{"id":42,"date":"2026-05-22T04:31:46","date_gmt":"2026-05-22T02:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/?p=42"},"modified":"2026-05-22T16:52:12","modified_gmt":"2026-05-22T14:52:12","slug":"und-alles-neu-macht-der-mai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/2026\/05\/22\/und-alles-neu-macht-der-mai\/","title":{"rendered":"Und alles neu macht der Mai"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein letzter geschriebener Blogeintrag ist jetzt schon drei Monate her. Es hat sich viel ver\u00e4ndert und viel ist gleich geblieben. Februar, M\u00e4rz, April kamen und gingen, ohne dass man es je bemerkt h\u00e4tte. Jetzt ist schon Mai, ich bin seit f\u00fcnf Monaten hier, in drei wieder weg. Dieser Blogeintrag wird wohl eine Art Sammlung an Geschichten und Dingen, die mir in den letzten paar Monaten aufgefallen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\">Samaipata:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang April kam meine Familie zu Besuch. Wir trieben uns haupts\u00e4chlich im schw\u00fclen <a href=\"https:\/\/strassenkinder.de\/laender\/lateinamerika\/bolivien-strassenkinderzentrum\/\">Santa Cruz<\/a> herum, doch ein paar Tage verbrachten wir in dem circa hundertzwanzig Kilometer entfernten Bergort Samaipata.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Samaipata ist insgesamt ein kleines Abenteuer, von der Anreise bis zum Ort selbst und seinem Umland. Die Anreise erfolgte in einem \u201cTrufi,\u201d einer Art Minivan, in den wir uns reinquetschen. Dann konnte die Reise losgehen. Der Fahrer kaufte sich noch an einem Stand eine gr\u00fcne Plastikt\u00fcte voller gr\u00fcner Bl\u00e4tter. Es waren Kokabl\u00e4tter, das ewige Lebenselixier des bolivianischen Volkes, diesmal mit RedBull Geschmack. Ein wenig unorthodox, doch eigentlich ganz lecker. Das Kauen dieser Bl\u00e4tter ist hierzulande eine tief verzweigte Tradition &#8211; seit tausenden von Jahren stopfen sich die Menschen Koka in die Backen. Und besonders in k\u00f6rperlichen Berufen oder in T\u00e4tigkeiten, die besondere Konzentration erfordern, ist der Konsum weit verbreitet. In einem Kleinbus prek\u00e4re Gebirgsstra\u00dfen zu befahren w\u00fcrde dazu wohl z\u00e4hlen, deswegen kauen viele Fahrer Koka. Der Konsum der Bl\u00e4tter verleiht dem Konsumenten eine erh\u00f6hte Konzentration, Aufmerksamkeit und Klarheit. Der Saft der Bl\u00e4tter bet\u00e4ubt den Mund und mischt sich mit Speichel zu einem braunen Saft, den man als Fahrer aus dem Fenster spuckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fuhren los und der mitt\u00e4gliche Stadtverkehr von Santa Cruz floss dahin wie ein z\u00e4her Strom aus Melasse. Es waren ohnehin schon \u00fcber drei\u00dfig Grad und der endlose Asphalt machte es nur schlimmer. Wir waren ein kleines Boot und fuhren unter Palmen auf einem Meer aus Benzin. Schwitzend sa\u00dfen wir im Trufi, und von Bergen und Natur war weit und breit keine Spur. Der Fahrer machte noch einen Stopp, um zu tanken, wir mussten aussteigen. Denn die Trufis tanken Erdgas, und man will ja, falls etwas schiefgeht, keine Gringofamilie in die Luft jagen. Wir fuhren weiter raus aus der Stadt, vorbei an unendlichen \u00e4rmlichen Wohnvierteln, vorbei an gesch\u00e4ftigen M\u00e4rkten, vorbei an den obligatorischen Massen an wartenden oder schlafenden Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir in die s\u00fcdlichen Vororte von Santa Cruz kamen, konnten wir am westlichen Horizont so langsam die Berge sehen, die auch aus der Ferne schon Imposant wirkten. Es wurde l\u00e4ndlicher und l\u00e4ndlicher und die Ortschaften flogen an uns vorbei. La Guardia, San Jose, El Torno, Taruma, San Luis. Schlie\u00dflich kamen wir in La Angostura an, dem letzten Ort in der Ebene vor dem Fu\u00dfe des Gebirges. Von hier t\u00fcrmen sich die Berge schon majest\u00e4tisch \u00fcber der Landschaft auf. Das ist der ber\u00fchmte \u201eCodo de los Andes,\u201d der Ellenbogen der Anden. Hier macht dieses kolossale Gebirge eine Biegung nach S\u00fcden und folgt den nat\u00fcrlichen Konturen des Kontinents.