ihn. Wir trafen den Promi danach noch für ein Foto, auch wenn wir ihn nicht kannten, aber er war sehr nett.

In die richtige Kamera zu schauen, müssen wir wohl noch üben…

Nach dem Gottesdienst trafen sich alle auf dem Hof des Don Bosco-Geländes und es wurden traditionelle albanische Tänze vorgeführt, natürlich mit passender Tracht. Danach gab es eine Art Buffet, und Hannah und ich schlugen uns mutig durch die Menschenmassen (denn so langsam lernen wir, dass wir mit unserer deutschen, schüchternen Art hier nicht sehr weit kommen). Noch schlimmer war der Weg zu den kühlen Getränken, denn typisch für Albanien (das anders als der Kosovo am Meer gelegen ist) war es sehr warm. Danach wurde uns gesagt, wir sollten ins Gebäude gehen. Was wir dort machen sollten, wussten wir zwar nicht, aber wir haben hier gelernt, solche Dinge nicht mehr in Frage zu stellen. Wir kamen in einen großen Raum, in dem Tische aufgebaut waren. Nach einiger Zeit wurden plötzlich Berge an Essen hereingebracht. Wir schlugen uns also die Bäuche zuerst mit Nudeln, Schnitzel und dann wieder mit Nudeln voll.

traditioneller albanischer Tanz

Als wir dann endgültig voll waren, wurde albanische Musik abgespielt und plötzlich fingen alle an zu tanzen. Hannah und ich beobachteten für eine Weile das Geschehen aus sicherem Abstand, bis uns Jezuela zu sich winkte und wir wohl oder übel mitten auf der Tanzfläche waren. Es wurden immer wieder traditionelle Lieder gespielt, zu denen es einen passenden Tanz gab, den alle konnten. Außer Hannah und mir. Wir wurden aber immer einfach mitgezogen und irgendwer brachte uns dann die Grundbewegungen der Tänze bei, wobei meistens die Beine in irgendeine Richtung geschmissen wurden. Die Laune wurde immer besser, besonders als eine riesige Torte hereingebracht wurde, von der jeder ein Stück abhaben durfte. Und mehr und mehr wurde mir bewusst, dass diese Feier viel mehr einer Hochzeit gleicht. Party machen können die Albaner auf jeden Fall und das auch tagsüber. Ich bin zwar eigentlich keine richtige Partymaus, aber hier hat es wirklich Spaß gemacht.

Dieser Tanz hat am meisten Spaß gemacht.
(Wer eine verwirrte aber konzentrierte Vroni sucht, kann vor allem am Anfang des Videos mal die Augen offen halten)

Nachdem wir wirklich fertig waren, gingen wir zusammen mit den Animatoren aus Gjilan noch in die Stadt, um Shkodra anzuschauen. Wir waren wirklich beeindruckt, da es ganz anders war, als die Städte, die wir bisher besichtigt haben. Es erinnerte uns eher an ein kleines italienisches Städtchen. Dieser Eindruck wurde dadurch noch bestärkt, dass wir an einer Eisdiele Halt machten. Zum Schluss besichtigten wir noch eine Kathedrale, da wir mit einem Salesianer unterwegs waren, der viele Leute kennt und so auch jemanden, der die Schlüssel dafür hatte. Anschließend kehrten wir zum Don Bosco Gelände zurück, wo der Kleinbus auch schon auf uns wartete. So traten wir dann erschöpft aber glücklich die Heimreise nach Gjilan an.

Nun können Hannah und ich stolz behaupten mal auf einer albanischen Party gewesen zu sein. Die ist zwar sehr viel schweißtreibender als deutsche Partys, macht aber auch mehr Spaß.

