{"id":105,"date":"2017-09-24T21:22:51","date_gmt":"2017-09-24T19:22:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/tobiniess\/?p=105"},"modified":"2018-09-03T15:18:30","modified_gmt":"2018-09-03T13:18:30","slug":"mein-erstes-cagliero-wochenende-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.donboscovolunteers.de\/tobiniess\/2017\/09\/24\/mein-erstes-cagliero-wochenende-teil-ii\/","title":{"rendered":"Mein erstes &#8222;Cagliero-Wochenende&#8220; (Teil II)"},"content":{"rendered":"<h3>Samstag:<\/h3>\n<p>Morgens half ich beim Zubereiten des Fr\u00fchst\u00fccks, welches aus geschmierten Broten, Tee und Obst bestand. Davor hatte es einen Morgenimpuls zum Start in den Tag gegeben. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck half ich beim Sp\u00fclen und bereitete zusammen mit Gambi schon das Mittagessen vor, indem ich ihm beim Kochen zur Seite stand und den Tisch deckte. Gambi hatte einmal mehr gezaubert, denn es gab eine Art Omelett, gef\u00fcllt mit H\u00fchnchen, Gem\u00fcse und einer tollen So\u00dfe. Es schmeckte fabelhaft!<\/p>\n<h3>Freizeit:<\/h3>\n<p>Nach dem Mittagessen wollte ich wissen, was noch zu erledigen war, denn ich brannte darauf, etwas tun zu k\u00f6nnen, doch Gambi meinte, ich k\u00f6nne mich etwas ausruhen. Bei der Auswertung des Freiwilligendienstes der Volont\u00e4re konnte ich aufgrund meiner Tschechisch-Kenntnisse leider nicht helfen. Ich nutzte meine freie Zeit, um in der Kapelle tschechisch zu lernen. Denn Kl\u00e1ra, die \u201eFundraiserin\u201c aus dem B\u00fcro von SADBA hatte mir f\u00fcr das Wochenende Hausaufgaben mitgegeben und auch von meiner Lehrerin aus dem Sprachkurs hatte ich etwas zu tun bekommen (es ist wirklich komisch, wieder \u201eHausaufgaben\u201c zu machen).<\/p>\n<p>Nachdem alles erledigt war, las ich in einem Buch das in Prag spielt, geschrieben von Milan Kundera, einem ber\u00fchmten, tschechischen Schriftsteller. Dieses Buch war mir zum Abschied aus Deutschland geschenkt worden.<\/p>\n<h3>Vorbereitung:<\/h3>\n<p>Um 17:30 Uhr begannen die Vorbereitungen f\u00fcr einen Gottesdienst, der am Abend im Freien stattfinden sollte. Ich bereitete im Garten vor dem Haus einen Altar, sowie St\u00fchle und die Dekoration vor. Jakub, der doch tats\u00e4chlich Lehramt f\u00fcr Deutsch und Mathematik studiert hatte, half mir dabei und es tat gut, mit jemandem auf Deutsch sprechen zu k\u00f6nnen. Er hatte ein Jahr in <a href=\"https:\/\/strassenkinder.de\/laender\/asien\/inden\/\">Indien<\/a> verbracht und war erst vor Kurzem zur\u00fcckgekommen und freute sich dar\u00fcber, mit einem \u201enative-speaker\u201c zu sprechen. Au\u00dferdem \u00fcbersetze er f\u00fcr mich, was Jaroslav der Salesianer der ausschlie\u00dflich tschechisch sprechen kann, mir sagen wollte. Er meinte, ich solle ein bisschen mehr Geduld mit mir und mit der Sprache haben, da er wohl merkte, wie sehr mich dieses Thema besch\u00e4ftigte. Die Worte die er fand, ber\u00fchrten mich sehr.<\/p>\n<h3>Gottesdienst:<\/h3>\n<p>Der anschlie\u00dfende Gottesdienst war sehr sch\u00f6n. Die Lieder, die wir sangen, wurden von Ane\u017eka, die in Bulgarien gewesen war, mit Gitarre begleitet.