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach La Angostura beginnt dann die Bergstra\u00dfe nach Samaipata, die Ruta Nacional 7. Auf zwei Spuren bewegt sich hier ein gro\u00dfer Teil des bolivianischen Trans-Anden Verkehrs. Wenn etwas vom Altiplano, also aus St\u00e4dten wie La Paz und Sucre oder auch aus Peru oder Chile, die Anden \u00fcberqueren muss, dann gibt es in <a href=\"https:\/\/multimedia.strassenkinder.de\/bolivien\">Bolivien<\/a> au\u00dfer dieser nur eine handvoll anderer Routen. Die RN7 schl\u00e4ngelt sich durch das Gebirge, eng an riesigen Felsen und dicht bewaldeten Bergen h\u00e4ngend. Und prek\u00e4r ist sie auch noch! Es half nicht, dass es viel geregnet hatte, und die Stra\u00dfe an vielen Stellen einfach von Erdrutschen oder Steinschl\u00e4gen weggewaschen wurde. So fuhren wir dann nach Samaipata, auf einer Seite der Abgrund, auf der anderen der Dschungel, alle paar hundert Meter kleine Mahnm\u00e4ler und Kreuze am Abgrund, manchmal wegen Reparaturarbeiten haltend, manchmal uns mit allem Verkehr auf einer Stra\u00dfenseite durchquetschend. Die normalerweise ungef\u00e4hr drei Fahrstunden dauernde Strecke schafften wir in knapp f\u00fcnf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"481\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-1024x481.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-55\" style=\"aspect-ratio:2.1289402819578647;width:575px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-1024x481.png 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-300x141.png 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-768x361.png 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-900x423.png 900w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image.png 1170w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"225\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-56\" style=\"width:484px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-1.png 400w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/image-1-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann kamen wir dann doch noch in Samaipata an, auf zirka 2000 H\u00f6henmetern. Samaipata ist eine komische Mischung. Das St\u00e4dtchen selbst scheint die Jahrtausendwende nie so richtig mitgemacht zu haben; die engen Stra\u00dfen sind aus Sand oder Lehm, sie sind von braunen Adobe H\u00e4usern ges\u00e4umt, von braunen H\u00e4usern aus Lehmziegeln. So werden H\u00e4user auf der ganzen Welt schon seit tausenden von Jahren gebaut. Diese altert\u00fcmliche Ortschaft wird von vielen uralten Autos und umso mehr m\u00fcden Stra\u00dfenhunden besiedelt. Doch zwischen den Sandstra\u00dfen, den Lehmh\u00e4usern und den fahrenden Wracks treiben sich, den Umst\u00e4nden entsprechend, ausgesprochen uncharakteristische Menschen umher. Samaipata beherbergt n\u00e4mlich eine bl\u00fchende Tourismusindustrie, die haupts\u00e4chlich junge Backpacker aus dem Westen anlockt. So hat dieses eigentlich verschlafene, in der Zeit steckengebliebene Anden-\u00d6rtchen teilweise eine Atmosph\u00e4re, wie man sie aus stark gentrifizierten Vierteln in Berlin oder Br\u00fcssel, beispielsweise aus dem Prenzlauer Berg kennt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"853\" class=\"wp-image-49\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2.jpeg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0800-Kopie-2-900x600.jpeg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"695\" class=\"wp-image-48\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2.jpeg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2-300x163.jpeg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2-1024x556.jpeg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2-768x417.jpeg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/DSC_0802-Kopie-2-900x489.jpeg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich h\u00e4tte mir in meinen schlimmsten Albtr\u00e4umen nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass ich in einem Ort wie Samaipata auf eine Cocktailbar namens \u201eLa Boheme\u201d sto\u00dfen w\u00fcrde, in der eine Cloud-Ingineurin aus Kreuzberg (eigentlich aus Paderborn, seit sechs monaten in Berlin), ein DJ aus Melbourne und ein Barista aus Kopenhagen sitzen &#8211; und in der es auch noch Smashburger gibt! Besonders die Smashburger machten mich sehr zornig. Diese l\u00e4cherliche, als Geschmackserlebnis getarnte Burgergentrifizierung, bei der der Burger immer kleiner und d\u00fcnner wird, w\u00e4hrend der Preis aufgrund des Cool-Faktors steigt, ist