{"id":294,"date":"2018-04-04T23:15:06","date_gmt":"2018-04-04T21:15:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/tobiniess\/?p=294"},"modified":"2018-09-03T09:20:46","modified_gmt":"2018-09-03T07:20:46","slug":"hody-hody-doprovody","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/tobiniess\/2018\/04\/04\/hody-hody-doprovody\/","title":{"rendered":"Hody, hody, doprovody!"},"content":{"rendered":"<h3>Liebe Leserinnen und Leser!<\/h3>\n<p>Das diesj\u00e4hrige Osterfest durfte ich in der Familie feiern, bei der ich bereits an Weihnachten eingeladen gewesen war.<\/p>\n<p>Ich hatte mich nat\u00fcrlich sehr \u00fcber die erneute Einladung gefreut, da es mir dort an Weihnachten schon sehr gut gefallen hatte. Au\u00dferdem hatte ich die Famile inzwischen schon ein bisschen ins Herz geschlossen, obwohl ich erst einmal bei ihnen gewesen war.<\/p>\n<p>Ich erlebte dort die gesamte Liturgie der Karwoche und des Osterfestes (ausgenommen des Ostermontags, dazu sp\u00e4ter mehr), worauf ich jetzt nicht allzu sehr eingehen will. Es war jedoch, genau wie an Weihanchten, wieder sehr sch\u00f6n.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcndonnerstag:<\/h3>\n<p>Am Gr\u00fcndonnerstag war um 18:00 Uhr die Andacht zum letzten Abendmahl. Danach vertrieben wir uns die Zeit mit einem &#8222;Game Of Thrones&#8220;-Spiel.<\/p>\n<h3>Karfreitag:<\/h3>\n<p>Denn in der Nacht des Freitags um 01:00 Uhr ging ich dann auch noch mit der Mutter und der j\u00fcngsten Tochter der Familie zur Anbetung. Diese begang ich pers\u00f6nlich ganz unter folgendem Gedanken:<\/p>\n<p>(Gesang aus Taiz\u00e9)<\/p>\n<p>&#8222;Bleibet hier und wachet mit mir.<br \/>\nWachet und betet, wachet und betet.&#8220;<\/p>\n<p>(Z\u016fsta\u0148te a bd\u011bte se mnou, bd\u011bte a proste, bd\u011bte a proste.)<\/p>\n<p>Am Karfreitag selbst, &#8222;bastelte&#8220; ich dann mit der Hilfe meines Mitbewohners aus Kobylisy ein f\u00fcr den Ostermontag f\u00fcr Herren in Tschechien uners\u00e4tzliches Utensil. Aber noch einmal, dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Das Mittagessen am Karfreitag war dem Tag angemessen, und zwar Dill mit Kartoffeln und Ei.<\/p>\n<p>Um 18:00 Uhr war dann die Karfreitagsprozession mit Kreuzverehrung, bei der die Passion gesungen wurde.<\/p>\n<p>Abends schauten wir dann noch gemeinsam den Film &#8222;Jesus Christ Superstar&#8220; an. Diesen Film hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt tats\u00e4chlich noch nicht gesehen, oder ich konnte mich zumindest nicht mehr daran erinnern. F\u00fcr mich war er recht interessant.<\/p>\n<h3>Karsamstag:<\/h3>\n<p>Am Karsamstag verbrachte ich die Zeit damit, zu lesen und damit, der Familie ein bisschen bei der Gartenarbeit zu helfen. Auch das machte sehr viel Spa\u00df, da es mit den Mitgliedern dieser Familie nie langweilig wird.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem spielte ich wieder mit der j\u00fcngsten Tochter ein tschechisches Kartenspiel. Es hei\u00dft &#8222;Pr\u0161\u00ed&#8220;, zu deutsch &#8222;es regnet&#8220;, welches sie mir bereits bei meinem ersten Besuch beigebracht hatte. Mit ihr machte ich auch gemeinsam meine Hausaufgaben, die ich \u00fcber Ostern mitbekommen hatte. Sie war mir dabei eine gro\u00dfe Hilfe. Im Gegenzug daf\u00fcr, brachte ich ihr ein Paar Basics der deutschen Sprache sowie\u00a0 das &#8222;Vater Unser&#8220; bei.\u00a0 Aus irgend einem Grund war sie sehr interessiert an der deutschen Sprache.