Fußgängerzone in Shkodra
Die Kathedrale von innen

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Mein Alltag und die kleinen Dinge https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/10/14/mein-alltag-und-die-kleinen-dinge/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/10/14/mein-alltag-und-die-kleinen-dinge/#comments Mon, 14 Oct 2019 06:30:18 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=112 Langsam aber sicher kehrt für Hannah und mich hier der Alltag ein. Viele mögen vielleicht denken, dass ein Freiwilligendienst jeden Tag super spannend und abwechslungsreich ist, aber genau wie bei allem anderen auch, läuft es irgendwann auf einen mehr oder weniger geregelten Tag hin. (Bei uns zumindest) Hannah und ich werden jeden Tag in unseren […]

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Langsam aber sicher kehrt für Hannah und mich hier der Alltag ein. Viele mögen vielleicht denken, dass ein Freiwilligendienst jeden Tag super spannend und abwechslungsreich ist, aber genau wie bei allem anderen auch, läuft es irgendwann auf einen mehr oder weniger geregelten Tag hin. (Bei uns zumindest)

Hannah und ich werden jeden Tag in unseren Aufgaben besser. Im Kiosk wissen wir nun endlich die albanischen Namen aller Waren und auch ihre Preise. Wir sind ein eingespieltes Team auf diesem -zugegeben- eher engen Raum und rempeln den anderen nur noch ab und zu an, oder werfen das Wechselgeld auf den Boden (ausversehen versteht sich). Wir wissen, welche Produkte über Nacht in den Kühlschrank müssen und wann wir wieder Nachschub bestellen sollten.

An einem Tag haben wir auch schon den „Morningtalk“ vorbereitet und vor allen 200 Schülern eine Rede zum Thema „Veränderungen und neue Situationen“ gehalten. Wir haben versucht ihnen Mut zu machen, dass man neue Dinge ausprobieren sollte, auch wenn sie am Anfang unmöglich oder schwierig erscheinen. Da nicht alle Schüler Englisch verstanden, hat die Englischlehrerin nochmal alles in Albanisch übersetzt.
(Falls ihr genauer wissen wollt, was der Morningtalk ist, dann könnt ihr gerne bei Hannahs Blog vorbeischauen)

Die Hausaufgaben-Betreuung (hier wird sie oft „library“ oder „biblioteka“ genannt), die wir von Montag bis Donnerstag jeden Nachmittag anderthalb Stunden beaufsichtigen, ist von allen Aufgaben für mich die Herausforderndste. Hannah und ich wechseln uns mit der Aufsicht der 6./7. und 8./9.-Klässler ab. Dabei ist Ersteres eindeutig das Entspanntere, da man sich sicher vorstellen kann, dass es dort sehr viel ruhiger zugeht als in den höheren Klassen. Hinzu kommt auch noch, dass einige der Animatoren, die hier in die 12.Klasse gehen, ebenfalls die 6.- und 7.-Klässler beaufsichtigen. Somit haben diese Schüler dann häufig 5 (und an manchen Tagen sogar bis zu 10) Aufsichtspersonen. In der Hausaufgabenzeit der 8.- und 9.-Klässler sieht das anders aus: Manchmal ist eine Lehrerin im Raum, die mich unterstützt. Aber ich bin auch oft allein mit den Schülern und dann bricht hin und wieder ein Chaos aus. Die Schüler sehen Hannah und mich nämlich noch nicht wirklich als „Respektspersonen“ an. Das liegt daran, dass wir zum einen noch sehr jung sind und zum anderen, weil wir zu einigen auch ein eher freundschaftliches Verhältnis haben. Und somit fangen sie dann an zu quatschen, rennen zu ihren besten Freunden oder tauschen ihre Hausaufgaben aus. Und ich bin dann diejenige, die dafür sorgen muss, dass alle sich wieder hinsetzen und ruhig sind. An manchen Tagen klappt das sehr gut, aber manchmal lassen sie sich einfach nichts sagen. Aber man „wächst mit seinen Aufgaben“, was ich hier wirklich bestätigen kann, und deswegen bin ich mir auch sicher, dass es mit der Zeit leichter wird.

Da ist es dann schön, wenn man nach einem stressigen Tag etwas Kuchen von den Sekretärinnen abbekommt. Denn wenn hier einer der Mitarbeiter Geburtstag hat, werden keine Kosten und Mühen gescheut und es kommt irgendwo ein Kuchen (oder eher eine Torte) und ein Geschenk her. Vor ein paar Tagen kam eine Sekretärin zu Hannah und mir und hat uns Kekse und etwas zu trinken gebracht, und meinte „Hi girls, it´s my birthday!“. Das hat uns natürlich sehr gefreut und wir planen jetzt schon, dass wir an Weihnachten Plätzchen für alle Sekretärinnen backen möchten, da sie sich immer so lieb um uns kümmern.