schrecklich. Au\u00dferdem ziehen Smashburger, genau wie die des \u201eLa Boheme\u201d in Samaipata es offensichtlich tun, ein mir h\u00f6chst unsymphatisches Milieu an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansonsten war Samaipata sehr angenehm, und der Rest des Volkes, sowohl Einheimische als auch Touristen, waren eher behaglich. Wir machten eine Wanderung im Umland, auf der Suche nach Andenkondoren, dem gr\u00f6\u00dften fliegenden Vogel der Welt. Wir kehrten einen Tag fr\u00fcher als geplant nach Santa Cruz zur\u00fcck, denn die Stra\u00dfe befand sich in einem so schlechten Zustand, dass jeder Regen ihre Schlie\u00dfung bedeuten k\u00f6nnte. Und wir wollten auf gar keinen Fall in den Bergen stecken bleiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\">Mai:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt komme ich zu dem Titel des Blogs. Denn in der Tat macht der Mai scheinbar alles neu. Es ist kalt geworden in Santa Cruz. Bis vor ein paar Tagen dachte ich, diese Worte w\u00fcrde ich nie schreiben, geschweige denn \u00fcberhaupt denken. Doch es ist wirklich wahr, es ist kalt geworden in Santa Cruz. Und so sitze ich nun in meinem Sessel und schreibe, ich trage zwei Pullover und eine Jacke, trage zwei Hosen und zwei Paar Socken. Nachts muss ich unter drei Wolldecken schlafen, denn mein Zimmer ist nicht ged\u00e4mmt. Ich habe kein warmes Wasser zum Duschen, und wenn es windet, dann bewegen sich auch bei geschlossenen Fenstern meine Vorh\u00e4nge. Doch man wage es nicht zu denken, ich w\u00fcrde mich beschweren! Ich begr\u00fc\u00dfe meinen ersten und vorl\u00e4ufig letzten Tropenwinter mit offenen Armen, denn mein Drang nach der ewigen Hitze war schon lange geschwunden. Die K\u00e4lte brachte mir etwas Schnupfen, aber auch frische Energie und eine willkommene Abwechslung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier l\u00e4uft der Winter sehr seltsam ab. In Zeitr\u00e4umen von ungef\u00e4hr drei bis f\u00fcnf Tagen wird es kalt, circa 15-20 Grad, und dann genau so lange wieder warm, also etwa 27-30 Grad. Dies h\u00e4ngt vom sogenannten \u201eSurazo\u201d ab, einem kalten Wind, der aus der Antarktis und aus Patagonien nach Norden kommt. S\u00fcdlich von Santa Cruz liegen f\u00fcr tausende von Kilometern nichts als flache, sp\u00e4rlich bewachsene oder ganz karge Ebenen &#8211; die paraguayischen Chacos und die ber\u00fchmten argentinischen Pampas. So steht den eisigen Winden nichts im Wege. Au\u00dferdem ist die Luft hier sehr feucht, was nat\u00fcrlich nochmal erheblich zum Gef\u00fchl der gnadenlosen K\u00e4lte beitr\u00e4gt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\">Beobachtungen nach f\u00fcnf Monaten:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits in meinem ersten Blog im Januar schrieb ich ein wenig \u00fcber gesellschaftliche Beobachtungen, die mein Bild von Bolivien und seinem Volk formten. Eine f\u00fcr mich definierende Charakteristik dieser Gesellschaft ist ihre tiefe Spaltung. Jeder Aspekt &#8211; so scheint es mir mehr und mehr &#8211;&nbsp; des bolivianischen Lebens ist gespalten. In der Regel laufen diese Spaltungen auf \u00e4hnliche Faktoren aus: Arm und Reich, Gebirge und Ebene, Wei\u00df, Indigen und \u201eMestizo,&#8220; politisch links und rechts. Diese Kategorien sind nicht unbedingt voneinander abh\u00e4ngig, doch sie interagieren sehr oft miteinander, wie auf einem Spektrum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Kategorie, Arm und Reich, ist zum Beispiel eng mit ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit verwickelt, welche wiederum mit der geographischen Lage zu tun hat. Die indigenen Ureinwohner, von St\u00e4mmen wie den Quechua und Aymara leben haupts\u00e4chlich in der kargen, ruppigen Andenlandschaft der westlichen Hochl\u00e4nder, konzentriert in St\u00e4dten wie La Paz, El Alto, Cochabamba und Potos\u00ed. Die indigenen Bev\u00f6lkerungen sind allgemein die \u00e4rmste Schicht der bolivianischen Bev\u00f6lkerung, sie werden und wurden historisch unterdr\u00fcckt und ausgebeutet. Die St\u00e4dte und Departements des Landes, in denen eine gro\u00dfe indigene Minderheit oder gar Mehrheit lebt, sind Hochburgen des fr\u00fcheren, eher linken Pr\u00e4sidenten Evo Morales (dazu sp\u00e4ter mehr). Die sogenannten \u201eMestizen\u201d sind das Produkt