<\/p>\n<p>Am Abend um 18:00 Uhr war dann Auferstehungsfeier in einem nahegelegenen Dorf, bei der ein Salesianer aus Kobylisy (der rappende Salesianer), praktizierte, da er in der N\u00e4he bei seiner Familie zu Besuch war. Ich fuht dort gemeinsam mit meinem Mitbewohner hin. Dieses Wiedersehen freute mich sehr und es zeigte mir einmal mehr, dass die Salesianer immer und \u00fcberall unterwegs sind.<\/p>\n<p>Die Messe an sich dauerte l\u00e4nger als zwei Stunden, da in Tschechien, sehr traditionell, immer noch sieben Lesungen gelesen werden. Zwischen den Lesungen wurden immer Psalmen gesungen. So endete dieser Tag auch f\u00fcr mich etwas fr\u00fcher, denn am n\u00e4chsten Morgen musste ich schon sehr fr\u00fch aufstehen, um rechtzeitig zur morgentlichen Auferstehungsfeier mit Osterfeuer zu gelangen, da diese in einem etwas weiter entfernten Dorf stattfand. Ich ging ebenfalls zu dieser Auferstehungsfeier, da ich diese bis jetzt noch nie am fr\u00fchen Morgen erlebt hatte.<\/p>\n<h3>Ostersonntag:<\/h3>\n<p>Diese fand dann am Sonntagmorgen um 05:00 Uhr statt. Sie war dem Ablauf der Messe des Samstagabend sehr \u00e4hnlich, aber in dieser ganz besonderen morgentlichen Stimmung hatte sie etwas ganz besonderes, wof\u00fcr es sich allemal gelohnt hatte. Schon allein die Fahrt mit dem Auto dorthin war magisch, da wir das einzige Auto weit und breit waren. In dieser Messe wurde eine junge Frau getauft. Danach gab es einen tollen, feierlichen Brunch, bei dem alles geboten war, was man sich w\u00fcnschte.<\/p>\n<p>Das Mittagessen bei der Familie konnte sich ebenfalls sehen lassen, es gab Schnitzel mit Kartoffelsalat, wie f\u00fcr mich gemacht. Am Nachmittag besuchten wir dann alle noch eine Oma (&#8222;Babi&#8220;) der Kinder.<\/p>\n<p>Am Abend telefonierte ich dann noch fast mit meiner gesamten Familie und ging dann wieder relativ zeitig ins Bett, da ich am n\u00e4chsten Morgen wieder fr\u00fch aufstehen musste, um rechtzeitig f\u00fcr einen ganz besonderen Brauch an Ostern auf der Matte zu stehen, zu dem ich jetzt endlich kommen kann, um ihn ein bisschen ausf\u00fchrlicher zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Ostermontag:<\/h3>\n<h3>Zu dem Utensil:<\/h3>\n<p>Ich bastelte eine &#8222;Waffe&#8220; aus Weidenruten, mit der am Ostermontag in Tschechien den M\u00e4dchen auf den Hintern geschlagen wird, um diese mit dem Saft der jungen Zweige ihre Lebenskraft zu \u00fcbertragen, das ganze gilt also ganz offiziell zur Verj\u00fcngung. Wie man sich allerdings als M\u00e4dchen dabei f\u00fchlt, und wie das in Tschechien mit der Emanzipation der Frau gesehen wird, wei\u00df ich nicht, jedoch hatte ich das Gef\u00fchl, dass alle Frauen damit im reinen waren und auch nicht den Eindruck, dass sich irgendeine von ihnen gekr\u00e4nkt f\u00fchlte, vorausgesetzt man schlug nicht all zu stark zu. Die &#8222;<span class=\"st\">Poml\u00e1zka&#8220; besteht aus vier bis acht Weidenruten und ist recht einfach zu basteln, wenn man den Anfang einmal geschafft hat, bei dem mir mein Mitbewohner half.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Mein Mitbewohner (Jaroslav) und ich verschliefen jedoch promt und waren deshalb &#8222;erst&#8220; um 08:00 Uhr startbereit f\u00fcr unsere Tour, nachdem wir unser &#8222;Team&#8220; zusammengestellt hatten. Jaroslav fuhr, und au\u00dferdem war das Auto noch mit vier weiteren jungen M\u00e4nnern plus mir best\u00fcckt.