<\/p>\n<p>Bei der Predigt von Jaroslav versuchte ich so viel wie m\u00f6glich durch seine K\u00f6rpersprache zu verstehen und ich interpretierte die Hauptaussage seiner Predigt durch die folgende Geste. Er ballte eine Hand zu einer Faust und \u00f6ffnete sie dann jedoch wieder. Damit wollte er wohl sagen, dass man seine Hand \u00f6ffnen muss, um mit ihr Gutes zu tun, um sozusagen eine Fl\u00e4che f\u00fcr den Samen zu bieten, den Gott in uns wachsen lassen will. Man k\u00f6nnte es aber auch so verstehen, dass man diesen Samen mit seinen H\u00e4nden weitergeben soll.<\/p>\n<p>Alle Freiwilligen bekamen eine wei\u00dfe Rose, die sie in eine Vase stellten. Wie mir sp\u00e4ter erkl\u00e4rt wurde, war diese Rose war f\u00fcr die Menschen gedacht, die sie w\u00e4hrend der Zeit ihres Freiwilligendienstes getroffen hatten. An diese sollten sie nun denken. Es war f\u00fcr alle Beteiligten ein sehr emotionaler Moment. Zudem bedeutet \u201esadba\u201c im deutschen so viel wie \u201eS\u00e4mlinge\u201c. Ein weiterer, passender Gedanke.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Gabenbereitung half ich Jaroslav und Gambi als Ministrant. Das Vater Unser (\u201eOt\u010de n\u00e1\u0161\u201c) versuchte ich so gut wie m\u00f6glich mitzubeten, das hei\u00dft mitzulesen (denn ich habe es genau wie das Ave-Maria auf meinem Handy gespeichert).<\/p>\n<h3>Abendessen:<\/h3>\n<p>Als der Gottesdienst zu Ende war, sangen die Freiwilligen noch gemeinsam Lieder. Sogar ein bulgarisches Lied war dabei, da der Gro\u00dfteil von ihnen in Bulgarien gelebt hatte. Ich traf mit Gambi die letzten Vorbereitungen f\u00fcr das Abendessen und deckte den Tisch. Nach dem Essen, welches wie das Fr\u00fchst\u00fcck ausgesehen hatte, hie\u00df es wieder, gemeinsam alles aufzur\u00e4umen. Beim Essen war gefragt worden, was man denn am Abend noch machen wolle. Das war etwas Besonderes f\u00fcr die Freiwilligen, denn bei den &#8222;normalen&#8220; Vorbereitungstreffen durften sie das Abendprogramm nicht bestimmen.<\/p>\n<h3>Gespr\u00e4che:<\/h3>\n<p>Die Entscheidung war f\u00fcr Alle klar: es sollte in eine kleine Bar, nur einige Meter entfernt gehen. Dort unterhielt ich mich mit einigen, die sich dazu \u00fcberwindeten, englisch mit mir zu sprechen. Marie, die ein Jahr in Sambia gewesen war, bot sogar an, sich eventuell einmal mit mir zu treffen, wenn ich jemanden zum Reden br\u00e4uchte. Sie ist n\u00e4mlich auch neu in Prag und wird Geographie und Biologie an einer Schule lehren.<\/p>\n<h3>Zusammensitzen:<\/h3>\n<p>Nach dem Abend in der Bar sa\u00dfen wir noch alle gemeinsam am Esstisch und unterhielten uns. Ich hatte mit Jakub und Tomas, der ebenfalls in Bulgarien gewesen war dann sogar zwei \u00dcbersetzer f\u00fcr Jaroslav, da Tomas deutsch in der Schule gelernt hatte und es gerne verbessern wollte. Er wird nach seinem Einsatz Biochemie studieren. Wie am Abend zuvor ging ich ersch\u00f6pft ins Bett.<\/p>\n<h3>Sonntag:<\/h3>\n<p>Um den Beitrag nicht noch l\u00e4nger werden zu lassen folgt der Ablauf des Sonntags in Stichpunkten.<\/p>\n<ul>\n<li>07:00: Aufstehen und Fr\u00fchst\u00fcck vorbereiten<\/li>\n<li>08:00: Heilige Messe in der Dorfkirche<\/li>\n<li>09:00: Fr\u00fchst\u00fcck mit anschlie\u00dfendem aufr\u00e4umen des Hauses<\/li>\n<li>10:00: Das Essen \u00fcberwachen, w\u00e4hrend Gambi mit den Anderen die Auswertung macht<\/li>\n<li>12:00: Essen (Braten mit Kartoffeln), mit einem Wort: \u201ev\u00fdborn\u011b\u201c also sehr gut!