jahrhundertelanger Mischung von Europ\u00e4ischen und Indigenen Genen, und die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Gruppe der Bev\u00f6lkerung, was sie auch zur gesellschaftlich ambiguosesten macht. Die Mestizen besetzen das gesamte wirtschaftliche Spektrum und das gesamte Gebiet des Landes, sind also ein riesiger Teil der st\u00e4dtischen Mittelschicht. Der kleinste Teil der bolivianischen Bev\u00f6lkerung sind Wei\u00dfe, nur von Europ\u00e4ern abstammende Menschen. Diese Gruppierung ist mit Abstand die wohlhabendste und kontrolliert einen \u00fcberproportional gro\u00dfen Teil der Finanzen und der politischen Macht Boliviens. Sie ist im Prinzip eine Bourgeoisklasse, die sich auf Kosten der breiten Massen ein dekadentes Leben leisten kann. Die wei\u00dfen Bolivianer bewohnen haupts\u00e4chlich die \u00f6stliche Flachebene, insbesondere Santa Cruz. Au\u00dferdem ist sie stark an rechte und neoliberalistische Politik gebunden, die ihre Existenz erm\u00f6glicht und speist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" class=\"wp-image-53\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia.jpg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Green_Tower_en_Equipetrol_Norte_-_Santa_Cruz_de_la_Sierra_Bolivia-900x506.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>                                         <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"853\" class=\"wp-image-54\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2.jpeg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/photo-output-2-900x600.jpeg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu ein Beispiel: Im Moment wird unweit des Flughafens von Santa Cruz eine riesige neue Wohnsiedlung gebaut, Nueva Santa Cruz. Dabei handelt es sich um ein gigantisches, futuristisches Projekt, bei dem im Prinzip eine ganz neue Stadt aus dem Boden gestampft wird. Es dreht sich alles um schicke, gro\u00dfe Wohnungen, Parks, Pal\u00e4ste und Hotels, moderne Sportanlagen, und alles andere, was einem solchen Prestigeprojekt nicht fehlen darf. Nur eine Sache fehlt: normale Menschen. Nueva Santa Cruz wird n\u00e4mlich in seiner G\u00e4nze f\u00fcr die Beau Monde der Stadt gebaut. Dadurch werden dann alle sozialen und infrastrukturellen Probleme der alten Stadt beseitigt; denn wenn man sich einfach von den Problemen fortbewegt, dann gibt es sie ja schlie\u00dflich nicht mehr. So kann sich die regierende Oberschicht weiter und weiter vom Rest des Volkes entfernen, bis ihre zwei Welten sich schlie\u00dflich gar nicht mehr \u00fcberschneiden. Dann verf\u00e4llt das alte Santa Cruz endg\u00fcltig &#8211; wie es ja eh schon an vielen Orten tut &#8211; und es entsteht eine Dystopie wie zum Beispiel in Dubai, ein Staat, in dem die sozialen Klassen vollkommen voneinander entfremdet sind. Offensichtlich ist das f\u00fcr manche auch ein v\u00f6llig legitimes und erstrebenswertes Ziel, immerhin war \u201ela Dubai de Sudamerica\u201d ein Wahlslogan des Gouverneurskanditaten Otto Ritter, der vor kurzem knapp die wahl zum Provinzgouverneur verlor. Aber Nueva Santa Cruz ist noch nicht fertig, und damit auch nicht das Dubai von S\u00fcdamerika. Doch auch im normalen Santa Cruz merkt man schon allzu oft die alarmierende Abschottung der Reichen vom Rest des Volkes. Wenn man sich mal zwischen diesen Welten bewegt, dann wird einem schnell klar, was f\u00fcr ein unglaublicher Unterschied es sein kann, in Bolivien zu leben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"580\" class=\"wp-image-46\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano.jpg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano-300x136.jpg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano-1024x464.jpg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano-768x348.jpg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/mapaa-plano-900x408.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" class=\"wp-image-45\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault.jpg 1280w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/maxresdefault-900x506.