Jetzt, wo der Alltag einkehrt, merke ich, wie die „kleinen Dinge“ an Wichtigkeit gewinnen, um einen Tag schön und besonders zu machen. Sei es ein kleines Tischtennis-Match zwischendurch, wenn Hannah und ich vom Kiosk zur „Recepsioni“ laufen, oder ein Besuch von Don Paul (dessen richtigen Namen ich mir nicht merken kann…) aus Pristina, der uns die Geschichte und den Hintergrund des „Morningtalks“ in den Don Bosco Einrichtungen erklärte. Solche Dinge machen einen „normalen“ Tag doch zu etwas Besonderem und wenn man abends ins Bett geht, denkt man gerne nochmal an solche Momente zurück.

Jeden Schultag gibt es zur kleinen Pause „Kifle“ für die Schüler (und natürlich auch für die Mitarbeiter ;-))
Der wohl leckerste Eistee der Welt
Manchmal kommt „Roxy“, der Hund, den Jezuela vor ein paar Wochen aufgenommen hat, mit ins Oratorium
Jetzt im Herbst können wir fast jeden Abend den Sonnenuntergang vom Oratorium aus beobachten (auch wenn es mittlerweile draußen wirklich kalt ist)

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Roadtrip nach Albanien https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/28/roadtrip-nach-albanien/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/28/roadtrip-nach-albanien/#comments Sat, 28 Sep 2019 10:04:03 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=93 Als ein Salesianer uns vor ein paar Tagen erklärte, dass wir am Wochenende für einen Tag nach Tirana, Albanien fahren werden, waren Hannah und ich sofort begeistert. Denn so eine Chance bekommt man schließlich nicht jeden Tag.Was wir dort genau machen werden, haben wir zwar nicht so ganz verstanden, aber wir haben verstanden, dass es […]

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Als ein Salesianer uns vor ein paar Tagen erklärte, dass wir am Wochenende für einen Tag nach Tirana, Albanien fahren werden, waren Hannah und ich sofort begeistert. Denn so eine Chance bekommt man schließlich nicht jeden Tag.
Was wir dort genau machen werden, haben wir zwar nicht so ganz verstanden, aber wir haben verstanden, dass es am Samstag um 6 in der Früh losgeht und das hat uns fürs Erste gereicht.