<\/li>\n<li>13:00: Aufr\u00e4umen und Auto beladen<\/li>\n<li>14:00: R\u00fcckfahrt nach Kobylisy (Tobi am Steuer\u2026)<\/li>\n<li>15:00: Ankunft in Kobylisy mit anschlie\u00dfendem Aufr\u00e4umen der Materialen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Erkl\u00e4rung:<\/h3>\n<p>Wahrscheinlich ist der Bericht \u00fcber mein erstes \u201eCagliero-Wochenende\u201c insgesamt zu lang geworden. Es war mir\u00a0 jedoch wichtig, euch einmal den Ablauf eines solchen Wochenendes n\u00e4herzubringen. Ich werde in Zukunft (hoffentlich) nicht mehr so lange Artikel verfassen.<\/p>\n<h3>Fazit:<\/h3>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr mein ausf\u00fchrliches Berichten ist, dass ich euch zeigen wollte, wie intensiv das Wochenende f\u00fcr mich war. Deshalb wollte ich einige der sch\u00f6nen Begegnungen und Erlebnisse, die ich hatte, n\u00e4her beschreiben und so mit euch teilen. Ich brauchte zwar ein bisschen, um mit den Freiwilligen warm zu werden, aber schon bald verstand ich mich sehr gut mit ihnen. Und ich war ihnen sehr dankbar, dass sie versuchten, mich ins Gespr\u00e4ch zu integrieren. Ich wei\u00df n\u00e4mlich, dass es f\u00fcr viele Tschechen eine Herausforderung ist, nicht in der eigenen Sprache zu sprechen und dass sie es nicht gewohnt sind, englisch oder sogar deutsch zu sprechen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem f\u00fchlte es sich gut an, auch einmal selbst mit anzupacken, das hei\u00dft, wirklich etwas tun und machen zu k\u00f6nnen. Denn ohne die Landessprache zu beherrschen, kann ich in Kobylisy im Moment noch nicht viel tun. Weder im Oratorium im Gespr\u00e4ch mit den jungen Menschen oder im B\u00fcro von SADBA.<\/p>\n<p>Im Moment bekomme ich so vieles geschenkt, sei es in Begegnungen oder aufmunternden Worten. Daf\u00fcr bin ich wirklich sehr dankbar. Und ich hoffe, dass ich dann schon bald etwas davon mit meinem Handeln und mit meinen Worten zur\u00fcckgeben kann.<\/p>\n<p>Ein kurzer Gedanke noch zum Abschluss. Ich hoffe und bin mir zugleich sicher, dass in mir in diesem Jahr auch noch etwas w\u00e4chst. Hoffentlich kann ich dann auch schon bald mit meinen Gedanken und mit meinen Worten die Jugend inspirieren, bereichern und begeistern. Diese war f\u00fcr Johannes Bosco, wie wir alle wissen am Wichtigsten. Ich denke, dass das Handeln im Sinne Boscos uns dazu verhilft, um zu wachsen, zu gedeihen und Frucht zu tragen. Mit dem Ziel, diese Frucht an die jungen Menschen weiterzugeben.<\/p>\n<p>Vielen Dank daf\u00fcr, dass du meine Seite besucht hast und bis bald,<\/p>\n<p>liebe Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>TOBI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag: Morgens half ich beim Zubereiten des Fr\u00fchst\u00fccks, welches aus geschmierten Broten, Tee und Obst bestand. Davor hatte es einen Morgenimpuls zum Start in den Tag gegeben. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck half ich beim Sp\u00fclen und bereitete zusammen mit Gambi schon das Mittagessen vor, indem ich ihm beim Kochen zur Seite stand und den Tisch deckte. 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