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meiner Meinung nach gibt es in diesem Land nur eine einzige Sache, einen vollkommen transzendenten Gegenstand, der alle Ecken und Enden des gesellschaftlichen Spektrums verbindet. Egal ob man arm oder reich ist, wei\u00df oder indigen, ob man in Santa Cruz schwitzt oder in La Paz friert &#8211; in Bolivien gibt es immer einen Monobloc. Der Monobloc ist der Plastikstuhl, den man sich vorstellt, wenn man an einen Plastikstuhl denkt. Von dem erstmals in den 70er Jahren produzierten Plastikstuhl gibt es Sch\u00e4tzungen nach weltweit mittlerweile \u00fcber eine Milliarden Exemplare, also etwa einen Monobloc f\u00fcr alle acht Menschen. Ich w\u00fcrde sch\u00e4tzen, dass es in Bolivien noch weit mehr davon gibt. Der Stuhl schert sich nicht um Klasse oder Hautfarbe oder irgendwelche erfundenen Normen und Kategorien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"467\" class=\"wp-image-50\" style=\"width: 500px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Monobloc-Hauke-Wendler-Rutger-Fuchs-Hatje-Cantz-chair.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Monobloc-Hauke-Wendler-Rutger-Fuchs-Hatje-Cantz-chair.jpg 700w, https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/Monobloc-Hauke-Wendler-Rutger-Fuchs-Hatje-Cantz-chair-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Egal ob vor einem Stra\u00dfenstand der einem zus\u00e4tzlich zu einem mittelm\u00e4\u00dfigen Hamburger noch E-Coli verkauft, im Speisesaal eines Kinderheims, oder auf der Terrasse eines schicken Cafes oder Restaurants, der Monobloc ist in Bolivien so omnipr\u00e4sent wie die spanische Sprache oder die Berge am Horizont &#8211; und das finde ich toll. Dadurch verbindet dieses bescheidene M\u00f6belst\u00fcck doch irgendwie alle Menschen, selbst wenn es ihnen nicht bewusst ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Moment spitzen sich die sozialen Unterschiede Boliviens immer mehr zu. Das Land kommt mir wie ein Pulverfass vor, das jeden Moment hochgehen k\u00f6nnte. Das hat insbesondere mit dem j\u00fcngsten Politikwechsel zu tun, der den k\u00fcnftigen Kurs des Landes offensichtlich um 180 Grad gewendet hat. Doch diese Kurs\u00e4nderung hatte f\u00fcr viele katastrophale Folgen und nun droht das Schiff zu sinken. Schon seit Monaten kommt es immer wieder zu Protesten, Gewalt und Stra\u00dfenblockaden. Aufgrund der h\u00e4ufigen Treibstoffknappheiten, den steigenden Lebensmittelkosten und der liberalistischen, eher arbeiterfeindlichen Politik der neuen Regierung sind viele Menschen, besonders die Arbeitergemeinden &#8211; die Anh\u00e4nger des Ex-Pr\u00e4sidenten Evo Morales &#8211; der westlichen Hochl\u00e4nder mittlerweile desillusioniert und gehen auf die Stra\u00dfe. Dabei werden die Demonstrationen von allen Lagern aus immer gewaltt\u00e4tiger. Zur Zeit sind fast alle Wege in und aus den beiden Hauptst\u00e4dten, La Paz und Sucre, blockiert, es gibt gro\u00dfe Engp\u00e4sse mit der Lebensmittelversorgung. Hier in Santa Cruz merkt man vorerst nichts von dem ganzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" class=\"wp-image-52\" style=\"width: 1000px\" src=\"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/unterwegs-in-einem-stillen-land\/wp-content\/uploads\/sites\/21775\/2026\/05\/bfdf2774-7614-4e3c-b9f4-04621d62027c.avif\" alt=\"\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sitze auf einem Boot ein paar Meter entfernt vom sinkenden Schiff und schaue zu &#8211;&nbsp; schaue zu, ob die L\u00f6cher noch geflickt werden k\u00f6nnen, ob die Besatzung meutert, was wohl als n\u00e4chstes passiert. Beim Warten bekomme ich immer wieder Emails vom Ausw\u00e4rtigen Amt, die mich warnen: auf keinen Fall r\u00fcber rudern! So warte ich nach wie vor hier, w\u00e4hrend sich das halbe Land mit Steinen, Dynamit und Molotowcocktails bewirft und friere in meinem zugigen Wohnzimmer dahin.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr k\u00f6nnt gerne an mich spenden, es w\u00fcrde mich sehr freuen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.donboscomission.de\/don-bosco\/\">DON BOSCO<\/a> MISSION<br>LIGA BANK M\u00dcNCHEN<br>IBAN: DE66 7509 0300 0102 1418 76<br>BIC: GENODEF1M05<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verwendungszweck: Ingmar Wetzel, <strong>S25VB021<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein letzter geschriebener Blogeintrag ist jetzt schon drei Monate her. Es hat sich viel ver\u00e4ndert und viel ist gleich geblieben. 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