Als wir dann pünktlich am Treffpunkt vor der Schule waren, fiel uns auf, dass es überraschend kalt war (so etwa 3°), der Wetterbericht für Tirana sprach allerdings von 27°. Wir setzten uns frierend in den Van zusammen mit 7 anderen Menschen und so ging es los. Zu neunt cruisten wir also durch die kosovarische Berge. Alle waren sehr gut gelaunt, redeten wild auf Albanisch durcheinander und Hannah und ich waren mittendrin und noch etwas müde. Don Oreste versuchte uns auf Albanisch und Italienisch zu erklären, dass man nach Tirana ca. 4-5 Stunden braucht. Auf der Fahrt wurde Schokolade verteilt und wir machten auch einen Stopp bei einer Raststätte, wo wir noch Snacks kaufen konnten. Mitten auf der Autobahn entdeckten wir plötzlich das Auto der Salesianer aus Pristina, die wir schon in der ersten Woche unseres Aufenthalts hier kennengelernt haben und wohl auch auf dem Weg nach Tirana waren. Somit lieferten wir uns auch noch ein kleines Wettrennen. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir die Grenze. Alle mussten ihren Reisepass dem Grenzbeamten geben, der diese kontrollierte. Ein paar Mal hörten wir das Wort „gjermanisht“ („deutsch“) und wurden etwas nervös, aber alles klappte ohne Probleme. Die Landschaft um uns herum wurde immer schöner und bald erreichten wir die Don Bosco Einrichtung in Tirana. Dort wurden wir herzlich empfangen und natürlich gab es wieder Snacks und Getränke. Immer mehr Menschen betraten den Raum und man wurde begrüßt, so als würde man alte Bekannte wiedertreffen. Offenbar war das ein Treffen aller Salesianer aus Albanien und dem Kosovo, denn wir lernten auch Brüder aus „Shkodra“ (eine Stadt in Albanien) kennen, die unbedingt einen von Hannah und mir als Volontär ausleihen wollten. Anschließend gab es eine Ansprache von einem Priester auf Italienisch, das von einem weiteren Priester auf Albanisch übersetzt wurde und Jezuela uns nochmal auf Englisch übersetzte. Also alles in allem ein Riesen Sprachchaos. Danach feierten wir Gottesdienst in der Kirche, die auch auf der Anlage steht und dann gab es ein gemeinsames Mittagessen draußen, denn mittlerweile wurde es tatsächlich ziemlich heiß. Anschließend gingen wir noch mit ein paar Leuten zum Kaffeetrinken, was hier zu einer Begegnung einfach dazugehört, bevor wir dann zusammen den Rosenkranz gebeten haben und dabei einmal um das Don Bosco Gelände spaziert sind. Um ca. 16:00 Uhr ging es dann frohen Mutes wieder zurück nach Gjilan. Während der Fahrt hörten wir von Bollywood bis Westernmusik ungefähr alles und Hannah und ich mussten teilweise einfach loslachen, wenn plötzlich wieder scharf gebremst wurde, weil eine Schafherde auf die Straße rannte. Die Situation war einfach sehr amüsant, weil wir uns vor 3 Wochen niemals vorgestellt hätten mit ein paar fast unbekannten Menschen in einem Van durch die albanischen Berge zu cruisen und dabei zu Bollywood-Musik zu tanzen (zumindest soweit das in einem Auto geht XD)
Um halb 9 kamen wir im kalten Gjilan an und fielen müde ins Bett, denn so ein Tag, an dem man 600 km zurücklegt, ist schon anstrengend.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, erreichten mich einige Nachrichten, wie es mir denn geht, denn offenbar gab es ein relativ starkes Erdbeben in Tirana, an dem Tag als wir da waren. Zuerst war ich etwas verwirrt, weil ich von einem Erdbeben gar nichts mitbekommen hatte, aber vermutlich war es genau dann, als wir schon im Auto auf dem Heimweg saßen und weil es bei den Straßenverhältnissen sowieso schon mehr ruckelt als in Deutschland, haben wir das Erdbeben wahrscheinlich damit verwechselt.
Ich konnte also alle beruhigen, denn mir war schließlich nichts passiert, aber es ist trotzdem schön zu wissen, dass die Menschen zuhause an einen denken!

Und hier noch ein paar Bilder von diesem ereignisreichen Tag:

Schöner Ausblick auf der Hinfahrt
Das Don Bosco Gelände in Tirana
Die Kirche auf dem Gelände (und Jezuela)
An der Grenzkontrolle auf dem Heimweg

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Die ersten Eindrücke… https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/22/die-ersten-eindruecke/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/22/die-ersten-eindruecke/#comments Sun, 22 Sep 2019 14:49:12 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=70 Der Kosovo. Was für ein Land ist das überhaupt? Diese Frage habe ich mir vor meiner Ausreise ziemlich oft gestellt. In den drei Wochen, in denen Hannah und ich jetzt hier sind, ist das natürlich noch nicht vollkommen geklärt, aber wir haben schon Einiges gesehen und deswegen möchte ich meine Eindrücke von diesem Land mit […]

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Der Kosovo. Was für ein Land ist das überhaupt? Diese Frage habe ich mir vor meiner Ausreise ziemlich oft gestellt. In den drei Wochen, in denen Hannah und ich jetzt hier sind, ist das natürlich noch nicht vollkommen geklärt, aber wir haben schon Einiges gesehen und deswegen möchte ich meine Eindrücke von diesem Land mit euch teilen:

Pristina von oben

Die Städte
Bisher war ich in zwei Städten des Kosovos: der Hauptstadt Pristina und natürlich hier in Gjilan. Das Stadtbild ist aber in beiden ähnlich und im Vergleich zu Deutschland sehr anders. Schon auf dem Weg vom Flughafen zu der Einrichtung sind mir die Straßenverhältnisse aufgefallen. Immer wieder muss man um Schlaglöcher und Kies herumfahren oder Straßenhunden ausweichen. Der Verkehr funktioniert hier nach dem Motto „der Stärkere gewinnt“ und ich bin wirklich sehr froh hier nicht selbst fahren zu müssen (auch wenn es mir schon angeboten wurde).
Die Häuser sind sehr unterschiedlich, man sieht immer wieder unverputzte und verfallene Gebäude, bei denen ich mir nie sicher bin, ob dort mal vor langer Zeit jemand gelebt hat oder einfach der Bau nie zu Ende gebracht wurde. Gleichzeitig gibt es hier Viertel, wo die modernsten Einfamilienhäuser stehen mit großen Gärten und viel Platz.
Zu meiner Überraschung sind die Läden hier teilweise sehr ähnlich zu denen in Deutschland und wir haben auch schon einen Rossmann und eine Raiffeisenbank entdeckt!
Ansonsten gibt es hier sehr viele Cafés, wo man auch sich sehr gerne mal hinsetzt und einen Kaffee oder Saft trinkt. Leider wird hier sehr viel geraucht, woran man sich erstmal gewöhnen muss…

Straßenhunde
Was einem hier auch sofort auffällt, sind die vielen Straßenhunde, die frei in den Städten und auf den Straßen herumstreunen. Wir haben uns sofort erkundigt, ob diese gefährlich sind, worauf mit Erstaunen reagiert wurde mit der Frage, ob es in Deutschland denn keine Straßenhunde gäbe. Aggressiv sind die Hunde – wie uns erzählt wurde – nicht, wobei ich daran manchmal zweifle, wenn man sie nachts heulen oder kämpfen hört…
Wir, die Hunde nur als Haustiere kennen, waren natürlich etwas berührt (besonders bei den Hundewelpen, die in der Nähe vom Schulgelände sind), aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit.

Müll
Der Grund für die Straßenhunde ist vor allem der viele Müll, der hier einfach neben den Straßen herumliegt. Ein allgemeines Gespür für Umweltzerstörung oder Klimaschutz ist hier leider nicht verbreitet und Hannah und ich fühlen uns immer schlecht, wenn wie Papier und Plastik zusammen in einen Mülleimer werfen müssen, denn Mülltrennung gibt es hier nicht. Wenn man hier im Supermarkt einkaufen geht, gibt es extra Personal, die die Einkäufe gleich in mehrere Plastiktüten einpacken. Auf diesen Service könnte ich persönlich aber sehr gerne verzichten.

Restaurants und Cafés
Was Hannah und mich auch erstaunt hat, ist die Sache mit den Restaurants und Cafés hier. Essen kann man hier wirklich vornehm und edel in sehr schicken Gasthäusern. Wir waren auch schon in einer Art „Waldrestaurant“, das mitten zwischen den Bäumen in einem Wald liegt. Und auch die Cafés sind immer modern und kreativ eingerichtet.
Die Preise sind hier übrigens – im Vergleich zu Deutschland – wirklich sehr niedrig, woran ich mich aber ohne Probleme gewöhnen kann ;-).

Die Menschen
Nun aber zum wichtigsten Teil: den Menschen hier. Die sind wirklich unheimlich herzlich und offen. Als Hannah und ich zum Beispiel die Sekretärinnen der Schule kennengelernt haben, wurden wir sofort umarmt und sehr nett begrüßt. Und auch trotz Verständigungsschwierigkeiten, da hier die meisten kein Englisch sprechen können oder wollen, freut man sich hier auch über ein freundliches Lächeln. Diese Offenheit spürt man jeden Tag, daher muss man auch schon etwas vor Schulbeginn anwesend sein, um Schüler oder Lehrer zu begrüßen, zu umarmen (und zwar einmal links und einmal rechts) oder um einfach ein bisschen zu plaudern! Zwischendurch wird uns auch ein „wie geht’s?“ oder „ich liebe dich“ auf Deutsch zugerufen.
Als wir beim Einkaufen waren, ist es auch schon vorgekommen, dass uns ein Mädchen begrüßt hat, die wir überhaupt nicht kannten, aber wohl auch hier auf die Schule geht. Solche Begegnungen bestehen dann im Grunde aus einer Umarmung zur Begrüßung, einem „Si je?“-„mirë“ („Wie geht es dir?“-„Gut“) und natürlich einer Umarmung zur Verabschiedung.
Ich finde diese Mentalität wunderbar, weil uns in diesen kleinen Gesten gezeigt wird, dass wir willkommen sind und man dankbar ist, dass wir hier mithelfen.

