Tagesablauf Archive - Tobi in Abidjan https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/tag/tagesablauf/ Ein weiterer strassenkinder.de Blog Sat, 20 Oct 2012 22:00:54 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Die Frage nach dem Sinn https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2012/10/20/die-frage-nach-dem-sinn/ https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/2012/10/20/die-frage-nach-dem-sinn/#comments Sat, 20 Oct 2012 21:54:40 +0000 https://blogs.donboscovolunteers.de/tobiasinabidjan/?p=77 Seit die Schule am 01.Oktober richtig begonnen hat, hat sich der Tagesablauf im Foyer Magone ein wenig verändert. Die Jungs kommen gegen 17:00Uhr aus der Schule, waschen sich danach, damit sie um 18:00 Uhr mit vollem Elan in die „Études“ einsteigen können. In dieses abendlichen Studien werden die im Unterricht erlernten Inhalte noch einmal wiederholt […]

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Seit die Schule am 01.Oktober richtig begonnen hat, hat sich der Tagesablauf im Foyer Magone ein wenig verändert. Die Jungs kommen gegen 17:00Uhr aus der Schule, waschen sich danach, damit sie um 18:00 Uhr mit vollem Elan in die „Études“ einsteigen können. In dieses abendlichen Studien werden die im Unterricht erlernten Inhalte noch einmal wiederholt und gefestigt, in meinen Aufgabenbereich fallen momentan die Schüler der CP2, also der zweiten Grundschulklasse. Alle Kinder vom Foyer Magone besuchen ja eine staatliche Schule, demnach finden sie sich auch alle zu den Études ein. Außerdem sind drei Kinder aus dem Erstempfang (Foyer Maman Marguerite) dieses Jahr wiedereingeschult worden, einer in CP2 und zwei in CE1 (dritte Grundschulklasse).Bis letzte Woche hatte ich so noch zwei Schüler, einer aus dem Foyer Magone und einer aus dem Erstempfang, der Romaric heißt. Seit Sonntag hat sich die Klassenstärke meiner schon so kleinen Klasse auch noch halbiert. Was ist passiert?

Sonntags gehe ich mit den Kindern immer in die Messe um Viertel vor 9, die in der „Paroisse St. François d’Assise“ gefeiert wird, also in der Gemeinde St. Franz von Assisi, von der der Direktor des Projektes hier in Abidjan auch der Gemeindepfarrer ist. Um ca. 11 Uhr kehren wir ins Foyer zurück, um noch ein bisschen zu spielen und um halb eins Mittag zu essen. Danach ist wie gewohnt bis um 3 Uhr Siesta. Am letzten Sonntag ging dann ein Teil der Kinder zu den Don Bosco Schwestern ins Village Marie Dominique, um dort Basketball, Fußball u.ä. zu spielen, der andere Teil ging mit mir ins Village Don Bosco, um dort zu spielen. Gegen 16:30 Uhr gerieten die beiden dort mit mir anwesenden Erzieher ein wenig in Aufruhr, da sie bemerkt hatten, dass sich unsere Gruppe, die aus Kindern vom Foyer Magone und Maman Marguerite (also dem Erstempfang) bestand, verkleinert hatte. Wer war wo abgeblieben? Aufgeregt stellten wir fest, dass Romaric, Samuel und Amidou fehlten. Und schon begann die Suche, zunächst im Village, dann in den umliegenden Straßen. Keine Spur von den dreien. Traurig ging ich um 17:00 Uhr mit den Jungs vom Foyer Magone wieder nach Hause, um um 18:00 Uhr wie gewohnt mit den Études zu beginnen. Doch heute war es anders, denn Romaric war nicht mehr da. Und auch Amidou, der die CE1 besucht, war nicht bei den Études, weil er ja am Nachmittag ausgerissen war.

Warum? Warum ziehen diese drei Kinder ein Leben auf der Straße einem Leben in geregelten Verhältnissen vor? Romaric und Amidou waren schon relativ lange (ca.2-3 Monate) im Foyer Maman Marguerite, sonst wären sie ja nicht eingeschult worden. Hatten sie sich immer noch nicht an die Struktur dort gewöhnt? Romaric hatte Spaß am Lernen, besonders in Mathe. Er konnte für die zweite Klasse bereits sehr gut rechnen, hatte aber in Französisch noch ein paar Schwierigkeiten. Somit hatte ich ein Lernspiel für die beiden gebastelt, an dem Romaric sehr viel Spaß hatte. Er hatte mich sogar noch sehr höflich gegrüßt am Sonntag, kurz bevor er uns verlassen hatte, und auf meine Frage, ob er sich auf die Études freue, antwortete er sogar mit Ja.