\u00a0 Mein Mitbewohner spielte Geige, es gab einen Gitarrist und zwei der Jungs spielten Ziehharmonika. Ich versuchte mich an einem Stab, mit dem man im Takt zu der Musik, die von den Jungs gespielt wurde, auf den Boden klopft. Bei den Liedern selbst, die die Jungs zum Besten gaben, versuchte ich so gut wie m\u00f6glich mitzusingen oder mitzusummen.<\/p>\n<p>Wir sangen und spielten haupts\u00e4chlich Lieder der tschechischen Gruppe &#8222;\u010cechomor&#8220;. In der Kleinstadt kannte jeder der f\u00fcnf Jungs sehr viele verschiedene Menschen, weshalb wir am Ende mit dem Auto in etwa an 20 verschiedenen Stationen gehalten hatten. An jeder Station gab es eine kleine Erfrischung in Form eines kleinen Getr\u00e4nks und einer kleinen Wegz\u00e4hrung. Aber das Wichtigste war nat\u00fcrlich das, wozu die &#8222;Waffe&#8220; zum Einsatz kam:<\/p>\n<h3>Zu der \u00dcberschrift:<\/h3>\n<p>Man sagte im Takt zu den Schl\u00e4gen auf das Ges\u00e4\u00df der Frauen folgenden Spruch auf, um dadurch darum zu bitten, Eier zu bekommen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Hody, hody, doprovody, (ohne wirklichen Sinn)<br \/>\ndejte vejce malovan\u00fd,<br \/>\nned\u00e1te-li malovan\u00fd,<br \/>\ndejte aspo\u0148 b\u00edl\u00fd,<br \/>\nv\u0161ak v\u00e1m slepi\u010dka snese jin\u00fd. <\/strong><\/p>\n<p>(&#8230;, gebt uns bemalte Eier,<br \/>\nwenn ihr keine bemalten gebt,<br \/>\ndann doch wenigsten weisse,<br \/>\ndenn das Huhn bringt euch neue.)&#8220;<\/p>\n<p>In sich ganz logisch und schl\u00fcssig zu verstehen oder?<\/p>\n<p>Und am Ende haben ja beide Geschlechter etwas davon.<\/p>\n<p>Unsere Tour endete damit, dass am Ende gegen 18:00 Uhr einige Mitglieder unserer Gruppe in einem kleinen Becken noch ein kleines Bad nahmen.<\/p>\n<p>Danach waren wir alle recht ersch\u00f6pft und dann ging es f\u00fcr mich aber auch schon relativ z\u00fcgig zur\u00fcck nach Prag.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war es ingesamt wieder sehr sch\u00f6n dieses christliche Hochfest ungefiltert, mit all seinen Traditionen in dieser tollen Familie in der tschechischen Republik zu verbringen, wor\u00fcber ich sehr froh war. Dabei ber\u00fchrte mich einmal mehr die Offenheit aller, auf die ich traf, als w\u00fcrde ich dazu geh\u00f6ren, obwohl wir uns eigentlich noch nicht besonders gut kannten.<\/p>\n<p>Ich kann eigentlich sagen, dass die meisten Tschechen, die ich bis jetzt getroffen habe, relativ offen und freundlich zu mir waren, auch wenn ich sie noch nicht besonders gut\u00a0 kennengelernt hatte.<\/p>\n<p>Das soll es auch schon von meinem kleinen Bericht zu Ostern in Tschechien gewesen sein.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich euch allen auch noch ganz offiziell gesegnete und frohe Ostern oder auch &#8222;Vesel\u00e9 Velikonoce&#8220;!<\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\">Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!<\/p>\n<p>Amen, Halleluja, Amen!<\/p>\n<p>Vielen Dank daf\u00fcr, dass du meine Seite besucht hast und bis bald,<\/p>\n<p>liebe Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>TOBI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leserinnen und Leser! Das diesj\u00e4hrige Osterfest durfte ich in der Familie feiern, bei der ich bereits an Weihnachten eingeladen gewesen war. Ich hatte mich nat\u00fcrlich sehr \u00fcber die erneute Einladung gefreut, da es mir dort an Weihnachten schon sehr gut gefallen hatte. 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