Und so sieht die Landschaft um die Städte herum aus: bergig und sehr grün

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Was mache ich hier eigentlich? Meine Aufgaben in der Einrichtung https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/16/was-mache-ich-hier-eigentlich-meine-aufgaben-in-der-einrichtung/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/16/was-mache-ich-hier-eigentlich-meine-aufgaben-in-der-einrichtung/#comments Mon, 16 Sep 2019 15:55:03 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=40 Dass ich hier in einer Schule arbeite, habe ich ja schon erzählt. Aber wo genau helfe ich hier eigentlich mit? Das lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen, weil meine Aufgaben hier sehr vielseitig sind. Zum Einen helfe ich in dem Kiosk hier mit. In den drei Pausen werden hier Getränke und Snacks an die […]

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Dass ich hier in einer Schule arbeite, habe ich ja schon erzählt. Aber wo genau helfe ich hier eigentlich mit? Das lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen, weil meine Aufgaben hier sehr vielseitig sind.
Zum Einen helfe ich in dem Kiosk hier mit. In den drei Pausen werden hier Getränke und Snacks an die Schüler verkauft. Dazu gehören das Einräumen der Waren, aber auch das Verkaufen an sich, das im Moment noch eine ziemliche Herausforderung ist, weil man zuerst einmal verstehen muss, was die Schüler (größtenteils auf Albanisch) bestellen, dann muss man die richtigen Sachen zusammensuchen, die einzelnen Preise zusammenrechnen und dann noch das richtige Wechselgeld zurückgeben. Und das alles am besten schnell, weil der Andrang auf Bounty, Pop Kek & Co sehr hoch ist! Ich bin aber zuversichtlich, dass es mit der Zeit bestimmt leichter wird, sobald man die einzelnen Produkte und ihre Preise kennt.

Im Kiosk werden alle Waren gelagert, die an die Schüler verkauft werden.

Hannah und ich arbeiten zusammen mit Jezuela, die hier schon seit einigen Jahren in der Schule unter anderem auch als Animatorin mithilft. Wir verkaufen auch Stifte oder andere Sachen an die Schüler oder kümmern uns, falls jemand verletzt ist oder Hilfe braucht.

Unser „Büro“, wo in freien Minuten auch immer fleißig Albanisch gelernt wird 😉


Außerdem helfen wir ab dieser Woche bei der Aufsicht für die Lernzeiten der 6. und 7. Klassen mit. Das sind 1h und 45 Minuten, in denen die Schüler ihre Hausaufgaben machen und auch von uns Hilfe bekommen können.

Eines der Klassenzimmer hier

Zur Schule hier gehört gleichzeitig auch noch ein Oratorium, wo nachmittags auch Kinder und Jugendliche kommen können, die nicht hier auf die Schule gehen. Denn zum Gelände hier gehören auch ein Volleyball-, ein Basketball- und ein Fußballfeld; außerdem eine Wiese mit viel Platz, wo jeden Sommer auch die Sommerspiele stattfinden, von denen uns schon viel erzählt wurde und wo wir auch mithelfen werden.

Volleyball ist hier vor allem für die jüngeren Mädchen eine der Lieblingsbeschäftigungen

Und ansonsten helfen wir, wo Hilfe benötigt wird. Das kann von Schulbüchern sortieren bis Schmetterlinge basteln reichen, um das Klassenzimmer der 6.Klasse zu verschönern. Ich denke, dass sich meine Aufgaben hier mit dem Jahr auch ändern werden, was ich persönlich aber auch sehr interessant und spannend finde, weil es so immer abwechslungsreich bleibt.