Die Frage nach dem Sinn wird wohl leider unbeantwortet bleiben. Uns bleibt nur zu hoffen, dass die drei Kinder auf der Straße keine Opfer von Gewalt, Drogen oder sonst was werden und sie vielleicht in der nächsten Zeit wieder im Erstempfang auftauchen. Sicher ist, dass sie dort mit großer Freude von uns empfangen werden.

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Mit Erschrecken habe ich vor ein paar Tagen festgestellt, dass man als Leser dieses Blogs ja gar keinen Überblick über den Tagesablauf, meine Aufgaben und das Projekt selbst hat. Das muss sich dringendst ändern!

Zunächst: So sieht das Foyer von außen aus:

Tagesablauf:

05:45 Uhr: Aufstehen! Es passiert nicht selten, dass ich den Wecker am liebsten in der Toilette herunter spülen würde, aber was sein muss, muss sein, die Jungs im Foyer Magone (wo ich übrigens auch mein Zimmer habe) müssen nämlich jetzt zum Hausputz ran. Anfangs dachte ich, das sei doch nicht unbedingt jeden Tag nötig, doch diese Ansicht änderte sich relativ schnell. Wo 25 Kinder den ganzen Tag leben (das heißt schlafen, essen, lernen, etc.), ist es eben schmutzig, vor allem auf dem Fußboden. Den Hausputz gilt es zu überwachen, da die Jungs auch ganz gerne mal Quatsch machen. Außerdem muss die Dosis des Putzmittels eingehalten werden, da dies ja doch recht teuer ist und man das Budget ja nicht zum Fenster rauswerfen will.

Zeitgleich mit dem Hausputz wird das Frühstück von zwei Jungs vorbereitet. Dies besteht aus einem ca. 20cm langen Baguettestück mit Butter und einem Becher mit Kakao und Zucker (Kakao bedeutet Wasser mit Milch- und Kakaopulver). Für uns Europäer hört sich das schon ziemlich spartanisch an, doch für die Kinder hier ist es meist schon mehr als sie von der Straße gewohnt sind.

07:15 Uhr: Frühstück für die Jungs. Ich gehe zum Frühstück immer ins Maison provinciale, um mit den Salesianern zu essen, da mir ein enger Kontakt mit ihnen, die ja das ganze Projekt leiten, sehr wichtig ist.

08:00 Uhr: Die Kinder vom Foyer Magone gehen in die Schule, die am 17. September begonnen hat, unterrichtet wird jedoch erst ab dem 01. Oktober . In diesen ersten beiden Wochen schreiben sich die Kinder ein (richtig, wie bei der Uni) und räumen ein bisschen auf in den Klassenräumen. Wenn der Unterricht also ab Montag dann richtig angefangen hat, bleiben die Grundschüler (also nach französischem Schulsystem 1. bis 6. Klasse) bis um 12 Uhr in der Schule, bei denen, die aufs Collège ( 7. bis 10. Klasse) gehen, kann dies variieren, wie stark wird sich zeigen.

12:30 Uhr: Mittagessen. Danach spülen 3 Kinder und zwei räumen den Essenssaal auf und fegen ihn.

13:30 Uhr: Siesta! Ich hätte niemals gedacht, dass schlafen so zu meiner Lieblingsbeschäftigung wird.

14:30 Uhr: Die Grundschüler gehen wieder in die Schule. bei den Collégiens ist der Nachmittagsunterricht individuell geregelt.

17:30 Uhr: Die meisten Schüler kommen um diese Zeit nach Hause. Für sie geht es dann unter die Dusche. Bis alle fertig mit der Körperpflege sind, ist es meistens schon 18:30 Uhr. Montags, mittwochs, donnerstags und sonntags werden dann bis 20:00 Uhr Hausaufgaben gemacht, falls keine anstehen, bekommen die Jungs von den Erziehern ein paar Aufgaben.

20:00Uhr : Abendessen

20:30/20:45 Uhr: Rosenkranz

21:00/21:15 Uhr Fernsehen

21:45 Uhr: Couvre-feu!!! Will heißen Sperrstunde.

Dieser Tagesablauf variiert natürlich ein wenig. So  gibt es Unterschiede am Wochenende, wo später aufgestanden wird oder wenn die Kinder am nächsten Tag nicht in die Schule müssen (zum Beispiel Freitags). Anstelle der Hausaufgaben wird dann gebastelt, gespielt oder gemeinsam getrommelt und getanzt.

Fortsetzung folgt!

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