Jeden einzelnen Schmetterling haben wir selbst gebastelt und aufgehängt, damit die 6.Klässler sich am Anfang gleich in ihrem Klassenzimmer wohlfühlen
Hier werden alle Schulbücher aufbewahrt, die wir in den ersten Tagen für die Klassen abgezählt und sortiert haben

Und zum Schluss noch ein paar Bilder der Schule und dem Außenbereich:

Die Einfahrt zur Schule
Im sogenannten „Theater“ treffen sich alle Schüler vor dem ersten Unterricht. Das große Bild besteht aus Tannenzapfen und steht sogar im Guinness-Buch der Weltrekorde (worauf hier alle sehr stolz sind).
Der Blick von der Eingangstür auf den Schulhof/das Oratorium

So, das waren jetzt sehr viele Bilder, aber ich glaube das macht es anschaulicher und so könnt ihr euch hier bestimmt auch alles besser vorstellen 😉
– Eure Veronika

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Es geht los… https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/13/es-geht-los/ https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/2019/09/13/es-geht-los/#comments Fri, 13 Sep 2019 12:24:35 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/veronikaimkosovo/?p=25 Am 3. September war es so weit: Es ging los in den Kosovo! Die Tage vor dem Abflug waren sehr entspannt, aber auch merkwürdig, weil man jeden Moment viel intensiver aufnimmt als sonst. Einem ist plötzlich klar, dass man viele Sachen zum letzten Mal machen kann, bevor man das Land aber auch seine Familie und […]

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Am 3. September war es so weit: Es ging los in den Kosovo! Die Tage vor dem Abflug waren sehr entspannt, aber auch merkwürdig, weil man jeden Moment viel intensiver aufnimmt als sonst. Einem ist plötzlich klar, dass man viele Sachen zum letzten Mal machen kann, bevor man das Land aber auch seine Familie und Freunde für ein Jahr verlässt. Jedes Gespräch wird etwas Besonderes, weil einem klar ist, dass man das auf diese Weise 12 Monate nicht mehr machen kann. Auf der anderen Seite fühlt sich alles noch so unreal an und manchmal muss man sich selbst fragen: Mache ich das jetzt wirklich?

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Koffer packen. Was braucht man eigentlich alles für ein Jahr in einem Land, das jedes Wetter kennt? Dann muss man ja auch noch auf das Gewicht achten. Im Endeffekt war es aber dann gar nicht so schwer, wie erwartet, wenn man sich immer wieder daran erinnert, dass man vor Ort ja auch noch Sachen besorgen kann.

Mein Flug ging um 21:30, also hatte ich noch den ganzen Tag Zeit mich verrückt zu machen und immer wieder darüber nachzudenken, ob ich nicht doch etwas vergessen habe einzupacken. Um dem zu entgehen, habe ich am Vormittag mit meiner Familie einen Ausflug gemacht und den schönen Tag genossen. Doch irgendwann ging es dann richtig los. Am Flughafen habe ich meine Mitvoluntärin Hannah getroffen und mich dann von meiner Familie verabschiedet. In dem Moment, als der Passkontrolleur zu mir sagte, dass jetzt die letzte Möglichkeit wäre, umzukehren, wurde mir das erste Mal wirklich klar, dass ich Deutschland für ein ganzes Jahr verlassen werde und alles anders wird als davor.

Der 2 Stunden Flug verlief ohne Probleme und wir kamen pünktlich in Pristina, der Hauptstadt vom Kosovo, an. Dort wurden wir von einem Salesianer, der der Direktor der Schule ist, abgeholt. Die Fahrt von Pristina nach Gjilan dauerte ca. eine Stunde und war eher weniger spektakulär, da es stockdunkel war. Aber trotzdem fiel uns auf, dass die Straße größtenteils durch die Berge führte und der Verkehr hier eher nach dem System „der Stärkere gewinnt“ funktioniert.

Als wir dann gegen halb eins in der Schule ankamen, aßen wir erst einmal etwas, bevor wir unsere Koffer ins Zimmer brachten und müde ins Bett fielen…

Wie es danach weiter gegangen ist, erzähle ich euch dann das nächste Mal; auch mit ein paar Bildern von der Einrichtung und dem Gelände hier!

-Eure Veronika

Der Flughafen in Pristina: sehr klein mit nur drei Gepäckbändern, aber sehr gut organisiert (wobei um halb 12 nachts auch nicht so viel los war)
Und hier der Münchner Flughafen (Terminal 2) zum Vergleich

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